Samstag, 22. Oktober 2011

Tschechien



Sa 22.10.11 10:15 FK Mladá Boleslav II - FK Arsenal Ceská Lípa 1:0, Městský Stadion, Česká fotbalová, 112 Zuschauer

Freitags ging es von Köln-Weiden mit der vierer Autobesatzung los und die Fahrt verlief ereignislos, allerdings habe ich auch so gut wie die gesamte Nachtfahrt über geschlafen. Auf nem tschechischen Rasthof wurde getankt und sich gefragt was unsere Nachbarn wohl mit den ausgeschilderten Gas-Duschen meinen, tztztz und dann ging es auch schon weiter. In Mlada Boleslav wurde zuerst im dem Stadion gegenüberliegenden Einkaufszentrum eingekauft und gefrühstückt. Dann ging es ins heruntergekommene Stadion, neben dem direkt der Neubau der ersten Mannschaft steht. Auf Höhe der Mittellinie, vor dem alten Vereinsgebäude sind oder besser waren die Sitzplätze, lediglich auf die oberen Reihen wurden wohl übrige Plastiksitze vom neuen Stadion montiert. Beidseitig von den Sitzplätzen bis hinter die Tore liegen die alten, vergammelten Stehränge, auf der anderen Seite befindet sich nur ein kleiner Graswall, das ganze mit Blick auf die nicht endenden Plattenbauten. Zum Spiel muss man nichts sagen, es fand halt statt. Das Pivo schmeckte am frühen Morgen aber schon sehr gut!


Sa 22.10.11 15:30 FK Kunice - FC Slovan Liberec II 2:0, H+H Aréna, Česká fotbalová, 180 Zuschauer

Nach dem Spiel ging es nach Kunice und da wir dort frühzeitig ankamen setzten wir uns noch auf ein, zwei Pivo in die Vereinskneipe. Das Stadion ist eher ein Sportplatz, aber einer mit sehr viel Charme! Auf einer Seite steht das Häuschen mit den Umkleiden, das Dach ist weiter vor gezogen und darunter befinden sich ein paar Reihen Bänke, also durchaus eine kleine Tribüne. Daneben auf einer Seite etwas erhöht die Vereinskneipe, von deren Balkon man das Spiel auch verfolgen kann. Auf der anderen Seite neben den Umkleiden ist ein kleiner Grashang den man durch Treppenstufen begehen kann und in dem sich auf verschiedenen Ebenen Holz-Sitzbänke befinden, solche stehen auch vor dem Hang und zwischen den Gebäuden. Auf der Gegenseite ist eine kleine Holz-Tribüne in den Waldhang eingebaut, sehr nett. Daneben ebenfalls Bänke und darüber, im Hang, auch noch einige Bänke auf einer Ebende. Hinter einem der Tore ebenfalls durchgehend Holz-Bänke. Vorallem beim sonnigen Wetter, das wir jetzt hatten, wirkte das wirklich sehr nett! Das Spiel war etwas besser als das vorherige, aber hier konnten die Tschechen ihren Rausch vom Freitagabend auch etwas länger ausschlafen. Das Pivo schmeckte auch hier und meine erste Klobasa ebenfalls mehr oder weniger.


Sa 22.10.11 18:30 FK Dukla Praha - FK Jablonec 1:3, Stadion Evžena Rošického, Gambrinus Liga, 1140 Zuschauer

Am Stadion angekommen stand nur eine kleine Gruppe vor den Toren, tote Hose und das eine halbe Stunde vor Anpfiff. Das erste Erstligaspiel stand also mehr als auf der Kippe. Wie die Männer der Gruppe mitteilten wurde das Spiel ins Rošického verlegt, da der Rasen wohl ausgewechselt wurde und noch nicht bespielbar war. Also wieder los, quer durch die Stadt und sich dabei die Frage stellend ob es so denn Sinn machen würde. Da ich das Stadion noch nicht hatte war klar, dass ich hin wollte. Die anderen Drei, die das Stadion schon alle hatten, waren geteilter Meinung, von hin, über egal zu nicht hin. Also wurde es angefahren und wir drei die reingingen hatten zumindest freien Eintritt. Das Spiel war natürlich wesentlich besser, schätzungsweise deutsches Zweitligaformat. Stimmung war auch vorhanden, allerdings nicht der Rede wert. Das Stadion ist schon sehr nett, richtig alt und vergammelt. Rundum zwei Ränge, von denen jeweils der Obere überdacht ist und aus den Rissen und Fugen im Betonboden wächst das Unkraut heraus. Nach dem Spiel wurden im spottbilligen Hostel die Rucksäcke geparkt um noch auf ein paar Pivo und etwas zu Essen vor die Tür zu gehen.


So 23.10.11 10:15 FK Admira Praha - FK Pencín Turnov 4:3 (2:3), Stadion Na Pecích, Divize Skupina C, 125 Zuschauer

Nach dem Frühstück im Hostel machten wir uns auf den Weg zum nächsten Spiel. Das Stadion von Admira besteht aus einer guten Anzahl und mit Gras bewachsenen Stehtraversen auf einer Seite, die sehr nett rüberkommen. Auf einer Seite befindet sich davor noch ein kleiner Kinderspielplatz, hab ich so in einem Stadion auch noch nicht gesehen. Gegenüber befindet sich über fast die gesamte Spielfeldlänge eine überdachte, in blau/rot gehaltene, Sitztribüne. Neben dieser Tribüne steht ein Schuppen, dessen Dach komplett umzäunt und mit Kunstrasen ausgelegt ist. Darauf steht eine Bierzeltgarnitur und auf dieser als VIP Bereich ausgeschilderten Bank machten wir es uns natürlich auch kurz bequem. Die Gäste waren mit ein paar Fans angereist die sogar mehrmals auf sich aufmerksam machten und mit „Fans“ Bannern ausgestattet waren. Das Spiel war überraschend gut. Schnell, abwechslungsreich und zu keiner Zeit langweilig, die sieben Toren taten dann ihr übriges. Das Pivo und diesmal auch die Klobasa schmeckten nach mehr.


So 23.10.11 15:00 FC Hradec Králové - 1. FC Slovácko 0:1, Všesportovní Stadion, Gambrinus Liga, 3506 Zuschauer

Das größte tschechische Erstligastadion ist ein großes Rund mit durchweg einem Rang. Die oberen Teile der beiden Geraden sind auf der gesamten Spielfeldlänge überdacht und mit Plastiksitzen bestückt, die restlichen Plätze bestehen aus abgeblichenen Sitzbänken. Hinter einem der Tore, auf der ehemaligen Laufbahn, steht noch eine Stahlrohrtribüne auf denen der supportwillige Heimanhang sitzt/steht. Ansonsten erwähnenswert sind noch die riesige Anzeigetafel und die runden Flutlichtmasten, die so doch was hermachen. Der Heimanhang sorgte ab und an für ein wenig Stimmung und machte dabei mit vielen Fahnen auf sich aufmerksam, außerdem zündeten sie mehrmals etwas Rauch und Bengalos, die aber sofort von der Feuerwehr gelöscht wurden. Der Gästemob war zwar aktiv, ging aber auf Grund der geringen Masse (70 Leute) und des fehlenden Dachs im weiten Rund unter, die „Oberkörper-Frei Aktion“ bei der die Meisten mitzogen war bei diesen Temperaturen aber beachtlich. Zum Spiel gibt es auch hier nichts besonderes zu sagen, schlechter als das Erstligaspiel gestern. Pivo wie immer gut und besonders gut schmeckten hier die Fleischspieße, die muss man hier probieren! Nach dem Spiel fuhr Patrick uns ereignislos zurück nach Köln.

Samstag, 24. September 2011

Kroatien


Am Freitagmorgen um Vier Uhr ging schon der Wecker, denn obwohl der Flug nach Zadar erst um kurz vor Sieben ging wollten Katja und Kon unbedingt so früh los, und die erste Frage die ich mir stellte war ob ich nicht vielleicht doch liegen bleiben sollte, aber ich konnte ja die Stunde im Auto nach Weeze schlafen, den Flug über hab ich dann auch komplett gepennt, dass ich hellwach und bei strahlendem Sonnenschein kroatischen Boden betreten konnte. Anstatt des gebuchten Polo gab’s dann einen Oktavia-Combi Diesel, nimmt man natürlich gerne. Ursprünglich hatte ich heute geplant in Zagreb das Derby zwischen Lokomotivia und Dinamo zu sehen, aber den anderen beiden war das zu stressig und so verzichtete ich schweren Herzens auf das Spiel. So ging es also zum Sightseeing nach Zadar, viele nette, alte Gebäude, kleine Gassen und ein sehr angenehmes Flair zwangen uns neben dem tollen Wetter quasi dazu in einem Café zwei kühle Pivo zu genießen, lecker. Danach ging es dann zuerst in einen Supermarkt und ins Hotel wo wir es uns in der Sonne am Meer gemütlich machten. Nachmittags fuhren wir noch in ein nettes, kleines, altes Fischerdorf, das auf einer Insel gelegen ist, bevor es am Abend in ein Restaurant zum Essen und Biertrinken ging. Mit Kon wurden dann am Meer und auf dem Balkon ein paar weitere Bierbüchsen geleert bevor es in die Heia ging. Nach einer Dusche und dem Frühstück machten wir uns über die Landstraßen auf den Weg nach Sibenik, aber nicht ohne das Stadion in Zadar abgelichtet zu haben. Schöne Aussichten hatten wir auf der Strecke, da die Straßen größtenteils direkt am Meer lagen, allerdings kam man bei diesen Geschwindigkeiten nur schleppend voran, bei Sibenik besichtigten wir den Krka Nationalpark mit den absolut sehenswerten Skradinski buk Wasserfällen, sehr zu empfehlen wenn man vor Ort ist, weniger empfehlenswert allerdings der Wasserfall Roški slap den Katja unbedingt sehen wollte. Nach ewig langer Fahrt war das was man dort zu sehen bekam äußerst ernüchternd, naja wenigstens Landschaftlich war die Strecke durch die Berge und Täler ansprechend. Jetzt blieb für die Stadtbesichtigung in Sibenik nicht mehr viel Zeit, aber obwohl die Altstadt mit ihren vielen mittelalterlichen Gebäuden und engen Gassen sehr viel her machte und uns sehr gefiel war das kein Problem, da alles in kurzer Zeit fußläufig erreichbar war. So ging es dann rechtzeitig zum Stadion.



Sa. 24.09.11 18:00 HNK Šibenik – RNK Split 1:2, Stadion Šubićevac, 1. HNL, 1000 (50) Zuschauer

Das Stadion ist mit einer Kapazität von 8.500 Plätzen recht klein, aber völlig ausreichend und schön alt und vergammelt. Auf der teilweise überdachten Sitzplatztribüne waren die Heimfans zu Hause, von den Jungs war aber nur selten etwas zu hören und wenn dann auch nur  in geringer Lautstärke. Auf der unüberdachten Stehplatztribüne auf der Gegengeraden waren die 50 Gäste aus Split untergebracht, von denen zehn bis fünfzehn Mann das gesamte Spiel über Fahnen schwenkten und sangen, natürlich nichts besonderes, aber immerhin. Sibenik war in der ersten Halbzeit das klar bessere Team in einem schwachen Spiel und ging kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung. In Halbzeit Zwei verschossen die Hausherren einen Elfmeter und wie das beim Fußball nun mal so ist wenn man seine Chancen nicht nutzt schoss Split kurz vor Schluss den Ausgleich um in der Nachspielzeit sogar noch das 2:1 zu schießen. Getränke gab es im Stadion übrigens überhaupt nicht und zu Essen lediglich Popcorn.




Nachdem der Länderpunkt gemacht war ging es im Halbschlaf über die Landstraßen  durch den finsteren Abend nach Split. Glück muss man manchmal auch haben, denn wenn ich kein Auto vor mir gehabt hätte wäre ich richtig schön geblitzt worden, je müder man wird desto schwerer eben der Bleifuß, durchatmen und weiter. In Split angekommen sah man erstmal nichts als Ghettos und was direkt gefiel viele Graffities und Wandmalereien von Hajduk und der Torcida. Das Navi hat uns ja schon gewarnt, das Ziel liegt in einer nur beschränkt befahrbaren Zone und wie! Zweimal bin ich um den Block gefahren und zwar teilweise durch richtig krass enge Straßen, die Autos parkten wie sie wollten und teilweise hatte man trotz eingeklappten Spiegeln ungelogen keine 5cm zwischen Wand und Auto oder von Auto zu Auto. Als es dann noch „ratsch“ machte waren die Nerven am Ende, aber man muss ja weiter, also gib ihm. Für Fahranfänger oder schlechte Autofahrer wirklich nicht unbedingt zu empfehlen! Als irgendwann doch mal ein Parkplatz gefunden war, sah man sich das Auto an, konnte aber nichts feststellen, also nur einmal kurz den Spiegel minimalst angeschrammt, puuuh. Mit Navi und zu Fuß ging es dann in Richtung Apartment, an dem wir vorher mehrfach vorbei gefahren sind, das aber sehr versteckt in einer unpassierbaren Gasse liegt. Der gute Mann stand im Unterhemd vor uns und zeigte uns das Zimmer, als ich sagte, dass wir am nächsten Tag zu Hajduk wollen war das Eis auch direkt gebrochen und er bot uns sogar an uns zum Stadion zu fahren, sehr nett und gastfreundlich! Da wir direkt in der Nähe der Altstadt waren ging es noch auf ein paar Pivo raus, auch hier wieder sehr nette und gemütliche enge Gassen, die zum bleiben einluden, irgendwann ging es dann aber doch völlig übermüdet ins Bett. Am nächsten Morgen war Frühstück in der Wohnung unseres Vermieters angesagt, selbstgemachtes Käse-Schinken Omlett mit Tomaten, total lecker und nach netten Gesprächen über die EU, Staatsschulden, Jugoslawien usw. ging es los, zuerst in einen weiteren kleinen Fischerort in der Nähe der auf einer Insel gelegen, sehr nett und mit einer hübschen Festung daher kommt. Dann ging es zurück nach Split und ans Wasser wo wir uns in die Sonne hauten bevor die Altstadt, mit komplett erhaltener Stadtmauer und alten Gebäuden nun bei Tag  besichtigt wurde und wir uns zum Essen niederließen. Die Städte, bzw Altstädte können sich hier wirklich alle sehen lassen! Dann war es also endlich an der Zeit und mein Highlight der Tour stand an.


So. 25.09.11 20:00 HNK Hajduk Split – NK Slaven Belupo 4:1, Stadion Poljud, 1. HNL, 13.000 (50) Zuschauer

Knapp 35.000 Zuschauer passen rein, 13.000 waren heute offiziell da, schon etwas ganz anderes als bei dem Spiel gestern, kaum Vorstellbar, dass das die gleiche Liga war. Hier gab es auch was zu trinken, so gab es vorm Anpfiff erstmal Pivo für die Männer und Pepsi für Katja, gegessen wurden stilecht Erdnüsse, Worscht gabs ja net. 50 Gäste waren vor Ort, aber nie aktiv. Ein architektonisch schönes Stadion, das von Außen wirkt wie ein Ufo. Mit überdachter und geschwungener Haupt- und Gegetribüne. Die Fankurve ist unüberdacht und die andere Kurve ist nicht ausgebaut, dort befindet sich lediglich die Anzeigetafel und eine Art Bühne, wahrscheinlich für Leichtathletik Ehrungen. Obwohl es ein multifunktions Stadion, also mit Laufbahn ist, ein echt tolles, sehenswertes Teil! Die Heimkurve dauerhaft aktiv, mehrere Spruchbänder, teilweise echt starke, abwechslungsreiche und sehr laute Gesänge und als Intro zur zweiten Hälfte eine geniale Pyro-Show mit zig Bengalen, Rauch und Blinkern, alleine dafür hat es sich schon absolut gelohnt, einfach geil! In Halbzeit Zwei außerdem immer mal irgendwo was am brennen, ob in der Kurve oder auf der Gegengeraden. So macht Fußball Spaß und es geht auch ohne Ordner und Bullen im Block oder Panikmache, niemand ist gestorben oder zu Schaden gekommen. Hallo DFB ,DFL und Konsorten, nachmachen! Die Gäste gingen in Halbzeit Eins in Führung wodurch die Stimmung aber nur besser wurde, belohnt wurde die Kurve dafür mit dem Ausgleich. Im zweiten Durchgang wurde das Spiel von Hajduk besser und man spielte den Gegner an die Wand, Endergebnis 4:1, Trainer in Split ist übrigens der Ex-Stuttgarter Balakov. Nach dem Spiel ging es noch kurz auf die Toilette und als das erledigt war, war das Stadion komplett leer, die Lichter aus und die Tore verschlossen, keine 15 Minuten nach Abpfiff, noch nie erlebt sowas. Mit wunderschönen Eindrücken und nach einem genialen Fußball Erlebnis konnte es auf den langen Rückweg über die Landstraßen nach Zadar gehen. Geschwindigkeitsbegrenzungen waren jetzt völlig egal und die Nacht wurde im Auto am Flughafen verbracht, bevor es am Morgen relativ früh zurück nach Deutschland ging.




Samstag, 21. Mai 2011

Norwegen



Freitagabends ging es nach der Arbeit ziemlich direkt los in Richtung Hahn und dank mega Stau in Köln und nochmals in der absoluten Pampa hieß es dann scheiß auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen und gib ihm. Der billige Parkplatz war somit auch keine Thema mehr und ich kam gerade noch rechtzeitig, zumindest wenn der Flieger pünktlich gestartet wäre, so war sogar noch etwas Zeit mich ein wenig mit meinem Mitreisenden zu unterhalten der schon ungeduldig wartete. In Sandefjord bekam man direkt das norwegische Preisniveau vor Augen geführt als der Mietwagen klargemacht wurde, tja selbst schuld wenn man das nicht vorher bucht, aber so war zumindest direkt die Übernachtung geklärt. Ford Focus Combi mit Sitzheizung die nachts auch ganz angenehm war. So ging es dann nach Moss, wo zu später Stunde direkt ein Supermarktparkplatz angesteuert wurde, keine Minute dort hatte man direkt die norwegische Polizei an der Backe die die Personalien kontrollierte und fragte was wir denn vorhätten, aber kein Thema und alles easy. Die Nacht war kalt, sehr kalt und nie richtig dunkel, um vier Uhr morgens war es schon taghell. Nach knapp sechs Stunden mehr oder weniger Schlaf ging es morgens um sieben los zur Touristeninfo um uns mit Stadtkarten einzudecken, Geld wechseln, Essen und Trinken kaufen, die Dose Bier für schlappe vier Euro. Danach Morgenhygiene im Einkaufszentrum. Der Ground wurde dann schonmal im Morgengrauen abgelichtet und der Rasen auf  Bespielbarkeit geprüft, bevor die Gegend begutachtet und die Stadt besichtigt wurde. Auf einem Stadtfest wurde dann noch eine Waffel mit Würstchen gegessen, muss man schließlich auch mal probiert haben. Dann war es soweit.

Sa. 21.05.11 15:00 Moss FK – Tiller IL 1:0, Melløs Stadion, 2 Divisjon 1, 650 (10) Zuschauer

Das Stadion in Moss besteht aus einer großen und überdachten Haupttribüne mit Sitzplätzen und  einer kultigen unüberdachten Holz-Stehtribüne auf der anderen Geraden. Hinter einem der Tore sind noch drei Reihen und auf der anderen ein kleiner Graswall, sehenswert. Ein paar Gesänge wurden angestimmt und ein paar Fahnen geschwenkt, aber  alles mit relativ geringer Mitmachquote und Lautstärke, aber immerhin etwas, was soll man auch in der dritten norwegischen Liga erwarten. Das Spiel war wie zu erwarten auch kein Leckerbissen, Oberliganiveau dürfte es aber zumindest teilweise gewesen sein. Richtig unangenehm war der kalte Wind der ziemlich heftig über die Tribüne pfiff. Mit einer solchen Zuschauerzahl und Support hätte ich hier aber nicht gerechnet, also durchaus positiv.
Nach dem Spiel ging es nach Oslo, wo wir ursprünglich auf einen Campingplatz wollten, dies aber ohne Zelt und nur mit Auto nicht möglich war, also wurde einfach neben dem Platz auf einem Parkplatz übernachtet, aber nicht bevor es noch auf den Holmenkollen ganz in der Nähe ging. Schon echt beeindruckend und interessant, aber irgendwie seltsam so ohne Schnee, trotzdem ein absolutes Muss. Nach der Morgenhygiene auf dem Campingplatz ging es in die Stadt zum Sightseeing. Oslo ist schon eine sehr schöne Stadt, mit ansehnlichen Parks und Gebäuden, unter anderem dem Skulpturenpark, aber es ist doch alles in kurzer Zeit fußläufig erreichbar. Glück hatten wir hier auch noch, denn die AIDA lag am Hafen vor Anker, fast unvorstellbar groß das Teil. Dann nahm aber das Unheil seinen Lauf, wir trafen noch einen anderen Hopper der uns über den kurzfristig aufgerufenen Streik in der ersten Liga informierte, die Spieler protestierten gegen die Tatsache, dass sie ihre Schuhe vom Vereinsausrüster tragen müssen und keine freie Markenwahl haben. Mit einer solchen Scheiße rechnet man in einem Land wie Norwegen ja nun überhaupt nicht. Nachdem wir uns das am Stadion  bestätigen ließen hatten wir die Gewissheit. Die eigentlich geplanten Erstligaspiele Valerenga-Molde und Stabaek-Stromsgodset waren also abgesagt, sowie alle anderen Spiele der ersten Liga auch. Shit happens, is jetzt aber  nun mal nicht zu ändern, eine Notlösung musste also her und das einzig mögliche und halbwegs sinnvolle war ein Zweitligakick in Asker.



So. 22.05.11  18:00 Asker Fotball - Mjøndalen IF 1:1, Føyka Kunstgress, Adeccoligaen, 1.300 (450) Zuschauer

Nicht genug, dass die Tour jetzt sowieso fürn Arsch war, es regnete nun auch noch in Strömen, da man aber ein Dach erblicken konnte kaufte man die teuren Sitzplatzkarten, wenn man aber kein Glück hat kommt bekanntlich auch noch Pech dazu. Die Überdachten Plätze waren alle für Sponsoren reserviert. Das Stadion, oder besser der Sportplatz besteht wie der Name schon sagt aus Kunstrasen und das passt, denn hier wirkt alles recht künstlich. Die Tribüne auf der Geraden ist ein Stahlrohrkonstrukt mit Plastiksitzen, über dessen Mitte ein Dach oder eher eine Art Zeltplane gespannt ist. Wie gesagt, die Sponsorenplätze und da sind wir beim nächsten Thema. Fans sind hier Fehlanzeige, alles nur Kunden der Marke Hoppenheim. Auf der Gegenseite standen nur Baucontainer und an einem solchen Baucontainer gab es auch Essen und Trinken. Unterstellmöglichkeiten gab es nirgendwo und so verfolgte ich das Spiel klatschnass, denn es regnete die 90 Minuten konstant durch. Positiv waren hier allerdings die Gästefans die doch recht zahlreich vertreten waren und ziemlich das gesamte Spiel über für Stimmung sorgten, teilweise sogar recht laut und mit ansprechenden Gesängen. Das Spiel war hier auch einen Tick besser und verdiente teilweise schon wirklich den Namen Fußball.
Völlig durchnässt ging es dann zum Auto und zurück zu unserem Campingplatz. Am nächsten Morgen wieder auf dem Campingplatz fertig gemacht, gammelte man eigentlich den ganzen Tag nur vor sich hin. Essen, trinken, reden, nochmals zur Sprungschanze und dann fuhr man mit dem bereits getroffenen Hopperkollegen zusammen nach Bærum.



Mo. 23.05.11 17:00 Stabæk Fotball II - Levanger FK 1:3, Nadderud Stadion, 2 Divisjon 1, 112 Zuschauer

Mit einer im Oberrang überdachten Sitzplatztribüne als Haupttribüne auf der einen Seite, einer unüberdachten Sitztribüne auf der Anderen und ein paar Stehrängen auf einer Hintertorseite machte das Stadion schon etwas her. Die 112 handgezählten Zuschauer, die sich auch erst nach und nach einfanden verliefen sich hier also doch sehr. Das Spiel war gar nicht so schlecht, vielleicht hatte es sogar Regionalliganiveau, zumindest war es spannend. Bis zur 90. Minute stand es 1:1 bevor die Gäste  in der Nachspielzeit noch zwei Tore machten. Durch großen Hunger wurden auch hier noch ein paar  Münzen in Waffeln mit Würstchen investiert, die es hier übrigens überall zu Kaufen gab, bevor es dann zurück zum Flughafen ging.


Samstag, 19. Februar 2011

Italien und San Marino


Sa.19.02.11 15:00 SP Cailungo - SS Virtus 1:3, Campo Sportivo di Fiorentino, Campionato Dilettanti, 50 Zuschauer

Ryanair brachte uns für 15 Euro von Hahn nach Rimini, dort wurde der Mietwagen abgeholt und los gings zuerst zum Strand und dann nach San Marino, das Landschaftlich einiges zu bieten hat. Der Länderpunkt San Marino wurde in Fiorentino mit dem bestmöglichen Ground gemacht. Kunstrasen und eine kleine Tribüne warteten auf uns. Ca. 50 Zuschauer verfolgten das Spiel, das ungefähr auf Oberliga- (Virtus) bzw. Bezirksliganiveau (Cailungo) stattfand. Zumindest gab es ordentlich Sonne, sodass in der Halbzeitpause ein kleines Nickerchen in der Sonne möglich war. Cailungo kam nicht zu einer einzigen Torchance und die Bemühungen wirkten doch recht erbärmlich, Virtus hätte durchaus höher führen können bevor sie Mitte der zweiten Hälfte mehrere Gänge zurück schalteten und das Heimteam so zumindest den Anschlusstreffer durch einen Elfmeter erzielen konnte. Nach dem Spiel wurde das Nationalstadion besichtigt um dann schon mal nach Bologna zu fahren. Für günstige 15 Euro die Nacht gab es ein nettes, sauberes Zimmer mit Klo und Dusche und somit war auch schon ein Teil der Strecke nach Udine geschafft. Den Abend haben wir dann in ner Pizzeria ausklingen lassen, sehr gut und günstig das Ganze.




So. 20.02.11 15:00 Udinese Calcio - Brescia Calcio 0:0, Stadio Friuli, Serie A, 14.000 (350) Zuschauer


Um kurz nach Neun klingelte der Wecker, richtig ausgeschlafen machten wir uns dann auf den Weg um die restlichen 260 km nach Udine abzuspulen. Karten gab es problemlos für 20 Euro das Stück. Die Heimfans waren das gesamte Spiel über kaum zu hören, schwenkten aber über die gesamten 90 Minuten ihre Großschwenkfahnen, das war schon nicht übel. Die Gäste aus Brescia reisten mit ca. 350 Mann an, die sich in drei Gruppen aufteilten. Eine Gruppe, die Ultras, war 90 Minuten bemüht und immer in Bewegung, teilweise auch mit echt tollen Gesängen und Melodien gingen aber leider im großen Rund unter. Der Ground, WM Spielort von 1990, weiß zu gefallen, eben ein altes Stadion, mit einer hübschen, überdachten Haupttribüne, ansonsten komplett unüberdacht. Das Spiel war, wie das Ergebnis schon vermuten lässt, nicht der Knaller und Udinese konnte nicht das zeigen was ich mir aufgrund des Tabellenplatzes erwartet hatte. Nach dem Spiel ging es noch auf eine Pizza in eine Pizzeria, bevor Ryanair uns ab Treviso für 24 Euro zurück nach Hahn brachte.



Samstag, 29. Januar 2011

Spanien und Andorra

Sa. 29.01.11 18:00 Club Gimnàstic de Tarragona - UD Las Palmas 0:0, Nou Estadi Tarragona, Segunda División, 4.500 Zuschauer

Samstags ging es morgens sehr früh und bei eisigen Temperaturen ab Hahn nach Girona, wo der Mietwagen bereit stand und von wo aus wir nach Tarragona starteten. Nachdem ein Supermarkt überfallen wurde und wir sehr zeitig ankamen blieb noch genug Zeit etwas bei schönem Wetter am Strand herum zu hängen und ein paar Bierchen zu trinken. Nach kurzem Sightseeing gab es für 20 Euro Eintrittskarten für die Kurve. Der Ground ist sehr nett, großes Teil mit überdachter Haupttribüne, ansonsten unüberdacht. Sehr schön auch die Lage, auf der einen Seite in den Fels gebaut blickt man auf der anderen Seite auf das Meer. Ein paar Nastic Anhänger versuchten für Stimmung zu sorgen, es blieb beim Versuch. Aus Gran Canaria ca. 20 Mann am Start, wohl aber alle zugezogen. Spielerisch hätte ich mir doch wesentlich mehr von der zweiten spanischen Liga erwartet. Nach dem Spiel ging es nach Sabadell ins Hotel, aus dem wir mit Polizeibegleitung herausflogen weil die Anderen etwas zu laut und exzessiv feierten als ich (leider) brav meine Migräne auskurierte.


So. 30.01.11 12:00 Escale UE Santa Coloma - Gestions JR CE Principat 4:1, Camp d’Futbol d’Aixovall, Primera Divisió, 34 Zuschauer

So ging es nach einer kalten Nacht im Auto ohne Hygiene auf den Weg nach Andorra. Die Strecke machte viel Spaß, über die Serpentinen durch die Pyrenäen. Die Wolfsburger wurden auf dem Weg von der Policia angehalten und mussten zweimal 100 Euro latzen weil sie nicht angeschnallt waren, zum Glück wurden wir nicht kontrolliert, denn auf unserer Rückbank lag eine Schnapsleiche über die gesamte Rückbank verteilt, die selbstverständlich auch nicht angeschnallt war. Das Stadion besteht aus einer kleinen, überdachten Tribüne. Nichts besonderes, sehr sehenswert allerdings das Bergpanorama auf welches man von der Tribüne aus blickt. Der Eintritt war frei und so gab es auch keine Eintrittskarte von diesem Länderpunkt. Das Spiel war eine eindeutige Angelegenheit, bei uns wäre das wohl Oberliga gegen Bezirksliga gewesen. Nach billigem Tanken und Essen im Mäcces ging es wieder zurück nach Spanien wo wir an der Grenze noch kontrolliert und gefragt wurden ob wir denn mehr als 10.000 Euro bei uns hätten, ja klar doch, wir Assis in unseren Joggern.


So. 30.01.11 17:00 CE Sabadell FC - Benidorm CF 1:0, Estadi de la Nova Creu Alta, Segunda División B Grupo III, 1.800 Zuschauer

Dann wurde Gas gegeben und nur an den Blitzern abgebremst, die man problemlos sehen konnte, um rechtzeitig zum nächsten Spiel zu kommen. Für 15 Euro ging es dann in den sehr geilen, alten Ground mit teilweise überdachter Haupttribüne und drei riesigen, klasse Flutlichtmasten hinter der unüberdachten Gegengeraden. Das Stadion lohnte sich auf jeden Fall, aber das war auch das einzige, das Spiel plätscherte so vor sich hin und auf den Rängen war außer etwas Fahnen schwenken und einer „externen“ Trommler Gruppe nichts los, anfangs irgendwie ganz nett, nach kurzer Zeit hat diese aber einfach nur genervt. Also weiter…


So. 30.01.11 21:00 RCD Espanyol - Villarreal CF 0:1, Nou Estadi Cornella-El Prat, Primera División, 33.000 Zuschauer

Nachdem wir ein paar Probleme hatten das Stadion zu finden, da unser Navi die Straße des Neubaus nicht kannte, kamen wir doch rechtzeitig an und sicherten uns Karten für 45 Euro das Stück, meine teuerste Eintrittskarte jemals. Zum Stadion muss man nichts sagen, Neubau halt, könnte so auch bei uns in Deutschland oder überall anders stehen. Die Stimmung hat mich positiv überrascht, wenn man keine Erwartungen hat kann man eben nicht enttäuscht werden. Vor allem bei Wechselgesängen war es wirklich recht laut, aber der Hauptkern war dauerhaft aktiv und am supporten. Knapp 30 Gäste waren vor Ort, hielten sich aber 90 Minuten zurück, selbst beim Tor ihrer Mannschaft. Das Spiel war zwar um Weiten besser als die vorher gesehenen Spiele, aber vom Hocker gerissen hat mich das aktuelle Topspiel der ersten spanischen Liga jetzt auch nicht. So ging es dann nach dem Kick wieder in Richtung Girona, wo noch ein Hostel aufgesucht wurde um zu duschen und ein paar Stunden zu schlafen, bevor es am nächsten Morgen nach Deutschland zurück ging.


Mittwoch, 2. September 2009

Fußball- und Fahrrad Tour Ostdeutschland

22.08.09 Dynamo Dresden – Erzgebirge Aue 3:0, Rudolf Harbig Stadion, 3. Liga, 14.650 Zuschauer

Am Samstag den 22.08 ging die Tour los, mit dem vollbeladen Auto zum Fußball nach Dresden. Das Spiel war ausverkauft und wir mussten uns auf dem Schwarzmarkt Karten besorgen, was aber zum Glück kein Problem und zum Normalpreis möglich war. Das Spiel sahen im, sich im Umbau befindlichen Rudolf-Harbig-Stadion 14.650 Zuschauer. Dieser Umbau ist irgendwie völlig an mir vorbei gegangen, so dass ich doch ziemlich überrascht und schockiert war. Obwohl es ein Neubau ist weiß das Stadion durchaus zu gefallen, ziemlich steil das Teil. Die Dynamos gewannen das Spiel recht locker und verdient mit 3:0. Die Heimkurve machten das gesamte Spiel über ordentlich Stimmung und war immer mit einer großen Masse in Bewegung, was ja nicht anders zu erwarten war. Was mich aber dennoch überraschte, war dass das gesamte Stadion so gut mit zog. Die Gäste aus dem Erzgebirge waren auch nicht zu verachten und zündeten einige Male Rauch und Böller. Nach dem Spiel wurde noch die Festung Königstein besichtig bevor es auf den Campingplatz Ostrauer Mühle zur ersten Übernachtung ging. Das neue Zelt wurde zum ersten Mal aufgebaut und das ganze schnell und problemlos.




23.08.09 FC Sachsen Leipzig – FC Lokomotive Leipzig 0:0, Zentralstadion, Oberliga Nordost Süd, 14.986 Zuschauer

Am zweiten Tag stand die Stadtbesichtigung in Dresden auf dem Programm, das ganze wurde als Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht um alle Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Dresden ist wohl eine der schönsten Städte in Deutschland, sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben. Danach ging es dann mit dem Auto nach Leipzig zum Stadtderby Chemie gegen Lok. Im Zentralstadion sahen 14.986 Zuschauer ein sehr schwaches 0:0. Aber fünfzehntausend Zuschauer in der fünften Liga, das ist absolute Klasse und sagt einiges über die Fußballbegeisterung im Osten aus. Die Stimmung ist aber nicht mehr das was man von früher kennt und erwartet, hat mich dann doch enttäuscht, wäre aber sicherlich in den eigentlichen Stadien der Vereine auch was anderes. Bei den Chemikern gibt’s allerdings auch einige, größere Streitereien zwischen den Diabolos und dem Rest der Szene. Soweit wir erkennen konnten blieb alles ruhig, lediglich ein Böller wurde während des Spiels gezündet. Doch das reichte schon aus, dass in den Medien nachher wieder einmal über Randale im Stadion berichtet wurde. Deutsche Presse, halt die Fresse! Nach dem Fußball stand wieder eine Stadtbesichtigung auf dem Plan, diesmal in Pirna und abschließend ging es zu Fuß zur Abtei und der Felsbrücke ins traumhaft schöne Elbsandsteingebirge. Das muss man mal gesehen haben, sie ist wirklich wunderschön, die sächsische Schweiz!


Am Montag wurde dann das Zelt abgebaut, die Fahrräder voll gepackt und es startete der sportliche Teil des Urlaubs. Von Bad Schandau ging es über Dresden, wo wir uns nochmals etwas die schöne Stadt angeguckt haben und die Frauenkirche, die Semperoper, den Zwinger, die Elbschlösser und auch das alte Heinz-Steyer-Stadion besichtigten, weiter nach Radebeul und dort mit der Dampflok, der Lößnitzgrundbahn nach Moritzburg. Der zweite Campingplatz war nahe Moritzburg  „Bad Sonnenau“ schön am See gelegen. Nach 75 km Fahrrad fahren, waren wir auch froh uns ausruhen zu können.

Als wir am Dienstag aufstanden kam die böse Überraschung, Sonnenbrand und wie, aber trotzdem muss es weiter gehen und zwar zurück nach Radebeul, wo wir auf dem Marktplatz erstmal schön mit frischen Brötchen, Wurst und Käse gefrühstückt haben. Dann ging es bei brutaler Hitze über Meißen und Riesa bis nach Strehla. Ich war völlig fertig als wir nach 60 km auf dem Campingplatz am Freibad in Strehla angekommen waren. Neben dem Sonnenbrand hatte ich an diesem Tag auch einen richtig heftigen Sonnenstich bekommen. Das heftige nächtliche Gewitter haben wir in unserem Zelt gut und trocken überstanden.

Am dritten Tag der Fahrradtour ging es, bei zum Glück etwas bedecktem Wetter, über Mühlenburg in Brandenburg wo das Schloss, das Kloster und das Rathaus besichtig wurden über Torgau, dort wurde das Schloss mit den Bären im Schlossgarten und der Rathausplatz besichtig, weiter auf den Campingplatz „am großen Lausiger Teich“ nach Pretzsch. Hier haben wir uns nett mit einem älteren Paar aus Jena unterhalten die den Elbradweg in anderer Richtung unterwegs waren.

Der Donnerstag wurde mit einem frischen Kaffee der Jenaer begonnen und dann wurde die größte Tagesstrecke in Angriff genommen. Zuerst ging es nach Wittenberg, in die Lutherstadt, die natürlich auch wieder ausgiebig besichtigt wurde, unter anderem die Kirche und das Rathaus. Dort gab es auch ein leckeres Essen beim Italiener bevor wir uns weiter auf den Weg nach Dessau gemacht haben. Vorbei an den Wörlitzer Gartenlandschaften und dem Schloss. Beim Schloss und Rathaus in Coswig angekommen ließen die Kräfte so langsam unter der glühenden Sonne nach. Wir mussten uns gegenseitig ordentlich motivieren und abwechselnd „mitziehen“ um Dessau zu erreichen, doch das war nur die halbe Miete, denn nun galt es den Campingplatz zu finden. Einmal durch die gefühlte Millionenstadt und wieder zurück, vorbei an den verfallenen und verlassenen Ghettos fanden wir dann doch noch den Weg, nachdem wir uns durchgefragt haben und so erreichten wir im Dunkeln und völlig fertig nach 106 km! den Campingplatz „Adria“.

Der letzte Tag der Fahrradtour führte uns wieder die 10 km zurück nach Dessau und dort zum Bauhaus, danach ging es mit dem Zug über Leipzig und Dresden nach Bad Schandau. Von dort aus dann noch einmal mit dem Rad die knapp 15 km bergauf zum Campingplatz wo unser Auto auf uns wartete und wieder beladen wurde. Dann ging es auf vier Rädern ab nach Chemnitz zum Fußball.



28.08.09 Chemnitzer FC – Hallescher FC 1:1, Stadion an der Gellertstraße, Regionalliga Nord, 4.460 Zuschauer

Und zwar ins Stadion an der Gellertstraße. Das Spiel zwischen dem CFC und dem HFC sahen offiziell 4460 Zuschauer, es waren aber mit Sicherheit mehr. Es gab auf beiden Seiten Spruchbänder gegen die Roten Bullen aus Leipzig, richtig so, und eine Pyroshow der Hallenser. Sehr nett anzusehen das Ganze und auch der akustische Support war in Ordnung, auf der Seite der Chemiker  allerdings besser als auf der Heimseite. Das Stadion war auch ganz nach meinem Geschmack. Eine überdachte Haupttribüne und unüberdachte Stehränge im Rest des Stadions. Danach ging es bei Musik mit Falco Double, Essen und Trinken noch glücklich aufs Stadtfest der Karl-Marx-Stadt. Die Stadt ist eigentlich nicht besonders sehenswert, hat aber irgendwie einen ganz eigenen Charme und gefällt mir daher.



29.08.09 Rot Weiß Erfurt – Dynamo Dresden 4:1, Steigerwaldstadion, 3. Liga, 9.451 Zuschauer

Am Samstag fuhren wir nach Erfurt und nach einem leckeren Essen im Schnitzelhaus ging es ab zum nächsten Spiel. Rot-Weiß Erfurt gegen Dynamo Dresden im Steigerwaldstadion. Offiziell 9451 Zuschauer (ich schätze wieder, dass es mehr waren) sahen einen klaren 4:1 Heimsieg und wieder beidseitig Aktionen gegen RB! Der Sieg geht natürlich in Ordnung, hätte aber nicht unbedingt so hoch ausfallen müssen. Neben den Spruchbändern gegen den Brausehersteller gab es auch eine Choreo der Gäste zu sehen, mit gelben Papptafeln und einer Blockfahne. Die Dresdner sorgten trotz des Ergebnisses auch für gute Stimmung, der Support auf der Heimseite war hingegen trotz des klaren Sieges mau. Das Stadion weiß trotz Laufbahn zu gefallen. Die Haupttribüne ist überdacht, die Sitzplätze auf der Gegenseite, rund um das sehenswerte Marathontor, sind unüberdacht, ebenso die Stehplätze in der Kurve. Nach dem Spiel wurde die komplette Erfurter Stadt besichtigt und auch als sehr schön und sehenswert befunden. Übernachtet wurde auf einem kleinen, privaten Campingplatz im Garten der Besitzer in Weimar.



30.08.09 1.FC Gera – Rot Weiß Erfurt II 2:3, Stadion der Freundschaft, Oberliga Nordost Süd, 247 Zuschauer

Sonntags ging es mit der Besichtigung der deutschen Klassik Stadt Weimar los. Von Weimar waren wir, ganz besonders ich, sehr enttäuscht. Die zweite Stadt die angefahren wurde hieß Gera und nach der Besichtigung stand wieder Fußball auf dem Plan. 1. FC Gera- Rot-Weiß Erfurt II vor 247 Zuschauern, die im großen Stadion doch sehr verloren wirkten. Die Haupttribüne ist überdacht und einzeln stehend, die restlichen Reihen, 16 an der Zahl, sind rund herum zusammenhängend. Die Hausherren verloren das Spiel trotz 2:0 Führung noch mit 2:3. Hier gab es im Stadion die perfekte Thüringer Bratwurst zu Essen, lecker. Nach dem Spiel wurde dann auch noch das Stadion am Steg der BSG Wismut Gera besichtigt. Über 1000 Umleitungen ging es dann zum Campingplatz bei Weißenfels, wo wir lecker und günstig gegessen haben und der für die nächsten Tage unser zu Hause sein sollte.


Der Montag war dann mal ein richtiger Faulenzer Tag. Schön ausgeschlafen und beim Frühstücken Zeit gelassen, bevor dann Zeitz mit den Stadien der SG Chemie, des 1.FC und Motor Zeitz besichtigt wurde. In Naumburg wurden auch wieder sämtliche sehenswerten Gebäude begutachtet, unter anderem der Dom. In Weißenfels wurden dann neben dem Stadion des 1. FC Weißenfels auch die Kirche, das Schloss und das Rathaus betrachtet. Der lockere Tag wurde wieder auf dem Campingplatz bei leckerem, günstigen Essen ausklingen lassen.

01.09.09 Hallescher FC – VfL Wolfsburg II 2:2, Kurt Wabbel Stadion, Regionalliga Nord, 3.180 Zuschauer

Am Vorletzten Urlaubstag ging es zuerst nach Merseburg, wo unter anderem das Stadion des SV Merseburg begutachtet werden wollte und dann nach Halle. In Halle standen zuerst die Sehenswürdigkeiten auf dem Plan, bevor es ganz zur Freude Katjas in die Halloren Schokoladenfabrik ging, in der wir uns ordentlich mit den begehrten Halloren-Kugeln eingedeckt haben. Am Ende des Tages stand dann mein Tageshighlight auf dem Programm. Hallescher FC gegen die sinnlose Zweite des sinnlosen VfL Wolfsburg im alten und geilen Kurt-Wabbel-Stadion, das mit seiner überdachten Haupttribüne und den alten Stehrängen rundum, aus denen das Unkraut hervor kam, wirklich zu überzeugen wusste. Das Spiel ging leider nur 2:2 aus und wurde von 3180 Zuschauern (mal wieder tippe ich auf mehr) und Null Gästefans verfolgt. Halle mit starkem Dauersupport und Pyro im eigenen Stadion, wo gibt es das Heute noch? Unter den Zuschauern auch einige befreundete Lokis aus Leipzig. Einmalig wohl auch der Liter Becher Bier im Stadion, den ich mir selbstverständlich nicht entgehen ließ! Am späten Abend wie immer Essen und Trinken auf unserem lieblings Campingplatz. Nach einen schönen Abend mit den Besitzern des Campingplatzes torkelte ich doch etwas stärker angetrunken ins Zelt und musste dieses dann noch das ein oder andere Mal verlassen, so dass es für mich eine unruhige Nacht wurde. Aber es hat Spaß gemacht.



02.09.09 FC Carl Zeiss Jena – Borussia Dortmund II 2:1, Ernst Abbe Sportfeld, 3. Liga, 6.983 Zuschauer

Am letzten Tag ging es von Freyburg und der dortigen Rotkäppchen Sektkellerei über die drei Schlösser nach Jana. Nach einem typisch Ostdeutschen Essen ging es zum letzten Spiel der Tour ins Ernst-Abbe-Sportfeld zum FC Carl-Zeiss gegen die Zweite vom BVB. Auch dieses Stadion besteht aus einer überdachten Haupttribüne und  unüberdachten Stehplätzen im Rest des Grounds. Besonders sind hier die Flutlichtmasten. Jana gewann das Spiel zwar mit 2:1, hat aber das Supportduell gegen sehr laute und überzeugende Dortmunder verloren. Hätte ich so nicht erwartet. Hut ab an die Supporter der Amateure. Die Zuschauer waren hier meiner Meinung nach zu niedrig angegeben, da das Stadion gut gefüllt war. Nach dem Spiel ging es dann direkt zum Auto und zurück nach Düsseldorf.


12 Tage Urlaub, 7 Fußballspiele, 350 km Fahrradtour – einfach genial