Samstag, 18. April 2026

ESV Delitzsch - Eilenburg

18.04.26 14:00 ESV Delitzsch - FC Eilenburg II 2:4 (0:2), Stadion der Eisenbahner, Kreisoberliga Nordsachsen, 138 Zuschauer

Rübermachen. Rüber nach Nordsachsen in die Große Kreisstadt Delitzsch. Hier wartete wieder ein Topspiel. Diesmal am anderen Ende der Tabelle. Der Zweite gegen den Vierten. Als BSG Lokomotive spielte Delitzsch in der DDR in der drittklassigen Bezirksliga Leipzig und zu BRD Zeiten als Eisenbahnersportverein zwei Jahre in der Landesliga Sachsen. Da hätte ich sie mit mehr Erfolgen in Verbindung gebracht. Nichtsdestotrotz fand ich es gut bei den Eisenbahnern. Das Wappen mit der Lok, das detailverliebt überall zu sehen ist, die Vereinsfarben, die Tribüne, die Bänke, die Spielfeldabtrennung (sowat gibbet bei uns gar net mehr), das Panorama mit Backstein Industrie und Wasserturm. Stimmig und liebevolle Anlage. Die Zuschauerzahl war auch ganz gut, wenn man bedenkt dass zeitgleich Lok Leipzig gegen den HFC spielte, was hier ganz sicher Zuschauer kostet und für Überschneidungen sorgt. Als Alternative zum Krombacher gab es zwar Ur-Krostitzer, dazu aber leider wieder nur Bockwurst und auf Bockwurst hatte ich keinen Bock. Die schöne Eintrittskarte war für diese Liga dafür aber wieder sehr überraschend. Wie am Morgen gab es auch hier einen Trommler, der mit einem Kumpanen versuchte für Unterhaltung zu sorgen. Ich möchte ja nicht pöbeln, aber wenn dem Pisser mit seinem RBL Shirt die Brause Dose im Arschloch zerberstet, hätten bestimmt die wenigsten Mitleid. Scheiß RB! Keine Akzeptanz für RB - niemals! Wie am Morgen handelte es sich um ein Spiel in der Kreisoberliga, aber im Gegensatz zu Anhalt ist diese hier eine Klasse höher auf dem achten Level angesiedelt und das sah man dem spielerischen Können auch an. Tore schießen muss man auch können und das konnten die Gäste heute leider besser. Hab ich eigentlich schon erwähnt, wie stimmig hier alles ist? Die Tormelodie zum zwischenzeitlichen 1:2 war nämlich „der Zug hat keine Bremse“. Einfach gut. Auch wenn die Niederlage im Kampf um die Meisterschaft weh tut und vielleicht eine Vorentscheidung war - viel Glück und alles Gude ESV Delitzsch. Nach dem Spiel wurde dem Wahrzeichen der Stadt noch ein kurzer Besuch abgestattet. Das romantische Barock Damenschloss Delitzsch.






SSV Landsberg - VfL Querfurt

18.04.26 11:30 SSV Landsberg II - VfL Querfurt 6:2 (3:1), Sportforum Landsberg, Kreisoberliga Saalekreis, 16 Zuschauer

Immer wieder Österreich? Nee. Immer wieder Eisenach, denn irgendwie lande ich dort immer wieder zum Übernachten. Der Fußballerische Startschuss am Samstag fiel aber in Landsberg im anhaltinischen Saalekreis direkt an der Grenze zu Sachsen. Der vielleicht einzige Anziehungspunkt hier ist die Doppelkapelle St. Crucis, passenderweise abgelichtet mit HFC Tag. Uns zog es aber ins Sportforum. Das Topspiel des Vorletzten gegen den abgeschlagenen Letzten in der neuntklassigen Kreisoberliga war nämlich eine Pflichtveranstaltung. Ich hab nicht schlecht geguckt, als dort ein offizielles Schiedsrichtergespann den Rasen betrat. Andere Länder, andere Sitten. Die Tornetze in Vereinsfarben und die bemalte Tribüne hoben die Laune mehr als Veltins und Bockwurst, aber bei schönstem Sonnenschein schmeckte auch das. Der Lad mit der Trommel erzählte stolz, dass er zuvor schon beim Kinder Handball getrommelt hat und das wie hier gleich auch bei der Ersten noch tut. Sportlich, sportlich. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich die ostdeutschen Dialekte mag? Die Führung der Gäste konnte der 10er mit einer guten Einzelaktion ausgleichen. Beim 2:1 guckte er den Torwart schön aus und beim 3:1 sorgte Mathias Fengler für einen Lupenreinen Hattrick zwischen den Spielminuten 20 und 30. Abgesehen von dieser Höchstleistung wurde feinstes Gebolze geboten. Zumindest aber feinstes Gebolze mit vielen Toren. Die hässliche Fratze des Fußballs zeigte sich auch hier, als eine Zuschauerin einen Aschenbescher in Brand setzte. Alle Hesse sin Verbrecher, denn se klaue Aschebecher. Klaun se keine Aschebecher, sin se schlimme Messerstecher. Hattrick hin oder her, der Star des Tages spielte bei den Gästen. Fritz Fischer - geiler Hund. Fischers Fritz ist nämlich ein Bilderbuch Ronny. Manche bezeichnen ihn sogar als den Ur Ronny. Abgeklebte Tunnel, Tattoo am Hals und Vokuhila. Geiler Typ. Fischers Fritz, bester Mann!





Freitag, 17. April 2026

Hünfelder SV - Eintracht U21

17.04.26 18:15 Hünfelder SV - Eintracht Frankfurt II 2:1 (1:0), Rhönkampfbahn, Hessenliga, 1.100 Zuschauer

Zum Start ins Wochenende ging es nach Osthessen in den Landkreis Fulda. In der Rhön zwischen Fulda und Bad Hersfeld liegt Hünfeld und dort kickt der Hünfelder Sportverein in der Hessenliga. Der Hessenpokalsieger von 1963 hatte heute keinen geringeren Gast, als die zweite Mannschaft des einzigen hessischen Bundesligisten. Den Hünfelder SV darf man wohl getrost als Fahrstuhlmannschaft bezeichnen. Den elf Saisons im hessischen Oberhaus stehen nämlich sechs Aufstiege entgegen. Ein weiterer Aufstieg wird erstmal nicht nötig, denn der unangefochtene Tabellenführer aus Frankfurt war heute zu Gast beim starken Tabellen Sechsten. Stark, weil Hünfeld in diesem Jahr erst eine Niederlage einstecken musste und neben einem Unentschieden fünf Siege in der Liga feiern konnte. Am Ende des Spiels stand für die Hünfelder sogar der sechste Sieg des Jahres und die U21 der Eintracht musste die zweite Niederlage der Saison verkraften. Der Anschlusstreffer von Nico Ochojski kurz vor Schluss kam nämlich zu spät und das Anrennen danach ebenfalls. Nach dreizehn Siegen in Folge reißt die Serie also in Osthessen. Das Spiel war gut anzusehen und auch wenn ein Punkt nicht unverdient gewesen wäre, geht der Sieg für die Hausherren schon in Ordnung. Rhönkampfbahn klingt wie Musik in den Ohren und mir gefällt die Anlage auch sehr gut. Am Kunstrasen Platz nebenan war ich schon mal und wie dort bietet auch der Rasenplatz eine Tribüne und einen Hang, von wo aus man das Spiel wunderbar verfolgen kann. Zusätzlich gibt es hier auch noch ein paar Stufen. Glückwunsch nach Hünfeld und weiter gen Osten.





Sonntag, 5. April 2026

Eintracht - Köln

05.04.26 17:30 Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 2:2 (0:0), Waldstadion, 1. Bundesliga, 59.300 Zuschauer

Ich bin wie oft erwähnt kein Freund des Gesamtkonstrukts Köln. Das Heimspiel gegen Köln ist aber eines der wenigen, auf die ich mich freue. Im Waldstadion können die einem weder ihre Pisse aufdrängen noch ihr abscheuliches Gedudel. Bleibt also das Gute. Eine ordentliche Szene, die den Gästeblock füllt. Zwar mit hässlichen Menschen und hässlichen Farben, aber es ist Ostern, da will ich mal brav sein. Freude hin oder her, am Spieltag fehlte mir doch wieder die Motivation und Anfragen zum Essen wurden nicht angenommen. Sorry Leute. Zum Spiel wollte ich aber natürlich schon, also auf. Auf an die völlig überteuerte Tankstelle, auf in den nervigen Stau, auf zur irrsinnigen Parkplatzsuche, auf in den Stadtwald, auf ins Waldstadion, auf um die Eintracht gemeinsam mit Freunden und Freundinnen gegen diese drecks Kölner siegen zu sehen. Wenn das mit dem Siegeswillen nur mal bis zur Mannschaft durchgedrungen wäre. Wir waren zwar die bessere Mannschaft, aber die Ziegenficker hatten im ersten Durchgang die besseren Abschlüsse. Da kam bei uns nicht viel rum und das 0:0 zur Pause war daher okay. Ein Doppelschlag von Burkardt und Kalimuendo brachte die verdiente und scheinbar sichere 2:0 Führung. Sicher gibt's net und durch unkonzentrierten Schlaf stand es nur eine Minute später 2:1. Natürlich war das noch nicht alles und wir ließen die Absteiger ausgleichen. Die zweite Hälfte machte zwar Spaß, aber eher für den neutralen Zuschauer. Als Eintracht Frankfurt muss man eine 2:0 Führung bei 67% Ballbesitz und 8:0 Ecken gegen Nichtskönner eigentlich nach Hause bringen. Naja, einen Punkt geholt, wir steigen nicht ab und das Wetter war auch okay. Positiv denken. Nicht ganz unerwähnt bleiben darf Lucas‘ Tanz mit bzw. mit ohne Fahne.


Sonntag, 29. März 2026

Haguenau FCSR - Blois Football

29.03.26 15:00 Haguenau FCSR - Blois Football 2:4 (1:2), Parc des Sports Haguenau, National 2 Groupe B, 400 Zuschauer

Von Colmar nach Frankfurt fährt man quasi über Straßburg. Die Stadt kann man sich auch durchaus mal angucken, wenn man noch nicht hier war oder der Besuch ne Ewigkeit her ist. Von Straßburg fährt man dann fast zwangsläufig an Haguenau vorbei und wenn dort zufällig ein Fußballspiel stattfindet, wären wir ja doof nicht mal einen kurzen Stopp einzulegen. Der Football Club Sports Reunis Haguenau spielte mal in der zweiten Liga und konnte dreimal den Coupe d’Alsace gewinnen. Den Eintrittspreis konnte man selbst bestimmen - interessantes Konzept. Nach dem 0:0 gestern wurde heute in der gleichen Liga ein unterhaltsames Spiel mit sechs Toren geboten. Das extrem frühe 1:0 für die Hausherren wurde noch vor der Pause gedreht und nach einem Platzverweis für Haguenau stand es bis zur 90. Minute 1:3, ehe beide nochmal trafen. Das dritte Spiel des Wochenendes mit einer großen Tribüne. Brauchbar und nett anzusehen, aber irgendwie war es ehrlicherweise doch auch einfach ein Lückenfüller fürs Hopperschwein. Die fehlende Begeisterung konnten weder das gute Bier noch die abscheuliche Wurst wettmachen. Früher war mehr Lametta. Haken dran und heim.





Samstag, 28. März 2026

SR Colmar - FC Dieppe

28.03.26 18:00 SR Colmar - FC Dieppe 0:0, Colmar Stadium, National 2 Groupe B, 400 Zuschauer

Auf einem Bein und so, also fix über die Grenze. Colmar liegt ziemlich genau zwischen Basel und Straßburg und ist die drittgrößte Stadt im Elsass, sowie die Hauptstadt des Departements Haut-Rhin in der Region Grand Est. Colmar gilt mehr oder weniger als Geheimtipp für Städtereisen. Mehr Tipp als Geheim. Neben dem Münster bietet die wunderschöne Altstadt in ihren teils engen und verwinkelten Gassen zahlreiche Häuser aus dem Mittelalter und der Renaissance, die der Altstadt ihren Charakter geben. Colmars Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert, noch wertvoller wird der Besuch aber natürlich durch ein Fußballspiel im Colmar Stadium. Der 1920 gegründete Sports Reunis Colmar ging 2016 insolvent und wurde als Stadium Racing Colmar neu gegründet. Mit der Division 1 und der Gauliga Elsaß spielte Colmar in den höchsten Ligen in Frankreich und Deutschland. Vor der Insolvenz kickten sie in der dritten Liga und aktuell haben sie sich wieder bis in die vierte Liga hochgearbeitet. Neben der Zugehörigkeit in der ersten Liga zählen vier Titel als Elsässischer Amateurmeister und das Halbfinale des Französischen Pokals als größte Erfolge. Das heute war kein typisches 0:0, denn auch wenn es ein schlechtes Spiel war, gab es doch einige Torchancen und bei manchen fehlte auch einfach nur das Glück. Bei anderen aber auch das Können. Können zeigten die Spieler auch bei einigen guten Spielszenen. Es gab aber auch Szenen, die zum Vergessen waren. Katastrophale Fehlpässe, Stoppfehler und Tritte auf den Ball mit küssen des Bodens. Trotz einer frühen roten Karte und der schlechteren Platzierung war Colmar die tonangebende Mannschaft. Manchmal braucht es halt einfach einen Knipser und da nicht jeder einen Fußballgott wie Wahi im Kader hat, enden manche Spiele leider torlos. Nach einem Bier war es mir zu kalt und ich stieg auf Glühwein um. Die Merguez mit Senf und roter Sauce schmeckte zu beidem gut, aber ich frag mich, was davon so scharf war. Ein Lob übrigens an die Menschen hier. Ich bin nicht unbedingt der größte Franzosen Freund, aber die Leute hier waren freundlich und honorierten den Versuch der wenigen französisch Brocken mit Antworten auf deutsch und englisch. Bei allem Leid und Ärger, den man mit Frankreich und den Franzosen hat, muss das auch mal erwähnt werden. Was mir hier aber negativ aufgefallen ist, war die fehlende Gleichberechtigung. Frauen mussten nämlich im Gegensatz zu Männern keinen Eintritt zahlen. Ich will mir gar nicht ausmalen, was in einem solchen Fall in Deutschland los wäre. Dort gibt es ja nicht nur diese zwei Geschlechter wie im Mittelalter, sondern unendlich viele. Außerdem kann man sich dabei auch gar nicht festlegen und anders behandeln darf man sowieso niemanden. Vielleicht stecke ich diesen Missstand der Stadionsprecherin des FC Sankt Pauli, die dann sofort mit Flinten zum Kampf der intergalaktischen EinhörnerInnen gegen das Patriarchat aufrufen wird. Dann heißt es Adieu Frankreich.






Freiburg - Eintracht U19

28.03.26 14:00 SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 2:0 (2:0), Möslestadion, U19 Nachwuchsliga - Liga B / Gruppe D, 150 Zuschauer

Das Möslestadion im Stadtteil Waldsee war von 1922 bis 2000 die Heimat des Freiburger FC. Der Rekordbesuch beim Spiel des deutschen Meisters von 1907 gegen den 1. FC Nürnberg stammt aus dem Jahr 1956 und liegt bei 25.000 Zuschauern. Heute sind nur noch 5.468 Besucher zugelassen, die aber auch bei weitem nicht mehr kommen werden. Bis 2021 spielten dann die Frauen und die Zwote der Fahrradfahrer im Möslestadion, aber seit dem Wechsel der Ersten ins neue Stadion sind die beiden Mannschaften ins Dreisamstadion gewechselt und im Mösle spielt nur noch die Jugend. Freiburg im Breisgau ist mit 240.000 Einwohnern die südlichste deutsche Großstadt. Nach einem kurzen Marsch durch die Universitätsstadt mit Münster, Schwabentor, Bächle, historischem Kaufhaus und dem Freiburger Krokodil weiß man, dass es hier sehr viele seltsame Menschen gibt. Ich würde fast wetten, dass Freiburg Grün regiert ist bei den ganzen Ökos. Pünktlich zum verspäteten Anpfiff fing es an zu regnen. Einem Jungen wird das herzlich egal gewesen sein, denn scheinbar war hier vorher ein Spiel oder Turnier und er wurde vom VfB Stuttgart "verpflichtet". Der 11er der Freiburger war richtig stark, was man von der Stadionsprecherin nicht behaupten kann. Dafür dass ihre Stimme mit den Boxen nicht wirklich gut harmonierte kann sie nichts, aber halbwegs fehlerfrei Sachen abzulesen oder sich nicht jeden Satz zusammenstammeln zu müssen darf man auf einem solchen Posten schon erwarten. Fremdschämen im Eintrittspreis inkludiert. Der 11er wirkte wie erwähnt echt stark, aber vielleicht stach er auch einfach heraus, weil er Normalform zeigte. Länderspielpause und Abstellungen hin oder her, das war ein richtig schwaches Spiel von beiden Mannschaften. Ich würde zwar behaupten, dass wir sogar mehr Ballbesitz und Spielanteile hatten, aber dabei kam einfach Nullkommagarnix rum. So brachten der schöne Treffer des 11ers und ein gut geschossener Elfmeter, bei dem unser Schnapper richtig unterwegs war, die verdiente Niederlage. Platz 5 von 7 in unserer Gruppe der B- und somit zweiten Liga hinter Rot Weiss Walldorf, SGV Freiberg und 1860 München sind keine gute Werbung für unsere Jugendarbeit und den höchsten Jahrgang als deren Aushängeschild. Das darf nicht der Anspruch von Eintracht Frankfurt sein und da gibt es nix schönzureden. Der FSV Frankfurt machte es beim Sieg im Parallelspiel in der Regionalliga bei Freiburg II gegenüber im Dreisamstadion besser.