Donnerstag, 22. August 2013

Qarabag Agdam (Baku/Aserbaidschan)

22.08.13 21:00 FK Qarabag Agdam - Eintracht Frankfurt 0:2, Tofiq Bəhramov Respublika Stadionu, Europa-League Qualifikation, 31.000 Zuschauer

Eintracht Frankfurt International - ein Traum wird wahr. Nachdem ich beim letzten Mal aus Kostengründen leider nur in Bröndby war, habe ich mir geschworen beim evtl. nächsten Mal möglichst alles mitzunehmen. Wo viele gerne nach Spanien, Italien oder England gefahren wären, hab ich von was exotischem wie Aserbaidschan oder Armenien geträumt, aber befürchtet, dass von dort niemand so weit kommt. Und dann bekommen wir mit Qarabag wirklich einen Verein aus Aserbaidschan. Geil, aber dann doch schnell die Ernüchterung. Da das Hinspiel auswärts sein sollte, war die Zeit extrem knapp, ein Visum auf normalem Weg eigentlich fast unmöglich und als mir die aserbaidschanische Botschaft das so bestätigte war der Drops eigentlich schon gelutscht, denn mal eben nach Berlin fahren war auch nicht möglich. Dann gab es aber doch gute Nachrichten, es sollte ein vereinfachtes Visa Verfahren geben und die Eintracht bemühte sich um einen Tagesflieger - perfekt. Das ganze zog sich aber in die Länge und als dann die fixen Infos kamen hatten wir schon den Freitag vorm Spiel. Den Tagesflieger konnte man nur vor Ort in Frankfurt buchen und ich hätte das aus Düsseldorf zeitlich nicht mehr geschafft, also schnell ne Karte bestellt und gehofft, dass noch Plätze frei bleiben und ich am Samstag aufspringen kann. Aber nein, wie erwartet war der Flieger voll. Also war selbst buchen angesagt. Da ich ja nun absolut nicht der Pauschalreise Typ bin war das natürlich auch meine erste Wahl und ich hatte zwischenzeitlich auch verhältnismäßig günstige Flüge für 450€ von Düsseldorf über Moskau gefunden, ABER das eigentliche Problem bei der ganzen Tourplanung war ja, dass mein Chef im Urlaub und ich mit der Notdienst Pflicht alleine in der Firma war. Zuerst hatte ich nur das Okay für den Donnerstag, deshalb das Warten auf den Tagesflieger der Eintracht. Als dann kurzfristig noch ein Flug gefunden war, bei dem ich von Mittwoch Abend bis Freitag Mittag weg sein sollte, bekam ich das Okay von Cheffe und der Flug war gebucht. Das kurzfristige Buchen und dieser möglichst kurze Reisezeitraum ließen dann leider keine günstigen Flüge zu und ich musste in den extrem sauren Apfel von 850€ beißen. Nach dem Bayernspiel hab ich dann die bestellte Karte abgeholt und die Vorfreude war unbeschreiblich.

Am Mittwoch nach der Arbeit hieß es dann schnell duschen, Rucksack schnappen und ab in Richtung Flughafen. Von Düsseldorf ging es völlig problemlos mit einer kleinen Propeller Maschine nach Riga. Dort traf ich dann auf zwölf weitere Frankfurter, von denen ich mit David auch einen kannte. Neun von uns hatten noch kein Visum und nur den Antrag und das Schreiben der Botschaft dabei, dass uns die Einreise erlauben sollte und auf das vereinfachte Visa Verfahren hinwies. Dummerweise gab es dieses Schreiben nur auf deutsch und die Mädels in Riga konnten damit rein gar nichts anfangen. Eine Zeit lang sah es wirklich so aus, als ob die Reise hier sehr frühzeitig vorbei sein sollte, denn der Flieger hatte durch uns schon über eine halbe Stunde Verspätung. Nach ewigem hin und her telefonieren mit Aserbaidschan und den Vorgesetzten ließen sie uns dann aber doch in die Maschine. Der Flug zog sich ziemlich, denn ich war hundemüde und konnte dank meines Sitznachbarn, der mindestens den halben Regenwald absägte und den unbequemen Sitzen so gut wie gar nicht schlafen. Als wir dann früh morgens in Baku ankamen ging alles völlig problemlos, nur der aufgefüllte Visumantrag war der Falsche. Die anderen Anträge lagen aber bereit und nach knapp zehn Minuten war die Einreise durch. Kurz Geld abgehoben und die ersten zwei Manat für ein willkommens Bierchen ausgegeben. Zu viert ging es dann mit dem Taxi in die Altstadt. Die anderen drei hatten ein Hotel gebucht und ich spielte mit dem Gedanken mir auch noch ein Zimmer zu nehmen um mich etwas hinzulegen und später die Vorzüge einer Dusche zu haben. Das Hotel fanden wir dann auch mehr oder weniger problemlos, nur kamen wir nicht rein. Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen bekamen wir dann aber direkt zu spüren, denn ein Nachtwächter kletterte durch ein halb offenen Fenster rein und öffnete uns mit einem völlig verpennten Typen die Tür. Geile Aktion. Vor zwölf gab es aber keine Zimmer und so war das Thema für mich auch schon wieder erledigt. In der Dämmerung starteten wir also eine kleine Besichtigungstour und es wurde glücklicherweise auch recht schnell hell. Und dann, morgens halb acht in Baku. Was macht man da so als deutscher Hopper oder Eintracht Fan? Na klar, erst Mal zum goldenen M. Unter Beobachtung von drei Sicherheitsfuzzis, die hier überall rum liefen, erfreuten wir uns an der Schreibweise der Burger, die einer Art Lautschrift gleich kam und bestellten. Mehr als zwei "Euroburger" gingen bei mir aber doch noch nicht rein. Für etwas Belustigung und erstaunte Gesichter sorgte hier noch der Gärtner, der den Rasen hakte. Soweit nichts besonderes, aber einen Quadratmeter Rasen eine Viertelstunde lang so zu bearbeiten muss man auch erst mal hinbekommen. Dann zog es uns ins 24 Stunde geöffnete "Araz Kafe". Zuerst gab es Tee und Kaffee, aber als noch ein paar weitere Frankfurter dazu kamen stieg ich auf Bier um. Als die anderen dann zu ihren Hotels aufbrachen machte ich mich auf zum Sightseeing. Die Altstadt gehört zum UNESCO Welterbe und kann mit einigen Moscheen, Palästen, Festungsgebäuden und ihrer Stadtmauer überzeugen. Dann führte mich der Weg am Baku Bulvar entlang des kaspischen Meers. Die Promenade ist als Park angelegt und hier befindet sich auch die Halle die für den Eurovision Song Contest gebaut wurde. Das Meer lädt nicht zum baden ein, da es zu sehr durch Öl verschmutzt ist, teilweise kann man den Ölfilm auch richtig gut erkennen. Da ich meiner Freundin unbedingt eine Karte schreiben sollte suchte ich dann in der Stadt mit meinem Google Maps Ausdruck nach dem Postamt und fragte mich durch. Englisch spricht hier aber so gut wie keiner und die Menschen sind so freundlich und hilfsbereit, dass einem leider auch jeder weiter helfen will der keine Ahnung hat. So schickte man mich vor, zurück, links und rechts bis ich dann erfolglos aufgab und zurück lief. Zumindest kam ich so auch in den Genuss einen kleinen Teil der Stadt zu sehen indem die Öl-Milliarden nicht ganz so ankommen. Über die Einkaufstraße mit ihren vielen Modegeschäften ging es dann noch zu den Flame Towers. Von hier oben hat man eine tolle Aussicht über Baku und gerade hier zeigt sich die Vielfältigkeit der Stadt. Direkt neben den modernen Flame Towers befindet sich ein sozialistischer Prachtbau und auf der anderen Seite eine nett anzusehende Moschee, direkt daneben wieder ein Park mit Monumenten und Denkmälern im sozialistischen Stil.  Dann ging es zurück zum Platz auf dem sich langsam die Frankfurter trafen. Mit Patrick traf ich hier dann auch noch jemanden von "per sempre" und nach Döner, Bier und Gebabbel ging es dann gemeinsam zur Metro und zum Stadion.



Von der Metro Station aus kommt man zur Gegentribüne die mit ihren Säulen sehr nett aussieht. Das Tofiq-Bəhramov-Stadion ist nach dem Linienrichter benannt, der England 1966 den WM Titel schenkte und nach zwei weiteren Bierchen ging es auch rein in das gute Stück. Das Stadion ist das Nationalstadion Aserbaidschans und wurde komplett saniert, hat eine Laufbahn und besteht komplett aus Sitzplätzen. Es gibt einen überdachten Rang, der sich, abgesehen von der Haupttribüne, um den Platz herum zieht. Die Haupttribüne steht separat und wird auf beiden Seiten durch Türme vom restlichen Rund abgegrenzt. Der Sieg für die Eintracht ist völlig verdient, auch wenn das mit Sicherheit keine überragende Leistung war. Qarabag hatte einfach nicht die Klasse vorm Tor für große Gefahr zu sorgen. Nur in der zweiten Halbzeit ließ es die Eintracht kurzzeitig etwas zu locker angehen und wir mussten etwas zittern. Alex Meier sorgte aber mit seinem zweiten Treffer dafür, dass es nicht zu lange dauerte. Das Stadion war ausverkauft und die Leute hatten auch Trikots der anderen Bakuer Vereine an und aserbaidschanische Flaggen dabei, für die war das eine Art Nationalspiel. Alle gemeinsam gegen die Deutschen. Bis auf etwas pöbeln war das aber völlig easy und friedlich. Bis auf einfache Qarabag Rufe, klatschen und pfeifen kam von der Heimseite sonst nichts. Eine richtige Fankultur gibt es hier einfach nicht. Der Stadionsprecher stachelte die Leute das ganze Spiel über an und versuchte sich als "Vorsänger", das war mega nervig, aber wenn das ganze Stadion mitzog war es zugegebenermaßen brutal laut! Wir waren mit mindestens 600 Leuten vor Ort, bei der Entfernung und den hohen Kosten schon extrem geil. Das hatte schon was von nem normalen Auswärtsspiel, nur eben irgendwo im nirgendwo. Unser Support war durchgängig, abwechslungsreich und laut. Wie ich finde ein absolut gelungener Auftritt, nur zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es ein kleines Loch, aber wir wollen mal nicht zu kleinlich werden. Es macht einen schon mächtig stolz seinen Verein international zu vertreten und außerdem macht es auch megamäßig Spaß! Auch wenn die Stimme fast weg war und der Kreislauf einem doch ein wenig zu schaffen machte hätte das Spiel noch ewig weiter gehen können. Nach dem Spiel bekamen wir noch eine Militärparade geboten und wurden von einigen einheimischen für unseren Support beglückwünscht. Eintracht Frankfurt International! Immer wieder gerne und überall. Mein Leben Dir vermacht, jeden Tag und jede Nacht!




Nach dem Spiel ging es vollgepumpt mit Glücksgefühlen zurück in die Stadt wo wir den Tag bei einem Bier und einem Dönerteller auklingen ließen. Für mich ging es dann mit dem Taxi zum Flughafen, an dem ich die Nacht mit etwas Schlaf verbringen wollte. Die Metallbänke haben zwar keine Armlehnen, ließen mich aber auch nur für ne gute Stunde mit Unterbrechungen schlafen. Die Ausreise klappte auch völlig problemlos und der Flug mit Azerbaijan Airlines nach Mailand wurde dann fast komplett verschlafen, eigentlich schade, denn hier gab es sogar zweimal Essen und Getränke. Nach 56 Stunden fast ohne Schlaf warteten zuerst die Dusche und dann das Bett auf mich und ich muss sagen, dass so ein Trip mich vor fünf Jahren noch weniger angestrengt hätte, man wird eben nicht jünger. Aber trotzdem habe ich für mich alles richtig gemacht. Mit dem Tagesflieger so ganz ohne die Stadt zu besichtigen wäre schon ärgerlich gewesen. Zuviel Zeit zum ausruhen bleibt jetzt nicht, denn am Sonntag geht es nach Braunschweig. Weiter, immer weiter.

Samstag, 17. August 2013

Eintracht - Bayern

17.08.13. 15:30 Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 0:1, Waldstadion, 1. Bundesliga, 51.500 Zuschauer

Da ich etwas zu spät war habe ich das Tor nicht gesehen, aber Bayern war in der ersten Halbzeit klar überlegen und hatte wesentlich mehr Spielanteile, ohne aber so richtig gefährlich vorm Tor zu sein. Das Tor fiel dann aber kurz vor der Pause auf unserer Seite und es stand 1:1. Eigentlich, denn Gagelmann und sein Linienrichter entschieden auf Abseits. Es war zwar eine enge, aber falsche Entscheidung und die Faustregel im Zweifel für den Angreifer zählt gegen die Bayern natürlich nicht. In der zweiten Halbzeit hatte die Eintracht dann mehr entgegen zu setzen und kämpfte gut gegen die Bayern und den Schiedsrichter an, der wie üblich, in jeder noch so kleinen Situation pro Bayern pfiff. Gute Torchancen waren Mangelware, aber kurz vor Schluss hätte es noch einen Elfmeter für uns geben müssen. Meier wird von Boateng im Strafraum umgeschubst, aber der Pfiff bleibt natürlich aus. Gegen die Bayern mit 0:1 zu verlieren ist keine Schande und von den Spielanteilen her geht der Sieg auch in Ordnung, keine Frage. Aber von den Schiedsrichtern gegen die Bayern jedes Mal beschissen zu werden tut weh und ohne die Fehlentscheidungen wäre mindestens ein Punkt drin gewesen. Geld regiert aber die Welt und Fußballverbände sind nun mal generell bestechlich. Die Stimmung unserer Nordwest in der letzten halben Stunde hat auf jeden Fall mal wieder richtig Lust auf mehr gemacht und mit der Leistung der Mannschaft kann man auch zufrieden sein. - Auf nach Baku


Sonntag, 11. August 2013

Bayer Leverkusen U19 / TuS Bösinghoven

11.08.13. 11:00 Bayer 04 Leverkusen U19 - VfL Bochum U19 4:3, Jugendleistungszentrum Kurtekotten, A-Junioren Bundesliga West, 200 Zuschauer

Das Jugendleistungszentrum von Bayer 04 liegt nicht in Leverkusen, sondern knapp hinter der Stadtgrenze in Köln, das ist schon eher ungewöhnlich. Der Hauptplatz bietet hier zehn Stufen auf einer Seite die mittig überdacht sind, das geht für einen Jugendplatz schon klar. Das Spiel war eigentlich recht unterhaltsam. Bochum ging durch einen ganz bösen Bock in Führung und erhöhte durch einen Foulelfmeter, bei dem ein Leverkusener mit Rot vom Platz flog, auf 2:0. Leverkusen konnte das Spiel trotzdem noch drehen und schoss auch zwei recht sehenswerte Tore. Ulf Kirsten, der unter den Zuschauern war, dürfte das gefallen haben. Trotz der sieben Tore und der Abwechslung war das irgendwie nicht so ganz mein Spiel, alles etwas zu "soft". Aber immerhin hab ich wieder was gelernt, denn hier darf man vier Mal auswechseln.


11.08.13. 15:00 TuS Bösinghoven - VfB Homberg 4:2, Sportplatz Windmühlenweg, Oberliga Niederrhein, 400 Zuschauer

Zusammen mit Teddy ging es dann zum zweiten Spiel des Tages. Der Sportplatz hier bietet absolut keinen Ausbau und der Kunstrasen macht das Ganze nicht besser. Da es aber ein Oberliga Ground ist kann man schon mal herkommen und die Zuschauerzahl war auch durchaus positiv. Die Wurst für zwei Euro geht in Ordnung und der halbe Liter Gerstensaft für 1,80 erst recht. Das Spiel war zwar nicht so unterhaltsam wie es die sechs Tore vermuten lassen, aber trotzdem in Ordnung und wie ich finde besser als der Kick heute morgen. Das 2:0 war ein sehenswerter Treffer. Ein langer Ball wird von einem Spieler mit der Brust abgelegt und der Torschütze haut das Ding aus dem Lauf mit voller Wucht ins Netz.



Freitag, 9. August 2013

SC Verl

09.08.13. 19:00 SC Verl - SC Rot-Weiß Oberhausen 0:1, Stadion an der Poststraße, Regionalliga West, 805 Zuschauer

Zusammen mit Dion ging es auf den Weg nach Ostwestfalen wo wir nach dem einen oder anderen Stau auch rechtzeitig ankamen. Das örtliche Stadion bietet eine überdachte Tribüne mit Sitzbänken und ein paar Sitzschalen in der Mitte über eine Gerade, auf den anderen drei Seiten befinden sich rundherum ein paar Stehränge. Zu Beginn gab es eine kleine Choreo auf der Heimseite. Zu dem Spruchband "Festung Poststraße" gab es eine "Blockfahne" auf der das Stadion abgebildet war und zudem wurden ein paar schwarze und weiße Fähnchen geschwenkt. Immerhin etwas und für eine so kleine "Szene" okay. Die rund 200 Oberhausener schwiegen anfangs, sorgten dann aber doch noch für etwas Stimmung. Dass man für Überwachungsaktionen nicht die Hilfe der NSA braucht zeigte sich hier auch ganz deutlich. Vier Uniformierte machten das ganze Spiel über nichts anderes als die Gäste aus der Sprecherkabine heraus mit Hilfe zweier Monitore und Ferngläsern!!! zu überwachen. Bei einem Viertligaspiel und vielleicht 40 aktiven Fans. Wir leben schon in einer verdammt kranken Welt! Das Spiel war in der ersten Halbzeit zum abgewöhnen, wurde dann aber in der zweiten Hälfte etwas unterhaltsamer. Nun ist dieses Verl endlich gefallen, aber mit Wiedenbrück und Lippstadt muss ich noch zweimal in diese Richtung um die West voll zu bekommen, allerdings sind da ja auch noch Essen und Bottrop, na dann auf.




Sonntag, 4. August 2013

BFC Dynamo

04.08.13. 16:00 BFC Dynamo - VfB Stuttgart 0:2, Friedrich Ludwig Jahn Sportpark, DFB Pokal, 9.227 Zuschauer

Nach dem Frühstück ging es von Magdeburg nach Potsdam um uns das Schloss Sanssouci und den dazugehörigen, riesigen Park Sanssouci anzusehen bevor wir weiter nach Berlin fuhren. Auf der Fahrt durch Berlin wurde mir wieder einmal klar, dass dieses Berlin nie meine Stadt sein wird, da gibt es doch unzählige Städte in Deutschland die mir besser gefallen. Am Stadion angekommen hieß es zuerst mal Parkplatzsuche und als das dann in einer Seitenstraße erfolgreich abgeschlossen wurde konnte es rein gehen. Eigentlich, denn zuerst wurden wir von den Cops, die natürlich von nichts Ahnung hatten, weitläufig ums ganze Stadion geschickt und nachdem wir dann noch in einer endlosen Schlange stehen durften war es auch kurz vor knapp als wir drin waren. Der Sportpark ist ein Leichtathletikstadion ohne Stehplätze. Die bunten Sitzschalen sind auf den Geraden überdacht und in den Kurven nicht. Die Haupttribüne hat als einzige zwei Ränge, außerdem gibt es hier ziemlich geile, dreieckige Flutlichtmasten. Zu Spielbeginn gab es eine Choreo aus weinrot-weißen Stoffbahnen und einem Spruchband "Biste Dynamo - Biste Berlin". Nichts besonderes, aber doch nett und das Spruchband war künstlerisch durchaus wertvoll. Dynamo legte gut los, machte Druck und störte Stuttgart früh, außerdem hatten sie Pech mit einem Pfostenschuss der zur nicht ganz unverdienten Führung geführt hätte. In der zweiten Halbzeit trafen die Gäste dann wie aus dem nichts, allerdings durch einen feinen Spielzug und es war klar, dass die durchaus mögliche Sensation ausbleiben sollte. Trotzdem gaben sich die Berliner nicht auf, auch nach dem 0:2 nicht. Respekt für diesen tollen Pokalkampf an die Spieler des BFC. Auf den Rängen war es so lala. Berlin fast ausschließlich mit Klassikern und einfachen Anfeuerungsrufen. Vor allem bei "Ein Schuss, ein Tor, Dynamo" wurde es teilweise zwar schon richtig laut, leider aber doch recht selten. Von Stuttgart habe ich auf meinem Platz nur zweimal etwas gehört. Ob es am weiten Rund und dem fehlenden Dach gelegen hat oder einfach daran, dass es nichts zu hören gab kann ich nicht sagen. Im Gästebereich verteilten sich geschätzte 1400 Leute, von denen aber nur knapp 300 zum aktiven Teil zählten, der Rest saß 90 Minuten regungslos da. In Cannstatt liegen Sein und Schein wohl etwas auseinander. Was noch erwähnenswert ist, ist die Anzahl der Module auf Seiten des BFC. Das das hier keine Kinder von Traurigkeit sind ist ja durchaus bekannt, aber die Anzahl an tätowierten Stiernacken mit ohne Haare hat mich doch überrascht, heftig.





Samstag, 3. August 2013

1. FC Magdeburg

03.08.13. 15:30 1. FC Magdeburg - FC Energie Cottbus 0:1, Heinz-Krügel-Stadion, DFB Pokal, 12.044 Zuschauer

Wie jedes Jahr stand auch dieses Mal wieder eine kleine Tour mit meiner Freundin zur ersten Pokalrunde an, das ist mittlerweile schon Tradition. Allerdings war bei der Terminierung klar, dass es nur zwei Spiele werden würden und so fiel die Wahl auf Magdeburg und Berlin. Nach einer Nacht im Hotel und nem ausgiebigen Frühstück stand die Stadtbesichtigung der Landeshauptstadt an und vor allem der Dom und das Hundertwasserhaus können einem dort gefallen, auch ein netter Kontrast zueinander. Danach ging es so langsam zum Stadion. Ein Neubau mit einem Rang und ausgebauten Ecken, Stehplätze gibt es nur in zwei Eckblöcken. Es gibt hübschere, aber auch wesentlich schlimmere Neubauten. Das Bier schmeckte beim ersten Schluck etwas gewöhnungsbedürftig, wurde aber nach und nach immer besser. Die Bratwurst war allerdings direkt vom ersten Biss an lecker. Zu Beginn gab es eine Choreo der Magdeburger. Bestehend aus einem Spruchband "An alte Tage denken und neue Ziele sehen", dazu eine Blockfahne die an den FDGB Pokal erinnerte, in dem die Magdeburger Rekordpokalsieger sind. Um die Blockfahne herum gab es zusätzlich noch blau-weiße Fahnen. Die Stimmung war wie ich finde sehr gut. Optisch gab es außer der Choreo zwar nicht viel, aber "Block U" war 90 Minuten am Singen, Hüpfen und Klatschen. Einige Lieder waren neu für mich, sehr melodisch und haben mir sehr gut gefallen. Das einzig negative ist, dass außerhalb von "Block U" nur selten mal jemand bei irgendeiner Aktion mitgemacht hat. Von den Gästen hab ich auf meinem Platz, in der Ecke neben dem Heimblock, nicht viel gehört. Allerdings waren die Jungs durchaus aktiv und boten einige Klatscheinlagen mit sehr hoher Mitmachquote. In der zweiten Halbzeit gab es hier auch noch eine kleine Pyro-Show. Das Spiel war nicht besonders gut, eigentlich ein typisches 0:0 mit leichten Vorteilen für die Gäste, die zu etwas besseren Chancen kamen. Bei Magdeburg lief offensiv nicht viel zusammen, fast keine Flanke fand einen Abnehmer und als die Spieler nach einer Abseitsstellung etwas zu lange meckerten nutzten die Cottbuser den Konter zum Siegtreffer. Wenn das Spiel in die Verlängerung gegangen wäre, wäre es wohl auch zum Elfmeterschießen gekommen und da ist bekanntlich alles möglich, so gab es aber leider keine Überraschung. Am Abend ging es zum Essen ins "Wenzel Prager Bierstuben" und das kann ich nur weiter empfehlen, sehr lecker dort!




Samstag, 27. Juli 2013

1.FC Heidenheim / SpVgg Bayreuth

27.07.13, 14:00 1.FC Heidenheim 1846 - SSV Jahn Regensburg 2:2, Albstadion, 3. Liga, 7000 Zuschauer

Nach dem Frühstück stand heute zuerst etwas Kultur auf dem Programm. Denn dort wo früher mal das größte römische Reiterkastell nördlich der Alpen war befindet sich heute das Limesmuseum Aalen. Nach einem Besuch dort ging es kurz nach Heidenheim in die Stadt und ab zum Ground. Das Stadion ist zwar neu, aber nicht zu protzig und deshalb in Ordnung. Ganz klassisch gibt es hier Sitzplätze auf den Geraden und Stehplätze hinter den Toren, außerdem Flutlichtmasten. Weniger klassisch ist, dass alles überdacht ist. Im Moment wird der Bereich zwischen der Heimkurve und der Haupttribüne ausgebaut und überdacht. Zu Spielbeginn gab es im Gästeblock ein "Beachboys" Spruchband, rot-weiße Wasserbälle und Fahnen und diverses aufblasbares "Strand Zubehör" zu sehen. Auf jeden Fall ne nette Aktion! Im Heimblock gab es ebenfalls eine Choreo mit rot-blauen Schals. Genaueres konnte ich von meinem Platz aus leider nicht erkennen. Von der Stimmung der Heidenheimer war ich positiv überrascht, zwar war das nichts weltbewegendes, aber doch ein recht solider Auftritt den ich so nicht erwartet hatte. Die Regensburger waren auch ständig aktiv, allerdings konnte ich sie auf der Gegenseite nur selten hören. Auf dem Platz legten die Heidenheimer bei Temperaturen von über 36°C im Schatten, den es auf dem Platz aber nirgendwo gab, überraschend spritzig los, gingen völlig verdient in Führung und hatten genug Chancen zu erhöhen. Da sie das aber nicht taten nutzten die Gäste einen Elfmeter kurz vor der Pause zum Ausgleich. Nach der Pause das gleiche Spiel, der FCH machte mehr Dampf und ging erneut in Führung bevor der Jahn kurz vor Schluss erneut zum nicht ganz verdienten 2:2 einnetzte. Hut ab vor den Spielern die hier in der extremen Mittagshitze eine solche Leistung abgerufen haben. Nach dem Spiel mussten die Würste scheinbar weg, denn in Marktschreier Manier wurden diese zum Preis von einem Euro verkloppt. Da sag ich doch nicht nein und die Feuerwurst war auch durchaus etwas pikanter und hat den Geschmackstest wie auch das Bier bestanden. Nach einem kurzen Abstecher zum direkt in Stadion Nähe liegenden Schloss Hellenstein sollte mich der Weg zum Abendspiel ins 260 km entfernte Weismain führen.





27.07.13, 19:30 SpVgg Oberfranken Bayreuth - Würzburger FV 4:1, Waldstadion Weismain, Bayernliga Nord, 451 Zuschauer

Anfangs waren die Straßen wunderbar frei und es sollte keine Probleme geben, allerdings musste ich dann durch ein brennendes Fahrzeug über eine halbe Stunde im Stau stehen und plötzlich sollte ich eine Viertelstunde zu spät ankommen. Als dann um Nürnberg herum gefühlte 50 km nur 80 auf der Autobahn erlaubt war habe ich mich auch schon damit abgefunden. Aber danach konnte ich Minute um Minute aufholen und war pünktlich im Stadion um den Anpfiff mitzuerleben. Als Belohnung gabs dann ein sehr gutes Bier und ein noch besseres Paar "Nürnberger". Die SpVgg spielt abwechselnd zu Hause und in Weismain und das Waldstadion dort bietet eine überdachte Stehplatz Tribüne hinter einem der Tore, eine überdachte Sitzplatz Tribüne auf einer Geraden und rund 25 Stehränge auf der anderen Geraden. Der untere Teil dieser Stehränge besteht aus Betonstufen, aber der obere Teil sind Stehtraversen aus (Sand?) Steinen die ein ziemlich geiles Bild abgeben. Hinter dem anderen Tor befindet sich das Vereinsheim und daneben sind nochmal drei Plateaus mit Erdhängen dazwischen, was auch irgendwie nett aussieht. Stefan Kolb entschied das Spiel mit drei Treffern bereits in der ersten Halbzeit quasi alleine. Insgesamt geht der Sieg zwar in Ordnung, ist aber in der Höhe doch unverdient. Besonders einer der 20 mitgereisten WFV Fans hatte im Linienrichter den Übeltäter ausgemacht, der eine vermeintliche Abseitsposition beim 2:1 übersah und das ließ er ihn dann das gesamte Spiel über spüren. Teilweise war das auch sehr einfallsreich und auf jeden Fall unterhaltsam. Verschiedene Anfeuerungsrufe gab es bei den Gästen auch des öfteren, beim Heimanhang beschränkte sich das auf zwei, drei "Altstadt" Rufe.




Freitag, 26. Juli 2013

VfR Aalen

26.07.13, 18:30 VfR Aalen - SpVgg Greuther Fürth 0:2, Waldstadion Aalen, 2. Bundesliga, 6402 Zuschauer

Die Saison geht endlich wieder los und da ich am Freitag Urlaub haben durfte ging es am Donnerstag Abend schon runter zu meinen Eltern um die ersten 225 km hinter mir zu haben. Eigentlich sollte es dann am Freitag etwas früher los gehen, aber mein Schlafmangel ließ mich nicht vor Mittag aufstehen, tut auch mal gut. Also auf um die nächsten 265 km abzuspulen. Dumm nur, dass man auf der A3 nie wirklich so fahren kann wie man es denn gern würde und so blieb eben nicht viel Zeit sich die Stadt Aalen anzusehn, aber das braucht man auch nicht unbedingt. Also das Auto abgestellt und zum Stadion gelaufen, über zehn Minuten an der Kasse in ner riesen Schlange von knapp zehn Mann angestanden und drin war ich. Erst mal ein Bier und ne Rote geholt und mich auf die Betonstufen gesetzt. Beides übrigens sehr lecker, was bei einem Bundesligaspiel ja mehr als selten ist. Was gibt es besseres als an einem schönen Sommerabend mit Bier und Wurst auf ner Betonstufe im Stadion zu sitzen und auf das Spiel zu warten? Mal abgesehen davon, dass mit Gras überwachsene Stufen natürlich mehr Charme hätten. Das Stadion besteht auf einer Hintertorseite aus einer ordentlichen Anzahl unüberdachter Stehränge und hier befindet sich auch der Gästeblock. Auf der anderen, überdachten Hintertor Tribüne Stehen die Heimfans und die Haupt- und Gegentribüne sind ebenfalls überdacht und bieten Sitzplätze. Ein nettes, eckiges Stadion - eigentlich. Dummerweise sind die drei Tribünen provisorisch aussehende Stahlrohrkonstrukte, was etwas schade ist. Zumindest gibt es hier aber noch Flutlichtmasten. Das Spiel ging mehr oder weniger verdient an Fürth. Aalen hatte zwar wesentlich mehr Spielanteile kam allerdings zu nicht wirklich vielen, guten Tormöglichkeiten, denn die Fürther standen hinten gut und wer keine Gegentore zulässt verliert bekanntlich schon mal nicht. Und wenn du dann deine Chancen eiskalt nutzt gehst du eben als Sieger vom Platz. Als Intro zeigten die Kleeblätter ein Spruchband "Tradition seit 1903" und zogen dabei zwei Fahnen mit hoch. Da war fast schon klar, dass sich meine Hoffnungen erfüllen sollten und kurz darauf brannten auch die ersten Fackeln und es gab zusätzlich noch grünen Rauch zu bewundern. Pyrotechnik ist doch was feines und macht jeden glücklich. Die Leute im Stadion haben was zu gucken und der DFB reibt sich die Hände weil er sinnlose und völlig überzogene Strafen kassieren kann. Der Support konnte unterschiedlicher kaum sein. Bei Aalen alles eher klassisch mit Anfeuerungsrufen und den üblichen Gesängen, bei Fürth hauptsächlich getrommel im "Sambatakt". Ich muss zugeben, dass es dabei schwer fällt den Fuß still zu halten. Man muss fast zwangsläufig mitgehen, aber dabei vergessen die Jungs leider das Singen und Anfeuern. Natürlich ist das auch schwer und anstrengend wenn man krampfhaft versucht in jeden Gesang irgendwie mindestens einmal irgendwo "Kleeblatt" einzubauen. Dass dann scheinbar keiner von denen das 2:0 mitbekommen hat macht die Sache nicht besser. Das Spiel ist aus und die zweite Liga für mich komplett.
Nach dem Spiel brachte mich mein Auto zum Landgasthof Bieg nach Neuler. Wer wie ich nicht auf Massenschlafsäle steht und trotzdem kein Vermögen für ne Übernachtung ausgeben will, dem kann ich das hier empfehlen. Direkt gegenüber befindet sich die Brauerei Ladenburger und deren Spezialitäten probiere ich jetzt mal, Prost.




Sonntag, 2. Juni 2013

SG GFC Düren

02.06.13, 15:00 SG GFC Düren 99 - DJK Viktoria Frechen 3:2, Westkampfbahn, Bezirksliga Mittelrhein, 100 Zuschauer

Die Westkampfbahn in Düren stand schon länger auf meiner "to do Liste" und da Honza ne Mitfahrgelegenheit eingestellt hat sollte diese heute etwas abgearbeitet werden. Der erste Blick auf das Stadion war leider etwas enttäuschend, denn auf den Europlan Bildern sieht man die Tribüne noch im verranzten Urzustand, allerdings wurde sie renoviert. Nach dem ersten kleinen Schock muss ich aber sagen, dass es sich trotzdem lohnt, denn die Holztribüne ist auch modernisiert durchaus ansprechend. Nach Außen hin befinden sich mit Gras bewachsene Stufen neben der Tribüne und auf der Gegenseite gibt es hier zwei/drei alte, zum Teil zugewucherte Stufen die bis hinter die Tore auslaufen. Das Bier gibt es hier zu humanen Preisen und die Frikadellen kann ich nur empfehlen. Abzüge gibt es aber für die nicht vorhandene Grillwurst. Das Spiel des Tabellen fünften gegen den sechsten war das bisher beste Spiel das ich je in einer siebten Liga gesehen hab. Ein ungezwungenes, munteres Spielchen mit vielen Torraum Szenen und teils netten Treffern. Ein absolut gelungener Ausflug.





Samstag, 1. Juni 2013

VSK Osterholz-Scharmbeck

01.06.13, 17:00 VSK Osterholz-Scharmbeck - MTV Dannenberg 2:1, Stadion am Klosterholz, Landesliga Lüneburg, 130 Zuschauer

Eine Familienfeier beschert mir mal wieder einen neuen Ground in Niedersachsen und der Platz in Osterholz-Scharmbeck ist gar nicht mal so schlecht. Ein Naturrasenplatz reicht im Amateurfußball mittlerweile schon aus mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und den gibt es hier. Außerdem gibt es auf einer Seite vier neue, breite Betonstufen von 16er bis 16er, ungefähr zur Hälfte mit Sitzschalen ausgestattet. Dahinter sind noch ein paar Sitzgelegenheiten und das Vereinsheim. Auf der anderen Seite befinden sich in einem Graswall ein paar alte Stehränge mit Wellenbrechern. Das kommt schon ganz gut rüber. Das Spiel war in der ersten Halbzeit verdammt schwere Kost, aber da es mit 1:1 in die Pause ging war klar, dass ich meine Serie ohne 0:0 auf grandiose zwei Spiele ausbauen kann. In der zweiten Hälfte wurde das Spiel dann besser und unterhaltsam. Mit einigen guten Torchancen, die im Abschluss aber teilweise doch recht kläglich vergeben wurden. Als der Siegtreffer fiel stellte Osterholz das Spielen ein und schob den Ball nur in den eigenen Reihen hin und her ohne dabei angegriffen zu werden. Da das mit Fußball nicht mehr viel zu tun hatte pfiff der Schiedsrichter ab, ein paar Minuten zu früh, aber okay. Nach dem Spiel gab es zum Saisonabschluss noch Freibier von dem ich aber auf der Feier auch so haben sollte, also blieb es für mich bei Bratwurst und Bier in der Halbzeit.