Sonntag, 19. April 2026

ZFC Meuselwitz - Rot Weiß Erfurt

19.04.26 14:00 ZFC Meuselwitz - FC Rot Weiß Erfurt 0:3 (0:2), Stadion Glaserkuppe, Regionalliga Nordost, 1.002 Zuschauer

Heute morgen wären diverse Jugendspiele möglich gewesen, aber fünf Spiele am Wochenende sollten genug sein und stattdessen gab es lieber einen Revisit im schönen Leipziger Zoo. Gruß an dieser Stelle an den Hurensohn, der dort Autofahrer beschimpft. Schön nass geregnet ging es nach Hessen, Anhalt und Sachsen auch noch zum Calcio in Thüringen. Am Dreiländereck im Altenburger Land kickt der dreifache Thüringenpokalsieger Zipsendorfer Fußballclub Meuselwitz in der Regionalliga Nordost, der gefühlten Neuauflage der DDR Oberliga und am heutigen Sonntag war kein geringerer Gegner zu Gast als der FC Rot Weiß Erfurt. Der siebte der ewigen DDR Oberliga Tabelle. Schon verrückt, dass wir in der Saison 04/05 mit Erfurt in der zweiten Liga spielten und RWE nun hier auf dem Dorf zum Ligaspiel antritt, während wir diese Saison standesgemäß in der Champions League kickten. Ebenfalls verrückt und Interessant ist, dass RWE sich zur Wende nur für die 2. Bundesliga, aber gleichzeitig für den UEFA Cup qualifizierte. Mit "Egal ob auswärts oder zu Hause" sorgten die Erfordia Ultra durchaus für einen kleinen Ohrwurm bei mir und der Wechselgesang "Irgendwann mal zweite Liga... Wir sind Thüringens erste Wahl" kam auch gut rüber. Außerdem wusste auch das "Vorwärts, vorwärts" auf Super Trouper von ABBA zu gefallen. Der langgezogene Gästeblock mit seinen wenigen Stufen machte die Koordination nicht einfach und Bäume haben die Erfurter nicht ausgerissen, aber natürlich war es schön eine supportende Fanszene im Stadion zu haben. Am Stadion gefällt mir, dass es auf der überdachten Tribüne nicht nur Sitz- sondern auch Stehplätze gibt. Zum leckeren Altenburger, ich glaube es war gezapft, gab es Thüringer Roster und Rauchgriller. Das Spiel war nicht so klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, aber die Erfurter spielten ihre Favoritenrolle gekonnt runter und ließen die Treffer spielend einfach aussehen. Es ist ja besonders im Osten anhand der Graffitis sehr interessant zu sehen, wie sich die Gebiete der Fußballvereine und deren Fanszenen aufteilen, aber rund um Meuselwitz ist das ein wilder Mix mit Überschneidungen aus Dynamo, Zwickau, Chemie und Lok, Halle und Jena.







Samstag, 18. April 2026

FSV Krostitz - SG Zschortau

18.04.26 18:00 FSV Krostitz - SG Zschortau 2:1 (0:1), Kurt Fuchs Stadion, Kreisoberliga Nordsachsen, 555 Zuschauer

Aller guten Dinge sind drei. Ich weiß gar net, ob ich in Deutschland schon jemals drei Spiele am Tag geguckt habe. Wir blieben der Liga treu und fuhren zum Abendspiel nach Krostitz, wo das einzige späte Spiel stattfand. Bei der speziellen Terminierung war eigentlich klar, dass dort irgendwas besonderes wie Dorffest oder Jubiläum stattfinden sollte. Es war die Wiedereröffnung des Stadions nach einjährigen Sanierungsarbeiten mit sportlichem Rahmenprogramm und Ehrengast Cindy Roleder. Krostitz ist weder groß, noch hübsch oder bedeutsam, beherbergt aber die Krostitzer Brauerei mit dem bekannten Ur-Krostitzer. Natürlich befindet sich der Platz auch in der Brauereistraße, Ur-Krostitzer ziert die Brust der Spieler und man bezeichnet sich als die Fußballmacht aus dem Bierdorf. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen wurden auch die optisch ansprechenden Holzbänke vorm Vereinslokal Fuchsbau durch Plastiksitze ersetzt. Schade. Alles andere als schade war die extrem hohe Zuschauerzahl und die Tatsache des gezapften Bieres und der leckeren gegrillten Wurst. Ich traute mich sogar an die rote Brause ran. Auch wenn die offizielle Zuschauerzahl schon eine Ansage für diese Liga ist, war sie bei freiem Eintritt mit Sicherheit noch höher. Als Betriebssportgemeinschaft Traktor Krostitz spielte man in der DDR in der drittklassigen Bezirksliga und in der Neuzeit ist der Gewinn der Landesklasse Nord 2018 der größte Erfolg. Als Tabellenführer wird man auch vermutlich wieder in diese Liga aufsteigen. Heute wurde der Rückstand zur Pause gedreht, aber die Aufmerksamkeitsspanne war beim dritten Spiel nicht mehr so gegeben und ich hab die Zeit eher verquatscht und dem Rahmenbedingungen gewidmet als dem Spiel.




ESV Delitzsch - FC Eilenburg

18.04.26 14:00 ESV Delitzsch - FC Eilenburg II 2:4 (0:2), Stadion der Eisenbahner, Kreisoberliga Nordsachsen, 138 Zuschauer

Rübermachen. Rüber nach Nordsachsen in die Große Kreisstadt Delitzsch. Hier wartete wieder ein Topspiel. Diesmal am anderen Ende der Tabelle. Der Zweite gegen den Vierten. Als BSG Lokomotive spielte Delitzsch in der DDR in der drittklassigen Bezirksliga Leipzig und zu BRD Zeiten als Eisenbahnersportverein zwei Jahre in der Landesliga Sachsen. Da hätte ich sie mit mehr Erfolgen in Verbindung gebracht. Nichtsdestotrotz fand ich es gut bei den Eisenbahnern. Das Wappen mit der Lok, das detailverliebt überall zu sehen ist, die Vereinsfarben, die Tribüne, die Bänke, die Spielfeldabtrennung (sowat gibbet bei uns gar net mehr), das Panorama mit Backstein Industrie und Wasserturm. Stimmig und liebevolle Anlage. Die Zuschauerzahl war auch ganz gut, wenn man bedenkt dass zeitgleich Lok Leipzig gegen den HFC spielte, was hier ganz sicher Zuschauer kostet und für Überschneidungen sorgt. Als Alternative zum Krombacher gab es zwar Ur-Krostitzer, dazu aber leider wieder nur Bockwurst und auf Bockwurst hatte ich keinen Bock. Die schöne Eintrittskarte war für diese Liga dafür aber wieder sehr überraschend. Wie am Morgen gab es auch hier einen Trommler, der mit einem Kumpanen versuchte für Unterhaltung zu sorgen. Ich möchte ja nicht pöbeln, aber wenn dem Pisser mit seinem RBL Shirt die Brause Dose im Arschloch zerberstet, hätten bestimmt die wenigsten Mitleid. Scheiß RB! Keine Akzeptanz für RB - niemals! Wie am Morgen handelte es sich um ein Spiel in der Kreisoberliga, aber im Gegensatz zu Anhalt ist diese hier eine Klasse höher auf dem achten Level angesiedelt und das sah man dem spielerischen Können auch an. Tore schießen muss man auch können und das konnten die Gäste heute leider besser. Hab ich eigentlich schon erwähnt, wie stimmig hier alles ist? Die Tormelodie zum zwischenzeitlichen 1:2 war nämlich „der Zug hat keine Bremse“. Einfach gut. Auch wenn die Niederlage im Kampf um die Meisterschaft weh tut und vielleicht eine Vorentscheidung war - viel Glück und alles Gude ESV Delitzsch. Nach dem Spiel wurde dem Wahrzeichen der Stadt noch ein kurzer Besuch abgestattet. Das romantische Barock Damenschloss Delitzsch.






SSV Landsberg - VfL Querfurt

18.04.26 11:30 SSV Landsberg II - VfL Querfurt 6:2 (3:1), Sportforum Landsberg, Kreisoberliga Saalekreis, 16 Zuschauer

Immer wieder Österreich? Nee. Immer wieder Eisenach, denn irgendwie lande ich dort immer wieder zum Übernachten. Der Fußballerische Startschuss am Samstag fiel aber in Landsberg im anhaltinischen Saalekreis direkt an der Grenze zu Sachsen. Der vielleicht einzige Anziehungspunkt hier ist die Doppelkapelle St. Crucis, passenderweise abgelichtet mit HFC Tag. Uns zog es aber ins Sportforum. Das Topspiel des Vorletzten gegen den abgeschlagenen Letzten in der neuntklassigen Kreisoberliga war nämlich eine Pflichtveranstaltung. Ich hab nicht schlecht geguckt, als dort ein offizielles Schiedsrichtergespann den Rasen betrat. Andere Länder, andere Sitten. Die Tornetze in Vereinsfarben und die bemalte Tribüne hoben die Laune mehr als Veltins und Bockwurst, aber bei schönstem Sonnenschein schmeckte auch das. Der Lad mit der Trommel erzählte stolz, dass er zuvor schon beim Kinder Handball getrommelt hat und das wie hier gleich auch bei der Ersten noch tut. Sportlich, sportlich. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich die ostdeutschen Dialekte mag? Die Führung der Gäste konnte der 10er mit einer guten Einzelaktion ausgleichen. Beim 2:1 guckte er den Torwart schön aus und beim 3:1 sorgte Mathias Fengler für einen Lupenreinen Hattrick zwischen den Spielminuten 20 und 30. Abgesehen von dieser Höchstleistung wurde feinstes Gebolze geboten. Zumindest aber feinstes Gebolze mit vielen Toren. Die hässliche Fratze des Fußballs zeigte sich auch hier, als eine Zuschauerin einen Aschenbescher in Brand setzte. Alle Hesse sin Verbrecher, denn se klaue Aschebecher. Klaun se keine Aschebecher, sin se schlimme Messerstecher. Hattrick hin oder her, der Star des Tages spielte bei den Gästen. Fritz Fischer - geiler Hund. Fischers Fritz ist nämlich ein Bilderbuch Ronny. Manche bezeichnen ihn sogar als den Ur Ronny. Abgeklebte Tunnel, Tattoo am Hals und Vokuhila. Geiler Typ. Fischers Fritz, bester Mann!





Freitag, 17. April 2026

Hünfelder SV - Eintracht U21

17.04.26 18:15 Hünfelder SV - Eintracht Frankfurt II 2:1 (1:0), Rhönkampfbahn, Hessenliga, 1.100 Zuschauer

Zum Start ins Wochenende ging es nach Osthessen in den Landkreis Fulda. In der Rhön zwischen Fulda und Bad Hersfeld liegt Hünfeld und dort kickt der Hünfelder Sportverein in der Hessenliga. Der Hessenpokalsieger von 1963 hatte heute keinen geringeren Gast, als die zweite Mannschaft des einzigen hessischen Bundesligisten. Den Hünfelder SV darf man wohl getrost als Fahrstuhlmannschaft bezeichnen. Den elf Saisons im hessischen Oberhaus stehen nämlich sechs Aufstiege entgegen. Ein weiterer Aufstieg wird erstmal nicht nötig, denn der unangefochtene Tabellenführer aus Frankfurt war heute zu Gast beim starken Tabellen Sechsten. Stark, weil Hünfeld in diesem Jahr erst eine Niederlage einstecken musste und neben einem Unentschieden fünf Siege in der Liga feiern konnte. Am Ende des Spiels stand für die Hünfelder sogar der sechste Sieg des Jahres und die U21 der Eintracht musste die zweite Niederlage der Saison verkraften. Der Anschlusstreffer von Nico Ochojski kurz vor Schluss kam nämlich zu spät und das Anrennen danach ebenfalls. Nach dreizehn Siegen in Folge reißt die Serie also in Osthessen. Das Spiel war gut anzusehen und auch wenn ein Punkt nicht unverdient gewesen wäre, geht der Sieg für die Hausherren schon in Ordnung. Rhönkampfbahn klingt wie Musik in den Ohren und mir gefällt die Anlage auch sehr gut. Am Kunstrasen Platz nebenan war ich schon mal und wie dort bietet auch der Rasenplatz eine Tribüne und einen Hang, von wo aus man das Spiel wunderbar verfolgen kann. Zusätzlich gibt es hier auch noch ein paar Stufen. Glückwunsch nach Hünfeld und weiter gen Osten.





Sonntag, 5. April 2026

Eintracht - Köln

05.04.26 17:30 Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 2:2 (0:0), Waldstadion, 1. Bundesliga, 59.300 Zuschauer

Ich bin wie oft erwähnt kein Freund des Gesamtkonstrukts Köln. Das Heimspiel gegen Köln ist aber eines der wenigen, auf die ich mich freue. Im Waldstadion können die einem weder ihre Pisse aufdrängen noch ihr abscheuliches Gedudel. Bleibt also das Gute. Eine ordentliche Szene, die den Gästeblock füllt. Zwar mit hässlichen Menschen und hässlichen Farben, aber es ist Ostern, da will ich mal brav sein. Freude hin oder her, am Spieltag fehlte mir doch wieder die Motivation und Anfragen zum Essen wurden nicht angenommen. Sorry Leute. Zum Spiel wollte ich aber natürlich schon, also auf. Auf an die völlig überteuerte Tankstelle, auf in den nervigen Stau, auf zur irrsinnigen Parkplatzsuche, auf in den Stadtwald, auf ins Waldstadion, auf um die Eintracht gemeinsam mit Freunden und Freundinnen gegen diese drecks Kölner siegen zu sehen. Wenn das mit dem Siegeswillen nur mal bis zur Mannschaft durchgedrungen wäre. Wir waren zwar die bessere Mannschaft, aber die Ziegenficker hatten im ersten Durchgang die besseren Abschlüsse. Da kam bei uns nicht viel rum und das 0:0 zur Pause war daher okay. Ein Doppelschlag von Burkardt und Kalimuendo brachte die verdiente und scheinbar sichere 2:0 Führung. Sicher gibt's net und durch unkonzentrierten Schlaf stand es nur eine Minute später 2:1. Natürlich war das noch nicht alles und wir ließen die Absteiger ausgleichen. Die zweite Hälfte machte zwar Spaß, aber eher für den neutralen Zuschauer. Als Eintracht Frankfurt muss man eine 2:0 Führung bei 67% Ballbesitz und 8:0 Ecken gegen Nichtskönner eigentlich nach Hause bringen. Naja, einen Punkt geholt, wir steigen nicht ab und das Wetter war auch okay. Positiv denken. Nicht ganz unerwähnt bleiben darf Lucas‘ Tanz mit bzw. mit ohne Fahne.


Sonntag, 29. März 2026

Haguenau FCSR - Blois Football

29.03.26 15:00 Haguenau FCSR - Blois Football 2:4 (1:2), Parc des Sports Haguenau, National 2 Groupe B, 400 Zuschauer

Von Colmar nach Frankfurt fährt man quasi über Straßburg. Die Stadt kann man sich auch durchaus mal angucken, wenn man noch nicht hier war oder der Besuch ne Ewigkeit her ist. Von Straßburg fährt man dann fast zwangsläufig an Haguenau vorbei und wenn dort zufällig ein Fußballspiel stattfindet, wären wir ja doof nicht mal einen kurzen Stopp einzulegen. Der Football Club Sports Reunis Haguenau spielte mal in der zweiten Liga und konnte dreimal den Coupe d’Alsace gewinnen. Den Eintrittspreis konnte man selbst bestimmen - interessantes Konzept. Nach dem 0:0 gestern wurde heute in der gleichen Liga ein unterhaltsames Spiel mit sechs Toren geboten. Das extrem frühe 1:0 für die Hausherren wurde noch vor der Pause gedreht und nach einem Platzverweis für Haguenau stand es bis zur 90. Minute 1:3, ehe beide nochmal trafen. Das dritte Spiel des Wochenendes mit einer großen Tribüne. Brauchbar und nett anzusehen, aber irgendwie war es ehrlicherweise doch auch einfach ein Lückenfüller fürs Hopperschwein. Die fehlende Begeisterung konnten weder das gute Bier noch die abscheuliche Wurst wettmachen. Früher war mehr Lametta. Haken dran und heim.