Ice Speedway World Championship - Max Aicher Arena Inzell
Die zwei Fußballspiele mit Beteiligung von Austria Salzburg und Wacker Innsbruck habe ich natürlich sehr dankend an- und mitgenommen, aber der ursprüngliche Grund weshalb ich hier unten war, ist Eisspeedway. Noch nicht gehört? Ich kannte es auch nicht, aber ein Kumpel hat davon erzählt und so ging es zu viert mit zwei alten Hasen, die schon seit Jahrhunderten hier runter fahren nach Inzell im oberbayrischen Landkreis Traunstein. Die Reifen der 500 cm³ Motorräder werden mit bis zu 130 maximal 28 mm langen Spikes versehen. Durch den enormen Halt der Spikes werden höchste Beschleunigungswerte, sowie die größten Schräglagen im Motorradsport erreicht. Über beide Räder sind zum Schutz der anderen Fahrer stabile Verkleidungen angebracht. Die Motorräder sind statt Bremsen mit Zündunterbrechern ausgestattet, die mit Schnüren am Handgelenk des Fahrers befestigt sind. Bei einem Sturz stehen die Motoren und auch die Antriebsräder somit sofort still. Früher wurde in Inzell auf einer offenen Natureisstrecke gefahren. Heute auf Kunsteis in der Halle. Das nach einem Bauunternehmer benannte Stadion ist Leistungszentrum für Eisschnelllauf und fasst 6.000 Zuschauer. Ich bin kein Motorradfahrer und kein großer Motorsportfan, aber das Zusehen hat echt Spaß gemacht. Die Irren heizen mit Durchschnittlich 90 km/h übers Eis und liegen in den Kurven auf dem Eis, als wäre es das normalste auf der Welt. Das ist echt beeindruckend. Da die Spikes dem Eis ordentlich zusetzen, wird die Bahn nach vier Rennen mit vier Fahrern über vier Runden von Traktoren hergerichtet. Nach 20 Rennen fahren die Fahrer auf den Plätzen 3-6 zwei Finalplätze aus, für das die beiden Bestplatzierten bereits qualifiziert sind. Das rein skandinavische Finale am Samstag gewann der schwedische Weltmeister Martin Haarahiltunen vor den Finnen Max Koivula und Heikki Huusko. Die deutschen Luca Bauer und Max Niedermaier verpassten das Finale. Der Sieger am Sonntag war der Schwede Niclas Svensson. Vor Luca Bauer, der in seinem Wohnzimmer Zweiter wurde. Der verletzte Weltmeister Haarahiltunen wurde Dritter, obwohl er nicht ins Ziel kam. Es kann sich durchaus immer mal lohnen, in andere Sportarten reinzuschnuppern. Ich bräuchte sowas zwar nicht ständig, werde es mir aber sicher nochmal ansehen und bestimmt auch Speedway ohne Eis.
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