Donnerstag, 3. Oktober 2013

APOEL FC (Nicosia/Zypern)

Das Ziel des zweiten internationalen auswärts Trips der Eintracht im Jahr 2013 hieß Zypern und so flog ich von Düsseldorf via Istanbul Sabiha Gokcen nach Ercan in Nordzypern. Da ich keine Alternative gefunden habe, ging es mit dem Taxi an die Grenze in Nicosia und diese überquerte ich auch völlig problemlos zu Fuß. Jetzt war ich also ein illegaler Einwanderer, denn Nicosia ist die einzige noch geteilte Hauptstadt der Welt und der Nordteil Zyperns wird nur von der Türkei als Staat anerkannt und für Zypern ist eine Einreise über den Nordteil daher illegal. Das hört sich aber schlimmer an als es ist, denn zumindest bei EU Bürgern interessiert das letzten Endes niemanden. Nach Bier und Gyros ging es dann wieder per Taxi ins Hotel. Ich kann nur jedem raten das Taxi hier immer nur bis zur Grenze zu nehmen, dann zu Fuß rüber und wieder ein anderes Taxi nehmen. So spart man gut und gerne die Hälfte. Im Hotel gab es dann noch Wasser, Saft und Snacks, 24 Stunden for free. Nach einer erholsamen Nacht, einer ausgiebigen Dusche und einem ausgedehnten Frühstück ging es nach einem kostenlosen Bier mit dem ebenfalls kostenlosen Hotel-Shuttle-Service und den Griesheimern, die wie ich hier untergekommen sind, in die Altstadt. Das Asty Hotel kann ich jedem der auf großen Luxus verzichten kann nur wärmstens empfehlen. Jetzt stand Sightseeing auf dem Plan und ich muss sagen, dass der Nordteil Nicosias mir besser gefällt als der Süden. Die Highlights sind für mich die Sophien Kathedrale (Selimiye Moschee) und Büyük Han, sowie deren direkte Umgebung. Es gibt im Norden sowie im Süden weitere nette Bauwerke und wenn auch die riesigen Highlights fehlen, so ist das gesamte alte Nicosia innerhalb der Stadtmauer doch als Ganzes als solches zu sehen. Dann war also der Touri-Teil erledigt und es konnte der Eintracht-Teil beginnen. In verschiedenen Bars und Restaurants ließen sich immer mehr Frankfurter nieder und ich landete wieder bei den Griesheimern. Nach gutem Essen, einigen Bierchen und ein, zwei Ouzo traf ich nach und nach immer mehr Nasen von "per sempre". Die Stimmung wurde auch immer besser und als dann die Besatzung der Tages-Charter eintraf kam es so richtig, das Europacup Feeling! Geil, geil, geil. Die Altstadt war nun fest in Frankfurter Hand und als wir los zu den Bussen gingen war das schon ein ordentlicher Mob und ein gutes Bild. Was positiv zu erwähnen ist, die Polizei hielt sich vornehm zurück und war eigentlich überhaupt nicht zu vernehmen und alles war friedlich! Man durfte essen, trinken, auf Toilette gehen, sich frei bewegen und und und. In Deutschland ist das mittlerweile beim Auswärtsfahren ja leider alles Andere als selbstverständlich und wenn Team Green Stress sucht, dann knallts halt eher mal, warum nicht überall so wie hier?  Die Reisegruppe "per sempre international" war dann auch vollzählig und viel zu früh am und im Stadion.



03.10.13. 22:05 APOEL FC - Eintracht Frankfurt 0:3, Neo GSP, Europa League, 15.000 Zuschauer

Der Ground ist ein reines Fußballstadion und bietet auf drei Seiten jeweils einen unüberdachten Rang. Die Plastiksitze sind durch die Sonne schon richtig elastisch. Die Haupttribüne hat zwei Ränge und der obere davon ist überdacht. Auf den Oberrang kommt man über "Wendeltreppen" neben der Tribüne, das hat was. Am Dach der Haupttribüne befinden sich Strahler, aber auf der Gegenseite gibt es, wie sich das gehört, zwei Flutlichtmasten. Fünf bis zehn Minuten vor Spielbeginn fing die Heimkurve dann an sich einzusingen, und wie! Das war brutal laut und gut! Es hat richtig Spaß gemacht zuzuhören und es kam die Frage auf ob wir denn überhaupt dagegen ansingen können und sollen, aber das ist natürlich Ehrensache und wir waren ja auch nicht umsonst da. Der Heimanhang bot dann eine Choreo mit dem Spruchband "Welcome to Nicosia - The orange hell". Die Zettelchoreo zeigte ein orangenfarbenes Kreuz mit weißer Umrandung und schwarzem Hintergrund. Dazu wurde dann noch ein Sensenmann hochgezogen, durchaus nett anzusehen. Die ersten zehn Minuten wurde dann auch in dieser unglaublichen Lautstärker weiter supportet, aber dann wurde es ruhiger. Bei uns erleuchtete zum Intro eine ordentliche Anzahl Bengalos den Nachthimmel, das sah im Block schon ganz gut aus, bei nachheriger Betrachtung von Vorne aber so richtig geil! Unser Support war relativ durchgängig, nur mit kurzen Pausen. Wie es im Fernsehn rüber kam kann ich nicht abschätzen, denn obwohl die Mitmachquote ganz gut war und wir ordentlich Gas gegeben haben kam das im Block selbst durch den Gegenwind nicht so richtig rüber. Auf jeden Fall war der Gästeblock ordentlich beflaggt, da hingen teilweise Banner die ich noch nie zuvor gesehen hab und über 2000 Anhänger bringt bei dieser Entfernung auch nicht jeder Verein mit. Als Intro zur zweiten Hälfte hätte ich mir dann eine schöne Pyroshow auf der Heimseite gewünscht und nach dem das nach der Choreo fehlte war ich mir eigentlich sicher, aber Nein. Nach dem 0:2 war es dann aber endlich so weit und einige Bengalos tauchten den Heimblock in rotes Licht, na geht doch. Auf beiden Seiten gab es dann noch zwei, drei Mal einzelne Fackeln zu sehen. Das Spiel ging, wie bereits gegen Bordeaux, klar und verdient mit 3:0 an uns, aber wer im Fanblock guckt bei einem solchen Ereignis schon 90 Minuten aufs Spielfeld? Auf jeden Fall ist die SGE auch in Europa wieder da! Nach dem Spiel durfte ein "per sempre international" Gruppenfoto natürlich nicht fehlen und als wir dann raus wollten schepperte es draußen noch mit den Cops, aber da ich nicht weiß wie und warum es dazu kam kann ich dazu nichts sagen.




 

Nach dem Spiel trennten sich unsere Wege und wir fuhren zu zweit mit einer anderen Gruppe im Sammeltaxi zurück in die Altstadt und gleich weiter zum Hotel. Am nächsten Morgen ging es dann früh zur Grenze und zurück zum Ercan Airport. Da ich nun schon einmal hier Unten bin und in Zypern kein Länderpunkt rausgesprungen ist, geht die Tour am Wochenende in Istanbul weiter.

Samstag, 28. September 2013

Eintracht - HSV

28.09.13. 18:30 Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 2:2, Waldstadion, 1. Bundesliga, 50.700 Zuschauer

Ich verliere heute nicht viele Worte. Unsere Stimmung war okay, nicht mehr und nicht weniger. Der HSV hatte wie immer viele Anhänger dabei, von denen ich aber fast nichts gehört habe. Optisch wurde auf der Seite der Hamburger auch nichts geboten. Keine Fahnen, keine Banner, nichts - woran das lag kann ich nicht sagen. Wir machten das Spiel und hätten den Sack das ein oder andere Mal zumachen müssen, allerdings taten wir das nicht, stellten uns ab der 70. Minute nur noch hinten rein und bekamen die Quittung in Form des Ausgleichs. Solche Spiele muss man einfach gewinnen, Ende.

Donnerstag, 19. September 2013

Eintracht - Bordeaux

19.09.13. 19:00 Eintracht Frankfurt - Girondins Bordeaux 3:0, Waldstadion, Europa League, 44.000 Zuschauer

Eintracht Frankfurt international. Das kann man gar nicht oft genug sagen, wie das auf der Zunge zergeht... Zur Feier des Tages bin ich etwas früher von der Arbeit abgehauen um dann doch gerade so pünktlich im Stadion zu sein. Zumindest konnte ich noch die Choreo miterleben und den leider immer seltener werdenden Einsatz von Pyrotechnik bei nem Heimspiel, geil. Pyro ebenfalls im Gästeblock, der von der Schickeria unterstützt wurde. Nach gerade mal vier Minuten fiel das 1:0 durch Neuzugang Kadlec und ein paar Fackeln erleuchteten in der Nordwest. Was ein geiles Gefühl, was eine klasse Atmosphäre. Die weiteren Tore zum lockeren 3:0 schossen Russ und Djakpa. Ein absolut gelungener Auftakt in die Gruppenphase. Bordeaux erklärte die Niederlage mit den vielen Verletzten, aber auch bei uns fehlten immerhin Kapitän Schwegler, Top Torschütze Meier und Andere. Die Stimmung war teilweise bombastisch, aber immer auf einem sehr guten Level. Die unzählig vielen Fahnen sorgten außerdem zusätzlich für ein gelungenes Gesamtbild. Auch wenn ich auf dem Rückweg wieder mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte war das ein völlig zufriedenstellender Abend. Man ist es zwar eh immer, aber jetzt kann man auch wieder nach außen hin transportieren wie stolz man sein darf Frankfurter zu sein!

Freitag, 13. September 2013

Rot-Weiss Essen

13.09.13 19:30 Rot-Weiss Essen - KFC Uerdingen 2:2, Stadion Essen, Regionalliga West, 9.517 Zuschauer

Das neue Stadion in Essen musste noch besucht werden und da Michael ne Mitfahrgelegenheit aus Monheim angeboten hat musste ich nicht lange überlegen, außerdem hieß der Gegner  KFC Uerdingen und versprach einige Gästefans. Der hol- und bring Service war inklusive, danke dafür. Da ich einen Blick auf beide Kurven haben wollte holte ich mir ne Karte für die Gegengerade. 18€ finde ich für die vierte Liga aber schon ganz schön heftig. Zumindest fühlt man sich dafür dann aber auch wie beim Profifußball, denn die geschmacksneutrale Wurst verdiente nach Schulnoten mit gutem Willen ein mangelhaft, aber dafür war das Bier okay. Zu Spielbeginn gab es eine Choreo der Krefelder. Zu einem Spruchband "weil das Blau für die Treue und das Rot für Liebe steht" gab es blaue und rote Schals mit den Aufdrucken Treue und Liebe zu sehen. Da der Block ganz gut mit den Schals ausgefüllt war sah das ganze schon sehr nett aus. Für ne 4. Liga auswärts Choreo echt top. Die Stimmung der Gäste war bis auf ein Loch in der zweiten Halbzeit abwechslungsreich und durchgängig. Besonders nett fand ich den Mallorca Hit "aber scheiß drauf, Essen ist nur einmal im Jahr. Ohohoho, Scheiß RWE" und das umgewandelte "Rapid Wien, Lebenssinn" als "Uerdingen, Uerdingen" ist natürlich ein absoluter Ohrwurm. Die Stimmung der Essener hat mich sehr enttäuscht. Zwar können die Rot-Weißen immer noch die Massen mobilisieren, aber stimmungsmäßig ist vom Mythos Hafenstraße nichts mehr übrig, zumindest war das heute so. Mit seinen vier einzeln stehenden Tribünen ist das Stadion für einen Neubau sehr ordentlich. Mit vier schönen Flutlichtmasten und etwas steileren Tribünen wäre das vielleicht ein echtes Schmuckstück geworden. Die Anzeigetafel habe ich irgendwann in der zweiten Halbzeit gefunden, da diese in eine Bande integriert ist. Der KFC musste mit gelben Leibchen spielen und war das bessere Team. Das 2:0 war ein sehr schöner Treffer, der richtig Spaß machte. Der sehr schwache Schiedsrichter schenkte den Essenern dann aber einen Elfmeter. Der Angreifer hakt sich beim Verteidiger ein und fällt. Das war so offensichtlich und lächerlich, dass selbst die Essener neben mir sich ein Lachen nicht verkneifen konnten. Weniger zum Lachen fanden das wohl die Uerdinger, denn jetzt stand es 1:2. Nach diesem geschenkten Anschlusstreffer wachten die Heimfans das erste mal kurz auf und zeigten was möglich sein könnte, aber kurz darauf hörte man dann auch wieder nur die Gäste. Allerdings kam noch ein nettes Spruchband aus dem Heimblock "Ey Ralf, spiel mal nicht die beleidigte Jäger-Wurst!" Nach einem schönen Spielzug erhöhte der KFC dann auf 3:1, aber der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Habe ich anderes gesehen, aber sicher bin ich mir hier nicht und so fiel dann mit dem Schlusspfiff der unverdiente Ausgleich.




Sonntag, 8. September 2013

SF Troisdorf

08.09.13. 15:00 Sportfreunde Troisdorf 05 - FC Wegberg‑Beeck 1:2, Platzanlage Auf der Heide, Mittelrheinliga, 120 Zuschauer

Heute sollte ein weiterer Ground von meiner Liste gestrichen werden, aber leider läuft nicht immer alles wie es soll. Zuerst ging im Auto die Dieselpartikelfilterkontrollleuchte (geiles Wort) an und dann stand ich auf einem leeren Stadionparkplatz mit dem Hinweis auf einem DIN-A4 Blatt, dass dank einer Platzsperre auf der Platzanlage "Auf der Heide" gespielt wird. Da ich aber nun schon einmal im Reich der schlimmsten Autofahrer, der gefürchteten SU's war, wollte ich das Spiel auch mitnehmen. Der Kunstrasenplatz hat auf einer Seite zwei breite Stufen mit Graswall und Bänken und auf der anderen Seite zwei solcher Stufen mit Sitzschalen auf der oberen Reihe, na immerhin. Kurz vor der Halbzeit ging Troisdorf in Führung, verlor dann aber in der zweiten Halbzeit durch ein wirklich schönes Tor das Spiel. Die "dicke" Bockwurst für 1,50 geht in Ordnung und die Waffel war echt lecker, der Biertest musste leider ausfallen, da es keines gab, nur Kölsch.


Samstag, 31. August 2013

FC Iserlohn

31.08.13. 18:00 FC Iserlohn - FC Brünninghausen 3:4, Hemberg Stadion, Westfalenliga, 220 Zuschauer

Das Hemberg Stadion steht schon länger auf meiner to do Liste und da ich heute nichts zu tun und Lust auf Fußball  hatte ging es dort hin. Hinter den Toren gibt es hier kleine Graswälle, auf einer Seite ein Dutzend Stufen über die gesamte Länge und auf der anderen Seite befindet sich das Herzstück, die überdachte Sitzplatz Tribüne mit 14 Reihen alten und neuen Holzbänken und teilweise Sitzschalen. Das Ganze sehr wellig und schief, was dem sehr netten Stadion zusätzlich noch eine gewisse Note gibt. Das Spiel war äußerst unterhaltsam und abwechslungsreich. Die Gäste gingen mit 0:2 in Führung und hätten auch gut und gerne erhöhen können, das gelang ihnen aber nicht und so drehte Iserlohn das Spiel und plötzlich stand es 3:2. Da die Gäste ab der 52. Spielminute nur noch mit zehn Mann spielten sollte da auch nichts mehr schief gehen, aber denkste. Denn den Dortmundern gelang noch der Ausgleich und in der Nachspielzeit sogar der Siegtreffer. Respekt für diese Moral! Zur zweiten Halbzeit versammelten sich sechs Jungs auf der Gegenseite hinter zwei "Waldstadt Jungs" und "Block 12" Bannern, die dann mit einer Trommel und Fahne auch für etwas Stimmung sorgten. Manche finde so etwas zwar lächerlich, aber ich finde es super wenn man seinen Heimatverein unterstützt und so macht das Zusehen auch einfach mehr Spaß! Zwei Bierchen und zwei, ja ganze zwei Portionen Currywurst-Pommes rundeten einen absolut gelungenen Fußballabend ab.





Sonntag, 25. August 2013

Braunschweig - Eintracht

25.08.13. 15:30 Braunschweiger TSV Eintracht - Eintracht Frankfurt 0:2, Eintracht Stadion, 1. Bundesliga, 23.325 Zuschauer

Eigentlich sollte es heute mit dem "per sempre Bus" nach Braunschweig gehen, aber da ich dank Magenproblemen net rechtzeitig vom Pott runter kam musste ne andere Lösung her. Mit dem Auto war es mir zu stressig, da ich doch noch etwas mit dem Baku Trip zu kämpfen hatte und so aufm Rückweg wohl eingepennt wäre. Also blieb nur noch die "was kost die Welt?" Variante mit dem ICE um die Bundesliga erneut zu komplettieren. Die Steckdosen funktionierten net und der Zug hatte Verspätung, aber ich war rechtzeitig am Stadion um mich mit den Busfahrern zu treffen und meine Karte in Empfang zu nehmen. Zu Spielbeginn gab es eine nette Auswärts Choreo. Neben schwarz, rot, weißen Folien und einer Blockfahne mit dem Adler "Charly" gab es die Spruchbänder"Ob Braunschweig, ob Trier - die Eintracht sind nur wir". Auf der Heimseite gab es ein kleines Banner, das andersrum das Gleiche zur Aussage hatte. Hier stand in Bart Simpson Manier ein Schüler im Eintracht Trikot vor der Tafel und schrieb den Satz "Die Wahre Eintracht kommt aus Braunschweig, denn sie wurde am 15.12.1895 gegründet", nette Idee. Außerdem gab es hier immer mal wieder Spruchbänder gegen den hirnlosen Polizeieinsatz aus GE. Unsere Stimmung war abwechslungsreich, mit hoher Mitmachquote und ziemlich durchgängig. Es läuft im Moment einfach und macht wieder so richtig Spaß im Block zu stehen! Das Spiel wurde von der Eintracht dominiert, vom Anfang bis zum Schluss. Wenn man spielerisch so überlegen ist darf man auch gerne mal etwas fürs Torverhältnis tun, vor allem wenn man mit einem 1:6 in die Saison gestartet ist, aber man kann nicht alles haben. Immerhin ist es das dritte Spiel in neun Tagen und der zweite Sieg innerhalb von vier Tagen, auch für mich und das hatte ich schon ewig nicht mehr. Das Stadion an der Hamburger Straße ist mittlerweile komplett überdacht und wirkt trotz der Modernisierungen richtig nostalgisch im Vergleich zu den anderen 08/15 Scheiß Arenen in der Bundesliga. Ein würdiger Ground zur Liga Komplettierung. Zurück ging es mit einem völlig überfüllten ICE, in dem man teilweise gerade noch stehen konnte und dafür zahl ich ein kleines Vermögen. Ich war noch nie ein großer Bahnfahrer und werde es auch nie sein. Am Donnerstag gehts weiter und  die Auslosung am Freitag wird ein Fest.




Donnerstag, 22. August 2013

Qarabag Agdam (Baku/Aserbaidschan)

22.08.13 21:00 FK Qarabag Agdam - Eintracht Frankfurt 0:2, Tofiq Bəhramov Respublika Stadionu, Europa-League Qualifikation, 31.000 Zuschauer

Eintracht Frankfurt International - ein Traum wird wahr. Nachdem ich beim letzten Mal aus Kostengründen leider nur in Bröndby war, habe ich mir geschworen beim evtl. nächsten Mal möglichst alles mitzunehmen. Wo viele gerne nach Spanien, Italien oder England gefahren wären, hab ich von was exotischem wie Aserbaidschan oder Armenien geträumt, aber befürchtet, dass von dort niemand so weit kommt. Und dann bekommen wir mit Qarabag wirklich einen Verein aus Aserbaidschan. Geil, aber dann doch schnell die Ernüchterung. Da das Hinspiel auswärts sein sollte, war die Zeit extrem knapp, ein Visum auf normalem Weg eigentlich fast unmöglich und als mir die aserbaidschanische Botschaft das so bestätigte war der Drops eigentlich schon gelutscht, denn mal eben nach Berlin fahren war auch nicht möglich. Dann gab es aber doch gute Nachrichten, es sollte ein vereinfachtes Visa Verfahren geben und die Eintracht bemühte sich um einen Tagesflieger - perfekt. Das ganze zog sich aber in die Länge und als dann die fixen Infos kamen hatten wir schon den Freitag vorm Spiel. Den Tagesflieger konnte man nur vor Ort in Frankfurt buchen und ich hätte das aus Düsseldorf zeitlich nicht mehr geschafft, also schnell ne Karte bestellt und gehofft, dass noch Plätze frei bleiben und ich am Samstag aufspringen kann. Aber nein, wie erwartet war der Flieger voll. Also war selbst buchen angesagt. Da ich ja nun absolut nicht der Pauschalreise Typ bin war das natürlich auch meine erste Wahl und ich hatte zwischenzeitlich auch verhältnismäßig günstige Flüge für 450€ von Düsseldorf über Moskau gefunden, ABER das eigentliche Problem bei der ganzen Tourplanung war ja, dass mein Chef im Urlaub und ich mit der Notdienst Pflicht alleine in der Firma war. Zuerst hatte ich nur das Okay für den Donnerstag, deshalb das Warten auf den Tagesflieger der Eintracht. Als dann kurzfristig noch ein Flug gefunden war, bei dem ich von Mittwoch Abend bis Freitag Mittag weg sein sollte, bekam ich das Okay von Cheffe und der Flug war gebucht. Das kurzfristige Buchen und dieser möglichst kurze Reisezeitraum ließen dann leider keine günstigen Flüge zu und ich musste in den extrem sauren Apfel von 850€ beißen. Nach dem Bayernspiel hab ich dann die bestellte Karte abgeholt und die Vorfreude war unbeschreiblich.

Am Mittwoch nach der Arbeit hieß es dann schnell duschen, Rucksack schnappen und ab in Richtung Flughafen. Von Düsseldorf ging es völlig problemlos mit einer kleinen Propeller Maschine nach Riga. Dort traf ich dann auf zwölf weitere Frankfurter, von denen ich mit David auch einen kannte. Neun von uns hatten noch kein Visum und nur den Antrag und das Schreiben der Botschaft dabei, dass uns die Einreise erlauben sollte und auf das vereinfachte Visa Verfahren hinwies. Dummerweise gab es dieses Schreiben nur auf deutsch und die Mädels in Riga konnten damit rein gar nichts anfangen. Eine Zeit lang sah es wirklich so aus, als ob die Reise hier sehr frühzeitig vorbei sein sollte, denn der Flieger hatte durch uns schon über eine halbe Stunde Verspätung. Nach ewigem hin und her telefonieren mit Aserbaidschan und den Vorgesetzten ließen sie uns dann aber doch in die Maschine. Der Flug zog sich ziemlich, denn ich war hundemüde und konnte dank meines Sitznachbarn, der mindestens den halben Regenwald absägte und den unbequemen Sitzen so gut wie gar nicht schlafen. Als wir dann früh morgens in Baku ankamen ging alles völlig problemlos, nur der aufgefüllte Visumantrag war der Falsche. Die anderen Anträge lagen aber bereit und nach knapp zehn Minuten war die Einreise durch. Kurz Geld abgehoben und die ersten zwei Manat für ein willkommens Bierchen ausgegeben. Zu viert ging es dann mit dem Taxi in die Altstadt. Die anderen drei hatten ein Hotel gebucht und ich spielte mit dem Gedanken mir auch noch ein Zimmer zu nehmen um mich etwas hinzulegen und später die Vorzüge einer Dusche zu haben. Das Hotel fanden wir dann auch mehr oder weniger problemlos, nur kamen wir nicht rein. Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen bekamen wir dann aber direkt zu spüren, denn ein Nachtwächter kletterte durch ein halb offenen Fenster rein und öffnete uns mit einem völlig verpennten Typen die Tür. Geile Aktion. Vor zwölf gab es aber keine Zimmer und so war das Thema für mich auch schon wieder erledigt. In der Dämmerung starteten wir also eine kleine Besichtigungstour und es wurde glücklicherweise auch recht schnell hell. Und dann, morgens halb acht in Baku. Was macht man da so als deutscher Hopper oder Eintracht Fan? Na klar, erst Mal zum goldenen M. Unter Beobachtung von drei Sicherheitsfuzzis, die hier überall rum liefen, erfreuten wir uns an der Schreibweise der Burger, die einer Art Lautschrift gleich kam und bestellten. Mehr als zwei "Euroburger" gingen bei mir aber doch noch nicht rein. Für etwas Belustigung und erstaunte Gesichter sorgte hier noch der Gärtner, der den Rasen hakte. Soweit nichts besonderes, aber einen Quadratmeter Rasen eine Viertelstunde lang so zu bearbeiten muss man auch erst mal hinbekommen. Dann zog es uns ins 24 Stunde geöffnete "Araz Kafe". Zuerst gab es Tee und Kaffee, aber als noch ein paar weitere Frankfurter dazu kamen stieg ich auf Bier um. Als die anderen dann zu ihren Hotels aufbrachen machte ich mich auf zum Sightseeing. Die Altstadt gehört zum UNESCO Welterbe und kann mit einigen Moscheen, Palästen, Festungsgebäuden und ihrer Stadtmauer überzeugen. Dann führte mich der Weg am Baku Bulvar entlang des kaspischen Meers. Die Promenade ist als Park angelegt und hier befindet sich auch die Halle die für den Eurovision Song Contest gebaut wurde. Das Meer lädt nicht zum baden ein, da es zu sehr durch Öl verschmutzt ist, teilweise kann man den Ölfilm auch richtig gut erkennen. Da ich meiner Freundin unbedingt eine Karte schreiben sollte suchte ich dann in der Stadt mit meinem Google Maps Ausdruck nach dem Postamt und fragte mich durch. Englisch spricht hier aber so gut wie keiner und die Menschen sind so freundlich und hilfsbereit, dass einem leider auch jeder weiter helfen will der keine Ahnung hat. So schickte man mich vor, zurück, links und rechts bis ich dann erfolglos aufgab und zurück lief. Zumindest kam ich so auch in den Genuss einen kleinen Teil der Stadt zu sehen indem die Öl-Milliarden nicht ganz so ankommen. Über die Einkaufstraße mit ihren vielen Modegeschäften ging es dann noch zu den Flame Towers. Von hier oben hat man eine tolle Aussicht über Baku und gerade hier zeigt sich die Vielfältigkeit der Stadt. Direkt neben den modernen Flame Towers befindet sich ein sozialistischer Prachtbau und auf der anderen Seite eine nett anzusehende Moschee, direkt daneben wieder ein Park mit Monumenten und Denkmälern im sozialistischen Stil.  Dann ging es zurück zum Platz auf dem sich langsam die Frankfurter trafen. Mit Patrick traf ich hier dann auch noch jemanden von "per sempre" und nach Döner, Bier und Gebabbel ging es dann gemeinsam zur Metro und zum Stadion.



Von der Metro Station aus kommt man zur Gegentribüne die mit ihren Säulen sehr nett aussieht. Das Tofiq-Bəhramov-Stadion ist nach dem Linienrichter benannt, der England 1966 den WM Titel schenkte und nach zwei weiteren Bierchen ging es auch rein in das gute Stück. Das Stadion ist das Nationalstadion Aserbaidschans und wurde komplett saniert, hat eine Laufbahn und besteht komplett aus Sitzplätzen. Es gibt einen überdachten Rang, der sich, abgesehen von der Haupttribüne, um den Platz herum zieht. Die Haupttribüne steht separat und wird auf beiden Seiten durch Türme vom restlichen Rund abgegrenzt. Der Sieg für die Eintracht ist völlig verdient, auch wenn das mit Sicherheit keine überragende Leistung war. Qarabag hatte einfach nicht die Klasse vorm Tor für große Gefahr zu sorgen. Nur in der zweiten Halbzeit ließ es die Eintracht kurzzeitig etwas zu locker angehen und wir mussten etwas zittern. Alex Meier sorgte aber mit seinem zweiten Treffer dafür, dass es nicht zu lange dauerte. Das Stadion war ausverkauft und die Leute hatten auch Trikots der anderen Bakuer Vereine an und aserbaidschanische Flaggen dabei, für die war das eine Art Nationalspiel. Alle gemeinsam gegen die Deutschen. Bis auf etwas pöbeln war das aber völlig easy und friedlich. Bis auf einfache Qarabag Rufe, klatschen und pfeifen kam von der Heimseite sonst nichts. Eine richtige Fankultur gibt es hier einfach nicht. Der Stadionsprecher stachelte die Leute das ganze Spiel über an und versuchte sich als "Vorsänger", das war mega nervig, aber wenn das ganze Stadion mitzog war es zugegebenermaßen brutal laut! Wir waren mit mindestens 600 Leuten vor Ort, bei der Entfernung und den hohen Kosten schon extrem geil. Das hatte schon was von nem normalen Auswärtsspiel, nur eben irgendwo im nirgendwo. Unser Support war durchgängig, abwechslungsreich und laut. Wie ich finde ein absolut gelungener Auftritt, nur zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es ein kleines Loch, aber wir wollen mal nicht zu kleinlich werden. Es macht einen schon mächtig stolz seinen Verein international zu vertreten und außerdem macht es auch megamäßig Spaß! Auch wenn die Stimme fast weg war und der Kreislauf einem doch ein wenig zu schaffen machte hätte das Spiel noch ewig weiter gehen können. Nach dem Spiel bekamen wir noch eine Militärparade geboten und wurden von einigen einheimischen für unseren Support beglückwünscht. Eintracht Frankfurt International! Immer wieder gerne und überall. Mein Leben Dir vermacht, jeden Tag und jede Nacht!




Nach dem Spiel ging es vollgepumpt mit Glücksgefühlen zurück in die Stadt wo wir den Tag bei einem Bier und einem Dönerteller auklingen ließen. Für mich ging es dann mit dem Taxi zum Flughafen, an dem ich die Nacht mit etwas Schlaf verbringen wollte. Die Metallbänke haben zwar keine Armlehnen, ließen mich aber auch nur für ne gute Stunde mit Unterbrechungen schlafen. Die Ausreise klappte auch völlig problemlos und der Flug mit Azerbaijan Airlines nach Mailand wurde dann fast komplett verschlafen, eigentlich schade, denn hier gab es sogar zweimal Essen und Getränke. Nach 56 Stunden fast ohne Schlaf warteten zuerst die Dusche und dann das Bett auf mich und ich muss sagen, dass so ein Trip mich vor fünf Jahren noch weniger angestrengt hätte, man wird eben nicht jünger. Aber trotzdem habe ich für mich alles richtig gemacht. Mit dem Tagesflieger so ganz ohne die Stadt zu besichtigen wäre schon ärgerlich gewesen. Zuviel Zeit zum ausruhen bleibt jetzt nicht, denn am Sonntag geht es nach Braunschweig. Weiter, immer weiter.

Samstag, 17. August 2013

Eintracht - Bayern

17.08.13. 15:30 Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 0:1, Waldstadion, 1. Bundesliga, 51.500 Zuschauer

Da ich etwas zu spät war habe ich das Tor nicht gesehen, aber Bayern war in der ersten Halbzeit klar überlegen und hatte wesentlich mehr Spielanteile, ohne aber so richtig gefährlich vorm Tor zu sein. Das Tor fiel dann aber kurz vor der Pause auf unserer Seite und es stand 1:1. Eigentlich, denn Gagelmann und sein Linienrichter entschieden auf Abseits. Es war zwar eine enge, aber falsche Entscheidung und die Faustregel im Zweifel für den Angreifer zählt gegen die Bayern natürlich nicht. In der zweiten Halbzeit hatte die Eintracht dann mehr entgegen zu setzen und kämpfte gut gegen die Bayern und den Schiedsrichter an, der wie üblich, in jeder noch so kleinen Situation pro Bayern pfiff. Gute Torchancen waren Mangelware, aber kurz vor Schluss hätte es noch einen Elfmeter für uns geben müssen. Meier wird von Boateng im Strafraum umgeschubst, aber der Pfiff bleibt natürlich aus. Gegen die Bayern mit 0:1 zu verlieren ist keine Schande und von den Spielanteilen her geht der Sieg auch in Ordnung, keine Frage. Aber von den Schiedsrichtern gegen die Bayern jedes Mal beschissen zu werden tut weh und ohne die Fehlentscheidungen wäre mindestens ein Punkt drin gewesen. Geld regiert aber die Welt und Fußballverbände sind nun mal generell bestechlich. Die Stimmung unserer Nordwest in der letzten halben Stunde hat auf jeden Fall mal wieder richtig Lust auf mehr gemacht und mit der Leistung der Mannschaft kann man auch zufrieden sein. - Auf nach Baku


Sonntag, 11. August 2013

Bayer Leverkusen U19 / TuS Bösinghoven

11.08.13. 11:00 Bayer 04 Leverkusen U19 - VfL Bochum U19 4:3, Jugendleistungszentrum Kurtekotten, A-Junioren Bundesliga West, 200 Zuschauer

Das Jugendleistungszentrum von Bayer 04 liegt nicht in Leverkusen, sondern knapp hinter der Stadtgrenze in Köln, das ist schon eher ungewöhnlich. Der Hauptplatz bietet hier zehn Stufen auf einer Seite die mittig überdacht sind, das geht für einen Jugendplatz schon klar. Das Spiel war eigentlich recht unterhaltsam. Bochum ging durch einen ganz bösen Bock in Führung und erhöhte durch einen Foulelfmeter, bei dem ein Leverkusener mit Rot vom Platz flog, auf 2:0. Leverkusen konnte das Spiel trotzdem noch drehen und schoss auch zwei recht sehenswerte Tore. Ulf Kirsten, der unter den Zuschauern war, dürfte das gefallen haben. Trotz der sieben Tore und der Abwechslung war das irgendwie nicht so ganz mein Spiel, alles etwas zu "soft". Aber immerhin hab ich wieder was gelernt, denn hier darf man vier Mal auswechseln.


11.08.13. 15:00 TuS Bösinghoven - VfB Homberg 4:2, Sportplatz Windmühlenweg, Oberliga Niederrhein, 400 Zuschauer

Zusammen mit Teddy ging es dann zum zweiten Spiel des Tages. Der Sportplatz hier bietet absolut keinen Ausbau und der Kunstrasen macht das Ganze nicht besser. Da es aber ein Oberliga Ground ist kann man schon mal herkommen und die Zuschauerzahl war auch durchaus positiv. Die Wurst für zwei Euro geht in Ordnung und der halbe Liter Gerstensaft für 1,80 erst recht. Das Spiel war zwar nicht so unterhaltsam wie es die sechs Tore vermuten lassen, aber trotzdem in Ordnung und wie ich finde besser als der Kick heute morgen. Das 2:0 war ein sehenswerter Treffer. Ein langer Ball wird von einem Spieler mit der Brust abgelegt und der Torschütze haut das Ding aus dem Lauf mit voller Wucht ins Netz.