09.05.26 14:00 Fortuna Düsseldorf II - Wuppertaler SV 2:2 (1:1), Paul Janes Stadion, Regionalliga West, 1.174 Zuschauer
Kontakte pflegen. Freunde treffen. Die Strecke Frankfurt - Dortmund - Frankfurt - Düsseldorf ist der ganz normale Wahnsinn dafür. Die Heimat ist in Hessen, aber nach Düsseldorf zu kommen, bedeutet irgendwie auch nach Hause zu kommen. Mit der Fortuna habe ich nichts am Hut, aber die Zwote macht Spaß. Im Schatten der Stadtwerke im heimischen, angestammten Stadtteil Flingern spielt die Zwote wie die Erste es in der guten, alten Zeit getan hat im Stadion am Flinger Broich. Es wäre ja auch unvorstellbar, dass ein Düsseldorfer Verein seine Mannschaft im Kreis Köln spielen lässt. Wo gibt es denn sowas? Natürlich nirgendwo. Das würde keinem Vereinsoffiziellen, der bei klarem Verstand ist und auch nur einen Funken Vereinszugehörigkeit verspürt einfallen. Hier treffen sich dann auch diejenigen, denen der Fußball in der Bundesliga oder im Fall der Fortuna 2. oder 3. Liga zu abgehoben, kommerziell, unsportlich, eventisiert und weltfremd geworden ist. Die Vorstellung, dass die zweite Mannschaft seines Clubs dort spielt, wo die Wurzeln des Vereins liegen ist wirklich schön. Die Vorstellung, dass die U21 der Eintracht am Riederwald, in Bornheim oder zumindest in Frankfurt spielt hat schon was. Die Vorstellung, dass der Verein im Landkreis des hässlichen und unbedeutenden Rivalen in einem seelenlosen, abgeschiedenen Stadion spielt ist im Gegenteil dazu wirklich traurig. Zurück nach Flingern, wo der Stadion DJ wie man hört auch schon die Onkelz gespielt hat. Da hier beim Publikum musikalisch tote Hose herrscht, hat er dafür nicht nur Zustimmung bekommen. Campino Bonbons wurden übrigens aufgrund ausbleibender Nachfrage aus dem Sortiment genommen. Keine Ahnung wie ich jetzt darauf komme. Das Stadion sorgt bei mir immer wieder für gute Laune. Das erste tat zugegebenermaßen weh, aber danach machte auch das gezapfte Uerige Spaß. Ebenso die wirklich gute Bratwurst und das richtig geile Steak. Abgerundet wurde der Spaß von den guten Menschen und der Menschin. Spaß hatte auch der Typ in Lack und Leder, als er den Spielball zurück aufs Feld werfen wollte. Daran aber scheiterte und bewies, dass seine Motorradgang mit dem Sheriffstern einfach nichts kann. Spielerisch hervorheben möchte ich das 2:1, das ziemlich überraschend durch eine starke Einzelaktion fiel. Einen Rivalen im eigenen Stadion absteigen zu sehen ist etwas schönes. Schadenfreude gehört einfach zum Fußball dazu. Mit schwarzem Rauch zeigte auch der Gästeblock, was er davon hält. Nüchtern betrachtet ist der Wuppertaler SV aber ein Verein, der in die Regionalliga gehört. Deutlich eher als beispielsweise der SV Rödinghausen oder der SC Verl. Zu romantisch ist es aber auch im semi professionellen Fußball nicht mehr und in den fünf Regionalligen ist viel Müll vertreten. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel und bei 1 bis grob abgerundet 40 Alt und 1 bis 12 Kurzen war es ein feucht fröhlicher und richtig schöner und guter Abend. Danke für die gute Gesellschaft und auch für die Übernachtungsmöglichkeit beim Samba in Mettmann. Es war mir eine Ehre und ich komme wieder in die Landeshauptstadt.
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