Sonntag, 29. März 2026

Haguenau FCSR - Blois Football

29.03.26 15:00 Haguenau FCSR - Blois Football 2:4 (1:2), Parc des Sports Haguenau, National 2 Groupe B, 400 Zuschauer

Von Colmar nach Frankfurt fährt man quasi über Straßburg. Die Stadt kann man sich auch durchaus mal angucken, wenn man noch nicht hier war oder der Besuch ne Ewigkeit her ist. Von Straßburg fährt man dann fast zwangsläufig an Haguenau vorbei und wenn dort zufällig ein Fußballspiel stattfindet, wären wir ja doof nicht mal einen kurzen Stopp einzulegen. Der Football Club Sports Reunis Haguenau spielte mal in der zweiten Liga und konnte dreimal den Coupe d’Alsace gewinnen. Den Eintrittspreis konnte man selbst bestimmen - interessantes Konzept. Nach dem 0:0 gestern wurde heute in der gleichen Liga ein unterhaltsames Spiel mit sechs Toren geboten. Das extrem frühe 1:0 für die Hausherren wurde noch vor der Pause gedreht und nach einem Platzverweis für Haguenau stand es bis zur 90. Minute 1:3, ehe beide nochmal trafen. Das dritte Spiel des Wochenendes mit einer großen Tribüne. Brauchbar und nett anzusehen, aber irgendwie war es ehrlicherweise doch auch einfach ein Lückenfüller fürs Hopperschwein. Die fehlende Begeisterung konnten weder das gute Bier noch die abscheuliche Wurst wettmachen. Früher war mehr Lametta. Haken dran und heim.





Samstag, 28. März 2026

SR Colmar - FC Dieppe

28.03.26 18:00 SR Colmar - FC Dieppe 0:0, Colmar Stadium, National 2 Groupe B, 400 Zuschauer

Auf einem Bein und so, also fix über die Grenze. Colmar liegt ziemlich genau zwischen Basel und Straßburg und ist die drittgrößte Stadt im Elsass, sowie die Hauptstadt des Departements Haut-Rhin in der Region Grand Est. Colmar gilt mehr oder weniger als Geheimtipp für Städtereisen. Mehr Tipp als Geheim. Neben dem Münster bietet die wunderschöne Altstadt in ihren teils engen und verwinkelten Gassen zahlreiche Häuser aus dem Mittelalter und der Renaissance, die der Altstadt ihren Charakter geben. Colmars Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert, noch wertvoller wird der Besuch aber natürlich durch ein Fußballspiel im Colmar Stadium. Der 1920 gegründete Sports Reunis Colmar ging 2016 insolvent und wurde als Stadium Racing Colmar neu gegründet. Mit der Division 1 und der Gauliga Elsaß spielte Colmar in den höchsten Ligen in Frankreich und Deutschland. Vor der Insolvenz kickten sie in der dritten Liga und aktuell haben sie sich wieder bis in die vierte Liga hochgearbeitet. Neben der Zugehörigkeit in der ersten Liga zählen vier Titel als Elsässischer Amateurmeister und das Halbfinale des Französischen Pokals als größte Erfolge. Das heute war kein typisches 0:0, denn auch wenn es ein schlechtes Spiel war, gab es doch einige Torchancen und bei manchen fehlte auch einfach nur das Glück. Bei anderen aber auch das Können. Können zeigten die Spieler auch bei einigen guten Spielszenen. Es gab aber auch Szenen, die zum Vergessen waren. Katastrophale Fehlpässe, Stoppfehler und Tritte auf den Ball mit küssen des Bodens. Trotz einer frühen roten Karte und der schlechteren Platzierung war Colmar die tonangebende Mannschaft. Manchmal braucht es halt einfach einen Knipser und da nicht jeder einen Fußballgott wie Wahi im Kader hat, enden manche Spiele leider torlos. Nach einem Bier war es mir zu kalt und ich stieg auf Glühwein um. Die Merguez mit Senf und roter Sauce schmeckte zu beidem gut, aber ich frag mich, was davon so scharf war. Ein Lob übrigens an die Menschen hier. Ich bin nicht unbedingt der größte Franzosen Freund, aber die Leute hier waren freundlich und honorierten den Versuch der wenigen französisch Brocken mit Antworten auf deutsch und englisch. Bei allem Leid und Ärger, den man mit Frankreich und den Franzosen hat, muss das auch mal erwähnt werden. Was mir hier aber negativ aufgefallen ist, war die fehlende Gleichberechtigung. Frauen mussten nämlich im Gegensatz zu Männern keinen Eintritt zahlen. Ich will mir gar nicht ausmalen, was in einem solchen Fall in Deutschland los wäre. Dort gibt es ja nicht nur diese zwei Geschlechter wie im Mittelalter, sondern unendlich viele. Außerdem kann man sich dabei auch gar nicht festlegen und anders behandeln darf man sowieso niemanden. Vielleicht stecke ich diesen Missstand der Stadionsprecherin des FC Sankt Pauli, die dann sofort mit Flinten zum Kampf der intergalaktischen EinhörnerInnen gegen das Patriarchat aufrufen wird. Dann heißt es Adieu Frankreich.






Freiburg - Eintracht U19

28.03.26 14:00 SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 2:0 (2:0), Möslestadion, U19 Nachwuchsliga - Liga B / Gruppe D, 150 Zuschauer

Das Möslestadion im Stadtteil Waldsee war von 1922 bis 2000 die Heimat des Freiburger FC. Der Rekordbesuch beim Spiel des deutschen Meisters von 1907 gegen den 1. FC Nürnberg stammt aus dem Jahr 1956 und liegt bei 25.000 Zuschauern. Heute sind nur noch 5.468 Besucher zugelassen, die aber auch bei weitem nicht mehr kommen werden. Bis 2021 spielten dann die Frauen und die Zwote der Fahrradfahrer im Möslestadion, aber seit dem Wechsel der Ersten ins neue Stadion sind die beiden Mannschaften ins Dreisamstadion gewechselt und im Mösle spielt nur noch die Jugend. Freiburg im Breisgau ist mit 240.000 Einwohnern die südlichste deutsche Großstadt. Nach einem kurzen Marsch durch die Universitätsstadt mit Münster, Schwabentor, Bächle, historischem Kaufhaus und dem Freiburger Krokodil weiß man, dass es hier sehr viele seltsame Menschen gibt. Ich würde fast wetten, dass Freiburg Grün regiert ist bei den ganzen Ökos. Pünktlich zum verspäteten Anpfiff fing es an zu regnen. Einem Jungen wird das herzlich egal gewesen sein, denn scheinbar war hier vorher ein Spiel oder Turnier und er wurde vom VfB Stuttgart "verpflichtet". Der 11er der Freiburger war richtig stark, was man von der Stadionsprecherin nicht behaupten kann. Dafür dass ihre Stimme mit den Boxen nicht wirklich gut harmonierte kann sie nichts, aber halbwegs fehlerfrei Sachen abzulesen oder sich nicht jeden Satz zusammenstammeln zu müssen darf man auf einem solchen Posten schon erwarten. Fremdschämen im Eintrittspreis inkludiert. Der 11er wirkte wie erwähnt echt stark, aber vielleicht stach er auch einfach heraus, weil er Normalform zeigte. Länderspielpause und Abstellungen hin oder her, das war ein richtig schwaches Spiel von beiden Mannschaften. Ich würde zwar behaupten, dass wir sogar mehr Ballbesitz und Spielanteile hatten, aber dabei kam einfach Nullkommagarnix rum. So brachten der schöne Treffer des 11ers und ein gut geschossener Elfmeter, bei dem unser Schnapper richtig unterwegs war, die verdiente Niederlage. Platz 5 von 7 in unserer Gruppe der B- und somit zweiten Liga hinter Rot Weiss Walldorf, SGV Freiberg und 1860 München sind keine gute Werbung für unsere Jugendarbeit und den höchsten Jahrgang als deren Aushängeschild. Das darf nicht der Anspruch von Eintracht Frankfurt sein und da gibt es nix schönzureden. Der FSV Frankfurt machte es beim Sieg im Parallelspiel in der Regionalliga bei Freiburg II gegenüber im Dreisamstadion besser. 





Mittwoch, 25. März 2026

Aasche Usthem - Ober Beusem

25.03.26 19:30 SG Eichen-Ostheim AH - SG Ober-Beusem AH 4:0 (2:0), Kunstrasen am Waldsportplatz, Ü 35 Kreispokal Hanau, 25 Zuschauer

Revisit am Wochenteiler und Kunstrasen ohne Ausbau. Ich kennen jemanden, dem dabei ordentlich einer abgeht. Alt Herren Fußball... Damit assoziierte ich dickbäuchige, glatzköpfige alte Männer, die im englischen Stil den Ball wahllos nach vorne dreschen. Jetzt weiß ich net, ob ich den Alten Herren in meinen jungen Jahren unrecht getan habe, als sie vor nach oder parallel zu uns trainiert oder gespielt haben oder ob das damals einfach anders war. Heute bin ich nicht nur selbst alt, dickbäuchig und glatzköpfig, sondern die Spieler sind auch noch fit und können mit dem Ball umgehen. Ich war lange weg und es liegt in der Natur der Sache, dass ich von der Ersten keinen mehr kenne. Deshalb hatte ich mir das Spiel der Ü35 groß in den Kalender geschrieben. Schlussendlich waren zwei Leute dabei, mit denen ich in der Jugend die Stiefel beim KSV geschnürt habe. Bei den Alten Herren hat der KSV Eichen eine Spielgemeinschaft mit den Sportfreunden Ostheim. Ober-Beusem ist eine Spielgemeinschaft des SV Oberdorffelden und des FC Büdesheim. Eichen ist die erste Adresse für guten Amateurfußball in Hessen, weshalb die Hausherren natürlich der Favorit waren. Mit dem 1:0 in der ersten Minute machten sie das auch schnell klar. Die Gäste konnten aber ganz gut mithalten, obwohl Aasche/Usthem das Spiel machte und den Ball gut laufen ließ. Das 1:0 mit dem Anpfiff und das 2:0 mit dem Abpfiff. Ne runde Sache. In den zweiten 35 Minuten fielen ebenfalls zwei Tore, die aber von unter der Überdachung des Vereinsheims aus beobachtet wurden. Mit zwei befreundeten Auswärtsfans aus Ober und Beusem, sowie besseren und weniger guten Bekannten und Unbekannten wurde der Abend bei feinstem Dummbabbel und ein paar Apfelschorlen nämlich bestens verbracht. Es war einfach gut! Forza Aasche-Usthem! Holt euch den Pokal!


Sonntag, 22. März 2026

Mainz - Eintracht

22.03.26 15:30 1. FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 2:1 (1:1), Arena aufm Acker, 1. Bundesliga, 33.300 Zuschauer

Frankfurt liegt am Main, Mainz am Rhein. Frankfurt liegt in Hessen, Mainz in der „Pfalz“. Frankfurt hat eine gestandene und gewachsene Fanszene, Mainz immer wechselnde Studenten. Frankfurt ist ein erfolgreicher Traditionsverein, Mainz spielte jahrelang unterklassig. Es gibt keine Vergangenheit zwischen den beiden Vereinen. Es verbietet sich somit selbstverständlich von einem Derby zu sprechen. Lediglich die Entfernung ist nicht weit. Nennt es meinetwegen Nachbarschaftsduell. Die kommen ja nicht mal aus ihrem Loch raus und haben kein „Revier“. Entweder ist das Frankfurter Gebiet oder das der Kartoffelbauern. Man hasst Mainz nicht weil sie irgendetwas sind, können oder haben, sondern weil sie einfach nicht akzeptieren, dass sie Nichts sind, können und haben. Mainz ist bei eigentlich allen die ich kenne eines der unbeliebtesten Auswärtsspiele. Keine Heimkurve, ein verabscheuenswerter Stadionsprecher, der Baumarkt aufm Acker und gewinnen können wir da auch net. Scheiß Mainz. Liebe und Hass, wir sind krank vor Schmerzen, denn die Diva spielt vor entflammten Herzen. Feuer und Flamme, brennen - davon war auf dem Feld nix zu sehen. Aber hey, wenn der Trainer schon sagt wir sehen da immer schlecht aus, da muss man mit ner Niederlage rechnen und leben. Okay, aber dann bleibt doch bitte direkt daheim und erspart uns diese dämlichen Karnevals Kasper, diesen Haufen nicht ernst zunehmender Minusmenschen. Es fällt mir schwer zu sagen, dass Mainz besser war. Nicht nur weil es Mainz ist, sondern auch weil die einfach überhaupt net gut waren. Fakt ist aber leider, dass wir irgendwie noch schlechter gespielt haben, auch wenn die Statistiken beim Kicker für uns sprechen. Lügenpresse. Gerecht gewesen wäre eine Unentschieden ohne Punkte für Beide. Aber meine tollen Regeln will ja auch wieder keiner. Ab nach Hause, was auch dank der DB natürlich später als geplant wurde. Es bleibt die Hoffnung und der fromme Wunsch, nie wieder nach Mainz zu müssen. Aber die drei Punkte tun denen im Abstiegskampf leider ziemlich gut.


Sonntag, 15. März 2026

Eisspeedway Inzell

Ice Speedway World Championship - Max Aicher Arena Inzell

Die zwei Fußballspiele mit Beteiligung von Austria Salzburg und Wacker Innsbruck habe ich natürlich sehr dankend an- und mitgenommen, aber der ursprüngliche Grund weshalb ich hier unten war, ist Eisspeedway. Noch nicht gehört? Ich kannte es auch nicht, aber ein Kumpel hat davon erzählt und so ging es zu viert mit zwei alten Hasen, die schon seit Jahrhunderten hier runter fahren nach Inzell im oberbayrischen Landkreis Traunstein. Die Reifen der 500 cm³ Motorräder werden mit bis zu 130 maximal 28 mm langen Spikes versehen. Durch den enormen Halt der Spikes werden höchste Beschleunigungswerte, sowie die größten Schräglagen im Motorradsport erreicht. Über beide Räder sind zum Schutz der anderen Fahrer stabile Verkleidungen angebracht. Die Motorräder sind statt Bremsen mit Zündunterbrechern ausgestattet, die mit Schnüren am Handgelenk des Fahrers befestigt sind. Bei einem Sturz stehen die Motoren und auch die Antriebsräder somit sofort still. Früher wurde in Inzell auf einer offenen Natureisstrecke gefahren. Heute auf Kunsteis in der Halle. Das nach einem Bauunternehmer benannte Stadion ist Leistungszentrum für Eisschnelllauf und fasst 6.000 Zuschauer. Ich bin kein Motorradfahrer und kein großer Motorsportfan, aber das Zusehen hat echt Spaß gemacht. Die Irren heizen mit Durchschnittlich 90 km/h übers Eis und liegen in den Kurven auf dem Eis, als wäre es das normalste auf der Welt. Das ist echt beeindruckend. Da die Spikes dem Eis ordentlich zusetzen, wird die Bahn nach vier Rennen mit vier Fahrern über vier Runden von Traktoren hergerichtet. Nach 20 Rennen fahren die Fahrer auf den Plätzen 3-6 zwei Finalplätze aus, für das die beiden Bestplatzierten bereits qualifiziert sind. Das rein skandinavische Finale am Samstag gewann der schwedische Weltmeister Martin Haarahiltunen vor den Finnen Max Koivula und Heikki Huusko. Die deutschen Luca Bauer und Max Niedermaier verpassten das Finale. Der Sieger am Sonntag war der Schwede Niclas Svensson. Vor Luca Bauer, der in seinem Wohnzimmer Zweiter wurde. Der verletzte Weltmeister Haarahiltunen wurde Dritter, obwohl er nicht ins Ziel kam. Es kann sich durchaus immer mal lohnen, in andere Sportarten reinzuschnuppern. Ich bräuchte sowas zwar nicht ständig, werde es mir aber sicher nochmal ansehen und bestimmt auch Speedway ohne Eis.




Samstag, 14. März 2026

SV Seekirchen - Wacker Innsbruck

14.03.26 14:00 SV Seekirchen - FC Wacker Innsbruck 0:1 (0:0), Sportzentrum Aug, Regionalliga West, 1.050 Zuschauer

Die Stadt Seekirchen am Wallersee im Bundesland Salzburg hat rund 12.000 Einwohner und mit dem Sportverein Seekirchen einen Verein in der drittklassigen Regionalliga West. Heute war ein Feiertag im Ort, denn es kam der große FC Wacker aus Innsbruck. Die Geschichten über den Fußball in Österreich und seine Vereine würden mehr Seiten füllen, als auf dieser Welt je existieren werden. Insolvenzen, Konkurse, Namensänderungen, Fusionen, Neugründungen, Lizenzentzüge usw. sind quasi an der Tagesordnung und der FC Wacker geht dabei mit vorne weg. Was dem Verein aus Tirols Hauptstadt dabei immer gewiss war und ist, sind seine treuen Anhänger. Egal ob als Verrückte Köpfe oder Tivoli Nord. Die durften heute sogar auf die Tribüne, die sie zur Hälfte zugesprochen bekamen. Natürlich war der Support mit Gassenhauern wie „Von den grün-schwarzen Bergen kommen wir. Unsr'e Heimat ist das Polizeirevier“, "FC Wacker allez, du bist mein Verein. Egal wo du auch spielst. Du wirst nie alleine sein", "dem aus Frankfurt so ähnlich bekannten „Wir werden sterben für Euch“, den Klassikern „Innsbrucker Jungs, holt euch den Sieg für uns“ oder „Wir woll'n dieses Spiel heut gewinnen“, sowie dem mit Inbrunst gesungenen „Zusammen auf der Nord zu steh'n“ auch sehr ordentlich, lautstark, abwechslungsreich und für diese Liga einmalig. Dem Fernseh Fußball Konsumenten wird man das hier aber wohl nie nahe bringen können und ich hab mich heute ehrlicherweise selbst dabei erwischt, wie ich mir den Abpfiff ersehnt habe und dabei war das hier das Spitzenspiel des Tabellenführers beim Zweiten. Sportlich ist der österreichische Drittliga Fußball echt schwere Kost. Mit Kitzbühel, Kufstein, Pinzgau oder Bischofshofen ist die Liga zwar mit großen Namen gespickt, aber eben nur von Urlaubs- und Skiorten. Die Sonne schien in der ersten Hälfte zwar sehr schön, aber im zweiten Durchgang dominierte die Kälte. Es ist halt doch erst Mitte März, auch oder gerade im Salzburger Land. Da konnten einen auch die Leberkäs und Schnitzel Semmeln nicht erwärmen. Seekirchen war im ersten Durchgang die etwas bessere Mannschaft und in der zweiten Hälfte war es andersrum. Nach rund einer Stunde fiel dann das Tor des Tages. Glückwunsch nach Innsbruck und Respekt für das Durchhaltevermögen in den unteren Klassen.






Freitag, 13. März 2026

Austria Salzburg - Liefering

13.03.26 20:30 SV Austria Salzburg - FC Liefering 2:0 (0:0), Max Aicher Stadion, 2. Liga, 1.766 Zuschauer

In Salzburg nur die Austria! Es war im Jahr 2005 als scheiß RB in Salzburg einstieg. Umbenennungen und Sponsorennamen sind in Österreich an der Tagesordnung. In der Regel werden die Fans aber bedingt mit ins Boot geholt und elementare Dinge wie die Vereinsfarben bleiben unberührt. Anders war das bei RB und in Salzburg, wie die traurig legendären Worte „Keine Kompromisse. Das ist ein neuer Klub. Es gibt keine Tradition, es gibt keine Geschichte, es gibt kein Archiv.“ eindeutig klarstellten. 2006 startete die neue, alte Austria in der untersten 2. Klasse Nord und nach vier Aufstiegen war man zumindest wieder in der Regionalliga West. Dem Aufstieg in die Erste Liga (2. Liga) 2015 folgten finanzielle Probleme und der Absturz in die Salzburger Liga, bevor es 2025 wieder aus der Regionalliga in die zweite Liga hoch ging. In Salzburg nur die Austria. Ihre buckligen Freunde aus dem Saarland brauche ich aber nicht. Das heutige Spiel ist ein Nachbarschafts-Duell oder wie man es nennen will und zwar eins mit ordentlich Hass. Der FC Liefering war einst der USK Anif aus dem Salzburger Land, bevor es zur Übernahme als Farmteam für RB kam. Scheiß RB! Keine Akzeptanz für RB! Niemals! RB in Gänze boykottieren! Damit auch niemand auf die Idee kommt, dass Liefering ein eigenständiger Verein ist, haben sie neben dem Schmutz Logo auf der Brust auch Red Bulls auf dem Rücken, wo bei echten Vereinen der Name steht. Die Viola waren heiß. Schon als die Mannschaft zum Aufwärmen aufs Feld kam, wurden einige Fackeln angerissen und das Banner „Schlachthof Maxglan“ machte ebenfalls klar, was man von Bullenschweinen hält. Der Stadionsprecher zeigte mit Worten wie „Fans treffen auf Kunden“ ebenfalls seine Abneigung. Zu Schnitzel-Semmel und Bosna gab es selbstverständlich das einheimische Stiegl. Zu Spielbeginn wurde die passende Choreo zum Banner gezeigt. Zuerst wurde die Blockfahne mit dem Schlachthof präsentiert, dann kamen das "Fuck RB" Graffiti und der Schlachter mit dem abgetrennten Bullenkopf dazu. Als die Blockfahne wieder unten war, blieb der Schlachter und in Metzger Schürzen gekleidete Ultras zeigten eine feine Pyro-Show. Sehr gelungen. Top. Alle fünf Minuten verliebt sich ein Single bei Dingsbums und alle fünf Minuten wurde auch eine Fackel hinterm Tor präsentiert. Der Support war häufig gut laut und die Liedauswahl gefiel mir auch ziemlich gut. Was mir ebenfalls gefällt, sind Flutlichtmasten und davon gibt es hier gleich zwölf Stück. 12. Ein Dutzend. Die erste Chance des Spiels hatte die Austria, aber die Gäste waren auf dem Feld besser und aktiver. Mit dem 0:0 zur Pause konnte Salzburg gut leben. Schon in der 47. Spielminute hatte das Stadion Grund zum Jubeln und die Viola ging mit 1:0 in Führung. Das Spiel war nun ausgeglichener. Die Bullen waren spielerisch etwas besser, aber die Austria hängte sich gut rein. In der 90. Minute zappelte der Ball nach einem geilen Fernschuss aufs leere Tor erneut im Netz, nach nem Patzer vom vorne rumturnenden Keeper. Manchmal macht dieses Fußball richtig Spaß und manchmal stimmt auch noch das Ergebnis. Scheiß RB!