Sonntag, 16. März 2025

SG Westend Frankfurt

16.03.25 15:00 SG Westend Frankfurt - FV Eschersheim 12:0 (7:0), Westend Stadion, Kreisliga A Frankfurt, 42 Zuschauer

Fußball in Hessen ist die Eintracht und ganz Frankfurt ist die Eintracht. Danach kommt nicht viel. Natürlich gibt es noch den FSV und mit Abstrichen, aber leider eher von früher her Rot-Weiss Frankfurt. Neben dem Waldstadion, dem Stadion am Bornheimer Hang, dem Riederwaldstadion und dem Stadion am Brentanobad hat Frankfurt auch Ground technisch nicht viel zu bieten. Die SG Westend ist da vielleicht noch der Verein, den ich am ehesten dahinter ansiedeln würde. Zwar kickt man dort aktuell nur in der A-Klasse, spielte aber als Hessenligist um die deutsche Amateurmeisterschaft und gewann zweimal den Hessenpokal. Der Rasenplatz ist auch ein Kleinod im Frankfurter Amateurfußball. Wo einen sonst fast nur Kunstrasenplätze ohne Ausbau erwarten, kann man hier im weitläufigen Ground schon etwas schwärmen. Die bewachsenen Stufen mit zwei Reihen Bänken davor auf einer Geraden und der Graswall mit Stufen hinter einem Tor sind zwar kein Fußballtempel, aber für einen Stadiontouristen schon ein kleiner Leckerbissen. Der Tabellenführer empfing den Letzten und das Gebotene auf dem Rasen war nichts für Feinschmecker. Westend war die klar bessere und jederzeit dominante Mannschaft ohne dabei aber zu glänzen. Eschersheim war einfach nur unfassbar schlecht. Bei einigen Aktionen musste ich tatsächlich lachen und gleichzeitig mit dem Kopf schütteln. Der 3er aus Eschersheim ist vielleicht der unfähigste Spieler, den ich je gesehen habe. Es gab keinen Getränke- oder Essens Verkauf und die 28 Zuschauer zu Beginn sind genauso enttäuschend wie die 42 Besucher am Ende. Groundhopping wörtlich genommen. Der einzige Star ist der Ground. Darüber können auch die zwölf Tore nicht hinwegtäuschen. 





Samstag, 15. März 2025

Bayern Alzenau - FSV Wolfhagen

15.03.25 15:00 FC Bayern Alzenau - FSV Wolfhagen 1:1 (0:1), Arena im Sportzentrum am Prischoß, Hessenliga, 220 Zuschauer

Ich hatte Bock dieses Wochenende mal wieder ne kleine Tour zu machen. Spiele raussuchen kann zwar sehr zeitintensiv sein, macht aber Spaß. Dumm nur, wenn am Ende das Highlight fehlt, die Tour unverhältnismäßig weit und teuer ist und man dann nicht die nötige Motivation für die gefundenen Optionen aufbringen kann. So führte mich der Weg am Freitag weder nach Bregenz oder Colmar, noch in Richtung Tschechien, sondern auf die heimische Couch. Natürlich hab ich mich am Samstag wieder darüber geärgert, man kennt es ja. Heute ging es dann auch einfach nur kurz zum Fußball. Als die U19 der Eintracht im Pokal nebenan auf dem Kunstrasen gespielt hat, habe ich festgestellt, dass der frühere Nebenplatz nun der Hauptplatz ist und auch optisch ein Upgrade bekommen hat. Neben der neuen überdachten Sitzplatz Tribüne sind die Stahlrohrtribünen vom alten Platz scheinbar hier rüber gewandert und neben Stufen auf der Gegenseite gibt es auch einen abgetrennten Gästebereich mit ner Stahlrohrtribüne. Nix dolles, aber Rasen mit Ausbau und in der langweiligen Hesseliga reicht das für einen der oberen Plätze. Anlagenkomplettierung 3/3. Obwohl die Gäste nördlich von Kassel bis nach Bayern reisen mussten, sind die gut 200km nicht ihre weiteste Anreise in der Hessenliga. Sportlich kämpfen die Gäste als 17. gegen den Abstieg, während die Hausherren auf Platz 3 um den Aufstieg spielen. Ich nehme es mal vorweg. Wenn Alzenau aufsteigt und so spielt wie heute, würde der erste Absteiger direkt feststehen. Nach einem Eckball wurde der Ball irgendwie reingestochert und es stand 0:1. Der Ausgleich nach einem ordentlichen Angriff wurde wegen Abseits zurückgepfiffen und so ging es mit der Führung für die Nordhessen in die Pause. In der Halbzeitpause liefen im bayrischen Alzenau exakt zwei Lieder. Erbarme zu spät, die Hesse komme und Marmor, Stein und Eisen bricht. Top, top, top. Alzenau investierte im zweiten Durchgang mehr und die Gäste beschränkten sich weitestgehend auf Konter. Vorm Tor sah das bei beiden aber ähnlich erfolglos aus. Der 23er von Alzenau schlug teilweise Flanken, bei denen man vermuten musste, dass er zeitweise keine Kontrolle über seinen Fuß hat. Unfassbar schlecht. Irgendwie schafften es die Bayern aber doch noch in der hektischen Schlussphase den Ball zum mittlerweile verdienten 1:1 im Tor unterzubringen. Es war kein gutes Spiel, kein Spiel auf Oberliga Niveau und mehr als ein Haken, ein Kreuz oder ein Punkt in der Statistik wird hiervon nicht hängenbleiben. Eigentlich wollte ich beim Kroaten im Vereinsheim was leckeres essen, aber wie es sich bei meinem Glück gehört, waren alle Plätze besetzt oder reserviert. 



Donnerstag, 13. März 2025

Eintracht - Ajax

13.03.25 18:45 Eintracht Frankfurt - Amsterdamsche FC Ajax 4:1 (2:0), Waldstadion, Europa League, 57.500 Zuschauer

Geil! Das war heute mal wieder Eintracht Frankfurt International. Einer dieser magischen Abende im Frankfurter Stadtwald. Es geht mir ehrlich gesagt auf die Nüsse, wenn irgendwelche Idioten behaupten, dass sie was besseres oder die geilsten sind. Alle Menschen sind gleich, es gibt keine besseren oder schlechteren. Zumindest theoretisch und auf jeden Fall mit mindestens einer Ausnahme. Wir, also Eintracht Frankfurt sind halt schon um einiges geiler, als der ganze verkorkste Rest. Das ist Fakt. Im Prinzip konnte man nach dem Sieg im Hinspiel in Amsterdam von der halben Miete sprechen, aber so richtig läuft es bei unserer Eintracht im Moment nicht und mit der Leistung aus den letzten Bundesliga Spielen hätten wir uns vielleicht für längere Zeit aus Europa verabschiedet. Donnerstags ist aber traditionell Eintracht Zeit. Europacup! Die Nordwest war heiß und gab alles. Die Mannschaft ebenso. Es gab nur eins. Gas. Vollgas. Doppelpass Bahoya, Ekitike, Bahoya. Tor! 1:0 und noch keine zehn Minuten gespielt. Jaa! Europacup in diesem Jahr! Schöne Flanke von der Mittellinie zu Götze, der den Ball mit der Brust annahm und aus der Drehung das Tor zum 2:0 erzielte. Sau geil! Eintracht Frankfurt International! Ekitike verballerte noch frei vorm Tor und überhaupt war mehr drin zur Pause. Die Ajax Mannschaft wusste teilweise gar nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Meine Stimme war schon nicht mehr ganz so frisch. Der leidenschaftliche Support der Nordwest war einfach mal wieder überragend. Wir können es noch. In der zweiten Hälfte verbaselte Ekitike wieder eine Großchance, bevor er sich gut durchsetzte und zum 3:0 traf. Tooor! Dann soll angeblich das 3:1 gefallen sein, aber da ich davon so rein gar nix mitbekommen habe, glaube ich das nicht. Lügenpresse. Beim 4:0 hatte der Ajax Keeper wohl zu viel an der Tulpe aus Amsterdam gezogen, turnte orientierungslos vor der Mittellinie rum und Götze nutze das mit einem schönen Fernschuss aus 40m ins leere Tor aus. Jubel! Ajax ist zum Putzen da! Gute Stimmung, gutes Spiel, zusammen in der Kurve mit den geilsten Menschen, Viertelfinale im Europacup, was für ein geiler Abend! Ob Rom, Mailand oder London, Moskau, Wien oder Athen… Eintracht Frankfurt International! Und Schnaps! Jetzt wäre ein Sieg bei den dreckigen Schauspielern aus Bochum angebracht. Bochum hat zwar dicke Eier nach dem Sieg gegen die Bauern, aber wir haben zwei Siege und sechs Tore gegen Ajax Amsterdam im Gepäck. Uns platzen die Eier fast. Eintracht!


Sonntag, 9. März 2025

Eintracht - Union

09.03.25 15:30 Eintracht Frankfurt - 1. FC Union Berlin 1:2 (1:0), Waldstadion, 1. Bundesliga, 58.000 Zuschauer

Der 1. FC Union Berlin kam heute als Tabellen 14. in den Frankfurter Stadtwald und so sehr ich ihnen die Punkte im Abstiegskampf gegen die widerlichen Schauspieler aus Bochum, Dietmars unnötigen Zuchtverein oder den Dreck*innen vom Millerntor ansonsten auch gegönnt hätte - Nein. Heute sollten die Punkte bei der Eintracht im Waldstadion bleiben, um die verdorbenen Studentenkinder aus dem bedeutungslosen Mainz wieder von Platz 3 zu stoßen. Und überhaupt sollten sich die Schwaben Schwuchteln und die niederländischen Bauern mal ins Zeug legen, um zu verhindern dass diese Kasper mit 100 Mann durch Europa tingeln und den guten Ruf der deutschen Fanszenen zerstören. Trotz der Klatschen gegen die Münchner Bauern und die scheiß Pillen aus Köln 2.0 in der Liga, konnten wir nach dem Sieg im Europapokal gegen einen führenden holländischen Putzmittel Hersteller mit breiter Brust auftreten. Die Köpenicker kamen schließlich mit der Klatsche gegen die schwächelnde €chte Liebe AG und der Niederlage gegen die noch schwächeren Störche im Gepäck in die Mainmetropole. 126 Jahre alt ist die launische Diva seit gestern und 79 Jahre alt wäre Bernd Hölzenbein, unser Weltmeister, Rekord Torschütze, UEFA-Cup Sieger und dreimalige Pokalsieger seit heute gewesen. Zwei weitere Gründe, einen Sieg zu feiern. Eigentlich. Mit dem frühen 1:0 ging es auch gut los. Wenn unsere Jungs nur halbwegs gespielt hätten, wie sie es können, hätten wir die erschreckend schwachen Unioner vorgeführt. Sowas macht man heutzutage aber nicht mehr und so versuchten sie lieber den Gegner zu unterbieten. In der ersten Hälfte war das aber unmöglich. Im zweiten Durchgang spielten die Berliner das, was sie eben können und wir einfach gar nicht. Da das 1:3 aberkannt wurde, hatten wir in der Nachspielzeit durch einen Elfmeter die große Möglichkeit zum Ausgleich. Ekitike lief an wie ein Talahon und es war absehbar was kommt. Schlecht geschossen und verschossen. Ehrlich gesagt wäre das aber auch einfach nicht verdient gewesen. Kein Heimsieg an diesem Spieltag, bevor am Abend mit Hoffenheim gegen Heidenheim der Klassiker der Oberliga Baden Württemberg den Schlusspunkt setzt. Ich will ja nicht zu pessimistisch sein, aber wenn wir am Donnerstag gegen Ajax nicht weiter kommen, könnte es das letzte internationale Spiel für längere Zeit gewesen sein.


Samstag, 8. März 2025

TuS Röllbach

08.03.25 15:00 TuS Röllbach - SV Vatan Spor Aschaffenburg 0:0, Sportpark an der Jahnstraße, Landesliga Bayern Nordwest, 350 Zuschauer

Ursprünglich war das Spiel Plauen gegen Chemie Leipzig im schönen Vogtlandstadion geplant und wenn ich den Bericht im SaW lese, werde ich mir bestimmt in den Arsch beißen nicht da gewesen zu sein, aber die 350km einfache Strecke waren mir für ein Spiel dann doch zu weit. Alternativ war was grenznahes in Luxemburg oder Frankreich angedacht, aber auch die 250km lachten mich nicht so wirklich an. Hessenliga auf Kunstrasen beim SV Unterflockenbach oder Landesliga auf Rasen beim TuS Röllbach in Bayern waren die Alternativen zur Alternative. Das Wetter war schön und die Kunstrasen Saison ist im März eigentlich vorbei, also ab in den Freistaat. Nach nur 75km war ich in Röllbach, im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Zu sehen gibt es hier nix, außer Idylle. Der Verein in der immerhin sechstklassigen Landesliga ist vermutlich das bekannteste, was dieses Dorf je hervorgebracht hat. Es wäre vermessen, den Platz als Stadion zu bezeichnen, aber ein langweiliger Sportplatz sieht anders aus. Es gibt einen kleinen Grashang mit Bänken, Stühlen, Stufen und ne Überdachung samt aus Paletten zusammengebauten Tischen und Stühlen. Der 1995 gegründete Türken Verein aus Aschaffenburg kam als Tabellen Dritter zum Vorletzten aufs nicht einmal 2000 Einwohner fassende Dorf im Spessart. So klar wie auf dem Papier war das Spiel aber nicht. Der Turn- und Sportverein Röllbach von 1929 e.V. war die aktivere und bissigere Mannschaft und erspielte sich so in der ersten Hälfte die besseren Möglichkeiten. In den zweiten Durchgang starteten die Türken besser, aber Einstellung und Einsatz stimmten bei den Röllbachern und so kamen sie ins Spiel zurück und ärgerten die technisch etwas stärkeren Türken doch sehr. Das Spiel war zwar grundsätzlich fair, aber man merkte schon, dass der Schiedsrichter keine Lust auf Diskussionen und Ärger hatte, im Zweifel für die Türken pfiff und die gelbe Karte stecken ließ, wo er sie vielleicht hätte ziehen sollen. Das ist zwar nachvollziehbar, aber eben auch Wettbewerbsverzerrung. Distelhäuser Pils, selbiges und weiteres aus dem Hause Schlappe Seppel, sowie irgendein Weizen und Äppler von Stengers sorgten für eine abwechslungsreiche Auswahl zur Rindswurst. Leider keine Tore, aber ein wichtiger Punkt für den Klassenerhalt, den ich den Hausherren gönnen würde und ein Ground, den ich schlechter erwartet hätte. Basst. B wie Bayern bedeutet B wie Bier. Ab in den Getränkemarkt und ne gemischte Tüte für Untappd besorgt.





Donnerstag, 6. März 2025

Ajax - Eintracht

06.03.25 21:00 Amsterdamsche FC Ajax - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:1), Johan Cruijff Arena, Europa League, 53.400 Zuschauer

So ganz nach meinem Geschmack sind die Auslosungen diese Saison nicht verlaufen. Über Amsterdam haben sich zwar die meisten Adler gefreut, aber ich hätte lieber ein paar Rumänische Straßenköter gestreichelt, günstige Pivo konsumiert und Facharbeiter in Bukarest angeworben. Eine Auswärtsfahrt in Holland (ja das Land heißt Niederlande, aber Amsterdam liegt tatsächlich in Holland, also Ruhe) verspricht in etwa so viel Freiheit wie der Aufenthalt in einem Nordkoreanischen Knast. Egal. Hygiene ist wichtig und wir brauchen mal wieder ein Erfolgserlebnis. Ajax ist zum Putzen da! Völlig überraschend sollte es neben richtigen Eintrittskarten aber auch Reisefreiheit und Bier im Gästeblock geben. Das konnte ich bis zum Schluss nicht ganz glauben. Vielleicht haben die Behörden auf Bambule spekuliert, um mal wieder die Repressalien zu rechtfertigen, wer weiß. Auf jeden Fall sorgte das doch für eine gewisse Vorfreude. Die Fahrt verlief dank Korn, Wodka, Tütenwein, Biers, Äpplers, diversen Mischgetränken und den völlig verrückten, aber mindestens genauso geilen Menschen wie immer bestens. Hartelijk dank. Amsterdam ist wie man weiß die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt des Königreichs der Niederkande, aber nicht der Sitz der Regierung. Nachdem wir ohne Stress die Grenze überquert hatten und der Bus am Stadion abgestellt war, ging es mit der Metro ins Zentrum, um bei Bier, Frikandel und Fritten die Sonne zu genießen. Kurz, aber entspannt. Die Einlasskontrollen zogen sich zwar ewig und unnötig in die Länge, aber wir waren alle rechtzeitig drin. Das Heineken für 7,25€ hätte ich mir jetzt nicht unbedingt geben müssen, aber Julian war nicht von seinem Vorhaben abzubringen. Bedankt. Das Stadion wurde 1996 eröffnet, 2020 zuletzt renoviert und war die erste europäische Arena mit verschließbarem Dach. Ajax Amsterdam ist nicht nur niederländischer Rekordmeister und Pokalsieger, sondern auch Gewinner des Europapokals der Landesmeister, der Champions League, des Europapokals der Pokalsieger und des UEFA Cups. Ajax darf also durchaus zu den großen Nummern im europäischen Fußball gezählt werden, auch wenn der Sieg in der Champions League gegen den AC Milan 1995 mit einer legendären Mannschaft schon etwas her ist. Zu Spielbeginn wurden rundum weiße Fähnchen im Rhythmus geschwenkt, das sah schon gut aus. Ob das in der Kurve sowas wie ne Choreo darstellen sollte, weiß ich nicht. Neben dem Spruchband "Ajax is magic", einer kleinen Blockfahne und "Stoffbahnen" gab es dabei einige Schwenkfahnen zu sehen, von denen während des Spiels eigentlich nur maximal vier bis fünf Stück geschwenkt wurden. Wie bei meinen Besuchen gegen Sturm und Rapid hat mich die Ajax Kurve enttäuscht. Unser Support hat mir gut gefallen. Nix weltbewegendes, aber der Mob hatte Laune und der Block zog gut mit. Für Verwunderung sorgte ein augenscheinlich rotzevoller Typ mit FC Porto Schal, Atletico Madrid Kappe und Racing Straßburg Jacke bei uns im Gästeblock. Der einzige Grund, weshalb er das Spiel in Ruhe verfolgen durfte, war vermutlich sein hohes Alter. Trotzdem bleibt die Frage, was sowas soll und wie so jemand an das Ticket kommt. Zu Spielbeginn drückte Ajax und unsere Mannschaft wirkte extrem unorganisiert und planlos. Das 1:0 in der zehnten Spielminute kam daher nicht überraschend, auch wenn es jeder Bundesliga taugliche Torhüter hätte verhindern können. Nix gegen Trapp, aber das Ding geht auf seine Kappe. Vielleicht war es auch gut so, denn ab sofort war die Mannschaft voll da. Knauff und Götze vergaben kurz darauf beste Möglichkeiten, bevor Larsson nach ner halben Stunde abzog und der abgefälschte Ball ohne Reaktion des Keepers einschlug. Trapp wirkte nochmal unsicher und wir hätten nach 35 starken Minuten durchaus die Führung verdient gehabt, aber es ging mit 1:1 in die Pause. Besonders Knauff und Larsson gefielen mir gut. Im zweiten Durchgang war das Spiel etwas ruhiger und ausgeglichener. Vielleicht mit leichten Vorteilen für Ajax. Knauff gewann auf Höhe der Mittellinie aber gut den Ball, zog bärenstrak los und legte im Fallen quer zu Skhiri, der nur noch einschieben musste. Ja man! top, top, top. In der Schlussphase drückte Ajax nochmal und wir verbarrikadierten uns hinten etwas zu sehr, was in einer Szene fast noch zum Ausgleich geführt hätte. Aber nö. Auswärtssieg! 17 deutsche Mannschaften haben (zum Teil mehrfach) in Amsterdam gespielt und wir sind neben Dortmund erst die zweite davon, die Ajax zu Hause schlagen konnte. Europas beste Mannschaft, SGE.




Samstag, 1. März 2025

Eintracht - Leverkusen

01.03.25 18:30 Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 1:4 (1:3), Waldstadion, 1. Bundesliga, 58.000 Zuschauer

Heute haben wir uns vorm Spiel in einer ordentlichen Runde bei einem Weinchen, Bierchen, diversen Leckereien und Dummbabbel in der Stadt getroffen, was das eigentliche Highlight des Tages war. Dann ging es gemeinsam in den Stadtwald. Sportlich gesehen ist es schon eine Ansage, als Tabellen Dritter zwei Spiele hintereinander mit 1:8 zu verkacken. Aber is ja egal, solange man bei Gehaltsverhandlungen ein paar Millionen mehr raus handelt und sich dafür feiern kann. Ob die Höhe der Niederlage verdient ist, weiß ich nicht, aber sie war zu keiner Zeit unverdient, auch wenn wir uns nach dem 1:3 nicht mehr wie eine Schülermannschaft vorführen ließen. Etwas überraschend war die Gästekurve heute weitestgehend voll. Vermutlich das erste Mal bei diesem Konzern. Der Erfolg nach der (sportlich absolut verdienten) Meisterschaft macht eben doch irgendwie sexy. Im Grunde genommen ist es aber eigentlich egal, ob du einen normalen Schiss ablieferst und Platz in der Schüssel bleibt oder ob du das Ding nach einem richtig guten Essen komplett füllst. Scheiße bleibt Scheiße. Ich glaube, dass dem Haufen keine Aufmerksamkeit unsererseits zukam und die Schmähgesänge sich allesamt an ihre hässlichen, schwulen Freunde aus der verbotenen Stadt und der Landesliga Süd richteten. Ajax ist zum Putzen da!


Mittwoch, 26. Februar 2025

Bayern Alzenau - Eintracht U19

26.02.25 19:00 FC Bayern Alzenau - Eintracht Frankfurt 1:5 (1:3), Sportzentrum am Prischoß (KR), A-Junioren Hessenpokal, 180 Zuschauer

Für die U19 meiner Eintracht ging es im Hessenpokal nach Bayern. Zum FC Bayern Alzenau, deren Herren in der Hessenliga spielen. Hessisch-bayrisches Multi-Kulti mit offenen Grenzen. Da Alzenau in Hessen mitspielt und Bayern im Namen trägt, muss ich mir auch keine Gedanken machen, dass ich die Franken (Unterfranken genau genommen) als Bayern bezeichne, was die eigentlich nicht gern mögen. Alzenau liegt im Kreis Aschaffenburg und hat 19.000 Einwohner. Ein kurzer Gang um die Burg Alzenau lohnt sich schon, diese wirkt mit dem kleinen Weinberg zur passenden Jahreszeit aber sicher noch etwas besser. Was sich in Bayern auch immer lohnt, ist der Besuch im Getränkemarkt. Der Sittinger kann dabei nur empfohlen werden. Immer ne riesige Auswahl und auch immer ordentlich Neues für Untappd. Das Städtische Stadion am Prischoß hat zwei Plätze mit Ausbau und ich bin mir fast sicher, dass das früher nicht so war und dass ich damals nur auf dem aktuellen Nebenplatz war. Da unsere Bundesliga Jungs heute gegen den Verbandsligisten klarer Favorit auf dem Kunstrasenplatz waren, schreit das hier nach einer Anlagenkomplettierung demnächst. Unsere Jungs spielten die Partie souverän runter. Wobei Alzenau vorm 0:1 einen mega Spielzug zeigte, der am Ende aber leider kläglich vergeben wurde. Das zwischenzeitliche 1:1 war auch gar nicht mal unverdient und allgemein gefiel mir persönlich das Spiel des FCB besser. Während bei uns alles nach einem genauen Plan ablief und zu sehr einstudiert wirkte, sah man den Jungs in Weiß an, dass sie Spaß am Fußball spielen hatten und heute über sich hinaus wuchsen. Vermutlich muss das im Bezug auf den Profifußball alles genau durchgetaktet sein und die Mannschaft kann natürlich auch erfolgreich mit dem Ball umgehen, aber mit etwas mehr Freiheiten könnte vielleicht eher mal was überragendes dabei rum kommen. Wenn man unseren 10er von der Leine lassen würde, dann würde er wahrscheinlich ein paar tolle Dinger aufs Parkett zaubern. Das 5:1 tut mir in der Höhe tatsächlich etwas Leid für die Alzenauer. Hessische Rindswurst und bayrisches Hefeweizen sorgten für die Völkerverständigung. Wobei mich eine Mutti deshalb etwas bös anmachte. Alkohol gab es am Platz nämlich nicht, nur im Vereinsheim und da werde ich mir beim nächsten Besuch auch was leckeres vom Kroaten gönnen.




Sonntag, 23. Februar 2025

Bayern - Eintracht

23.02.25 17:30 FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 4:0 (1:0), Arroganz Arena, 1. Bundesliga, 75.000 Zuschauer

Minga Oida. Wie gerne würde ich mit den Jungs und Mädels ins Grünwalder Stadion fahren, um die Magier bei den Löwen von München Blau, dem TSV 1860 zu sehen. Davor noch schön ins Brauhaus. Ach herrlich. Das wird so schnell aber leider nicht passieren und so ging es heute zu München Rot, in die scheiß Arena zu den scheiß Bayern. Eigentlich hab ich ja gar nix gegen den FCB, die sind mir genau genommen völlig egal und das heißt bei dem ganzen Müll in der Liga schon was. Es gibt aber trotzdem schöneres, als sich am Sonntag Abend im 400 km entfernten München eine sichere Niederlage abzuholen, um dann irgendwann mitten in der Nacht völlig zerstört zu Hause anzukommen. Naja. Alles für den Dackel, alles für den Club. Lyon und Midtiylland sind ja auch schon wieder ewig her. Zeit also für ne gepflegte Auswärtsfahrt mit dem Bus. Meine Vorfreude war groß, denn nach dem ganzen privaten Scheiß die letzte Zeit, bin ich froh den Kontakt zu diesem extrem geilen Haufen auch aus dem Exil so gehalten zu haben. Die Fahrt verlief äußerst entspannt, auch wenn die Münchner aufm Rastplatz etwas unentspannt wirkten, als sie uns gesehen haben. Die Arena am äußersten Münchner Stadtrand ist wunderschön, weshalb unser Kutscher die ein oder andere Extrarunde rundherum drehte. Leider hatte ich (mal wieder) nix zu sagen und wir fuhren nicht einfach wieder zurück. Die Bayern sind international. Das ist toll. Dafür spricht nicht nur das Regenborgen Graffiti, sondern auch die englische Unsitte, keine Getränke oder Speisen mit in den Block nehmen zu dürfen. Wobei das auf der Insel nur für Alkohol gilt und man das dort leicht umgehen kann. Im bunten München versteht man aufgrund der Sprachbarriere anfangs gar nicht, weshalb die Ordner einem die abartigen Schranken vorm Block nicht öffnen. Man erwartet ja nicht, dass man mit hessisch oder deutsch weit kommt, aber auch bayrisch oder englisch bringen einen leider nicht weiter. Also musste ich mich umsehen, bis ich die Verbotsschilder entdeckte und die Situation begriff. Das ist natürlich keine Kritik. Ich bin ja selbst schuld, dass ich nicht die Sprachen aus aller Herren Länder beherrsche. So bin ich dann irgendwie mit ein paar anderen komplett draußen versackt. Bier und Wurst haben ja auch nur jeweils irgendwas um die 38€ gekostet, da kann man sich schon mal gönnen. Das Spiel soll aber sowieso nicht besonders lohnenswert gewesen sein, wie man hört. Ich konnte mich aber auch draußen ärgern und sogar etwas freuen. Ärgern, aufgrund der Masse an Ordnern, die sich zusammen rotteten um sich die Eier zu schaukeln. Ein Glück, dass jeder ungebildete Hilfsarbeiter mittlerweile den Mindestlohn bekommt, für den andere Leute richtig hart arbeiten müssen. Bespaßt hat mich ein mutmaßlicher Analphabet vom USK, der richtig süß mit seinem Rucksack rumlief, weil er vermutlich dachte beim KSK gelandet zu sein und sich von Mutti den Beutel für den Auslandseinsatz hat packen lassen. Wie groß wohl die Enttäuschung war, dass er stattdessen nur mit andern gescheiterten Existenzen im Stadion rumlungern durfte? Zumindest verdient er wohl noch weit über Mindestlohn für sein Nichtstun. Wir haben übrigens nicht verloren, die Punkte hat halt nur wer anders.


Sonntag, 16. Februar 2025

Eintracht - Kiel

16.02.25 17:30 Eintracht Frankfurt - Kieler SV Holstein 3:1 (2:0), Waldstadion, 1. Bundesliga. 57.700 Zuschauer

Die Störche aus dem hohen Norden kamen in ihrer Premiere Saison in der Bundesliga als Tabellenletzter in den Frankfurter Stadtwald. Klar dass da für uns als Dritter nur ein Sieg zählte. Da es kühl war, gab es den Äppler heute nicht nur in kalt, sondern auch in warm und nach e bissi Dummbabbel mit de Leut, ging’s enoi in die gud Stubb. Ich gratuliere den Verantwortlichen der Kieler Szene zu ihren guten Noten in Kalligraphie, muss aber anmerken, dass es bei Spruchbändern eigentlich hauptsächlich um die Botschaft geht. Dieser Sinn ist etwas verfehlt, wenn man die Tapeten nicht entziffern kann. Vielleicht weniger Kursiv und mehr Fett beim nächsten Mal. Optisch macht der Kiel Block auswärts eigentlich immer was her für die verhältnismäßig kleine Szene. Rüber kam es aber wie lautloses Fahnenschwenken. Der Gästeblock war am Sonntag Abend trotz der großen Entfernung gut gefüllt, das bekommen Graupen wie Wolfsburg und Sinsheim auch Samstag nachmittags nicht hin. Gegenüber hatte die Nordwest bei einigen Liedern ordentlich Bock, aber leider fehlt es gegen solche Gegner allgemein immer häufiger an Motivation, Leidenschaft und Lautstärke. Auf dem Rasen sahen die Zuschauer einen souveränen Sieg für Europas beste Mannschaft. Ohne Glamour hatten unsere Jungs alles im Griff und unter anderem durch einen schlecht verschossenen Elfer und einen Pfostenschuss hätte der Sieg auch höher ausfallen können. Und sonst? Auffällig wenig Vertreterinnen des hübschen Geschlechts heute in unseren Reihen. Der Typ mit der Airline brachte seine gepimpten Glimmstängel an den Mann, Faschingsprinz Julian hing nach der Nacht mit Stefan noch etwas in den Seilen, Tobias schwenkte rekordverdächtig mal ganz kurz die Fahne, Marko und Patrick (Namen geändert, aber der Redaktion bekannt) quatschen viel, Philipp wollte Schnaps, Jan nicht und Traumtänzer Lucas musste nach seinem legendären Auftritt Autogramme schreiben. Zudem gab es in der Nordwest noch einen Unfall zum Spielende hin. Alles Gude an dieser Stelle.