Dienstag, 11. August 2026

Stjernen Flensborg - DGF Flensborg

11.08.26 19:00 IF Stjernen Flensborg - DGF Flensborg 0:2 (0:2), Engelsby Centret, Verbandsliga SH Nord, 126 Zuschauer

Montag ist Strandtag. So war der Plan, aber leider fiel das ins Wasser. Schietwetter. Mit shoppen, dänische Hotdogs, Fisch- und Krabbenbrötchen aus der Fischräucherei essen, frisch gezapftem trinken, sowie ner Tour durch Kappeln mit seiner zweiflügeligen Doppelklappbrücke, die stündlich den Verkehr auf der vierspurigen B203 für den Schiffsverkehr auf der Schlei unterbricht, ging der Tag aber auch so gut rum. Dann war der Dienstag halt Strandtag. Was an der Geltinger Bucht mit schönem Strand, planschen in der Ostsee und Sonnenbrand ebenfalls erfolgreich abgeschlossen wurde. Am Abend gab es aber wieder einen festen Programmpunkt. Ab nach Flensburg. Nach ein paar Metern an der Flensburger Förde und durch die Stadt, sowie einem Besuch in Hansens Brauerei, Deutschlands nördlichster Gasthausbrauerei und Craft-Beer Mikrobrauerei direkt an der Förde, mit vier verschiedenen Bieren und ner Fischplatte, ging es zum Fußball. Die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands ist mit unter 100.000 Einwohnern relativ abgeschlagen nur die drittgrößte Stadt des kleinsten „richtigen“ Bundeslandes. Egal wie toll man die Stadt findet oder nicht, nahezu jeder Deutsche kennt sie. Durch die Lage, die Punkte, den Handballverein, Beate Uhse oder einfach das Flens. Und dann ist die Stadt auch noch das Zentrum der dänischen Minderheit. Wie die Sorben in der Lausitz, so sind die dänischen Südschleswiger eine offiziell anerkannte nationale Minderheit in Deutschland. In der siebten Liga Deutschlands, der dritthöchsten Klasse des Landes SH, kam es heute in Flensburg zum Derby zweier dänischer Vereine aus Flensburg. Der Sportverein Stern traf dabei auf den Dänischen Turnverein. Idrætsforening Stjernen Flensborg wurde wie der FC Köln 1948 gegründet. Die Gäste können eine größere Tradition vorweisen und bestehen bereits seit 1923. Der DGF spielte bis 1951 im dänischen Verband und kommt seitdem auf drei Spielzeiten in der höchsten Liga Schleswig Holsteins. Im Stadionheft schrieb Stjernen, dass sie die letzten zehn Jahre jeweils als Derbysieger vom Platz gingen. Diese Serie ist heute gerissen. Die Hausherren haben wohl viele Ausfälle zu beklagen und so konnten die Gäste den Sieg verdient mit nach Hause nehmen. Grundsätzlich haben Sportplätze verschiedene Abmessungen und Eigenschaften, die der Heimmannschaft einen Vorteil verschaffen können. Hier liegt der Platz mitten im Wohngebiet und ist, besonders in der Breite, sehr klein. Da stehst du beim Eckball fast am 16er, das ist schon heftig. Auffällig war die enorme Kommunikation aufm Platz. Das häufigste Wort war "Schiri", aber auch "geh mal weg da" zum Linienrichter, "weltklasse" oder "wat is dat denn für ne Linie?" sind hängengeblieben. Am Platz gab es diverse Sorten Flens aus der Buddel und Bratwurst. Im Vereinsheim hätte es weitere Leckereien zu Gezapftem gegeben, beispielsweise Dino-Nuggets mit Pommes. Bei 15 Grad zum Abpfiff wäre auch Glühwein gut angekommen. Klein, aber fein.







Sonntag, 9. August 2026

AC Horsens - Bröndby IF

09.08.26 18:00 AC Horsens - Bröndby IF 0:2 (0:1), Forum Horsens Stadion, Superligaen, 7.057 Zuschauer

Ein Doppler war heute aus Gründen des engen Check-in Fensters der Unterkunft in Gelting nicht möglich. Ein kurzer Stopp in Westerhever mit Deich, Schafen, Leuchtturm und Fischbrötchen war aber noch drin und es sollte trotzdem ins nördliche Nachbarland zu die Wikingers gehen. Genau gesagt nach Horsens, in die dänische Hafenstadt an der Ostküste Jütlands, in der Region Midtjylland. Dieses Spiel hab ich mit den Worten „Brøndby geht immer“ ins Spiel gebracht und beworben. Dazu stehe ich auch. Der Rest ist halt wie Fußball in Dänemark nun mal ist. Der Alliance Club Horsens ging zur Bündelung der Kräfte wie in Dänemark üblich aus einer Fusion von rund achttausend Vereinen hervor. Seit 2023 ist ein amerikanischer Unternehmer Mehrheitseigner und wie es sich gehört auch gleichzeitig Präsident. So gibt es wenigstens keine Konflikte und unterschiedliche Meinungen. Sehr sympathisch - nicht. Der Neubau stammt aus dem Jahr 2009 und das markanteste Merkmal sind mit Sicherheit die außergewöhnlichen Flutlichtmasten, aber auch sonst geht die Hütte schon klar. Ein neuer Check-in und die Wurst, alter was ein Prügel. GskR. Diese Ownership Scheiße ist auch bei Brøndby Thema, wo die Szene mit Bannern gegen „ihre“ Ami-Investoren von GFH mobil machte. In der Heimkurve wehten zwei Fahnen und ich bleibe bei meiner Meinung. Brøndby geht immer. Ein durchweg absolut solider, meist richtig starker und teils brachialer Auftritt. Fahnen schwenken, Hüpf- und Klatscheinlagen, Wechselgesänge, Schalparaden, kurze und laute sowie melodische Anfeuerungen und Gesänge. Alles dabei. Der Fußball lebt durch seine Fans! Ich liebe diesen Scheiß. Auf dem Feld merkte man heute auch als Fußball Laie, dass die Jungs da Geld für kriegen. Kein Tiki-Taka, aber professionell sah das schon aus. Die Gäste waren tonangebend, spielten aber gefühlt mit angezogener Handbremse und stellten nach dem 2:0 komplett auf Schongang um. Das hat mal wieder Spaß gemacht heute. Sightseeing Fotos aus Horsens gibt's übrigens nicht, weil lohnt sich net. Zurück nach Tyskland.






Samstag, 8. August 2026

Atlas Delmenhorst - VfB Lübeck

08.08.26 15:00 SV Atlas Delmenhorst - VfB Lübeck 2:0 (0:0), Städtisches Stadion Düsternortstraße, Regionalliga Nord, 2.016 Zuschauer

Zeit für Veränderung, aber erstmal Urlaub. Ab in den Norden. Delmenhorst im Oldenburger Land ist nicht nur eine der zehn größten Städte Niedersachsens, sondern auch Geburtsort der berühmten „Brüh im Glanze dieses Lichtes“ Sängerin Sarah Connor. Vielleicht ist ihr Geburtshaus ja eine Pilgerstädte für Fans. Weniger sehenswert wie das Rathaus und die Stadt allgemein wird es jedenfalls nicht sein. Vor der Insolvenz 2002 spielte Atlas einige Jahre in der jeweils drittklassigen Regional- bzw. Oberliga Nord und erreichte nach Siegen gegen Wesselburen, Oberhausen und Offenbach in der Saison 80/81 das Achtelfinale des DFB Pokals. Dort war gegen Gladbach Schluss und Pokalsieger wurde am Ende Europas beste und größte Mannschaft. Seit der Neugründung 2012 ging es stetig bergauf bis zur Oberliga, zwischen der und der Regionalliga man nun pendelt. Drei weitere Pokalteilnahmen sind seitdem dazugekommen. Der Zuschauerrekord im Stadion Düsternort stammt aus dem Jahr 1962, als in der Aufstiegsrunde zur erstklassigen Oberliga Nord 7.000 Zuschauer zum Vor-Vorgänger SSV Delmenhorst gegen Arminia Hannover kamen. Zu Gast war heute kein geringerer als einer der beiden größten Fußballvereine Schleswig Holsteins. Der einmalige Pokalhalbfinalist, ehemalige Erstligist, Teilnehmer der 2. Bundesliga und 18 malige SH Pokalsieger VfB Lübeck. Der Gästeblock blieb leider geschlossen, da es nach einer Szene internen Schlägerei zwischen dem Ultra’ Kollektiv Lübeck und den Halunken noch keine Einigung gibt. Wie so oft geht es dabei auch um Politik und man gibt sich gegenseitig die Schuld am Konflikt. Politik gehört auf den Wahlschein und nicht ins Stadion! Ein paar Lübecker waren inkognito da. Die Heimfans hatten eine Fahne mit einem ziemlich coolen Legomännchen und machten etwas Stimmung. Das Spiel war kein Leckerbissen, aber Delmenhorst machte seine Sache gut und brachte das Spiel und den Sieg verdient nach Hause. Das Stadion gefällt, die Zuschauerzahl auch und der ordentliche Bierkonsum ebenfalls. Ganz besonders hervorzuheben ist allerdings die allgemeine Getränkeauswahl auch abseits des Haake Beck. Ich sach ma so, da sind Profis am Werk. Aperol Spritz, Weißwein, Bacardi, Havanna, Korn, Gin und Jägermeister. Top, top, top. Dat is Fußball fürs Volk hömma. Abpfiff, Abmarsch, Abfahrt und weiter nach Sankt Peter Ording in Nordfriesland mit seinem 12 km langen Sandstrand. Nordsee. Das bedeutet, dass man an diesem schönen Strand nicht immer im Wasser planschen kann, sondern auch manchmal nur Matsch vorfindet. Heute Abend war das Wasser da, nur die Sonne verschwand.





Sonntag, 2. August 2026

KSV Eichen - Germania Dörnigheim

02.08.26 15:00 KSV Eichen - FC Germania Dörnigheim II 4:1 (4:1), Waldsportplatz Eichen, Kreisoberliga Hanau, 150 Zuschauer

Saisonstart mit Höhen und Tiefen beim KSV Eichen. Nach dem erneuten Gewinn der Nidderauer Stadtmeisterschaft folgte das Ausscheiden in der ersten Pokalrunde des Hanauer Kreispokals. Heute zum Auftakt der Kreisoberliga gab es ein Heimspiel für den KSV. Der Sechste der letzten Saison zeigte dem Achten dabei klar die Grenzen auf. Natürlich wäre der Pokalsieg schön gewesen, aber der Fokus liegt in Eichen auf der Liga und dem Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem ersten Spiel muss man fragen, wer soll den KSV dabei aufhalten? Für mich persönlich war das wie ne Kur hier aufm Sportplatz. Nachdem ich mir heute morgen ein "nie wieder Alkohol" nicht verkneifen konnte und der Tag nicht sehr schön war, schmeckten das Cola-Weizen und die Bratwurst hervorragend und ich war geheilt. Deutscher Meister wird nur der KSV!



Samstag, 1. August 2026

SV Hummetroth - Türkgücü Friedberg

01.08.26 15:00 SV Hummetroth - Türkgücü Friedberg 2:4 (1:2), Sportplatz Am grünen Steg - Pfungstadt, Hessenliga, 200 Zuschauer

Fußball im hessischen Oberhaus. Hummetroth ist ein Ortsteil von Höchst im Odenwald. Der SVH spielt aber nicht in Hummetroth oder Höchst, sondern eigentlich beim FSV in Erbach. Eigentlich. Das heutige Spiel fand nämlich beim RSV Germania in Pfungstadt statt. Der SV Hummetroth wurde 1960 gegründet und spielte auf Kreisebene, bis es kurz hoch in die Bezirksoberliga ging und der Verein danach den Spielbetrieb einstellen musste. Geld regiert die Welt und ab 2017 ging es unter Mäzen Stefano Trizzino dank Investitionen bis in die Hessenliga. Der Neuling wurde 14. und spielte heute gegen den Siebten aus der letzten Saison. Womit beide hinter den Erwartungen blieben. Der sizilianische Messtechnik Hopp aus dem Odenwald will mit seinem Spielzeug nämlich in den Profifußball. Kulinarisch gesehen ist der Südhesse scheinbar ein Barbar. Die Rindswurst schmeckte nicht wirklich gut, war nicht richtig warm und kam aus der Fettwanne. Zum Pfungstädter, das es dazu gab, muss ich wohl nichts sagen. Auweia. Mit einem Doppelpack vor der Pause drehten die Wetterauer Gäste das 1:0 in ein 1:2 und sechs Tore sind allgemein nicht zu verachten. Das Spiel war aber leider bei weitem nicht so gut und unterhaltsam, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Zumindest hat der Platz durchaus einen gewissen Charme. Basst scho.



Mittwoch, 22. Juli 2026

Sportfreunde Oberau - SG Bad Soden

22.07.26 19:30 Sportfreunde Oberau - SG Bad Soden 2:6 (2:1), Sportfeld Oberau - Nebenplatz, Hessenpokal, 200 Zuschauer

Das erste Spiel der neuen Runde im Hessenpokal war auch mein persönliches Eröffnungsspiel der Saison 26/27. Der Pokalsieger im Kreis Büdingen traf auf den Pokalsieger des Kreises Schüchtern. Bad Soden scheiterte letzte Saison in der Relegation zur Hessenliga und Oberau schaffte nach ein paar Jahren den erneuten Aufstieg in die Gruppenliga. Oberau ist ein Ortsteil von Altenstadt im Wetteraukreis und mit dem relativ neuen Kunstrasen Nebenplatz der Anlage sprang heute sogar ein neuer Ground in der Nachbarschaft für mich heraus. Die Sportfreunde waren in der Anfangsphase die bessere Mannschaft und gingen mit 1:0 in Führung und mit 2:1 in die Halbzeit. Wenn sie eine weitere Möglichkeit nicht kläglich vergeben hätten, wäre es vielleicht anders ausgegangen. So bekamen die Sprudelkicker in der Pause wohl ne Ansage und drehten im zweiten Durchgang auf, wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und brachten das Ding locker nach Hause. Nach Hause kamen wir auch, aber nach ein paar lokalen Äppler vom Kautz, der eine wahre Institution im Dorf ist und ein paar Kümmel wurde es durchaus spät und wir schlossen das Vereinsheim quasi mit ab. Gar keine so gute Idee an einem Mittwoch oder das schon, nur am nächsten Morgen net mehr. Alles Gude für die neue Saison liebe Sportfreunde.



Samstag, 27. Juni 2026

Olympia Skistadion

27.06.26 15:30 PSV Braunschweig - FC Mainaustraße 1:3, Olympia Skistadion Garmisch-Partenkirchen, Testspiel, 2.713 Zuschauer

Groundhopping in seiner wortwörtlichen Bedeutung und das Beisammensein mit Freunden und guten Bekannten waren die Gründe meines Erscheinens zu diesem Event. Die Begleiterscheinungen muss man nicht zwingend befürworten. Der Begriff "Non-League" ist in seinem Ursprung nicht ganz wörtlich zu nehmen. In diesem Ground gibt es aber tatsächlich schon lange keinen Ligabetrieb mehr. Das Olympia-Skistadion der Winterspiele 1936 ist ein wahrer wie beeindruckender Non-League Ground. Bekannt durch Skispringen und genau gesagt für das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee, wird das Stadion nur im Winter aktiv genutzt. Im Sommer dient es nur als Touristen Magnet. Fußball wurde hier auch nie dauerhaft gespielt. Der SC Eibsee Grainau spielte zwischen 1972 und 74 während des Umbaus der eigenen Anlage zeitweise hier und auch der 1.FC Garmisch Partenkirchen soll früher wohl vereinzelte Spiele hier ausgetragen haben. Das hufeisenförmige Stadion am Auslauf der großen Olympia-Schanze wird wohl nur noch heute einmalig für Fußball genutzt worden sein. Diese Möglichkeit ließen sich weit über 2.000 Hopper aus ganz Deutschland und dem Ausland nicht entgehen. Einige dieser Leute will ich aus den verschiedensten Gründen gar nicht kennen. Allgemein ist man beim Hoppen tolerant anderen Vereinen gegenüber. So ließen mich selbst Offenbacher Fanutensilien kalt. Was mich aber nicht kalt lässt, ist diese abartige scheiß Ziege. Da hab ich meine Abneigung nur bedingt im Griff. Ein kurzer Stopp am Kloster Ettal war das einzige, wofür vorm Spiel noch Zeit war. Letztes Jahr hatte ich einen tollen Urlaub in dieser schönen Region. Deshalb war es zwar schade, aber auch kein Weltuntergang, dass wir diesmal nicht viel Zeit in der Zugspitzregion hatten. Mit einigen lieben Leuten aus der ehemaligen Wahlheimat wurde das Spiel weitestgehend verquatscht und vertrunken, aber nicht ohne in Reinhold Messner Manier den Berg zur Schanze zu besteigen. Gute Besserung an den Skispringer, der sich beim "Showprogramm" verletzte. Kurzfristig war kein bezahlbares und klimatisiertes Zimmer in der Region zu bekommen, weshalb es am Abend auch schon wieder in Richtung Starnberger See ging.