Sonntag, 21. Juni 2026

Gelb Weiß Görlitz - Post SV Dresden

21.06.26 15:00 NFV Gelb Weiß Görlitz - Post SV Dresden 1:2 (1:1), Stadion Junge Welt, Landesklasse Sachsen Ost, 125 Zuschauer

Görlitz. Die östlichste Stadt Deutschlands wurde im zweiten Weltkrieg fast komplett verschont, was man an einem schönen Stadtbild der unterschiedlichsten Baustile verschiedenster Epochen in der Altstadt gut erkennt. Eine sehr schöne Stadt, aber etwas tot. Strukturelle Überalterung. Das hat natürlich auch Vorteile. Da in "Görliwood" viele Filmszenen gedreht werden, bei denen dann natürlich auch weniger Menschen bei Seite geschafft werden müssen. So steht hier beispielweise das "Grand Budapest Hotel", ein sizilianisches Dorf sowie ein Pariser Kino aus "Inglourious Basterds" oder der New Yorker Hafen von "In 80 Tagen um die Welt". Auch als London diente Görlitz schon. So kann man den Begriff Europastadt auch anders sehen. Wir wollten heute allerdings keinen Film drehen, sondern nach dem Spiel in der polnischen Schwesterstadt Zgorzelec und dem Besuch im Tierpark zum Fußball. Der Niederschlesische Fußballverein Gelb-Weiß Görlitz wurde als Sportclub Wanderslust gegründet und spielte unter dem Namen BSG Motor Görlitz ne kurze Zeit in der DDR Liga. Nach der Wende war die Landesliga Sachsen das Höchste der Gefühle. Auf seiner Homepage schreibt der Verein vom "geliebten Stadion Junge Welt". Diese Liebe würde ich auch einfach mal den Görlitzer Mini Ultras attestieren, die sich heute auf den Rängen mit den Dresdener Post Hools messen mussten. Abgesehen von uns dürften hier nahezu 100% der Zuschauer Dynamo Dresden die Daumen drücken, was durchaus für ein klein wenig Anspannung sorgte. Spannung gab es auf dem Rasen nicht. Dresden war gerettet und Görlitz bereits abgestiegen. Nach dem heftigen Start mit dem 1:1 Pausenstand nach bereits sechs Minuten wurde es dann deutlich ruhiger. Ein absolut gelungenes Wochenende endete bei der Ankunft zu Hause mit 1.200 Kilometern mehr auf dem Tacho. Danke dafür an meine geilen Mitfahrer.







Nysa Zgorzelec - Jasnica Opolno Zdroj

21.06.26 11:00 MKS Nysa Zgorzelec II - LKS Jasnica Opolno Zdroj 3:2 (1:1), Stadion Jozefa Wiatrowskiego, Dolnoslaska Klasa B - Jelenia Gora, 312 Zuschauer

Am Vorabend ging es nach einem Besuch in Polen und Tschechien am Dreiländereck von Zittau nach Görlitz. Dort wurde auch dem heute polnischen Teil auf der andern Seite der Lausitzer Neiße ein kurzer Besuch abgestattet. Den Besuch in Görlitz wollte ich gerne mit Fußball in der Schwesterstadt Zgorzelec auf der polnischen Seite kombinieren. Die Saison der Ersten war zwar schon vorbei, aber tatsächlich hatte die zweite Mannschaft noch ein letztes Heimspiel. Und was für eins. Der Tabellenführer war zu Gast beim punktgleichen Zweiten. Der Gewinner sollte aufsteigen und bei einem Unentschieden hätte sich wohl der mit einem Punkt Rückstand lauernde Dritte gefreut. In Hessen zieren die Farben der Eintracht die Umgebung. In Thüringen teilen sich Jena und Erfurt die Gebiete und in Sachsen sind Zwickau, Chemnitz und Dresden am Rand der A4 präsent. Hier drüben ist es Slask Wroclaw. Ich liebe dieses „Spiel“. Die erste Halbzeit war bei sommerlichen Temperaturen sehr zäh. Das 1:1 ließ aber alle Optionen offen. Die zweite Hälfte war besser, in der achten polnischen Liga aber natürlich auch kein Leckerbissen. Besonders in der Schlussphase war es allerdings ein spannendes und unterhaltsames Spiel. Frei vorm Tor wurde das 1:2 kläglich vergeben. Dank eines bösen Patzers fiel es später aber doch. Das 2:2 brachte Nysa allerdings wieder zurück ins Spiel. Ein schöner Treffer per Fernschuss brachte das 3:2 und die gesamte Ersatzbank rannte zum Jubeln mit den Spielern zur Eckfahne. Der kleine aktive Mob feierte den Aufstieg natürlich auch, aber ohne optische Akzente. Glückwunsch an die Mitfahrer zum Länderpunkt.





Samstag, 20. Juni 2026

VfB Zittau - Lok Schleife

20.06.26 15:00 VfB Zittau - SV Lokomotive Schleife 4:0 (3:0), Weinauparkstadion, Kreisoberliga Oberlausitz, 140 Zuschauer

Die beiden Grenzstädte Zittau und Görlitz hatte ich schon länger mal lose auf der imaginären To-do Liste abgespeichert. In der DDR sollte an diesem Wochenende des 20. und 21. Juni noch ein letzter regulärer Spieltag stattfinden und ohne dass ich die Wahl gehabt hätte, hatte ich auf einmal das Auto zur Geburtstagstour in den Osten voll. Die Übernachtung am Freitag wurde in Karl Marx Stadt gebucht und da ein Mitfahrer sich im falschen Hotelzimmer zum Duschen bereit gemacht hat, kann man von einem gelungen Abend sprechen. Ich hab es bei meinem Besuch vor 14 Jahren schon gesagt, Chemnitz hat was. Weiter in die Oberlausitz und ins Dreiländereck nach Zittau. Als BSG Motor Zittau spielte man hier zwei Jahre in der DDR Liga und als VfB nochmal drei in der Oberliga Nordost. Der Star ist aber definitiv das Weinauparkstadion im Osten der Stadt in unmittelbarer Nähe zur Lausitzer Neiße und somit zu Polen. Genau genommen ist der Star die Tribüne des Stadions. Die Holztribüne gilt nämlich als die älteste Deutschlands. Auf jeden Fall ein echter Hingucker. Nach einem heftigen Platzregen ging es verspätet und mit ein bisschen Feuerwerk los. Abkühlung brachte der Regen nicht und so war das leckere gezapfte Meissner Schwerter genau das richtige um viel zu trinken. Dazu gab es Käsekrainer und Bulette. Die manuelle Anzeigetafel wurde von den Zwergen bis auf 4:0 bedient. Lok Schleife wirkte wie die Betriebsmannschaft der DB. Na gut, nicht ganz so planlos, aber doch immer etwas zu spät. Allerdings ging es zum Saisonabschluss auch bestenfalls noch um die goldene Ananas. Zittau bleibt auf der Fünf und Schleife rutscht auf die Neun.








Mittwoch, 10. Juni 2026

1. FC Rommelhausen - KSV Eschenrod

10.06.26 20:00 1. FC Rommelhausen - KSV Eschenrod 0:2 (0:1), Sportplatz Ostheimer Straße, Relegation KOL Büdingen, 170 Zuschauer

Relegationsspiele versprechen Spannung, denn es geht um was. Die ganze Saison nochmal in ein, zwei oder manchmal auch drei entscheidende Spiele gepackt. Wenn das Hinspiel 6:0 endet, ist das mit der Spannung aber nicht mehr ganz so zutreffend. Eigentlich vertrete ich die Meinung, dass die klassentiefere Mannschaft im Amateurfußball nach einer guten Saison besser drauf ist, als die höhere Mannschaft nach einer verkorksten Saison. Im Kreis Büdingen gehen die Uhren scheinbar anders. Der 15. der Kreisoberliga aus Schotten war nämlich der Verein, der den zweiten der Kreisliga A aus Limeshain im Hinspiel abschoss. Ein paar Tafeln im Ort machten dennoch Lust auf das Spiel, aber ansonsten scheint der 1. FC Rommelhausen allgemein eher inkognito unterwegs zu sein. Das Wetter war vor Anpfiff zwar echt bescheiden, aber während der 90 Minuten war der Wettergott Fußballfan. Spannung kam nicht auf und ehrlicherweise halten die Gäste verdient die Klasse. Guter Fußball und der Kreis Büdingen beißen sich leider etwas. Es gab aber Hütchen und Export. Das allein macht den Rommelhäuser Sportplatz schon mal zu einem der Plätze, von denen aus der Weltuntergang erträglicher wäre. Dazu gab es Rindswurst, Pommes und echt gute Bratwurst vom lokalen Metzger. Ach und Hütsjen gab es auch noch. Jackpot. Gibt es eigentlich eine Statistik, wie oft man „nie wieder Alkohol“ in seinem Leben sagt? Egal. Ganz so schlimm war es heute nicht und ich hab es net ausgesprochen, aber ich hatte zumindest den Gedanken und die Gedanken sind frei. Ich freue mich trotzdem in irgendwas überdurchschnittlich zu sein. Auch geil, als einer der gekrönten Torschützenkönige mit seinem Pokal aufm Roller davon cruiste. Fußball auf'm Dorf is Leben. Die Werrerraa is en schii Gebiet!





Sonntag, 7. Juni 2026

SGM Ludwigsburg - MTV Ludwigsburg

07.06.26 14:30 SGM Ludwigsburg / SGV Freiberg II - MTV Ludwigsburg 2:2 (0:0), Ludwig Jahn Stadion, Kreisliga B Enz/Murr, 88 Zuschauer

Das Zielspiel des Wochenendes fand in Ludwigsburg statt. Nur Kreisliga B, aber ein Stadion, das es meiner Mitfahrerin angetan hat. Zuvor ging es natürlich noch in die Stadt. Mir war Ludwigsburg zwar als Stadt bekannt, aber weiter kein Begriff. Der Marktplatz mit Kirche ist zwar nett, aber wie die Altstadt an sich kein Highlight. Das Residenzschloss Ludwigsburg mit seiner Parkanlage ist aber definitiv als solches zu bezeichnen. Da kann man durchaus ein paar Minuten verbringen und ein paar Meter machen. Die Spielpaarung klingt etwas sperrig. Die Spielgemeinschaft 07 Ludwigsburg Fußball / SGV Freiberg Fußball II gegen den Männerturnverein 1846 Ludwigsburg. In der Regionalliga Süd, der damals zweiten Liga, spielte Ludwigsburg unter anderem gegen 1860, Nürnberg und den KSC. In der ewigen Tabelle der Oberliga Baden-Württemberg belegt die SpVgg. den fünften Platz und der Verbandspokal ging ebenfalls einmal nach Ludwigsburg. Die SpVgg 07 Ludwigsburg wurde nach finanziellen Schwierigkeiten allerdings in den MTV eingegliedert und verschwand. Das heutige 07 Ludwigsburg ist soweit ich weiß eine Neugründung. Hut ab an alle Spieler, in allen Ligen, die sich 90 Minuten über den Platz quälen. Aber das war hier schon ein richtig schlechtes Spiel, das nicht schön anzusehen war. Und dann zog sich das insgesamt auch noch über zwei Stunden. Absolut positiv überrascht hat die völlig unerwartete Fanszene der 07er. Mit nahezu einem Banner pro Person, Fahnen, eigens kreierten Fangesängen und sogar einem 07 - Ludwigsburg Wechselgesang. Dazu das Stadion mit seinem unverwechselbaren Sprecherturm und seinen klassischen Pissrinnen. Ein Träumchen. Als i-Tüpfelchen gab es Rote, Rindswurst, Sucuk und zwei neue Check-ins bei Untappd.