Montag, 2. Februar 2026

Bilbao, Bizkaia, Mirandes

02.02.26 20:30 CD Mirandes - Malaga CF 2:1 (1:0), Estadio Municipal de Anduva, Segunda Division, 2.672 Zuschauer

Aller guten Dinge sind sechs, ähm nee drei. Vielleicht hat es deshalb auch nicht mit dem sechsten Spiel der Tour geklappt. Premiere - der erste Spielbericht ohne ein Spiel. Dazu aber später mehr. Der heutige Tag wurde zum Pia-Tag auserkoren. Meine Begleitung wollte gerne ans Meer, Süßkram und baskisch Essen. OMG aber da ich ein Gentleman bin, habe ich dem natürlich zugestimmt. Vielleicht bin ich zumindest manchmal tatsächlich ein Gentleman, aber diesmal fiel es mir leicht, da meine Tagesplanung quasi genau so ausgesehen hätte. Auf dem Weg zum Auto wurde sich an einer Confiserie, beim Bäcker und an nem Kiosk mit Leckereien und Getränken eingedeckt und es ging ans Meer. Mit einem wunderschönen Blick auf die Playa de Barrika, die Felsen und das Meer wurde erstmal gut gefrühstückt. Weiter ging es an die Playa De Muriola. Das Auto wurde an einem "lost place" abgestellt und über eine gesperrte, zugewucherte Straße und einen schmalen Pfad ging es nach unten. Kleiner Tipp vom Profi, New Balance Schuhe ohne Profil sind nicht ideal für rutschige und matschige Wege bergab. Der Blick nach unter versprach ne schöne Bucht, also wurden die Zweifel ob man da wieder hoch kommt weggewischt. Es hat sich gelohnt. Eine wunderschöne kleine Bucht. Zum Baden oder für Badeklamotten war es zwar viel zu kalt, aber mit Jacke konnte man sich schon schön an den Strand legen und genießen. Einerseits sehr klug, andererseits mega dämlich putzte ich mir meine Schuhe im Meer. Scheiß Wind und Wellen. Wir sind den Berg auch wieder hoch gekommen und nach einem letzten Stopp an nem alten Leuchtturm ging es zum Schuhe föhnen ins Hotel, bevor es zu leckeren Pintxos in ne Bar in der Nähe ging. Dann war es auch schon wieder an der Zeit zum Aufbrechen. In Miranda wollten uns die Spieltagsplaner noch einen Zweitliga Kick servieren. Oder auch net. Wir waren super vorbereitet und hatten uns wie Einheimische Bocadillos als Verpflegung eingepackt. Das Stadion ist noch nicht ganz fertig umgebaut und eine Tribüne augenscheinlich noch nicht freigegeben. Das restliche Stadion war zwar nur zum Teil besetzt, aber Tickets wurden wohl nur im Vorverkauf und nur an Mitglieder verkauft. Egal auf welchem Weg, es gab keine Möglichkeit offiziell und legal ins Stadion zu kommen. Nicht schön, aber es wäre eh nur Zubrot gewesen und ich konnte tatsächlich gut darauf verzichten. Es ist halt dämlich und unverständlich, dass man das nicht mal einfach irgendwo auf der Homepage oder über die sozialen Medien ankündigt, wo man dort sonst viel Zeug postet. Richtig ärgerlich war es für die restliche Reisegruppe U19, die sich extra hierfür einen Mietwagen geholt hat und sich im vollgestopften, zu kleinen Auto über Umwege nach Miranda geschafft hat. Um die Kollegen zu entlasten ging es also zu viert die gut 80 km zurück. Wenn immer alles klappen würde, dann wäre es kein Groundhopping sagten schon einst die Vorreiter dieser Bewegung. Ich bin aber sehr tolerant und akzeptiere auch die Meinung derer, die sagen puta Mirandes.






Sonntag, 1. Februar 2026

Athletic Bilbao - Real Sociedad

01.02.26 21:00 Athletic Club de Bilbao - Real Sociedad de Futbol 1:1 (0:1), Estadio San Mames, Primera Division, 48.020 Zuschauer

Das alte San Mames war eine richtig feine Hütte, die ich gerne besucht hätte. Hab ich aber leider net. Das Basken Derby passte perfekt in den Plan, aber das teuerste Ticket meines Lebens hat schon ordentlich Überwindung gekostet. Die neue Arena gibt mir gar nix. Zumindest war sie quasi ausverkauft, auch wenn offiziell 5.000 Plätze frei gewesen sein müssten, was aber quatsch ist. Das Stadion wirkt größer und das Gewusel davor war schon sehr speziell und wirkte irgendwie beeindruckend. Eine einfache Zettelchoreo seitens des Vereins bzw. Werbepartners wurde ordentlich angenommen und umgesetzt und wirkte nett. Ebenfalls sehr geschlossen und gut, aber viel authentischer wirkte die Choreo zur Pause. Als alle geschlossen ihre mitgebrachten Bocadillos aus der Alufolie auspackten und aßen. Geil. Neid. Athletic Bilbao ist noch nie abgestiegen und steht in der ewigen Tabelle hinter den drei Großen auf Platz vier. Acht Meisterschaften bedeuten ebenfalls den vierten Platz. San Sebastian nimmt in der ewigen Tabelle immerhin den achten Platz ein. Tradition, die alleine in der Liga für 158 Baskische Derbys sorgt. Bilbao war mit ihrem bekanntesten Spieler Nicholas Williams die bessere Mannschaft und San Sebastian hatte deutlich weniger aber etwas bessere Chancen. Nach der Gästeführung haben die Fans rückwärts zum Spielfeld geschlossen gehüpft, die beste Aktion im Gästeblock. Ein satter Strahl in den Winkel. Gutes Ding! In der Heimkurve war grundsätzlich etwas mehr los. Fahnen, Singsang, Hüpfen und Klatschen. Für spanische Verhältnisse eine vernünftige Fankultur. Außer zwei guten Melodien war das aber nüchtern betrachtet und mit deutschem Maßstab gemessen nix dolles. Nix was dieses Derby augenscheinlich versprochen hatte. Nach den üblichen 95 Auswechslungen war ebenfalls üblich die Luft raus. Ab der 80. Minute wurde es auf dem Feld aber doch nochmal zum ersehnten Derby. Hitzig, wild, aktiv. Ne rote Karte für San Sebastian nach ner Tätlichkeit war der Startschuss. Beim Ausgleichstreffer hat sich der Schütze wunderbar durchgedribbelt, um mit einem Schlenzer selbst abzuschießen. Eine richtig geile Bude. Ein weiterer Treffer gelang nicht mehr und das Derby endete Unentschieden. Das gezahlte Geld war es nicht wert, aber um das beurteilen zu können, muss man es halt erlebt haben und das hab ich nun. Es war schon okay, aber Derbys erkennt man in Spanien nun mal am Preis und nicht an der Stimmung. Am Fluss entlang ging es zurück zum Hotel. Schön. Müde.





SD Eibar - Sporting Gijon

01.02.26 16:15 SD Eibar - Real Sporting de Gijon 1:0 (0:0), Estadio Municipal de Ipurua, Segunda Division, 5.566 Zuschauer

Das autonome Baskenland ist in drei Provinzen unterteilt und für das zweite Spiel des Tages ging es rund 50 km von Bilbao in der Provinz Bizkaia nach Eibar in die Provinz Gipuzkoa. Eibar hat 28.000 Einwohner. Beim Aufstieg in die Primera Division 2014 war es die kleinste Stadt Spaniens, die je dort vertreten war. Außer einer kleinen, alten Stierkampfarena, die ziemlich geil mitten in der Stadt liegt und mein Highlight im Stadtbild war, gibt es auch Rolltreppen, die im Zentrum unter freien Himmel einfache Treppen ersetzen und die vielleicht Pias Highlight der ganzen Tour waren. Sonst gibt es nichts zu sehen. Es zeichnete sich aber vorm Spiel schon ab, dass sehr viele Gästefans vor Ort sind, die den zentralen Platz für sich beanspruchten. Das Stadion wurde so wie es heute ist erst 2020 fertiggestellt. Für ein neues Stadion sieht es ganz gut aus, was vermutlich an der eckigen Form und natürlich den Flutlichtmasten liegt. Das Estadio füllte sich erst ganz kurz vor und selbst nach Anpfiff und am Ende waren auf allen Tribünen mehr Gäste- als Heimfans verteilt. Keine Ahnung, weshalb aus dem 300 km entfernten Asturien so viele Leute hier waren oder ob die hier arbeiten, aber es hat mich doch sehr positiv überrascht. Viel gemacht haben sie daraus aber nicht. Der kleine Mob in der Heimkurve war da schon etwas motivierter. Selbstverständlich war das Spiel in der zweiten Liga sportlich der bisherige Höhepunkt und das Tor kurz nach Wiederanpfiff sorgte für Entspannung. Aber auch die Sonne konnte nicht verhindern, dass mich die beiden vorherigen Spiele im Gesamtpaket deutlich glücklicher gemacht haben. Es war hier einfach alles zu geleckt und die Softdrinks und Snacks aus dem Stadionkiosk rissen da ganz sicher auch nix raus. 






CD Santurtzi - SD Leioa

01.02.26 11:15 CD Santurtzi - SD Leioa 1:2 (0:1), Estadio San Jorge, Tercera Federacion RFEF Grupo 4 (Euskadi), 375 Zuschauer

Wer schön sein will, muss leiden. Da bin ich raus. Wer drei Spiele am Tag sehen will, muss aber auch leiden und da sind wir beim Thema. Sonntag Morgen viertel nach Elf in Spanien. Zeit für Fußball in der Tercera Federacion Euskadi, der fünften Liga und Oberliga des Baskenlandes. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass das führen eines Kraftfahrzeuges in meinem Zustand vermutlich nur so semi erlaubt und ideal war. Einen richtigen Kater und Kopf hatte ich zwar nicht, aber fit wäre definitiv die falsche Bezeichnung gewesen. Santurtzi ist eine Nachbargemeinde von Sestao, wo es gestern Abend bereits gut war. Der Club Deportivo Santurtzi wurde 1952 gegründet und pendelt zwischen der dritten und sechsten Liga hin und her. Die Lage des Platzes ist schon ganz geil. Am Hang mit Ausblick. Das "Kassenhäuschen" aus dem Stadion heraus liegt an einer steilen Straße. Faszinierend, wo und wie man überall Sportplätze gebaut hat. Insgesamt war es hier sehr Lila. Die Milka Kuh oder der Lilalaunebär hätten hier ihre Freude gehabt. Die hatten wir aufgrund der Tribüne und der Stehränge aber auch und natürlich wegen der Cantina. Eine Cantina wie man sie sich beim spanischen Amateurfußball wünscht. Getränketechnisch blieben keine wünsche offen und Essenstechnisch sowieso nicht. Wir beschränkten uns dabei auf leckere Bocadillos und Croquetas. Daumen hoch. Das Bier wollte noch nicht so an mich ran, aber eins gehört beim Fußball einfach dazu. Das Spiel wirkte zwar nicht entschleunigend und war ziemlich hart geführt, die Trikots hingegen schon sehr. Ganz klassisch grüne Trikots mit weißen Nummern, grünen Hosen und grünen Stutzen bei den Gästen und bei der Heimmannschaft das gleiche selbstverständlich in lila. In der Schlussphase drückte Santurtzi zwar noch stark auf den Ausgleich und gab Vollgas, aber der Anschlusstreffer fiel zu spät, als dass er realistisch gewesen wäre. So macht das Spaß. Visca Santurtzi.





Samstag, 31. Januar 2026

Sestao River Club - CD Alfaro

31.01.26 18:30 Sestao River Club - CD Alfaro 1:0 (0:0), Estadio Las Llanas, Segunda Federacion RFEF Grupo 2, 1.175 Zuschauer

Nach ein paar teils sehr guten Cervezas musste das Auto stehen bleiben und es ging die rund 20 Minuten mit der Metro in den Norden nach Sestao, einen Vorort von Bilbao. Der Sestao Sport Club spielte 17 Jahre in der Segunda Division. Nach der Insolvenz übernahm der Sestao River Club 1996 diesen Posten. Von der siebten Liga ging es Jahr für Jahr bis in die vierte Liga. Einmal scheiterte Sestao in den Play-offs zur zweiten Liga und pendelt zwischen Liga 3 und 4. Beim Viertliga Futbol gibt es wie in den oberen Klassen häufig keinen Alkohol und die Cantina ist auch meist nur ein einfacher Stadion Kiosk. An der Verkaufstheke gab es aber leckere Brötchen mit Käse und Schinken Tortilla. Sehr freundlich, dass die Verkäuferin auf englisch versuchte zu erklären was in der Tortilla ist, aber spanisch wäre leichter zu verstehen gewesen. Ich musste echt länger überlegen, was denn der "Jam" zum cheese sein soll. Freundlichkeit muss belohnt werden und so belohnten wir die gute Dame mit häufigen Besuchen und freundlichen Bestellungen der Cervezas. Ich glaube es war Amstel, aber mit Umdrehungen. Ahu. Essen, Trinken und ein guter Ground mit einem ansehnlichen Fußballspiel. Alles richtig gemacht. Ein recht ansehnliches Fußballspiel - ja, aber leider doch eher von 16er zu 16er. In der verwaisten Heimkurve hing zu Spielbeginn ein Banner "Armarria Errespetato", was in etwas soviel heißt wie "Respektiert das Wappen". Zu dessen Hintergrund ich leider nix sagen kann. Ein ganz kleines bisschen Argentinien Flair hatte es, als die Gruppe dann während des Spiels in ihre Kurve zog. Fahnen und ein wenig Pyro sind definitiv mehr, als ich erwartet hätte. Fußball lebt durch seine Fans! Sogar vier Gästefans waren vor Ort. Das Tor des Tages habe ich noch gesehen, aber danach wurde das Spiel weitestgehend verquatscht. Der Sieg und die Mannschaft wurden dann noch mit einem kleinen Feuerwerk gefeiert. Das Wappen wurde wohl respektiert. Der Abend war lang und wurde größtenteils sehr lustig mit einem älteren einheimischen Paar in einer Bar verbracht. Keine Ahnung wie genau sich das ergeben hat, aber die Sprachbarriere mit schlechtem spanisch und schlechtem englisch wurde auch mit Zeichensprache und Alkohol ausgeglichen. Man muss auch einfach mal die "Reset-Taste" drücken. 






Santutxu FC - CA Osasuna

31.01.26 13:00 Santutxu FC - Club Atletico Osasuna 0:1 (0:0), Estadio Mallona, Division de Honor Juvenil Grupo 2, 192 Zuschauer

Spanien. Irgendwie ausgelutscht, aber immer noch mein Reiseland Nr. 1. Zumindest von der Anzahl der Flüge. Die U19 der launischen Diva hat im Gegensatz zu den Millonarios die nächste Runde auf europäischer Bühne erreicht. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und im Baskenland war ich noch nicht. Euskadi ich komme. Pia hatte auch Bock auf Sonne und Fußball und so musste ich nicht alleine reisen. Sonne war anfangs schwierig und so musste sie erstmal mit mir und Fußball klar kommen. Der ursprüngliche Plan für Samstag war Osasuna. Die Ticketbeschaffung dafür gestaltete sich aus technischen Gründen schwierig. Schlussendlich hatte ich auch gar keinen Bock mehr darauf. So toll Futbol in La Liga auch sein mag. Diese beliebig austauschbaren Arenen, die genauso auch in Augsburg oder Mainz stehen könnten mit bestenfalls trostloser Stimmung geben mir einfach nix. Zweite Liga in Burgos oder 1-3 Grounds in Bilbao waren die Alternativen. Um den Mietwagen kennen zu lernen fuhr ich gut zehn Kilometer durch die Gegend und kam ganz zufällig an einem Sportplatz vorbei. Noch viel zufälliger herrschte dort reges treiben, weil auf diesem Platz gleich ein Fußballspiel stattfinden sollte. Ein Spiel der höchsten Jugendliga auf einem Platz mit Tribüne. So ein glücklicher Zufall aber auch. Ein ungleiches Duell in der höchsten Liga der spanischen U19 Mannschaften, die in sieben Gruppen unterteilt ist. Die Gäste aus Pamplona spielen im Herren Bereich nämlich in der Primera Division, während Santutxu (geiler Name) lediglich in der sechsten Liga spielt. Santutxu ist ein Stadtteil von Bilbao und zählt laut Wikipedia zu den drei Vierteln mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Europa. Trotz der hohen Dichte an Menschen öffnete niemand die Cantina, die es bestimmt irgendwo gegeben hätte. Schade. Das Spiel war nicht schlecht, aber ich freundete mich immer mehr mit dem logischen 0:0 an, als der Ball nach einem satten Schuss vom Eck des 16ers im Netz einschlug. Was mir gefiel, war dass das Spiel härter war, als man es vom Jugendfußball in Deutschland kennt. Der Schiedsrichter ließ viel laufen, was ich in Anbetracht der Tatsache, dass die Jungs bald in den Herrenbereich wechseln richtig finde. Nach dem Treffer wurde die Partie nicht nur intensiver, sondern auch nickliger und da hätte der Unparteiische dann durchaus etwas härter pfeifen können. Aller Anfang ist schwer, aber es sollte besser werden und deshalb wurde auf ein Spiel der 7. Liga verzichtet und stattdessen lieber entspannt im Hotel eingecheckt und die ersten Meter in Bilbao gelaufen, sowie die ersten Cervezas laufen lassen.