Donnerstag, 14. März 2019

Inter Mailand - Eintracht

Eintracht Frankfurt International! Schon Mittwoch abends ging es mit dem geilsten EFC in Richtung Italien und weil die Aussicht auf ein Spiel mit der SGE in Mailand nicht schon geil genug war, hatte „per sempre" heute auch noch 15 jähriges Jubiläum. Das „Merch-Team" um Helena ließ sich natürlich nicht lumpen und orderte Jubiläums Shirts. An dieser Stelle ein riesigen Dank von Herzen an den Vorstand und alle Aktiven für die gesamten Planungen, die Organisation und die Arbeit, die hinter diesen ganzen unvergesslichen Erlebnissen der letzten 15 Jahre besonders in Europa steckt. Bier, Äppler, Jacky und Pfeffi liefen wie immer sehr gut. Beim Eintracht Kniffel war Stefan nach seiner Blamage von Rom heiß auf Revanche. Besser war er zwar nicht, aber Anja und Annette übernahmen die Runden für ihn. ;) Die Fahrt verging ratzfatz und alle, alle, alle hatten gude Laune. Zum Zähneputzen musste Pfeffi genügen - auswärts asozial. Nach nem kurzen Spaziergang waren wir schon morgens um Neun am Mailänder Dom. Alter Hut, aber nett anzusehen das Haus. Die lange Zeit bis zum Spiel wurde zu dritt mit gutem Kaffee, gutem Essen und ein paar Bierchen in der Sonne ganz entspannt verbracht. Viel zu sehen gibt es in der Modestadt nicht und die ganzen Schnösel sind gewöhnungsbedürftig. Beim Marsch zum berühmten San Siro gab es dann aber wieder normale Leute zu sehen. Schon stark, mit knapp 10.000 Menschen durch Mailand zu ziehen um die Eintracht zu sehen. Nach Gruppenfotos vor diesem architektonischen Meisterwerk und ner Stärkung vom Grill ging es schon sehr früh rein um geschlossen zusammen zu sitzen/stehen.



14.03.19 21:00 FC Internazionale Milano - Eintracht Frankfurt 0:1, Stadio Giuseppe Meazza, Europa League, 49.866 Zuschauer

Da saßen wir also knapp drei Stunden vor Spielbeginn in diesem grandiosen Stadion und genossen den Moment. Ich war mal bei einem Spiel des AC Milan und damals natürlich schon vom Stadion begeistert, aber mit dem eigenen Verein nimmt man das Ganze einfach nochmal intensiver auf. Viele haben berichtet, dass mit dem Spiel der Eintracht in Mailand ein Traum in Erfüllung geht. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nie einen Gedanken daran verschwendet hab. Das war einfach zu weit weg, völlig unrealistisch, aber es macht einen so verdammt stolz es doch zu erleben. Rund 20.000 Frankfurter waren nach Mailand gereist und mit gut 14.000 im Stadion überboten wir unseren eigenen Rekord aus Bordeaux. Die obersten Ränge auf der Geraden und der Curva Sud waren komplett für uns reserviert und es war klar, dass der Support dieser Masse schwer zu koordinieren ist. Eine gute Stunde vor Beginn war der Gästesektor rappelvoll und der Mob hatte Bock und endlich hatten wir mit den Jungs um die "Boys San", "Viking" "Ultras" und "Irriducibili" auch mal einen Gegner auf den Rängen. Mit ner geringen Zahl von zwei oder dreitausend Fans wäre die Stimmung vielleicht noch besser gewesen, aber ich denke dass der Support sehr ordentlich war und wir das Duell gegen die Curva Nord klar für uns entschieden haben. Schon in der dritten Minute war die Führung so nah, aber die Latte klärte. Nur zwei Minuten später erlöste Jovic uns aber mit dem so wichtigen frühen Treffer zum 1:0. Jaaaa! Wer soll uns eigentlich stoppen? Inter Mailand nicht... Wir machten nämlich weiter Dampf und erarbeiteten uns einige gute Möglichkeiten, im Abschluss fehlte aber wie schon zuletzt das nötige Glück. Im zweiten Durchgang sah es zu Beginn ähnlich aus. Frankfurt mit Druck und Mailand wirkte überfordert, aber dieser verdammte zweite Treffer wollte einfach nicht fallen. Zwischenzeitlich investierte Inter etwas mehr und wie schnell kann da ein dummes Tor fallen, das dem Gegner neuen Schwung bringt. Torgefahr sieht aber anders aus und mit blitzschnellen Kontern hatten wir auch weiterhin die besseren Torchancen. Ein Tor wollte nicht mehr fallen und auch wenn das Spiel gut und gerne mit 4:0 für uns enden kann, reichte das 1:0 fürs weiterkommen im fucking San Siro gegen scheiß Inter Mailand und die Eintracht steht verdammt nochmal im Viertelfinale des Europacups! Wir hätten diese Hütte abreißen müssen, aber leider kam es am Ende etwas anders. Nach dem Führungstreffer brannten ein paar einzelne Bengalos und auch zum Ende hin gingen ein paar Fackeln an, was einigen besonders dank der Tatsache, dass wir unter Bewährung stehen bitter aufstieß. Natürlich ist das unter diesen Voraussetzungen nicht ideal, aber im Ursprungsland der Ultra' Bewegung und diesem großen Sieg kann man das schon verstehen. Ich persönlich habe kein Problem damit und eine Sperre hätte das ganz sicher nicht bedeutet. Wie man allerdings so viel Scheiße im Hirn haben kann und Leuchtspur abfeuert kann niemand verstehen, der auch nur ansatzweise bei Verstand ist. An sich sind diese Dinger schon abzulehnen, da unberechenbar. Gerade aber in unserer Situation und nach einem solchen Erfolg ist es noch unnötiger und unverständlicher. Man hätte denjenigen direkt aus dem Block prügeln müssen. Mit der Leuchtspur, die direkt nach dem Spiel mitten auf dem Feld neben einem Spieler landete, war die Stimmung komplett am Arsch, aber die im Unterrang war natürlich nicht besser. Auch ich war wie paralysiert und konnte den so verdammt großen Sieg kein bisschen mehr genießen. Diese hirnlose Aktion bedeutet mit Sicherheit, dass wir das nächste Spiel nicht fahren dürfen. Was aber noch schlimmer ist, ist die Gefahr einer unaufhaltbaren Spaltung der Fanszene. Nicht nur die Stimmung im Stadion, sondern auch die im Bus auf der Rückfahrt war futsch. Es muss etwas passieren! Eintracht!





Montag, 11. März 2019

Fortuna - Eintracht

11.03.19 20:30 Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 0:3, Rheinstadion, 1. Bundesliga, 41.419 Zuschauer

Auswärts in Düsseldorf, also Heimspiel. Mit dem Auto ist man aber schneller von DUS in FFM als mit der Bahn von DUS nach DUS. Zum Glück bin ich in der Regel nicht auf dieses extremst unzuverlässige und vollkommen überteuerte scheiß Unternehmen angewiesen. Jeder der mit der DB fährt weiß genau für wen das Scheißhaufen Emoji erfunden wurde. Allerdings kann man den Haufen auch benutzen um die Fortuna zu beschreiben, wenn er schon existiert. Für den Fußballverband, der Spiele auf einen Montag terminiert, kann man das Symbol im übrigen auch ganz gut anwenden. Wenn es sich dabei um das Spiel eines Vereins handelt, der donnerstags drauf zu einem Pflichtspiel im Ausland antritt, ist diese Entscheidung noch weniger nachvollziehbar und benötigt in der Emoji Sprache mindestens noch den Mittelfinger zusätzlich. Die erste Hälfte blieb der Gästeblock aus Protest komplett leer und es hing nur der „Korrupte Bastarde“ Banner als Gruß an die feinde des Sports. Die ersten 45 Minuten wurden also mit Babbeln und Biertrinken verbracht. Bei den Düsseldorfern blieb für symbolische 15:30 Minuten ebenfalls ein Block frei. Als wir zur zweiten Hälfte den Block "stürmten" wurden vereinzelte Fackeln gezündet und akustisch klar gemacht wer Herr im Haus mit den hässlichen bunten Sitzen ist. Der Block war noch nicht voll, da traf Paciencia auch schon zur Führung - geiles Timing. Einen Elfmeter bekam die Fortuna nach dem Videobeweis völlig zurecht aberkannt, aber mit guten Schiedsrichtern bräuchte man diese scheiß Technik nicht. Abschaffen! Wir waren zwar das bessere Team, aber nicht überlegen. Die Mannschaft der Düsseldorfer hat sich gemacht und ist nicht mehr die Gurkentruppe vom Hinspiel. Zum Schluss gelang Haller aber noch ein sehr schöner Treffer zum 2:0 und in der Nachspielzeit legte er noch einen oben drauf. Somit steht insgesamt ein 10:1 gegen die Fortuna und Marc hat die große Ehre mir ein weiteres Bierfass zu spendieren. Aus unerklärlichen Gründen stiegen Ronny und ich nicht am Hauptbahnhof, sondern schon in der Altstadt aus der Bahn. Zu Linderung der Verwirrtheit atmeten wir gesunde Berliner Luft und waren dann wieder auf der Höhe. Am nächsten Morgen ging es mir auf Arbeit nicht ganz so gut und es kann festgehalten werden, dass Montagsspiele sogar schlecht für die Gesundheit sind. Auswärtssieg! Scheiß Fortuna! Nur die SGE!
Ein Dank geht an die Redaktion des „groben Schnitzer" für das Foto.


Sonntag, 10. März 2019

SV Schermbeck - RW Ahlen

10.03.19 15:00 SV Schermbeck - Rot Weiss Ahlen 1:0, Volksbank Arena, Oberliga Westfalen, 140 Zuschauer

Zusammen mit meinem lieblings Ronny ging es zum bestmöglichen Spiel des Tages in die Provinz im Kreis Wesel. In Ahlen war ich zu Zweitliga Zeiten mal mit der Eintracht. Heute kicken die Rot-Weißen aber nur noch in der Oberliga und müssen nach einem langweiligen Spiel mit mehreren Aluminium Treffern ohne Punkte vom Dorf nach Hause fahren. So können sich die Zeiten ändern. Immerhin rund 20 Leute/innen (m/w/d) sorgten hinter einem „Rot Weiss Ahlen" Banner für etwas Unterhaltung. Wie immer Respekt und Danke dafür, denn ohne Fans ist weniger Lametta und weniger ist mehr als nix. Ein Dank auch an das Schiedsrichter Gespann, das trotz „Sturm Eberhard" antrötete und durchspielen ließ - war aber auch nicht so dramatisch, nur halt etwas windig. Die Kollegen des SVS bauen gerade ein neues Vereinsheim und es wurde teilweise ordentlich gebaggert. Laut der „Studie" kommen die Stufen auf der Gegengeraden weg, allerdings weiß ich natürlich nicht wie aussagekräftig das Bildchen ist. Vom Grill kommen mit Bratwurst, Frikadellen und Sucuk gute Sachen, ausm Kühlschrank mit Veltins aber leider nicht so dolle.

 


Donnerstag, 7. März 2019

Eintracht - Inter Mailand

07.03.19 18:55 Eintracht Frankfurt - FC Internazionale Milano 0:0, Waldstadion, Europa League, 48.000 Zuschauer

Europacup! Zeitweise hatte ich das Spiel schon abgeschrieben, aber Eintracht Frankfurt gegen Inter Mailand... Für ein Spiel zwischen zwei so namenhaften Vereinen kann man auf Arbeit auch einfach mal etwas früher den Hammer fallen lassen, denn nach den Überstunden fragt ja auch keiner. Eng sollte es trotzdem werden und kurz stellte sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, aber Hallo?! Europacup! Im Auto empfing mich Bosca mit „Das hier ist nicht Mainz. Sie haben recht, das ist Eintracht!" Na wenn das kein Zeichen ist und Herr Maps von der allwissenden Firma Gugel sagte mir, ich wäre 50 Minuten vor Anpfiff am GD. Auf! Am Ende war ich zehn Minuten vor Anpfiff im Block - Punktlandung.
Inter Mailand - Ronaldo und Lothar Matthäus wurden hier Weltfußballer, 18 Meisterschaften, sieben Pokalsiege, dreimal den Titel in der Königsklasse und dreimal im Europacup. Auch wenn der letzte Titel fast zehn Jahre zurück liegt ein großer Club, der für guten Fußball steht. Und dann der Schock bei der Auslosung - Eintracht Frankfurt, Europas beste Mannschaft. Zu Beginn gab es eine große Choreo zum morgigen 120. Geburtstag der Göttin und Diva Eintracht Frankfurt und eine Stimmung, die wieder beeindruckend war. Glorreiche Zeiten, traurige Tage. Wir stehn zur Eintracht, gar keine Frage. Vom großen Gegner ließ sich Inter aber nicht beeindrucken und war in der Anfangsphase die optisch überlegene Mannschaft. Wenn wir mal vors Tor kamen, waren die Angriffe allerdings gefährlicher. Nach 20 Minuten pfiff der Schiedsrichter -Sohn eines Hirten und eines schottischen Hochland-Schafs- einen Elfmeter für Inter. Bei den Junioren kannste den vielleicht geben wenn du drauf gewettet hast, aber nicht auf europäischer Bühne. Sascha Rösler und Norbert Meier sind auf jeden Fall genauso stolz auf den Angreifer wie die italienischen Fallkünstler. Kevin Trapp hielt den Strafstoß und sorgte somit für Gerechtigkeit und einen geilen Jubel - Ja man! Zum Intro der zweiten Hälfte wurden goldene Konfetti und Luftschlangen Shooter abgefeuert und in den ersten zehn Minuten brannte auch die Mannschaft wieder ein Feuerwerk in der Offensive ab. Haller, Jovic und Gacinovic hatten heute aber leider nicht ihren besten Tag und so brachte auch diese extreme Druckphase kein Tor. Zumindest keins das zählte, den eins wurde zurecht wegen Abseits nicht gegeben. Nicht gegeben wurde auch ein Elfmeter für uns, den ich zwar nicht unbedingt als hundertprozentig ansehe, aber 100% klarer als den im ersten Durchgang. Adi Hütter regte sich zurecht auf und wurde vom Referee völlig überzogen für das Treten einer Wasserflasche auf die Tribüne geschickt. Absolut lächerlich! Da merkt man eben doch das Schaf in den Genen. Danach wurde es wieder etwas ruhiger auf dem Platz und bei Inter hatte man eigentlich zu keiner Zeit so richtig Angst, dass sie ein Tor schießen könnten. Der bärenstarke Hasebe ist daran sicher nicht ganz unschuldig. Wir hatten zwar noch ein paar gute Möglichkeiten, besonders in der Schlussphase, aber dieser verdammte Ball wollte einfach nicht ins Netz. Daran konnte auch der stark spielende Kostic nix ändern. Natürlich ist es wichtig zu Hause kein Gegentor zu kassieren, aber zumindest ein dreckiges 1:0 wäre nicht nur verdient, sondern auch deutlich beruhigender gewesen. So fährt mer doch ganz schee hibbelisch nach Madrid, äh Mailand.
Nach dem Abpfiff sprintete ich direkt zum Auto und hörte den grandiosen Chor mit "Im Herzen von Europa" leider nur von Außen. Um für die 5km bis zur Autobahn genauso lang zu brauchen wie für die restlichen 205 hatte ich heute aber keinen Nerv. Eintracht Frankfurt International!



Samstag, 2. März 2019

Eintracht - Hoppenheim / Spvgg Fechenheim

02.03.19 15:30 Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim 3:2, Waldstadion, 1. Bundesliga, 49.500 Zuschuer

Mit unzähligen Spruchbändern und Bannern gegen den hessischen Innenminister und seinen Schlägertrupp zeigte Frankfurt im ganzen Stadion was es von minderbemittelten Selbstdarstellern und hirnlosen Uniformierten hält. Hier ein paar Beispiele: "Beuthlin du Hobbit", "Polizeiwillkür statt fetter Beuthe", "Des Fischers Beuthe brennt am besten aufm Grill", "Beuth feuern - Fußball feiern", "Statt Windbeuthel gibts bei uns Kreppel", "Polizei Frankfurt: Social Media Affen den Mund verbieten", "Peter Beuth & Boris Rhein könnten glatt Geschwister sein", "Der Beuthel ist ein Sack ohne Inhalt", "Stadionverbot für sogenannte Polizisten", "Messer, Schere, Beuth's Gesicht, sind für kleine Kinder nichts", "Ausbeuthe? Nix gefunden!" oder "Ausbeuthung des Rechtsstaates". Dazu hallte in den ersten zehn Minuten „Eintracht Frankfurt wird siegen - Scheiß Peter Beuth“ von den Rängen. Außerdem zeigte UF, dass nicht nur Beuths Schergen Banner bzw. Spruchbänder ziehen können und präsentierte ein offizielles Banner der Bundespolizei. Sehr geil. In der ersten halben Stunde waren wir die bessere Mannschaft und es ist immer wieder unglaublich wie viel Power wir nach Vorne haben. Leider kam heute der letzte Pass nicht wie er sollte und so kamen wir nur zu einem Tor. Einen Freistoß vom bärenstarken Kostic verlängerte Rebic zum Führungstreffer. Dietmars Spielzeug kam dann besser ins Spiel und schaffte kurz vor der Pause den Ausgleich. Auch im zweiten Durchgang gab es Chancen auf beiden Seiten, aber Hoppenheim war zumindest optisch am Drücker und schaffte das unmögliche, eine Führung gegen Europas beste Mannschaft. Nach Gelb-Rot kam von den Gästen nichts mehr nach vorne, aber wir fanden keine passenden Mittel gegen die tiefstehende Verteidigung. In der Vergangenheit hätten wir ein solches Spiel vermutlich durch einen dummen Konter mit 1:3 verloren. Eintracht Frankfurt 2018/19 hat aber die Stärke, den Willen und die Moral bis zum Schluss alles zu geben und so führte der Sturmlauf kurz vorm Ende der Partie zum verdienten und überfälligen 2:2 durch Haller. Nach diesem Spielverlauf muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein und wir sind nach wie vor ungeschlagen in diesem Jahr. Im Jahr 2019 hört bei der Eintracht aber keiner auf Fußball zu spielen, bevor Schluss ist und es wurde weiter gedrückt und gekämpft. Der eingewechselte Paciencia nickte in der Nachspielzeit eine Haller Flanke ins Tor und schenkte uns allen somit sogar noch den Sieg! Eintracht Frankfurt, du bist so verdammt geil!


02.03.19 18:15 Spvgg. Fechenheim - SV der Bosnier Frankfurt 1:1, Sportanlage Pfortenstraße, Gruppenliga Frankfurt West, 74 Zuschauer

Eigentlich wollte ich dieses Jahr keinen sogenannten Schrott ohne Gesellschaft machen. Siebte Liga auf Kunstrasen ohne Ausbau fällt aber definitiv in diese Kategorie. Auf dem Rückweg vom Waldstadion sollte hier aber zur passenden Zeit gekickt werden, ein Angebot das ich nur schwer ablehnen konnte. Binding, Äppler und gegrillte Rindswurst sind zumindest drei Punkte, die für den Besuch sprechen. In die Halbzeit ging es torlos. Im zweiten Durchgang machte Fechenheim das 1:0, bekam nen Platzverweis und in der 90. schafften die Bosnier den Ausgleich.
Hab ich schon erwähnt, dass ich ne Abneigung gegenüber Kunstrasen hab und so einen Scheiß nicht mehr gucken will?


Freitag, 1. März 2019

Hoffenheim II - Kickers Offenbach

01.03.19 19:30 TSG Hoffenheim II - Offenbacher FC Kickers 0:5, Dietmar Hopp Stadion, Regionalliga Südwest, 723 Zuschauer

Theoretisch ist die Regionalliga Südwest die nächst höchste Liga, die komplettiert werden soll. Da passte der frühe Feierabend sehr gut für diesen Kick. Fußball in der vierten Liga unter Flutlicht und ein Traditionsverein zu Gast - es könnte so schön sein.
Die Gäste haben zwar Tradition, aber wenn man OFC hört denkt man in erster Linie an den Bundesliga Skandal oder daran, dass sie der Eintracht bei der Meisterschaft 1959 Spalier stehen durften und ganz sicher nicht an erfolgreichen Fußball. Als Eintracht Fan ist es grundsätzlich nicht möglich irgendwelche Sympathien für Offenbach zu haben. Als Hesse weiß man aber, dass es im schönsten Bundesland nicht viele Vereine gibt, die Tradition und höherklassigen Fußball miteinander verbinden können. Daher darf man zumindest die Existenz der Kickers akzeptieren. Hasstiraden gegen den OFC wird man hier vergebens suchen, da ich als Mittdreißiger abgesehen von drei gewonnenen Pokalspielen und Duellen mit unseren Amateuren überhaupt keine Berührungspunkte mit den Kickers hab. Solange die ihre zwei oder drei Klassen unter uns spielen ist mir ein hessischer Scheißverein lieber als ein nicht hessischer Scheißverein. Das ist dann auch das Stichwort für den Gastgeber. 1990 beschloss der Milliardär Hopp seinen Kreisliga Verein finanziell zu unterstützen, was an sich in Ordnung ist. Mit Verbundenheit zur Region, Dankbarkeit dem Verein gegenüber und sonstigem Blabla kann man vielleicht noch das Finanzieren der drei Aufstiege bis in die Verbandsliga rechtfertigen, aber spätestens hier hätte die Reise für einen unbedeutenden Dorfclub enden müssen, um eventuelle externe Sympathien nicht in Unverständnis und Hass kippen zu lassen. Zum 100. Geburtstag (davon hatte man ja mittlerweile schon unfassbare neun Jahre oberhalb der Kreisliga gekickt) stellte Hopp dieses Stadion für 5.000 Zuschauer hin, was bei einem Schnitt von 300 Besuchern vollkommen nachvollziehbar ist. Es war klar, dass Onkel Dietmar mehr will und mit viel Geld ging man dem sportlichen Wettbewerb weitestgehend aus dem Weg. Der Weg nach ganz oben war durch die 50+1-Regel zwar verbaut, aber da Verbandsfunktionäre chronisch leere Taschen haben und Regeln und Vorschriften weniger wert sind als finanzielle Gegenleistungen, wurde sich der reiche Onkel mit seinen Freunden beim Verband einig. Dass sein Unternehmen Großsponsor des DFB ist untermauert diese innige Freundschaft, bei der Geld und Korruption keine Rolle spielen und es nur um ehrlichen Sport geht. Bis zum erkauften Aufstieg in die Bundesliga kickte Diddis Spielzeug in diesem Stadion, das für den uninteressanten Spielball eines Milliardärs selbst in der dritten Liga völlig überdimensioniert war. D.H.d.S.e.H. - Fußballmafia DFB!
Wenn man außen vor lässt wie sinnlos dieser Verein oder der Geldgeber dieses Stadions sind, dann ist die Hütte ganz nett. Zu Beginn gab es ne Choreo der Offenbacher und der Support war neutral gesehen das gesamte Spiel über ganz ordentlich. Mit Liedern wie "meine Heimat ist der Berg, meine Sehnsucht sind die Kickers... in Rio und Shanghai..."oder "wir ham die ganze Welt gesehen. Von irgendwas bis nach Athen" und "International, Kickers International" zeigten sie aber deutlich, dass sie voller Neid auf das unerreichbar große Frankfurt blicken. Zwei bessere Angriffe im ersten Durchgang bescherten den Gästen eine komfortable 2:0 Führung zur Pause. In der zweiten Hälfte war der Käse direkt gegessen. Nach Platzverweis, Elfmeter und dem 3:0 hatten die ohnehin schlechten Dorfkicker keine Chance mehr. Beim 4:0 feierten die Oxxen sich mit „eines Tages wird’s geschehen und dann fahren wir nach Mailand“ und zeigten so endgültig wie neidisch sie doch vollkommen zu recht sind. Das Intro zur Fußball Serie "Kickers" war dann schon passender und kultiger. Mit dem 5:0 verringern die Kiggääs den Rückstand auf den Waldhof auf sechs Punkte. Mannheim, bitte nachlegen! Eine nette Randnotiz waren zwei picklige Ultra Kinder aus Dietmars häßlicher Zucht, die einen OFC Ersatzspieler irgendwie beleidigten oder doof anmachten. Nach den Antworten "wie steht's eigentlich?" und "was macht ihr beruflich und was verdient ihr da so?" hatten sie aber keine Lust mehr.





Sonntag, 24. Februar 2019

1. FC Kleve - VfB Speldorf

24.02.19 15:00 1. FC Kleve - VfB Speldorf 1:1, Stadion am Bresserberg, Oberliga Niederrhein, 310 Zuschauer

Da ich das Klaus Laage Konzert und das anschließende Würfeln in Gerresheim mit den Sportfreunden Somnic, Schidlowski und Geier gestern zwar als armer Mann, aber ohne bleibende Schäden überstanden hab, war ich heute mal wieder motiviert genug einen Kick anzusteuern. 120 km einfach sind für ein Spiel in der „eigenen" Oberliga zwar kein Katzensprung, für die erneute Komplettierung der Niederrheinliga führt aber kein Weg daran vorbei. Als Belohnung warteten bei herrlichem Frühlings Wetter ein saftiger englischer Rasen und ein nettes Stadion. Die erste Bratwurst des Jahres ist zwar steigerungsfähig, schmeckte aber trotzdem. Beim Bier gab es leider keine Alternative zum ungeliebten Frankenheim, da die Alternative Warsteiner keine Alternative ist. Ebenfalls schade, dass es die kleine Fanszene scheinbar nicht mehr gibt, die Kleve mal hatte. Die Hausherren machten zu Beginn ordentlich Druck und gingen nach rund 15 Minuten in Führung, verpassten es aber nachzulegen. Zwischen der 30. und 70. Minute passiere nicht viel, dann konnten die Gäste aus Mülheim ausgleichen und wollten den Sieg. Ein satter Schuss in der Nachspielzeit sprang von der Unterlatte leider nicht ins Tor, sondern heraus - das wäre ein geiler Treffer gewesen. So blieb es beim insgesamt gerechten Unentschieden.





Donnerstag, 21. Februar 2019

Eintracht - Shakhtar Donezk

21.02.19 18:55 Eintracht Frankfurt - FC Shakhtar Donezk 4:1! Waldstadion, Europa League, 47.000 Zuschauer

Schon morgens war ich heiß. Auf der Arbeit nervte ich meinen Azubi dann mit Fangesängen und ständigem Dawai Dawai. Wie geplant konnte ich früher abhauen und sogar mit der Bahn klappte alles. Wunder gibt es immer wieder, lalalalalalala. Natürlich wäre es mit dem Auto günstiger gewesen, aber man muss auch mal an den Flüssigkeitshaushalt des Körpers denken. Ne Stunde von Koln nach Frankfurt is auch ganz okay, dafür dürfte man mit dem Auto weder im Wiedtal noch am Elzer Berg abbremsen. Hab ich schon erwähnt, dass ich richtig heiß war? So heiß wie ewig net mehr bei nem Heimspiel. Nach nem kurzem Hallo beim Wach und am Container ging es auch schon in die gudd Stubb.
Ursprünglich war wieder ne große Choreo geplant. Die größten Hu***söhne der Gesellschaft hatten allerdings nichts besseres zu tun als mit willkürlichen Durchsuchungen die Vorbereitungen zu behindern und mit Gewalt ein Spruchband an sich zu reißen. Was diese hirnlosen Minusmenschen sich alles herausnehmen und besonders herausnehmen dürfen wenn es gegen Fußballfans geht, hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun! Der berechtigte Hass und die Abneigung der Menschen auf diese widerlichen Subjekte und somit den Staat, durch den diese beauftragt und geschützt werden, wird durch solche Aktionen garantiert nicht geringer. Dem verantwortlichen Abschaum soll der Beut(h)el abfaulen! Dass bei den Durchsuchungen NICHTS gefunden wurde muss man eigentlich nicht extra erwähnen. Es ist absolut verständlich und nachvollziehbar, dass UF die Choreo unter diesen Voraussetzungen "abgebaut" hat und besonders verdient es großen Respekt. Es ist ja nicht so, dass in solchen Choreografien jede Menge Geld, Zeit, Arbeit und Herzblut steckt... Man ist aber nicht der dumme August, der sich alles gefallen lässt und trotzdem stumpf sein Programm abzieht, das man erwartet. Ich hoffe auf diese Aktion wird es von allen Seiten ein klares Echo geben. Wir sind Eintracht Frankfurt und lassen uns durch diese hirnlosen Handlanger und den selbstgefälligen, weltfremden Hund ganz sicher nicht zerreißen, sondern rücken näher zusammen. Das konnte man heute spüren. Der Support war jederzeit gut und teilweise einfach nur brachial. Unsere Stimmen könnt ihr uns nicht nehmen! Eigentlich ging es hier und heute ja um was schönes, verbindendes und im Grunde ganz einfaches - Fußball. Die Mannschaft, die Fans, der Vorstand, die Stadt, das Umfeld, alle wollen etwas großes für Eintracht Frankfurt und deshalb hieß es Gas geben (Vorsicht - nicht wörtlich gemeint).
Das Spiel begann verhalten, große Möglichkeiten gab es bis zur 20. Minute nicht. Schlecht war es aber keinesfalls. Dann hieß es da Costa, Jovic, Tor. Nur fünf Minuten später lautete das Spielchen Hand-Elfmeter, Haller, Tor. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Tiki Taka war das zwar nicht, aber in der Defensive standen wir gut und die allgemeine Einstellung stimmte. Im zweiten Durchgang hatten wir auch wieder ein paar bessere Möglichkeiten als die Ukrainer, allerdings ohne dabei überlegen zu sein. Als rund eine Stunde gespielt war, waren die Gäste besser im Spiel. Bei einem der Angriffe waren es mal wieder die Brasilianer, die unsere starke Abwehr mit einem schnellen Spielzug scheinbar spielend leicht überwinden und zum 2:1 Anschluss einnetzen konnten. Natürlich kamen jetzt unweigerlich Erinnerungen an Porto hoch, denn die Parallelen waren nun mal da. Besonders da wir uns jetzt eindeutig zu stark hinten rein drücken ließen und den Angriffen der Gäste knapp 20 Minuten kaum etwas entgegen setzten konnten, war die Anspannung sehr groß. Die Mannschaft ist aber einfach so gefestigt und stark und überstand auch diese Phase. Einen Konter nutzte Haller und schloss eiskalt und mega trocken per Übersteiger zum 3:1 ab. Dieser Jubelschrei konnte Tote aufwecken, geil! Damit war das Ding gegessen und wir wieder am Drücker. Die dritte Tormaschine in unseren Reihen durfte sich mit einem satten Schuss außerhalb des 16ers ebenfalls in die Torjägerliste eintragen und mit dem 4:1 stehen wir im Achtelfinale! 4:1 gegen einen Dauergast in der Championsleague! Europas beste Mannschaft - SGE!!! Geil, geil, geil.

Freitag, 15. Februar 2019

Shakhtar Donezk - Eintracht

Die Auslosung brachte den meisten Frankfurtern mit Schachtar Donezk nicht das gewünschte Los, mir passte es aber gut. Auch wenn die Aussicht auf -20°C etwas befremdlich war, so schreckte die Reise in den Osten doch viele Neckermänner ab. Donezk ist die fünftgrößte Stadt der Ukraine und EM Spielort von 2012. Durch die Kriese und Kämpfe in der Ost Ukraine ist dort aber nicht mehr an Fußball zu denken. Zu Beginn der Unruhen zog man nach Lwiw (Lemberg) in den Westen des Landes, bis man vor zwei Jahren nach Charkiw weiter zog und somit näher an die eigentliche Heimat. Als Ende letzten Jahres das Kriegsrecht ausgerufen wurde, spielte Schachtar zeitweise in Kiew, womit ich eigentlich auch für unsere Partie rechnete. Allerdings sollten wir nicht in der Hauptstadt, sondern in der zweitgrößten Stadt der Ukraine kicken, wo sich Schachtar das EM Stadion mit Metalist Kharkiv teilt.


Vom DUS ging es aber erstmal in die Hauptstadt des größten europäischen Landes, das seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 unabhängig ist. Da ich mich wieder zu lange krank auf die Arbeit geschleppt hab, lag ich bis kurz vorher aber erstmal flach. Die Möglichkeit mit dem eigenen Verein nen Länderpunkt im Europacup zu machen lässt einen aber schneller fit werden. Am Flughafen hüpften einige Zecken auf dem Weg nach London rum und am Gate saßen fast nur Frankfurter. Der Check-In ging schon ne Dreiviertelstunde vor Abflug los und nachdem die paar Priority Mokel durch waren, tat sich erstmal gar nix mehr. Normalerweise springen ja alle direkt auf und stellen sich an bis zum nächsten Bahnhof, aber hier musste die Servicekraft erst zweimal durchgeben, dass das Boarding läuft. Fußballfans sind eben doch die besseren Menschen, ganz entspannt. Im Flieger saß ich neben der wohl einzigen ukrainischen Kampfmaschine an Bord und dann kam ein bestialisch nach Schweiß stinkender Typ, aber zumindest hatte ich keinen Mittelsitz.

 

Am Flughafen wartet ich auf die "Reisegruppe Helena", die ne knappe Stunde später eintraf als geplant, aber so hatte ich wenigstens Zeit Geld in Papier zu wechseln und mich mit den wirren Schriftzeichen anzufreunden. Mit nem gemieteten Bus ging es in die Stadt und im Laufhaus der Kollegen gab es noch zwei Pivo, bevor ich dem Pöbel den Rücken kehrte und ein Taxi mich in unser 5 Sterne Appartement brachte. Alex und besonders natürlich der Prahst hatten schon gut einen gezaubert. Bei Pivo, Wodka und zusätzlich Korn für den Spezialisten wurden Karten gekloppt und ich als gelernter Hütchenspieler besserte meine Urlaubskasse auf. Für nen Fuffi hatte jeder sein eigenes Zimmer und irgendwann war es für die alten Herren an der Zeit.


Als wir am nächsten Tag gegen 11 aus unserer Residenz gekegelt wurden, waren wir wieder gewöhnliche Assis. Zu Fuß ging es zum Maidan mit dem Unabhängigkeitsdenkmal und zur Sophienkathedrale, um wenigstens etwas von Kiew mitzunehmen. Der Reiseleiter hatte allerdings Hunger und machte Druck. So fanden wir uns kurze Zeit später vor einem Tablett mit allerlei veganen, gluten- und laktosefreien Leckereien wieder. Völlerei für umgerechnet 7€. Am Bahnhof wechselten noch ein paar Büchsen Bier den Besitzer und der Zug nach Charkiw wartete schon. Kunden der DB werden nicht glauben dass es das gibt, aber der Zug fuhr pünktlich los, kam pünktlich an, war komfortabel, die Toiletten funktionierten und wurden während der Fahrt sogar mehrfach gereinigt und das ganze Vergnügen kostete weniger als ein Monatslohn. Allerdings ist es natürlich auch etwas vermessen ein seriöses Bahnunternehmen mit einem dilettantischen Konstrukt wie den Stümpern der DB zu vergleichen. Weniger gut war, dass ich während der Fahrt mein gesamtes Spielgeld verzockte. Kurz vor der russischen Grenze hielt der Zug und wir kamen nach knapp fünf Stunden am Ziel an. Dort wurde direkt neues Papier besorgt, was dann wiederum sinnvoll in Pivo investiert wurde. Ne Taxe mit nem Mafiosi am Steuer brachte uns zur Unterkunft in Stadionnähe. Nachdem genug Zeit verasselt wurde und sich jeder von Roberto Blanco verabschiedet hatte, war es Zeit zum Stadion aufzubrechen.

 



Gestern Abend und den heutigen Tag über vermeldeten die verschiedensten Kanäle einige Angriffe auf Frankfurter aus Kiew und Charkiw, teils mit Krankenhausaufenthalten. Ebenso gab es abgemachte Matches der sportlichen Fraktionen. Vor den Kriegserfahrenen Höhlentrollen, die 36 Stunden täglich mit Kampfsport verbringen hatte ich auch durchaus Respekt. Nun fahren wir aber nicht erst seit gestern zum Fußball und ziehen bunt verkleidet und grölend durch die Gassen. Mit Benehmen und etwas Respekt ist bisher immer alles gut gegangen und auch heute kamen wir easy am Stadion an.


14.02.19 22:00 FC Shakhtar Donezk - Eintracht Frankfurt 2:2, Oblasnyj Sportywnyj Komplex Metalist / Kharkiv, Europa League, 13.059 Zuschauer

Elf ukrainische Meisterschaften und zwölf Pokalsiege stehen auf dem Briefkopf und 2009 gewannen die Bergarbeiter sogar den Europacup. Damit sind die Orange-Schwarzen nach Dynamo Kiew der zweit erfolgreichste Verein der Ukraine. In der jüngeren Vergangenheit ist man dank des Präsidenten Rinat Achmetow aber die Nummer 1, was unter Umständen weniger an seinem Fußball Fachwissen, sondern eher an der Tatsache liegen könnte, dass er als Oligarch der reichste Mann des Landes ist. Mit nem Fahnen Intro wurden die Magier begrüßt und sie legten auch gleich ordentlich los. Winterzugang Hinteregger köpfte uns schon in der siebten Minute in Führung. Es wird wohl ein Geheimnis bleiben wie man diesen Kullerball als Schnapper nicht halten kann, aber Tor ist Tor. Der Jubel war noch nicht auf dem Höhepunkt, da zeigte der Schiedsrichter auf der anderen Seite auf den Punkt und es stand 1:1. Sicher stellt sich N'Dicka da etwas blöd an, aber in einer Zeit als Fußball noch ein Männersport war, hätte niemand auch nur daran gedacht sowas zu pfeifen. Im Gegenzug profitierten wir allerdings von diesem pussyhaften Spiel und nach Gelb-Rot musste Donezk in Unterzahl weiter machen. Da waren noch satte 80 Minuten zu spielen. Obwohl wir überlegen waren und mit 3:1 in die Kabine gehen können, fehlte es an Ideen und der nötigen Entschlossenheit und es passierte nichts mehr. Ein Hotdog mit geilem scharfen Senf für nen schmalen Euro verkürzte die Pause. Kostic ließ uns im zweiten Durchgang noch schneller jubeln als im Ersten und endlich war die verdiente Führung da. Die Stimmung war dem Rahmen bisher nicht angemessen, aber jetzt ging es rund und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Jungs den nächsten Treffer nachlegen. Dawai Dawai, Uh! Nach knapp 20 Minuten Ekstase spielten die Brasilianer einen wirklich schönen Angriff und ließen unsere Verteidigung alt aussehen. Das 2:2 passte überhaupt nicht ins Bild und mit diesem Schock riss der Support plötzlich ab. Es dauerte auch etwas bis es auf dem Feld wieder vorwärts ging, aber die Möglichkeiten zum Siegtreffer waren da. Es fehlte heute allerdings an vielem und am Ende steht der Punkt, der sich nach diesem Spiel mit 12:1 Ecken und 21:5 Torschüssen einfach nicht wie ein Erfolg anfühlt. Eine Ausrede für den extrem schlechten Support nach dem 2:2 kann aber nicht auf dem Platz gesucht werden. Eintracht Frankfurt International geht anders. Ein Unentschieden mit zwei Auswärtstoren ist an und für sich keine schlechte Ausgangslage, aber da war schon mal was... Während der Blocksperre fingen die Füße doch langsam an zu Eisklötzen zu werden, auch wenn es nur -7 Grad waren. Eine solche Blocksperre führt dazu, dass sich mögliche Angreifer formieren können und die Bullen ihnen die Selektion von Freund und Feind abnehmen. Es war Filmreif, wie um Ein Uhr alle Straßenlaternen aus gingen und der Weg für die Sektion "Sport frei" geebnet war. Hinter jedem Häuser Block und aus jedem Hinterhof sah man vorm geistigen Auge den Mob, aber wir kamen ungestört zur Unterkunft und ich hab auch nichts von Angriffen mitbekommen. Der Osteuropäer ist eben ein Jäger und keine Aasfresser.




Nach ner sehr kurzen Nacht brachte Uber uns für 75 ukrainische Geldeinheiten, also rund 2,50€ die zehn Kilometer zum Flughafen. In Kiew trennten sich unsere Wege und als Erster war ich schon am frühern Nachmittag wieder zu Hause.

Für das Rückspiel gibt es nur eine Devise. Dawai Dawai, UH!

Samstag, 2. Februar 2019

Eintracht - Dortmund

02.02.19 15:30 Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 1:1, Waldstadion 1. Bundesliga, 51.500 Zuschauer

Gestern hab ich in gemütlicher Runde ein paar Getränke auf Getreide Basis zu mir genommen und das war auch ganz nett. Dieser Jack Daniel sollte seine Produkte aber mal genaueren Kontrollen unterziehen, mindestens eine Flasche von seinem Zeug muss nämlich schlecht gewesen sein. In jedem Fall war ich heute morgen krank und auch wenn es mir nachmittags etwas besser ging, verzichtete ich zum erstem Mal seit ich denken kann komplett auf Bier und Äppler beim Fußball im heimischen Waldstadion. Europas beste Mannschaft ist selbstverständlich für tollen Fußball bekannt, aber wie man hört wissen auch einige Spieler beim Underdog aus Dortmund, dass der Ball rund ist. Außerdem gibt es ja sowieso keine Kleinen mehr in der Bundesliga und alle Mannschaften sind so nah zusammen wie nie heißt es. Was vielleicht auch daran liegt, dass Gurkentruppen wie die Freunde der heutigen Gäste aus der Stadt mit der Armlänge Abstand in diesem Jahr nicht mitspielen. Unsere Jungs legten gut los und zeigten, dass auch gegen den Tabellenführer was zu holen ist. Wir verpassten es aber den frühen Führungstreffer zu erzielen und als Dortmund ein paar schnelle, saubere Angriffe spielte war unsere Hintermannschaft gerade im Schwimmunterricht. Mit etwas Glück überstanden wir diese Phase mit nur einem Gegentreffer und kamen in einem sehr intensiven Spiel wieder in die Bahn. Nachdem Ante Rebic knapp scheiterte machte Luca Jovic mal wieder im Stil eines Kung-Fu Fighters den Ausgleich und es ging beruhigt in die Pause. Der zweite Durchgang war ruhiger und die Gäste hatten etwas mehr vom Spiel, aber ein kleiner Spanier ist eben keine Büffelherde und die Bienchen konnten nicht mehr stechen. So steht am Ende ein gerechtes Unentschieden.