In der DDR lässt man bei Fremden gerne mal die Fäuste fliegen, das ist bekannt. Auch dass man im nordafrikanischen Marseille gerne die Macheten schwingt ist kein Geheimnis. Weniger bekannt ist die Gefahr in der Wetterau. Aber auch da sind Auswärtige einer ernstzunehmenden Gefahr von Wilden mit Mistgabeln ausgesetzt. Auf der Hinfahrt hab ich mir allerdings mit Malzbier Mut angetrunken und geübt das R zu rollen wie ein einheimischer Bauer. So bekam ich das Menü aus Rindswurst und Licher Ex (alternativ auch Pils, Weizen und Äppler) für nen Fünfer und ohne Stichverletzungen. Die Gäste aus dem 70km entfernten Süden kickten zwischen den beiden Weltkriegen gegen heute noch bekannte Amateurvereine wie Darmstadt 98, Mainz 05 und Wormatia Worms. Die Wetterauer sind zum ersten Mal überhaupt in die siebtklassige Gruppenliga aufgestiegen und liegen mit einem Punkt aus elf Spielen dort wo die Sonne nie scheint. Trotzdem gefielen sie mir heute zu Beginn besser und fingen sich leider ein dummes Ding ein. Der zweite Treffer war zwar recht schön rausgespielt, aber zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich verdient. Von dort an änderte sich das aber und spätestens nach dem 4:0 musste man sich über Adjektive wie verdient oder glücklich keine Gedanken mehr machen. Beim Freistoß zum 5:0 spielte der Schnapper Bahnschranke und die sieben Gegentreffer kann man getrost als Klatsche bezeichnen. Mit einer runderneuerten Defensive und nem Knipser würde es für die Ranstädter vermutlich anders aussehen, denn das Mittelfeld fand ich eigentlich ziemlich stark.
Freitag, 30. September 2022
SV Ranstadt - FC Langen
In der DDR lässt man bei Fremden gerne mal die Fäuste fliegen, das ist bekannt. Auch dass man im nordafrikanischen Marseille gerne die Macheten schwingt ist kein Geheimnis. Weniger bekannt ist die Gefahr in der Wetterau. Aber auch da sind Auswärtige einer ernstzunehmenden Gefahr von Wilden mit Mistgabeln ausgesetzt. Auf der Hinfahrt hab ich mir allerdings mit Malzbier Mut angetrunken und geübt das R zu rollen wie ein einheimischer Bauer. So bekam ich das Menü aus Rindswurst und Licher Ex (alternativ auch Pils, Weizen und Äppler) für nen Fünfer und ohne Stichverletzungen. Die Gäste aus dem 70km entfernten Süden kickten zwischen den beiden Weltkriegen gegen heute noch bekannte Amateurvereine wie Darmstadt 98, Mainz 05 und Wormatia Worms. Die Wetterauer sind zum ersten Mal überhaupt in die siebtklassige Gruppenliga aufgestiegen und liegen mit einem Punkt aus elf Spielen dort wo die Sonne nie scheint. Trotzdem gefielen sie mir heute zu Beginn besser und fingen sich leider ein dummes Ding ein. Der zweite Treffer war zwar recht schön rausgespielt, aber zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich verdient. Von dort an änderte sich das aber und spätestens nach dem 4:0 musste man sich über Adjektive wie verdient oder glücklich keine Gedanken mehr machen. Beim Freistoß zum 5:0 spielte der Schnapper Bahnschranke und die sieben Gegentreffer kann man getrost als Klatsche bezeichnen. Mit einer runderneuerten Defensive und nem Knipser würde es für die Ranstädter vermutlich anders aussehen, denn das Mittelfeld fand ich eigentlich ziemlich stark.
Samstag, 17. September 2022
Stuttgart - Eintracht
17.09.22 15:30 VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt 1:3, Gottlieb Daimler Stadion, 1. Bundesliga, 47.500 Zuschauer
Mit der Bande im Zug nach Stuttgart und das zur Prime Time am Samstag Nachmittag. Eine kurze und entspannte Fahrt. Sehr geil. Für Äpplers und Bindings war die Fahrt fast schon zu kurz, aber doch lang genug um dem Schaffner des Flixtrain den Titel "Held der Arbeit" zu verleihen. Von der Bahnhofs Baustelle ging es weiter zur Stadion Baustelle. Da der Unterrang der Haupttribüne abgerissen ist, war die erste Frage, ob die hier nach so vielen Jahren immer noch bauen oder ob sie nach so verhältnismäßig kurzer Zeit schon wieder bauen? Die zweite Frage war dann, ob die Cannstatter Kurve schon immer so schlecht war? Nettes Fahnenmeer zum Intro, aber das war es auch. Eine Frage die sich keiner stellen musste, war ob die Stadt schon immer so hässlich war, denn diese Frage hätte nur mit ja beantwortet werden können. Da kommt schon fast ein Marseille Flashback auf. Kein Vergleich dazu war allerdings das Entspannte im Block stehen. Friede, Freude, Eierkuchen und so war auch die Stimmung. Nicht überragend, aber locker flockig, gut gelaunt und entspannt. Nach nur sechs Spielminuten hielt Rode im Nachsetzten an einen Kamada Freistoß den Kopf hin und es stand 0:1. Ebenfalls sehr entspannt. Im zweiten Durchgang machte unser Japaner den Freistoß direkt selbst zum 0:2 rein und dem zwischenzeitlichen 1:2 folgte mit einem Kopfball von Jakic nach einer Kamada Ecke erneut ein Tor nach Standard zum 1:3 und schon wieder mit Beteiligung unserer Nummer 15. Kein überragendes Spiel, aber ein nie gefährdeter Sieg. Das sind die Dinger, die du nach Hause bringen musst. Auswärtssieg!
Dienstag, 13. September 2022
Marseille - Eintracht
Beim Spiel gegen Sporting hätte ich weinen können, als ich das Auto lediglich für die Strecke DUS-FRA-DUS für 65€ tanken musste. Aber egal wie teuer Autofahren ist und wie nervig Staus sein können, die Bahn ist tausendmal nerviger und teurer. Die non-stop Fahrt mit dem TGV von Frankfurt nach Marseille zum fairen Kurs sorgte zwar für Vorfreude, aber da wir als Gruppe gebucht hatten, musste ich ja erstmal dahin kommen. 78,50€ wollte die Bahn für die Kurzstrecke DUS-FRA, einfache Strecke! Dafür kannste mit nem dicken SUV mit 300 km/h und offener Kofferraumklappe über die Bahn heizen. Dann kommt man allerdings nicht in den Genuss von Verspätung, Chaos bei kurzfristigem Gleiswechsel, zusätzlicher Verspätung durch Umleitung und eines defekten Bord Bistros und einer defekten Toilette. Mit Äppler, Bier, Jacky, Fleischwurst und Brötchen wurde der Franzosen Express mit ausreichend Nahrung bestiegen und mit Dummbabbel und lediglich +20 verlief die Fahrt äußerst entspannt. Am Bahnhof wurden wir von der police empfangen und „zu unserer eigenen Sicherheit“ durchsuchten sie unsere Rucksäcke auf potentielle Gefahren. Die Fleischwurst schien beinah eine solche zu sein. Haram. Im Hotel hatte der arbeitswütige Franzmann trotz eigentlich geöffneter Bar keine Lust mehr auf Arbeit. Also gute Nacht. Nach nem Rheingauer Fleischwurst Burger zum Frühstück musste ich entsetzt feststellen, dass erst ab Mittag Alkohol ausgeschenkt werden sollte. So musste man sich doch tatsächlich eine Zeit lang mit den Frankfurter Gestalten unterhalten, bis man sein kühles Bier genießen konnte. Die 300 Meter zum Treffpunkt überstanden, gab es weiteres Gebabbel und Gebiere und pünktlich zur Abfahrtszeit der verpflichtenden Busse wurden wir von den Policianern dorthin gebeten. Vom Einstieg bis zum Erreichen der Tiefgarage des Velodrome dauerte es eine gute Stunde, in der wir in aller Ruhe die wunderschöne Stadt bewundern konnten. Ich muss gestehen, dass ich Gelsenkirchen seit heute nicht mehr ganz so hässlich finde und in GE gibt es vermutlich auch mehr Franzosen als in Marseille. Rund drei Stunden vor Anpfiff waren wir im sehenswerten Stade Velodrome, dem mit 67.000 Zuschauer fassenden, größten Vereinsstadion des Landes. Boom Boom Boom Boom, die Vengaboys wären stolz auf das gewesen, was hier ab ging. Den Cops gefiel das Geballere aber scheinbar nicht und so war der Grund für Atembeschwerden nicht Corona, sondern Tränengas. Beim Einsingen vor Spielbeginn war die Stimmung zugegebenermaßen brutal laut und richtig gut und zu Spielbeginn gab es Choreos in beiden Fankurven. Auf der vom Gästeblock aus gesehen anderen Seite, der Virage Sud, stehen mit Commando Ultra' 84 die älteste und mit den South Winners, die vermeintlich größte Gruppe. In der Kurve am Gästeblock lassen die Fahnen von Algerien, Marokko und hauptsächlich Palästina auf Gruppen wie die Nafri Ultras und Arab United schließen. Vielleicht ist auch die Israel Fahne auf der anderen Seite ein Grund dafür, dass es eigentlich nie gemeinsamen Support gab. Es war zwar zum Großteil ziemlich laut, aber für mich kam das eher wie Krach als Support rüber. Es ist halt nicht ganz einfach, wenn jeder arabische Clan seine eigene Ultra Gruppierung hat. Fast ununterbrochen gingen Kanonenschläge hoch und besonders zu Beginn wurden aus der Virage Nord Böller, Fackeln und Leuchtspur in Richtung Gästeblock geworfen und abgefeuert. Ich kann einerseits natürlich verstehen, dass man den Jungs um die UF ihre Gutmütigkeit zum Nachteil auslegt, den armen sozial benachteiligten Migranten ihre verloren gegangene Pyrotechnik zurückzugeben, aber ein gewisses Verständnis habe ich schon, dass Angriffe nicht unbeantwortet bleiben. In jedem Fall war ordentlich Hass spürbar und bei einer Rakete wurde ein Frankfurter schwer verletzt. Was dafür sorgte, dass unser Support bis zur teilweisen Entwarnung eingestellt wurde. In einer ausgeglichenen und unspektakulären ersten Hälfte dauerte es 43 Minuten, bis Jesper Lindström netzte und Jubel angesagt war. In der Pause (so auch noch nicht gesehen) wurden auf der Sud Rauch und Böllern gezündet. Der zweite Durchgang gehörte unserer Mannschaft und erneut Lindström mit einem Lattentreffer und Kamada mit einem Abseitstor hätten die Entscheidung bringen können. Olympique hatte Anfang/Mitte der zweiten Hälfte aber auch eine sehr starke Phase, was nun für ein sehr unterhaltsames und spannendes Spiel sorgte. Extrem gut für die Nerven war die Tatsache, dass der alte Hase in der Abwehr für Ordnung sorgte. Nach dem Tor und nach dem Spiel wurde der Beschuss auf unseren Block wieder stärker und als unsere Spieler zum Feiern vor den Block kamen, wurden auch sie beschossen. Diese Munition ging aber in die eigenen Reihen und in die Cops. Nach der langen Blocksperre wurden wie bereits auf dem Hinweg einige Busse mit Steinen angegriffen und entglast. Nach ein paar Bierchen und Gebabbel über den Sieg im ersten Champions League Auswärtsspiel der Vereinsgeschichte (was bisher keinem deutschen Verein gelungen ist) war es nach nur einer Stunde Schlaf an der Zeit dieses Loch zu verlassen. An dieser Stelle möchte ich mich bei der DB entschuldigen, dass ich mich über den Preis der Hinfahrt aufgeregt habe, denn dieser Drecksladen kann noch teurer und für die knapp zweistündige Rückfahrt waren 94,20€ fällig. Unfassbar. Europas beste Mannschaft - SGE!
Mittwoch, 7. September 2022
Eintracht - Sporting
Oh Eintracht Frankfurt, du bist mein Leben. Du machst mich glücklich, wenn du gewinnst. Und geht das Spiel auch mal verloren, wir werden immer weiter zu dir stehn. Mit dem Europacupsieg haben wir uns nicht nur den unwirklichen Traum eines internationalen Titels erfüllt, sondern auch das Ticket für die Champions League gelöst. Eine Hymne hat die Europa League, aber wie die klingt oder ob sie vor den Spielen gespielt wird, kann ich gar nicht sagen. Ganz anders ist das mit der Hymne der Champions League, bei der man im Kindesalter schon Gänsehaut hatte, als man die großen Vereine und seine Stars noch live und kostenlos im Fernsehen bewundern konnte. Die großen Vereine von damals sind heute nur noch Spielzeuge von Scheichs und Konzernen und die Stars oft nur noch nebenbei Fußballer. Die Hymne ist aber immer noch legendär und erklingt nun tatsächlich mindestens dreimal im Frankfurter Waldstadion. Nach einer relativ einfachen, aber dennoch beeindruckenden Choreo übers ganze Stadion konnten die Festspiele beginnen. Im ersten Durchgang waren wir die aktivere Mannschaft, aber es fehlte der letzte Pass oder der Mumm einfach mal drauf zu halten. Von Sporting kam nicht viel und so ging es torlos in die Pause. Im zweiten Durchgang wurden die Portugiesen stärker und da man in diesem Wettbewerb kein Fallobst findet, kann man auch mal in Rückstand geraten. Dass es nach einem kollektiven Tiefschlaf nur zwei Minuten später 0:2 steht, darf aber nicht passieren. Das war schon sehr schwach bzw. gar nicht verteidigt. Der Schock war zwar spürbar, aber der Anschlusstreffer hätte fallen können. Hätte. Wenn wir denn eine ähnliche Effizienz und Qualität vorm Tor gezeigt hätten wie die Gäste beim 0:3. Oh Eintracht Frankfurt, du bist mein Leben. Du machst mich glücklich, wenn du gewinnst. Und geht das Spiel auch mal verloren, wir werden immer weiter zu dir stehn.
Freitag, 26. August 2022
TSV Aubstadt - FC Schweinfurt
Sonntag, 21. August 2022
Eintracht - Köln
Frankfurt gegen Köln, da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Natürlich schlägt mein Herz immer für die Eintracht, aber im Hintergrund schlägt es nun mal auch seit ich denken kann gegen Köln. Wobei ich mittlerweile durchaus mehr Verständnis für die Kölner habe, seit ich dort öfter arbeiten muss. Man hat ja fast immer eine positive Einstellung zu seiner Stadt und wenn man Köln schön findet ist man bereits so abgestumpft, dass einem auch das dortige "Bier" schmeckt. Das ist für den Rest von Deutschland natürlich völlig zurecht unverständlich, aber aus genanntem Grund doch nachvollziehbar. Somit ist es auch nicht mehr besonders verwunderlich, dass man für seinen Verein nicht irgendein stolzes Wappentier wählt, sondern eben eine Ziege. Ich weiß gar nicht woher die Abneigung gegen Köln kommt, nur am ekelhaften Getränk und dem Kölner Karneval, mit dem ich nichts anfangen kann, wird es nicht liegen und über die ständigen Staus in und um Köln, die fehlenden Parkplätze und die beschissene Ampelschaltung musste ich mich auch erst später aufregen. Über den Pfusch, auf den man in Köln beim Arbeiten an jeder Ecke trifft, musste ich mich ebenfalls erst ärgern als mein Bild dieser Stadt bereits gemalt war. Vermutlich ist es einfach das völlig aus der Luft gegriffene Selbstverständnis eines jeden Kölners, mit dem er alles an seiner Stadt in den Himmel lobt. Der FC war zu meiner Zeit (bis auf die letzten Jahre) sportlich immer einer unserer größten Konkurrenten auf Augenhöhe, aber an und für sich eigentlich kein unsympathischer Verein, wenn er nicht aus Köln käme. Das selbe gilt für die Kölner Szene. Reisefreudig, optisch und akustisch immer gut aufgelegt, aber eben aus Köln. Für Sportwetten war die Partie immer gut, denn egal wie gut oder schlecht die Mannschaften drauf waren, Heimsiege waren beidseitig ne Bank, aber das war einmal. Optisch waren wir heute von 16er zu 16er die bessere Mannschaft, ohne dabei zu glänzen. Optische Überlegenheit bringt aber gar nix, wenn die Entschlossenheit im Angriff fehlt. Im zweiten Durchgang hatten wir mehr vom Spiel und gingen in Führung. Zum Ausgleich der Kölner will ich nicht viel sagen. Natürlich war es Abseits, aber in der Auslegung von passiv zu aktiv gibt es nun mal Spielraum. Wenn man mit den großen Hunden bellen will, muss man einfach dafür sorgen, dass die kleinen früher die Schnauze halten. Das Leben ist schön und ein Punkt besser als keiner. Früher hätte ich mich darüber geärgert, aber mittlerweile bin ich die Ruhe selbst. Genau wie auf dem Heimweg. Ich kann keinem verbieten die Grünen zu wählen und wenn man die Umwelt retten will, in dem man mit Schrittgeschwindigkeit über die Autobahn fährt, dann bin ich Tolerant genug das zu akzeptieren. Im Sinne einer gegenseitigen Toleranz müsste man das aber vielleicht nicht unbedingt auf dem linken Fahrstreifen machen. Ich bin aber zum Glück ruhig und ausgeglichen und rege mich über solche Arschlöcher nicht mehr auf. Weil ich so ausgeglichen bin störte mich natürlich auch der Stau um Köln (tadaa!) nicht oder die Tatsache, dass das Wochenende vorbei ist. Morgen ist Montag und wir sind fünfzehnter, yeah.
Samstag, 20. August 2022
SG Bad Soden - CSC Kassel
In der Kurstadt Bad Soden-Salmünster, zwischen Spessart und Vogelsberg, traf der Dritte aus der Vorsaison heute auf den Zweiten. Da kann man schon mal von nem Topspiel sprechen. Umso überraschender war die drückende Überlegenheit der Hausherren in der ersten halben Stunde, die mit dem frühen Tor des Tages belohnt wurde. Danach wurden die Nordhessen stärker und waren im zweiten Durchgang das bessere Team. Die Sprudelkicker hielten aber gut dagegen und retteten den Sieg in Unterzahl glücklich aber nicht unverdient über die Zeit. Auch wenn beide Mannschaften am Aufstieg zur Hessenliga kratzen, hatten sie doch schon bessere Zeiten. Mit sechs Jahren in der Oberliga Hessen können die Bad Sodener in der "Neuzeit" um die 80er und 90er Jahre auf eine Saison mehr im hessischen Oberhaus zurückblicken als die Kasseler, die in dieser Zeit aber einmal Vizemeister wurden. Der Casseler Sport Club darf sich außerdem zweimaliger Meister der Gauliga Hessen und Hessenpokalsieger nennen. Die Zeiten sind allerdings lange vorbei, also zurück ins hier und jetzt. Der Sportplatz bietet sechs Stufen auf einer und eine kleine Tribüne mit gepolsterten Sitzen auf der anderen Seite. Im Bereich des Vereinsheims hinterm Tor gibt es zudem aus Europaletten zusammengebastelte Sitzmöglichkeiten. Eigeninitiative und liebe zum Detail, sehr schön. Sehr schön bzw. noch viel schöner war auch, dass es mit Binding Ex das beste aller Biere und ebenfalls guten Äppler zu trinken gab. Wer trinken will, der muss auch essen und da gibt es hier mit Rindswurst, Bratwurst und Pommes auch alles was man braucht. Wenn es um den Aufstieg geht, haben beide Vereine meinen Segen, wobei im Zweifel der Lokalpatriotismus für den Main-Kinzig-Kreis votieren würde.
Freitag, 19. August 2022
TSV Großbardorf - FCE Bamberg
Für Fußball am Freitag Abend im Frankenland braucht es ein Wunder und das Wunder des pünktlichen Feierabends war heute tatsächlich Realität. +49 ist was für die Bahn, deshalb wurde der Stau über Schleichwege umfahren und schon stand da ne machbare +34 hinterm Loch mit K. Ganz ideal lief es aber nicht und als ich mich zwischen Plan A und der Alternative entscheiden musste, standen noch 130 km und +15 auf der Uhr. Eng, aber machbar. Dabei hab ich allerdings unterschätzt, dass es die letzten 70 km einspurig weiter ging und nicht jeder in diesem Land weiß, dass wir die Rennfahrer Nation sind. Großbardorf ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld mit knapp 1.000 Einwohnern und dort kam ich pünktlich an um die legendäre Bioenergie Arena mit vertretbaren +2 zu betreten. Die Oberliga Kicker des TSV Großbardorf bezeichnen sich selbst als Grabfeld Gallier. Okay. Die Gäste aus der schönen oberfränkischen Stadt des Rauchbiers versammelten sich mit rund 25 Leuten hinter ihren Bannern und sorgten ab und zu für etwas Stimmung. Nach bereits sieben gespielten Runden empfing der 12. den 2. Die letzte Saison beendete Bamberg auf Platz 4 und die Gallier auf Rang 11. Die Favoritenrolle war also klar. Klar war auf dem Platz aber nur, dass es kein hochklassiges Spiel zu sehen gab. Mit Köpfchen gelang den Domstädtern in der Schlussphase aber doch der Treffer des Tages. Neben der Tribüne und dem Hang mit den Bänken hinterm Tor gibt es noch eine Tribüne für die Dorfältesten. Passt. Sowohl das gute Keiler Weißbier als auch die leckere Wurst vom örtlichen Metzger wollten im Magen nicht alleine bleiben. Beide Daumen hoch für die Verpflegung! Ursprünglich sollte es morgen Regionalliga Fußball im nur 10km entfernten Aubstadt geben. Da mich um die für Dorf Verhältnisse späte Uhrzeit aber keine Herberge für unter 90 Talern aufnehmen wollte, musste mich der Bleifuß in die Heimat bringen.
Samstag, 13. August 2022
KoiPS -JäPS
Donnerstag, 11. August 2022
HJK - Maribor
11.08.22 19:00 HJK - NK Maribor 1:0, Bolt Arena, Europa League Qualifikation, 6.487 Zuschauer
Nachdem das Auto für teuer Geld abgestellt war, ging es zu Fuß in Richtung Hafen und weiter mit der Fähre, die zum ÖPNV zählt auf die Festungsinsel Suomenlinna. Nett anzusehen und ein schönes Ausflugsziel. Optisch vielleicht nicht herausragend, aber die Geschichte mit der Zugehörigkeit zu Schweden, über die russische Besatzung bis zur Unabhängigkeit Finnlands ist schon interessant. Mit "Suomenlinnan Panimo" gibt es auf der Insel auch eine Brauerei mit sehr leckerem Lager und gutem IPA. Zurück in der Stadt wurde der "Helsinki Bryggeri" ein erneuter Besuch abgestattet. Hier gibt es ebenfalls durch die Bank weg gutes Bier und zwar so ziemlich alle Sorten, die man sich vorstellen kann. Nachdem ein knappes Monatsgehalt für Bier ausgegeben wurde, wollte Stefan zum Fußball und da auch Katja damit einverstanden war, hatte ich keine andere Wahl. Zu Spielbeginn gab es eine Choreo der Hausherren und auch relativ durchgängig etwas Support. Die Gäste waren leider nur mit rund 30 Mann vor Ort. Anfangs waren sie überraschend laut, aber insgesamt kam da nicht viel. Nach dem 2:0 im Hinspiel setzte sich der finnische Rekordmeister auch im Rückspiel gegen den slowenischen Rekordmeister durch und zieht in die Play-offs ein. Für die Sportwetten Junkies unter euch hab ich einen Geheimtipp parat. HJK wird den Cup nämlich trotz der Siegesserie mit ziemlicher Sicherheit nicht holen. Ein Tipp darauf könnte euch das große Geld bringen. Bitte sehr. Die Gästefans machten nach dem Spiel noch ein gemeinsames Gruppenfoto mit der Mannschaft und die Finnen feierten ein wenig das Weiterkommen.
