Samstag, 3. Januar 2026

Amiens SC - AS Nancy

03.01.26 20:00 Amiens SC - AS Nancy Lorraine 1:2 (0:2), Stade de la Licorne, Ligue 2, 7.664 Zuschauer

Das Abendspiel auf dem Rückweg in Belgien fiel wie erwartet dem Wetter zum Opfer. Mit nur einem Spiel gibt sich eine Horde Fußballtouristen aber nicht ab. Also wurde noch ein Umweg in Richtung Ärmelkanal eingelegt, um ein weiteres Spiel in Frankreichs zweiter Liga zu schauen. Durch diverse Staus wurde es knapp mit dem Anpfiff. Durch ein geschicktes Manöver bei der Parkplatz Wahl waren wir allerdings pünktlich drin und das für faire 5 europäische Geldeinheiten. Das Einhornstadion ist aufgrund seiner Dachkonstruktion bekannt. Von außen wirkt es wie ein Hallenbad. Innen fragt man sich, was sich der Architekt dabei gedacht hat und wer das abgenickt hat. Es kann ja täuschen, aber den Zweck vor Regen zu schützen scheint dieses Dach nicht zu erfüllen. Zumindest ist es Windgeschützt und wirkt modern. Letzteres ist wahrscheinlich am wichtigsten. In der Heimkurve hing ein „RIP Christian“ Banner, ansonsten blieb sie komplett leer. Ein paar der Kurven Jungs waren aber inkognito auf der Tribüne. Der Gästeblock war allerdings überraschend gut gefüllt und besonders im ersten Durchgang auch sehr gut aufgelegt. In der zweiten Hälfte haben sie sich oder ihre hässlichen Saarländischen Freunde meiner Meinung nach teilweise zu sehr selbst gefeiert. Das Spiel war ganz unterhaltsam und gefiel mir spielerisch besser als das Topspiel vorher, auch wenn hier nur der 14. gegen den 15. kickte. In der ewigen Tabelle der ersten Liga steht Nancy immerhin auf dem 24. Platz. Amiens schafft es da lediglich auf Platz 60, aber dafür im Unterhaus auf die 9. Heute dürften die Hausherren wohl in so ziemlich allen Spielstatistiken besser dastehen. Das bringt einem nur nix, wenn das Ergebnis anders aussieht. Mit Heineken hätte ich mich zwar halbwegs anfreunden können, entschied mich aber für einen zehnprozentigen neuen Check-in. Die Merguez und Fritten waren überfällig um den Hunger zu stillen, aber kein Genuss. Nun fehlen mir nur noch 14 von 18 in der Ligue 2 - Angriff. Nicht. Es reicht dann wohl erst mal wieder mit Frankreich. 1250 km als Beifahrer und 500 km als Fahrer für zwei Zweitligaspiele, bei denen man nix mit den Vereinen zu tun hat. Von den Städten hat man ebenfalls nix gesehen und um was außerhalb der Stadien zu essen war natürlich auch keine Zeit. Alleine wär mir das nix, aber mit der Gruppe war es top. Das kannste aber keinem normalen Menschen erklären. Auf jeden Fall war ich froh, nach 27 Stunden auf den Beinen ins Bett zu kommen. Merci copains.




ES Troyes - Red Star FC

03.01.26 14:00 ES Troyes AC - Red Star FC 1:0 (1:0), Stade de l'Aube, Ligue 2, 6.813 Zuschauer

Sieben Tage ist mein letztes Fußballspiel her. Mittlerweile hat sich allerdings die 5 am Ende des Datums in eine 6 verwandelt. Der erste Kick im Jahr 2026 (nach dem von einer Jungfrau geborenen und nach dem Tode auferstandenen Wunderheiler) führte mich nach Troyes. Troyes mit seinen gut 60.000 Einwohnern liegt im Nordosten Frankreichs in der Region Grand Est, ehemals Champagne-Ardenne. Dort tritt nämlich Esperance Sportive Troyes Aube Champagne im Stade de l'Aube in der zweiten Liga gegen den Ball. Der Verein wurde 1900 gegründet und heißt seit 2000 so wie er nun mal heißt. Der Club gehört zur City Football Group, einer Holding-Gesellschaft, die mehrere Fußballklubs verwaltet. Hauptsächlich gehört dieses Konstrukt der Abu Dhabi United Group mit Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan und der bekannteste Verein dieser Bande ist Manchester City. Kurz gesagt: Dreck. 2001 erreichte Troyes die beste Platzierung seiner Geschichte und zog über den Intertoto Cup in den UEFA Cup ein. Troyes belegt Platz 42 der ewigen Tabelle der Ligue 1 und Platz 44 in Ligue 2. Zum Vergleich, in Deutschland stehen dort der Wuppertaler SV und Hessen Kassel. Zu Gast war heute der fünfmalige Pokalsieger Red Star Football Club aus Paris. An den letzten Titel 1942 hab ich aber kaum noch Erinnerungen. 1897 gegründet, änderte der Verein rund 387 mal seinen Namen, behielt aber immer das Red Star bei. In der ewigen Tabelle der 1. Liga reicht es auch nur zu Rang 38. In der zweiten Liga springt allerdings Platz 7 raus. Ganz großes Tennis also. Und was mache ich hier? Es war zum Einen die letzte offizielle Tour der Barra del Bierstand, einer krassen Gang, mit der ich zu längst vergangenen NRW Zeiten einige Spielbesuche und Touren hinter mich gebracht habe und zum Anderen das Jubiläum des 1000. Grounds des Mitbegründers dieser Bande. Der Weg ist das Ziel und den Weg mit geilen Menschen zu bestreiten war das heutige Ziel für mich. Der Ground ist kein schlechter, war für mich aber tatsächlich nebensächlich. Kontakte pflegen sagt man dazu. Da kann man auch mal die 250 km Umweg über Düsseldorf pro Strecke in kauf nehmen. Teils mit Glätte durch die Nacht. Ahu. Wenn alles funktionieren würde, wäre es kein Groundhopping, sagt man ja gerne. Heute springt dabei der Ratschlag "mietet nicht bei Alamo" raus. Der gebuchte Großraum-Flitzer war nämlich nicht verfügbar. Merde. Umdisponieren war angesagt und ein armer Schlucker musste deshalb kurzfristig und ungeplant als zweiter Fahrer mit seiner Karre ran. Danke dafür. Unterwegs auf belgischen Landstraßen bei teils ordentlichem Schneechaos, wurden kurz der Sinn und die Erfolgsaussichten in Frage gestellt. Ende gut, alles gut und wir waren pünktlich im Stadion der Laube. Dort gab es Budweiser, also die Ami Pisse. Franzosen haben einfach keine Kultur. Im Heimbereich wurden ein paar Fahnen geschwenkt, aber Stimmung kam dabei nicht auf. Im Gästeblock gab es da neben den drei Fahnen schon eher etwas für die Ohren. Passt. Zum schwärmen brachte mich das aber nicht und mancher einer hätte da vielleicht mehr erwartet. Troyes war im Topspiel des Ersten gegen den Zweiten die drückende Mannschaft, aber die Chancen wurden reihenweise Wahi mäßig versemmelt. Einer der Mitfahrer festigte so seine 0:0 Prognose. Naja, fast. Glückwunsch zum 1000. Ground, aber auf einem Bein kann man nicht stehen, also nicht zurück, sondern weiter.




Samstag, 27. Dezember 2025

Sampdoria - Reggiana

27.12.25 15:00 UC Sampdoria - AC Reggiana 2:1 (1:1), Stadio Marassi, Serie B, 24.716 Zuschauer

Wie im letzten Jahr sollte der Urlaub zwischen den Jahren nochmal für la dolce vita genutzt werden und zufälligerweise sollte dort auch Fußball gespielt werden. Die Flüge nach Mailand konnten auch einen Tag vorher noch günstig geschossen werden. Für viele ist es undenkbar, den Abend vorm frühen Abflug noch keinen Plan zu haben. Für mich ist das Freiheit. Haltet mich für verrückt, denn noch ist es für uns alle Neuland, aber dieses Internet wird unser Leben verändern. Man kann damit alles auch problemlos und kurzfristig von unterwegs planen und buchen. Schlussendlich wurde sich für die Anreise mit der Bahn entschieden und somit gegen mehrere Spiele. Ganz entspannt ging es in die mit knapp 600.000 Einwohnern sechstgrößte Stadt des Stiefels. Nach Genova oder auf deutsch Genua, in die ligurische Hauptstadt. Viel Zeit war nicht und nach dem einchecken im Hotel ging es auch direkt die 3 km zum Stadion. Das Derby della Lanterna ist eines der größten Derbys in Italien, aber Genoa CFC spielt in der Serie A und die heutige Heimmannschaft Unione Calcio Sampdoria spielt aktuell eine Liga tiefer. Das Marassi, WM Stadion von 1990, ist aber auch mit einem herkömmlichen Serie B Spiel einen Besuch wert. Sampdoria war einmal italienischer Meister und viermal Pokalsieger. Da sie eher eine Pokalmannschaft sind, gewannen sie auch den Europapokal der Pokalsieger. Das alles zwischen 1984 und 1994 mit einem gewissen Roberto Mancini. Neben der vierzehnten Spielzeit in der Serie B kickte man ansonsten seit der Gründung 1946 immer erstklassig. Reggiana aus dem 200 km entfernten Reggio Emilia spielte drei Jahre in der Serie A, ist aber eigentlich in den Ligen zwei und drei zu Hause. Mit Gästefans ist es in Italien ja immer so eine Sache. Heute waren keine da. 65 Jahre erste Liga und aktuell auf Platz 17 und somit dem Relegationsplatz zu Liga 3. Sampdoria hatte wahrlich schon bessere Zeiten und musste heute gegen den 12. ran. Die treuen Tifosi hinter den Toren halten ihrem Verein dennoch die Treue. Das sehenswerte Stadion mit seinen markanten Ecktürmen war bis auf die Haupttribüne und den dritten Rang sehr gut gefüllt und der Support war teilweise ziemlich gut. Es gab aber auch ruhige Momente und das typisch italienische Augen zu und genießen hat mir etwas gefehlt. Das Spiel war weder ein Leckerbissen, noch zum Abgewöhnen. Anhand der Torschüsse sollte der Sieg klar gehen. Der Spielverlauf mit der Gästeführung und dem Siegtreffer in der 88. Minute war aber gut. Die Hafenstadt mit dem ligurischen Meer vor der Brust und dem Bergmassiv Apennin im Rücken macht schon was her und hier kann man auch mal einen Tag ganz ohne Fußball gut rumkriegen. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Torre della Lanterna di Genova. Neben dem Leuchtturm sind auch der Porto Antico, die Piazza de Ferrari, die Kathedrale Sankt Laurentius und der Blick vom Spianata Castelletto Pflicht. Jeweils knapp 20 km hatte ich an beiden Tagen in den Beinen und bereue es nicht. Anstiege und Stufen sollten bei der Lage der Stadt aber durchaus eingeplant werden. Ein steiler Anstieg und insgesamt über 200 Stufen sind es beispielsweise auf den Leuchtturm. Man merkt Genua auch an den herumlungernden Leuten an, dass es eine Hafenstadt ist. Italien ist für mich allgemein ein Mix aus Spanien und Frankreich. Gutes Wetter, gutes Essen, schöne Landschaft und schöne Städte wie in Spanien und viele nicht Einheimische wie in Frankreich. Zudem bietet Italien noch etwas Kultur innerhalb und außerhalb der Stadien. In Italien kann man übrigens auch problemlos Bahn fahren. Man steigt ein, man fährt, man kommt an. Pünktlich, zuverlässig, mit Sitzplatz Garantie und das zum fairen Preis. Ne vergleichbare Fahrt mit den Minusmenschen der DB hat mich anstatt der 21,50 in Italien auch schon 95€ gekostet. Bella Italia tornero (oder so).











Samstag, 20. Dezember 2025

Hamburg - Eintracht

20.12.25 15:30 Hamburger SV - Eintracht Frankfurt 1:1 (1:1), Volksparkstadion, 1. Bundesliga, 57.000 Zuschauer

Ich bin kein HSV Hater, aber es war an der Zeit, dass der Dino stirbt. Der Abstieg war sportlich absolut verdient und überfällig. Ähnlich überfällig war nach nun sieben Jahren aber die Rückkehr in die 1.Liga. Hamburg hat wieder einen würdigen Bundesligisten, das schmutzige Stadtteil Konstrukt kann weg. Die Vorzeichen und die Anreise waren kompliziert. Vereinfacht gesagt sind die Arbeit und ihre Folgen mal wieder der Grund. Volksparkstadion nach gefühlten Jahrhunderten? Klar! Ins Auto und hin da. Hamburg ist nicht umme Ecke, also schön entspannt mit Übernachtung. Norddeutschland fängt kurz hinter Lich an, zumindest das Schietwetter. Na toll. Scheiß Kassel. Scheiß Hannover! Scheiß Sankt Pauli! Nach dem Treffen mit meiner Reisegruppe ging es ziemlich direkt mit dem Bus in Richtung Volkspark, wo nach, mit und bei dem ein oder anderen Holsten weiteren feinen Menschen Hallo gesagt wurde. Im Stadion gab es eine positive und eine negative Überraschung. Fischbrötchen und KöPi. Im Gegensatz zur Szene und dem Großteil unseres Haufens blieben wir im Unterrang auf den Stehplätzen und verfolgten das Spiel entspannt von dort. Die Fans des HSV starteten mit einer Choreo ins Spiel und die Spieler nutzten einen Patzer zur Führung, die Larsson allerdings wenig später ausgleichen konnte. Viel passierte vor der Pause nicht mehr, aber nach nem Lattentreffer konnten wir mit dem Unentschieden erstmal leben. Wir sind die Fans der Eintracht, der heiligen Gemeinschaft und starteten mit ein paar Wunderkerzen in den zweiten Durchgang. All zu viel passierte auch dann nicht mehr. Wir hatten ne große dreifach Chance, der HSV ein irreguläres Abseitstor und wie üblich war nach 587 Wechseln eh die Luft raus. Das Ergebnis gibt das Spiel schon ganz gut wieder, aber die Ziele und Möglichkeiten hätten ein anderes Ergebnis erhoffen lassen. Wir beenden das Jahr auf Platz 7, was eine gute, aber ehrlicherweise recht schmeichelhafte Platzierung ist. Eintracht! Mit der Reisegruppe und ein oder zwei Getränken wurde der Abend sehr schön und entspannt verbracht und nach nem Besuch auf dem Fischmarkt und ner schnellen Runde zu Fuß ging es wieder den weiten Weg zurück ins Hessenland. Danke meine Damen und Herren für diesen tollen Ausflug und die gute Gesellschaft in diesem Jahr! 






Samstag, 13. Dezember 2025

Eintracht - Augsburg

13.12.25 15:30 Eintracht Frankfurt - FC Augsburg 1:0 (0:0), Waldstadion, 1. Bundesliga, 58.300 Zuschauer

Sehr ungewohnt wurde das Spiel heute am 1312 aus der Ostkurve geschaut. Man wird nicht jünger und muss sich langsam nach altersgerechten Plätzen umsehen. Dank guter Begleitung war es ganz angenehm, aber zu diesen Langweilern da drüben zieht mich sonst nix. Wo ich gerade schon bei Langweilern bin. Ich hab mal gesagt, dass ich die Augsburger Szene (für ihre bescheidenen Verhältnisse!) gar nicht so schlecht finde. So ein Blödsinn, aber ich weiß auch weshalb. Die schwenken nämlich ziemlich durchgängig ihre Fahnen und davon haben sie auch mehr als andere Szenen ihrer Größe. Das wirkt schon gut und natürlich hört man die in der Heimkurve nicht. Die hört man aber auch ein paar Meter weiter nicht. Dieser Scheißhaufen hat es einfach perfektioniert lautlos zu trommeln und zu klatschen. Völlig verrückt. Nach drei Minuten stand es schon wieder 0:1. Diese verdammten frühen Gegentreffer in dieser Saison und das gegen einen Gegner wie Augsburg. Zum Glück wurde der Treffer vom VAR einkassiert. Wir hatten dann ein paar ganz wenige Chancen oder eher Halbchancen und von Augsburg kam noch weniger. Die fünf Minuten Nachspielzeit in der ersten Hälfte hießen weitere fünf Minuten Qual. In der zweiten Hälfte plätscherte das schwache Spiel ähnlich vor sich hin wie zuvor. Irgendwann stand es aber glücklicherweise 1:0 und auch der VAR hatte nichts daran zu meckern. Anders als durch einen abgefälschten Schuss wie diesen hätte das Tor in diesem Spiel auch eigentlich nicht fallen können. Danke Ritsu Doan. Ein weiteres Tor für Augsburg wurde ebenfalls vom VAR einkassiert. Ein scheiß Spiel aber drei Punkte. Nach 0:1 und 1:1 muss man mit dem 1:0 zufrieden sein. Da man solch grandiose Siege feiern muss, ging es noch nach Alt Sax in die Klappergass und es war ein toller Abend. Bis er vorbei war. Weil er vorbei war und weil es dann mit der Bahn heim gehen sollte. Das nächste mal trink ich vielleicht ein Glas weniger und fahr wieder mit dem Auto. Schließlich fährt jeder Fahranfänger blind und sturzbesoffen zuverlässiger als diese scheiß Deutsche Bahn. So ein durch und durch gottloser, beschissener Sauhaufen. Wer Bahn fährt sollte immer das Geld für Taxi oder Uber einplanen. PS: Gude Besserung V.


Dienstag, 9. Dezember 2025

FC Barcelona - Eintracht

09.12.25 21:00 FC Barcelona - Eintracht Frankfurt 2:1 (0:1), Camp Nou, Champions League, 38.439 Zuschauer

Früher war alles besser. Auf den FC Barcelona trifft das definitiv zu. Früher, als ich mich so richtig für Fußball, Spieler und Ergebnisse interessiert habe, auch international, war der FC Barcelona mein Favorit hinter der Eintracht. Weit dahinter und ganz anders, aber ja. Xavi war mein absoluter lieblings Spieler. Früher, als der FC Barcelona noch ein großer und stolzer katalanischer Club war, der keinen Sponsor auf seiner Brust duldete und brauchte. Früher, als der FC Barcelona nicht nur 3/4 der spanischen, sondern auch 3/4 der holländischen Nationalmannschaft stellte. Früher, als Boixos Nois noch ihr Unwesen im Camp Nou trieben und für Stimmung und tolle Bilder sorgten. Heute ist der FC Barcelona eine Lachnummer. Die einst stolze katalanische Brust ziert schon lange ein Sponsor. Diesem und anderen Sponsoren gehört quasi der gesamte Verein. Der Club ist hochverschuldet und besitzt eigentlich nichts mehr. Alles auf Pump, alles verkauft, alles vermarktet. Wahrscheinlich gehören selbst die Löffel in der Kantine irgendeinem Sponsoren. Stimmung im Stadion kennt der Verein schon lange nicht mehr. Man braucht die meisten Plätze im Stadion für Touristen, hauptsächlich aus Asien. Touristen, die nicht nur jeden unverschämt überteuerten Eintrittspreis bezahlen, sondern auch schön viel Geld in Shop und Museum lassen, um den ehemaligen Mythos FC Barcelona zu erleben. Xavi, Messi, Rivaldo, Ronaldinho, Guardiola. Diese Liste ließe sich endlos fortführen. Und heute? Das Aushängeschild ist ein völlig verzogenes, abgehobenes, weltfremdes Kind. Das natürlich gut kicken kann, augenscheinlich aber nicht aus Leidenschaft und Spaß Fußball spielt wie die ehemaligen Legenden, sondern aus Gründen von Fame, Likes und Kohle. Nix mehr Visca el Barca. Puta Barca. Das alte Camp Nou haben wir mit einer Invasion quasi abgerissen und entweiht, den Club blamiert und gezeigt, was Leidenschaft und Liebe zu einem Verein bedeuten. Ganz nebenbei haben wir damals als Eintracht Frankfurt auch noch den FC Barcelona geschlagen. Die Eintracht im Camp Nou, das war ein scheinbar unerfüllbarer Traum, der nicht nur wahr, sondern getoppt wurde. Nicht nur ich habe mir danach gewünscht, das exakt so konservieren zu können und nie wieder nach Barcelona zu müssen, denn es würde nie mehr annähernd so geil werden. Die UEFA hält es mit Fußballromantik aber etwas anders und so stand nun ein weiterer Besuch in der Baustelle Sponsorenname Camp Nou an. Nach 1:5 in Madrid, 1:5 gegen Liverpool, 0:3 gegen Bergamo und kürzlich einem 0:6 beim Produkt war die Vorfreude extrem getrübt und die sportlichen Vorzeichen standen auf Katastrophe und Blamage. Die 1:2 Niederlage hätten vorher wahrscheinlich 95% in Frankfurt sofort unterschrieben. Am Ende war sie bitter, ärgerlich und unnötig. Barcelona war zwar besser und dominant, aber wir standen gut, sicher und diszipliniert in der Defensive und hatten auch offensiv die besseren Möglichkeiten. Durch Brown und Knauff konnten wir sogar mit einer Führung in die Pause gehen und auch das 2:0 lag in der Luft. In der zweiten Hälfte fiel früh das 1:1 und eigentlich war klar, dass es das jetzt war. Gegentore fallen. Das Ding zum 1:1 passiert. Alles kein Ding. Es ist aber einfach traurig und macht einen wütend, wie es in dieser Saison nach Gegentreffern läuft, wie wir pennen, auseinander brechen, die Ordnung verlieren und oft kurz darauf weitere und nahezu identische Tore fangen. So natürlich auch heute. Zumindest kann man der Mannschaft aber nicht den Vorwurf machen, dass sie sich danach hängen gelassen oder das Spiel abgeschrieben hätte. Das 2:1 war aber einfach dumm und unnötig. Zu den Geschehnissen im Block möchte ich nicht viel sagen, aber ganz ohne geht nicht. Wie immer gilt, wer nicht dabei war soll die Füße still halten und nicht so anmaßend sein, urteilen zu wollen. Wir sind sicher keine Engel, weshalb Provokationen meist nicht unbeantwortet bleiben, aber eine kaputte Plexiglasscheibe und ein paar fliegende Becher sind auch kein Drama. Die Presseschmierer sollen ihrer eigentlichen Arbeit nachkommen oder ihre verlogenen Fressen halten und sich ihre unqualifizierten, Scheiße schmierenden Hände abhaken. Ist es mittlerweile verboten, einfach ohne Sensationsgier nüchtern und sachlich die Wahrheit zu berichten? Eigentlich ist nix wildes passiert und das was passiert ist, ging von ein paar coolen Kids des Gegners aus. Eintracht!