Sonntag, 1. Februar 2026

SD Eibar - Sporting Gijon

01.02.26 16:15 SD Eibar - Real Sporting de Gijon 1:0 (0:0), Estadio Municipal de Ipurua, Segunda Division, 5.566 Zuschauer

Das autonome Baskenland ist in drei Provinzen unterteilt und für das zweite Spiel des Tages ging es rund 50 km von Bilbao in der Provinz Bizkaia nach Eibar in die Provinz Gipuzkoa. Eibar hat 28.000 Einwohner. Beim Aufstieg in die Primera Division 2014 war es die kleinste Stadt Spaniens, die je dort vertreten war. Außer einer kleinen, alten Stierkampfarena, die ziemlich geil mitten in der Stadt liegt und mein Highlight im Stadtbild war, gibt es auch Rolltreppen, die im Zentrum unter freien Himmel einfache Treppen ersetzen und die vielleicht Pias Highlight der ganzen Tour waren. Sonst gibt es nichts zu sehen. Es zeichnete sich aber vorm Spiel schon ab, dass sehr viele Gästefans vor Ort sind, die den zentralen Platz für sich beanspruchten. Das Stadion wurde so wie es heute ist erst 2020 fertiggestellt. Für ein neues Stadion sieht es ganz gut aus, was vermutlich an der eckigen Form und natürlich den Flutlichtmasten liegt. Das Estadio füllte sich erst ganz kurz vor und selbst nach Anpfiff und am Ende waren auf allen Tribünen mehr Gäste- als Heimfans verteilt. Keine Ahnung, weshalb aus dem 300 km entfernten Asturien so viele Leute hier waren oder ob die hier arbeiten, aber es hat mich doch sehr positiv überrascht. Viel gemacht haben sie daraus aber nicht. Der kleine Mob in der Heimkurve war da schon etwas motivierter. Selbstverständlich war das Spiel in der zweiten Liga sportlich der bisherige Höhepunkt und das Tor kurz nach Wiederanpfiff sorgte für Entspannung. Aber auch die Sonne konnte nicht verhindern, dass mich die beiden vorherigen Spiele im Gesamtpaket deutlich glücklicher gemacht haben. Es war hier einfach alles zu geleckt und die Softdrinks und Snacks aus dem Stadionkiosk rissen da ganz sicher auch nix raus. 






CD Santurtzi - SD Leioa

01.02.26 11:15 CD Santurtzi - SD Leioa 1:2 (0:1), Estadio San Jorge, Tercera Federacion RFEF Grupo 4 (Euskadi), 375 Zuschauer

Wer schön sein will, muss leiden. Da bin ich raus. Wer drei Spiele am Tag sehen will, muss aber auch leiden und da sind wir beim Thema. Sonntag Morgen viertel nach Elf in Spanien. Zeit für Fußball in der Tercera Federacion Euskadi, der fünften Liga und Oberliga des Baskenlandes. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass das führen eines Kraftfahrzeuges in meinem Zustand vermutlich nur so semi erlaubt und ideal war. Einen richtigen Kater und Kopf hatte ich zwar nicht, aber fit wäre definitiv die falsche Bezeichnung gewesen. Santurtzi ist eine Nachbargemeinde von Sestao, wo es gestern Abend bereits gut war. Der Club Deportivo Santurtzi wurde 1952 gegründet und pendelt zwischen der dritten und sechsten Liga hin und her. Die Lage des Platzes ist schon ganz geil. Am Hang mit Ausblick. Das "Kassenhäuschen" aus dem Stadion heraus liegt an einer steilen Straße. Faszinierend, wo und wie man überall Sportplätze gebaut hat. Insgesamt war es hier sehr Lila. Die Milka Kuh oder der Lilalaunebär hätten hier ihre Freude gehabt. Die hatten wir aufgrund der Tribüne und der Stehränge aber auch und natürlich wegen der Cantina. Eine Cantina wie man sie sich beim spanischen Amateurfußball wünscht. Getränketechnisch blieben keine wünsche offen und Essenstechnisch sowieso nicht. Wir beschränkten uns dabei auf leckere Bocadillos und Croquetas. Daumen hoch. Das Bier wollte noch nicht so an mich ran, aber eins gehört beim Fußball einfach dazu. Das Spiel wirkte zwar nicht entschleunigend und war ziemlich hart geführt, die Trikots hingegen schon sehr. Ganz klassisch grüne Trikots mit weißen Nummern, grünen Hosen und grünen Stutzen bei den Gästen und bei der Heimmannschaft das gleiche selbstverständlich in lila. In der Schlussphase drückte Santurtzi zwar noch stark auf den Ausgleich und gab Vollgas, aber der Anschlusstreffer fiel zu spät, als dass er realistisch gewesen wäre. So macht das Spaß. Visca Santurtzi.





Samstag, 31. Januar 2026

Sestao River Club - CD Alfaro

31.01.26 18:30 Sestao River Club - CD Alfaro 1:0 (0:0), Estadio Las Llanas, Segunda Federacion RFEF Grupo 2, 1.175 Zuschauer

Nach ein paar teils sehr guten Cervezas musste das Auto stehen bleiben und es ging die rund 20 Minuten mit der Metro in den Norden nach Sestao, einen Vorort von Bilbao. Der Sestao Sport Club spielte 17 Jahre in der Segunda Division. Nach der Insolvenz übernahm der Sestao River Club 1996 diesen Posten. Von der siebten Liga ging es Jahr für Jahr bis in die vierte Liga. Einmal scheiterte Sestao in den Play-offs zur zweiten Liga und pendelt zwischen Liga 3 und 4. Beim Viertliga Futbol gibt es wie in den oberen Klassen häufig keinen Alkohol und die Cantina ist auch meist nur ein einfacher Stadion Kiosk. An der Verkaufstheke gab es aber leckere Brötchen mit Käse und Schinken Tortilla. Sehr freundlich, dass die Verkäuferin auf englisch versuchte zu erklären was in der Tortilla ist, aber spanisch wäre leichter zu verstehen gewesen. Ich musste echt länger überlegen, was denn der "Jam" zum cheese sein soll. Freundlichkeit muss belohnt werden und so belohnten wir die gute Dame mit häufigen Besuchen und freundlichen Bestellungen der Cervezas. Ich glaube es war Amstel, aber mit Umdrehungen. Ahu. Essen, Trinken und ein guter Ground mit einem ansehnlichen Fußballspiel. Alles richtig gemacht. Ein recht ansehnliches Fußballspiel - ja, aber leider doch eher von 16er zu 16er. In der verwaisten Heimkurve hing zu Spielbeginn ein Banner "Armarria Errespetato", was in etwas soviel heißt wie "Respektiert das Wappen". Zu dessen Hintergrund ich leider nix sagen kann. Ein ganz kleines bisschen Argentinien Flair hatte es, als die Gruppe dann während des Spiels in ihre Kurve zog. Fahnen und ein wenig Pyro sind definitiv mehr, als ich erwartet hätte. Fußball lebt durch seine Fans! Sogar vier Gästefans waren vor Ort. Das Tor des Tages habe ich noch gesehen, aber danach wurde das Spiel weitestgehend verquatscht. Der Sieg und die Mannschaft wurden dann noch mit einem kleinen Feuerwerk gefeiert. Das Wappen wurde wohl respektiert. Der Abend war lang und wurde größtenteils sehr lustig mit einem älteren einheimischen Paar in einer Bar verbracht. Keine Ahnung wie genau sich das ergeben hat, aber die Sprachbarriere mit schlechtem spanisch und schlechtem englisch wurde auch mit Zeichensprache und Alkohol ausgeglichen. Man muss auch einfach mal die "Reset-Taste" drücken. 






Santutxu FC - CA Osasuna

31.01.26 13:00 Santutxu FC - Club Atletico Osasuna 0:1 (0:0), Estadio Mallona, Division de Honor Juvenil Grupo 2, 192 Zuschauer

Spanien. Irgendwie ausgelutscht, aber immer noch mein Reiseland Nr. 1. Zumindest von der Anzahl der Flüge. Die U19 der launischen Diva hat im Gegensatz zu den Millonarios die nächste Runde auf europäischer Bühne erreicht. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und im Baskenland war ich noch nicht. Euskadi ich komme. Pia hatte auch Bock auf Sonne und Fußball und so musste ich nicht alleine reisen. Sonne war anfangs schwierig und so musste sie erstmal mit mir und Fußball klar kommen. Der ursprüngliche Plan für Samstag war Osasuna. Die Ticketbeschaffung dafür gestaltete sich aus technischen Gründen schwierig. Schlussendlich hatte ich auch gar keinen Bock mehr darauf. So toll Futbol in La Liga auch sein mag. Diese beliebig austauschbaren Arenen, die genauso auch in Augsburg oder Mainz stehen könnten mit bestenfalls trostloser Stimmung geben mir einfach nix. Zweite Liga in Burgos oder 1-3 Grounds in Bilbao waren die Alternativen. Um den Mietwagen kennen zu lernen fuhr ich gut zehn Kilometer durch die Gegend und kam ganz zufällig an einem Sportplatz vorbei. Noch viel zufälliger herrschte dort reges treiben, weil auf diesem Platz gleich ein Fußballspiel stattfinden sollte. Ein Spiel der höchsten Jugendliga auf einem Platz mit Tribüne. So ein glücklicher Zufall aber auch. Ein ungleiches Duell in der höchsten Liga der spanischen U19 Mannschaften, die in sieben Gruppen unterteilt ist. Die Gäste aus Pamplona spielen im Herren Bereich nämlich in der Primera Division, während Santutxu (geiler Name) lediglich in der sechsten Liga spielt. Santutxu ist ein Stadtteil von Bilbao und zählt laut Wikipedia zu den drei Vierteln mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Europa. Trotz der hohen Dichte an Menschen öffnete niemand die Cantina, die es bestimmt irgendwo gegeben hätte. Schade. Das Spiel war nicht schlecht, aber ich freundete mich immer mehr mit dem logischen 0:0 an, als der Ball nach einem satten Schuss vom Eck des 16ers im Netz einschlug. Was mir gefiel, war dass das Spiel härter war, als man es vom Jugendfußball in Deutschland kennt. Der Schiedsrichter ließ viel laufen, was ich in Anbetracht der Tatsache, dass die Jungs bald in den Herrenbereich wechseln richtig finde. Nach dem Treffer wurde die Partie nicht nur intensiver, sondern auch nickliger und da hätte der Unparteiische dann durchaus etwas härter pfeifen können. Aller Anfang ist schwer, aber es sollte besser werden und deshalb wurde auf ein Spiel der 7. Liga verzichtet und stattdessen lieber entspannt im Hotel eingecheckt und die ersten Meter in Bilbao gelaufen, sowie die ersten Cervezas laufen lassen.





Mittwoch, 28. Januar 2026

Eintracht - Tottenham

28.01.26 21:00 Eintracht Frankfurt - Tottenham Hotspur 0:2 (0:0), Waldstadion, Champions League, 58.000 Zuschauer

Es läuft momentan nicht viel zusammen. Die Jungs haben gut darauf hingearbeitet, dass wir keine Spiele unter der Woche mehr haben. Das finde ich persönlich gar nicht so schlimm, denn das ist immer stressig, kostet Geld und Urlaub. Aber es hat nun mal auch den unschönen Hintergrund, dass wir aus dem Pokal und der Champions League ausgeschieden sind. Einige Plätze blieben heute leer, aber weniger als befürchtet. Das letzte internationale Spiel in der Champions League für unbestimmte Zeit wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Der scheiß Gegner aus England sorgte nicht für Vorfreude und ich hatte eigentlich keine Lust und wenig Motivation. Die Scheich und Multi Clubs auf der Insel und ihre Fußballkonstrukte interessieren mich exakt 0,0 und ich hatte auch gar nicht auf dem Schirm, dass Kohle Muani bei den Grillhühnchen spielt. Warum die pickeligen Arschgeburten im Gästeblock überhaupt auswärts fahren, wenn sie ihre paar restlichen Zähne net auseinander bekommen, verstehe ich auch nicht. Aber die Eintracht spielt und so heißt es hin da. In den Stadtwald, ins Waldstadion. Belohnt wurde man mit einer guten Stimmung. Es hat Spaß gemacht! Sportlich ist mit nur zwei Gegentoren auch ein Aufwärtstrend erkennbar. Negativ aufgefallen sind mir die „Hurensohn“ Gesänge gegen Kohle. Das geht gar nicht! Auch wenn ihr Ruf nicht immer der Beste ist, sind Huren doch auch nur ehrliche Arbeitskräfte. Kohle und ehrlich? Franzosen und Arbeit? Merkt ihr selbst, oder?


Sonntag, 25. Januar 2026

EC Bad Nauheim - Kaufbeuren

25.01.26 18:30 EC Bad Nauheim - ESV Kaufbeuren 0:2 (0:0, 0:1, 0:1), Colonel Knight Stadion, DEL 2, 3.546 Zuschauer

1946-2026. 80 Jahre Eishockey in Bad Nauheim. Ob als VfL Bad Nauheim, Rote Teufel oder EC Bad Nauheim. Seit Beginn spielt der Vizemeister von 1948, Zweitliga Meister 1959 (so ein Zufall) und Oberliga Meister 2013 an Ort und Stelle zwischen Kurpark und Großem Teich. Wie recht Colonel Paul Rutherford Knight mit seiner Aussage „Die Amerikaner werden eines Tages gehen, aber das Eisstadion wird der Stadt Bad Nauheim erhalten bleiben.“ doch hatte. Zur Feier des Tages gab es eine Choreo im 100 Tage Stadion zu Nauheim und es wurden mit Thomas Barczikowski und Steffen Michel zwei verdiente Spieler in die Hall of Fame aufgenommen. Das Spiel gegen den Tabellenletzten musste man nicht verlieren, aber wie das Empty Net Goal am Ende gut zeigt, hätte man auch mit 12 Spielern über 120 Minuten spielen können und hätte nicht getroffen. Immer vorwärts ECN!




Samstag, 24. Januar 2026

Eintracht - Hopp

24.01.26 15:30 Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim 1:3 (1:0), Waldstadion, 1. Bundesliga, 58.500 Zuschauer

SG Eintracht Frankfurt, FC Barcelona, SV Werder Bremen, AC Mailand, Düsseldorfer SC und Hoffenheim, alles große Traditionsvereine, die stolz auf das Gründungsjahr 1899 zurückblicken. Alles Vereine, die volle Trophäenschränke vorzuweisen haben, auf der ganzen Welt bekannt sind und von unzähligen treuen Fans begleitet werden. Frankfurt, Barcelona und Mailand mögen vielleicht die bekanntesten Städte und Vereine der Aufzählung sein, aber Badischer Pokalsieger, Vize Meister der Regionalliga Süd oder Meister der Verbandsliga Baden war nur einer. Selbstverständlich war die Freude riesig, diesen Club im Waldstadion begrüßen zu dürfen und Teil dieses Events sein zu können. Begleitet wurde die Vorfreude natürlich auch von Angst. Angst, dass die Horden aus Zuzenhausen das gesamte Waldstadion einnehmen könnten wie einst die Massen aus Wolfsburg. Am Ende waren aus dem Bundesland mit der hässlichsten Hauptstadt, dem beschissensten Dialekt und den schlechtesten Autofahrern aber gar nicht so viele Wilde im Stadion und so wild waren diese paar missgebildeten von Dietmar bezahlten Hackfressen auch gar nicht. In BaWü nur der der SV Waldhof Mannheim. Wenn am 26.04.1940 ein bestimmtes Kind nicht geboren worden wäre, gäbe es heute definitiv einen Bundesliga Startplatz mehr für einen richtigen Fußballverein. Verrückt und traurig, wie sehr einzelne Menschen Dinge zum Negativen verändern können. Schluss mit Dummbabbel. Natürlich ist Hoffenheim Dreck und ich bin fest davon überzeugt, dass die das selbst wissen. Als Fan geht man aber weder wegen irgendwelcher Spieler noch wegen des Gegners ins Stadion, sondern für den eigenen Verein/die große Liebe. Die einen immer, andere nur öfter oder auch weniger oft. Allerdings auch gegen Hoffenheim. Die TSG SAP Hoppenheim hat in diesem Jahr 5:1 gegen das Fallobst aus Mönchengladbach und 1:0 gegen die Pillen gewonnen. Die stehen auf Platz 3, mit dem wir letztes Jahr die Saison beendet haben. Da will ich gar nicht mehr hin, aber noch weniger will ich, dass die da stehen, denn die gehören nicht in die CL. Die gehören ja nicht mal in den Profifußball. In der Hinrunde haben wir 5:0 im Pokal gewonnen und Bremen mit 4:1 nach Hause geschickt, bevor wir 3:1 beim Sinsheimer Müll gewonnen haben. In diesem Jahr gingen dem Aus in der CL mit dem 2:3 in Baku ein 3:3 in Bremen, ein 2:3 in Stuttgart und ein 3:3 gegen Dortmund voraus. Gefühle sind meist Scheiße, da sie das rationale Denken erschweren, aber man kann sie nicht beeinflussen und mein Gefühl ließ heute keine Gedanken außer Sieg zu. Ich war optimistisch. Zu optimistisch. Gefühle sind Blödsinn, sag ich doch. Die erste Hälfte war für die aktuelle Situation echt gut und auf die 1:0 Führung zur Pause hätte man aufbauen können. Hätte man. Man kann aber auch wieder völlig zusammenbrechen, das Spiel einstellen und sich innerhalb von 13 Minuten erneut und zum fünften Mal in Folge drei Gegentore einschenken lassen. Ich hätte gar nix gegen drei Gegentore gehabt, solange wir mindestens eins mehr geschossen hätten. Die Unsicherheit zieht sich aber von ganz hinten nach vorne durch. In guten wie in schlechten Zeiten, steh'n wir stets zu dir. Ob Niederlage oder Sieg, deine Fans sind immer hier. Eintracht!


Sonntag, 18. Januar 2026

EC Bad Nauheim - DEG

18.01.26 16:00 EC Bad Nauheim - Düsseldorfer EG 2:3 (OT), Colonel Knight Stadion, DEL 2, 3.341 Zuschauer

Düsseldorf wirbt gerne mit dem Begriff Sportstadt für sich. Wenn man an einen dort beheimateten Fußballverein und Sascha Rösler oder den alten Sack denkt, hat man da aber eher unsportliches im Kopf. Heute geht es aber nicht um Fußball. Die Kuvencracks der DEG sind nach den Tischtennis Göttern der Borussia gleichauf mit den Fußballern von TuRU, dem VfL Benrath und der Zwoten der zweit beliebteste, erfolgreichste und bekannteste Verein in Düsseldorf. Noch vor den Handballern der HSG und weit vor dem Rhein Fire Müll und der Fortuna. Ich bin kein großer Eishockey Kenner und auch kein wahrer Fan, habe aber mit den roten Teufeln aus Bad Nauheim einen lokalen Verein in die Wiege gelegt bekommen. Ein lokal war ich auch lange in NRW‘s Hauptstadt und deshalb war es mir eine Freude heute zwei lieb gewonnene Gesichter aus der Hooligan Szene der DEG in der schönen Wetterau und der schönen Kurstadt zu begrüßen. Dem einen steht sein 80er Jahre Pornostar Schnäuzer hervorragend und der andere hätte auch gerne Bartwuchs. Das Leben ist nicht fair, aber ich liebe euch Beide. Liebe geht durch den Magen und dafür sind Äppler und Hessen-Caipi sehr gut zu gebrauchen. Sowas feines habt ihr bei euch gar net. Den Support fand ich heute leider beidseitig ziemlich schwach. Die frühe Führung der Düsseldorfer wurde verdienterweise ausgeglichen. Das scheiß Ding zum 1:2 musste nicht sein und kurz vor Schluss fiel das umjubelte 2:2. Gastgeschenke in der Verlängerung sind eine nette Geste und Nauheim kann es sich leisten, schließlich führen wir im direkten Vergleich trotzdem gegen die DEG. Ick freu mir auf drölf Altbier mit euch in der kack Turnhalle in Rath und auf den Auswärtssieg. ECN! Es war eine gute Zeit im Exil im schönen Düsseldorf und eines wird mich auch immer mit Düsseldorf verbinden, der Hass auf Köln. Scheiß Köln! Düsseldorf ist eure Hauptstadt, ihr Bauern. Im Eishockey geht aber nix über den Kurstadtverein! Abschließend noch eine Frage. Was lernt man in der Schule schon?


Freitag, 9. Januar 2026

Eintracht - Dortmund

09.01.26 20:30 Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 3:3 (1:1), Waldstadion, 1. Bundesliga, 59.500 Zuschauer

Neues Jahr, neues Glück beim berühmten Spiel namens "dann schlagen wir halt den scheiß BVB". Glück? Glück muss man sich verdienen und ein großer Verdienst ist der Verkauf von Wahi. Dieser Abgang ist an und für sich schon mal eine sehr gute Verstärkung des Kaders. Für den Job, den Wahi eigentlich hätte ausführen sollen, haben die Herren der Vereinsführung aber zudem noch Verstärkungen geholt. Ich war tatsächlich gespannt ob die Jungs gleich spielen und liefern würden. Dortmund kam fünf Plätze besser als Tabellen Zweiter zum Jahresauftakt nach Frankfurt. Ne Momentaufnahme, denn keiner wird anzweifeln, dass wir die Größten sind. Den Termin am Freitag Abend finde ich bei Heimspielen gut, aber neben dem Nachmittagsspiel unter der Woche in Stuttgart müssen wir demnächst auch in Bremen und Berlin freitags ran. Das ist für'n Arsch und bedeutet drei Tage Urlaub für drei Bundesligaspiele oder Verzicht. Viele wird diese Terminierung buchstäblich krank machen. Was bei den Temperaturen, dem Schnee oder Regen und der Glätte auch gar nicht mal so weit hergeholt ist. Was ich bei so einem Flutlichtspiel vermisse, sind die Flutlichtmasten des alten Waldstadions. Wie bei meinem vierten Spiel im Jahr 1995, einem 3:4 gegen den BVB. Köpke, Binz, Komljenovic, Bindewald, Roth, Bommer, Schupp, Falkenmayer, Okocha, Raufmann und Ekström spielten damals für die Eintracht. Klos, Sammer, Kohler, Cesar, Reuter, Zorc, Judas, Ricken und Herrlich für Dortmund. Ich sehe diese Spieler heute noch genau vor mir. Nur Berger und Kree von Dortmund hatte ich nicht mehr so auf dem Schirm. Früher war vielleicht nicht alles besser, aber ganz bestimmt auch nicht schlechter. Ich glaube nicht, dass ich von der heutigen Eintracht Mannschaft außer Götze, Knauff, Theate und Kristensen irgendwen erkennen würde, wenn sie neben mir stünden. Bei Dortmund kenne ich zwar 9 von 11 Namen, habe dazu aber nicht ein Gesicht vor Augen. Früher waren die Spieler meist Helden, Idole und Persönlichkeiten. Heute sind es größtenteils austauschbare Söldner und Millionäre. Damals habe ich den Fußball geliebt. Heute liebe und hasse ich ihn fast gleichermaßen. War ich da einfach nur jung und naiv oder war der Fußball damals tatsächlich ehrlicher, authentischer und weniger korrupt und durch Geld verdorben und in den Hintergrund gedrängt? Alter Mann. Zurück ins Jahr 2026. Mit Ebnoutalib spielte ein Neuzugang von Beginn an und traf, Kalimuendo wurde eingewechselt und bereitete vor. Echghouyab und Kosugi blieben auf der Bank. Ein gut und einfach gespielter Ball brachte dem BVB mit dem ersten Torschuss gleich das erste Tor. Typisch für diese Saison. Weniger typisch, dass es erst in der zehnten Minute passierte. Wir waren aber da und Uzun besorgte per Foulelfmeter den Ausgleich. Bis auf einen im Strafraum herumirrenden Santos, einen Dortmunder Schauspieler und in dieser Saison bislang vermissten Zweikämpfen, passierte nicht mehr viel bis zur Pause. In der zweiten Hälfte waren wir richtig stark. Dortmund schaffte aber mit einem abgefälschten Schuss und dem Pfosten die erneute Führung. Ebnoutalib, der schon einige starke Situationen hatte, konnte mit einer guten Aktion aber schnell ausgleichen. Ich hatte es im Blut, dass noch was geht und sollte recht haben. Ein Schuss von Dahoud klatschte vom Pfosten ins Tor. Ja, ja, Jaaaaa! Das 3:2 in der Nachspielzeit. Geil! Die Lutscher in den hässlichen Trikots sind aber keine Schülermannschaft und drückten wild in Richtung Santos. Ein verkackter Ball ging dann auch rein. So eine verfickte Scheiße. Ein richtig gutes Fußballspiel, sechs Tore, ein Punkt gegen einen starken Zweiten, Moral bewiesen und trotzdem fühlt es sich wie eine Niederlage an. Wenn du in der 92. Minute in Ekstase den Führungstreffer bejubelst, dann willst du halt den scheiß BVB schlagen. Kopf hoch und weiter so! Nach einem Absacker im Eck war ich zwar erst nachts zu Hause, hatte aber noch das ganze Wochenende vor mir. Heimspiele könnten von mir aus immer freitags sein.


Samstag, 3. Januar 2026

Amiens SC - AS Nancy

03.01.26 20:00 Amiens SC - AS Nancy Lorraine 1:2 (0:2), Stade de la Licorne, Ligue 2, 7.664 Zuschauer

Das Abendspiel auf dem Rückweg in Belgien fiel wie erwartet dem Wetter zum Opfer. Mit nur einem Spiel gibt sich eine Horde Fußballtouristen aber nicht ab. Also wurde noch ein Umweg in Richtung Ärmelkanal eingelegt, um ein weiteres Spiel in Frankreichs zweiter Liga zu schauen. Durch diverse Staus wurde es knapp mit dem Anpfiff. Durch ein geschicktes Manöver bei der Parkplatz Wahl waren wir allerdings pünktlich drin und das für faire 5 europäische Geldeinheiten. Das Einhornstadion ist aufgrund seiner Dachkonstruktion bekannt. Von außen wirkt es wie ein Hallenbad. Innen fragt man sich, was sich der Architekt dabei gedacht hat und wer das abgenickt hat. Es kann ja täuschen, aber den Zweck vor Regen zu schützen scheint dieses Dach nicht zu erfüllen. Zumindest ist es Windgeschützt und wirkt modern. Letzteres ist wahrscheinlich am wichtigsten. In der Heimkurve hing ein „RIP Christian“ Banner, ansonsten blieb sie komplett leer. Ein paar der Kurven Jungs waren aber inkognito auf der Tribüne. Der Gästeblock war allerdings überraschend gut gefüllt und besonders im ersten Durchgang auch sehr gut aufgelegt. In der zweiten Hälfte haben sie sich oder ihre hässlichen Saarländischen Freunde meiner Meinung nach teilweise zu sehr selbst gefeiert. Das Spiel war ganz unterhaltsam und gefiel mir spielerisch besser als das Topspiel vorher, auch wenn hier nur der 14. gegen den 15. kickte. In der ewigen Tabelle der ersten Liga steht Nancy immerhin auf dem 24. Platz. Amiens schafft es da lediglich auf Platz 60, aber dafür im Unterhaus auf die 9. Heute dürften die Hausherren wohl in so ziemlich allen Spielstatistiken besser dastehen. Das bringt einem nur nix, wenn das Ergebnis anders aussieht. Mit Heineken hätte ich mich zwar halbwegs anfreunden können, entschied mich aber für einen zehnprozentigen neuen Check-in. Die Merguez und Fritten waren überfällig um den Hunger zu stillen, aber kein Genuss. Nun fehlen mir nur noch 14 von 18 in der Ligue 2 - Angriff. Nicht. Es reicht dann wohl erst mal wieder mit Frankreich. 1250 km als Beifahrer und 500 km als Fahrer für zwei Zweitligaspiele, bei denen man nix mit den Vereinen zu tun hat. Von den Städten hat man ebenfalls nix gesehen und um was außerhalb der Stadien zu essen war natürlich auch keine Zeit. Alleine wär mir das nix, aber mit der Gruppe war es top. Das kannste aber keinem normalen Menschen erklären. Auf jeden Fall war ich froh, nach 27 Stunden auf den Beinen ins Bett zu kommen. Merci copains.