Samstag, 12. Januar 2019

West Ham - Arsenal / Millwall - Rovers

Ursprünglich war dieser Ausflug als reine Sufftour mit nem Revisit bei Hemel Hempstead geplant. Allerdings war auch ein Doppler in London machbar und die legendäre Bustour mit den top lads aus dem letzten Jahr wird sowieso unerreicht bleiben. Schande über mich. Nach dem Lommel-Trip bin ich heute Nacht zwar nur leicht angetüdelt ins Bett gefallen, aber nach knapp zwei Stunden Schlaf mit nem Schädel aufgewacht, als hätte ich den Suff meines Lebens hinter mir. Ich war nicht nur kaputt, sondern richtig fies am Arsch. Schidlowski, Geier und Fischer waren zwar angepisst, dass ich mich gegen Hemel entschieden hatte, schleppten mich aber auf ihren Tickets mit nach Holzwickede durch. Ich finde übrigens, dass es gegen die Würde des Menschen verstößt, dass man am Wuppertaler Hauptbahnhof früh morgens nicht kacken kann. Scheiß Wuppertal! Den Fußweg zum Dortmunder Airport überstand ich auch und mehr schlecht als recht kippte ich mein Mixery ab - harte Nummer. Der Flug wurde verpennt, weder Start noch Landung hab ich mitbekommen. Besser ging es mit aber nicht. Nach ewiger Warterei bei der Passkontrolle war der geplante Bus weg, aber auch die enge Kiste klappte.

12.01.19 12:30 West Ham United FC - Arsenal FC 1:0, London Stadium, Premier League, 59.946 Zuschauer

Mit ner Punktlandung war ich beim „I'm forever blowing bubbles" auf meinem Platz und das war schon gut. Laut sein können sie ja diese Tommys, zumindest wenn sie wollen. Außer beim „come on you Irons" und dem „we love you Arsenal, we do" war es aber abgesehen von Szenenapplaus und dem ständigen Raunen weitestgehend ruhig. Nur bei den „blowing bubbles" in der 75. wurde es mal richtig laut. Zumindest standen die Zuschauer im Gästeblock und im Unterrang der Heimkurve, sowie in den unteren Eck-Blöcken, was in England ja auch nicht selbstverständlich ist. Seit 2016 ist der Boleyn Ground (Upton Park) Geschichte und die Irons sind ins Olympiastadion der Spiele von 2012 gezogen. Gegründet wurde der Club als "Thames Ironworks FC", benannt nach einer Werft in West Ham, woher der Spitzname "the Irons" kommt. 1965 gewann West Ham den Europapokal der Pokalsieger und 1976 standen sie nach einem Halbfinal-Sieg gegen die Eintracht im Finale. Mit Marko Arnautovic stand heute ein bekannter aus der Bundesliga für die Hammers auf dem Feld. Bei Arsenal waren es mit Leno, Mustafi, Xhaka, Aubameyang und Sokratis ein paar mehr. Mesut Özil spielt aktuell keine Rolle mehr. Das Spiel war ziemlich ausgeglichenen. Die Gunners hatten den besseren Start und insgesamt auch mehr vom Spiel. Die Hammers kamen aber immer besser in die Partie und hatten in der Summe die besseren Torchancen, weshalb der Sieg in Ordnung geht. Der Kick war nicht schlecht, aber es fehlte einfach an Highlights, weshalb das Spiel doch langweilig wirkte. Die 70 Pfund Eintritt haben sich hierfür definitiv nicht gelohnt, aber es muss ja alles gemacht werden.





In der Halbzeitpause gönnte ich mir nen Burger und ne Cola und würde mich von dort an wieder als lebendig bezeichnen. Durch die Menschenmassen ging es nervig langsam zur Tube und mit dieser zur Tower Bridge, die ich einfach mag und deshalb nach Möglichkeit mit einplane. Zu Fuß ging es dann über die Druid Street in Bermondsey und die dortigen Railway Arches zu Millwall. In den Bögen unter den Schienen sind die verschiedensten Läden integriert, unter anderem auch einige junge Brauereien. Diese Hippster können mir mit ihrem Craft Beer Gedöns in der Regel gestohlen bleiben, aber die Locations sind schon cool und ich hatte mittlerweile wieder Brand wie ne russische Bergziege, also rinn da. "The London Beer Factory" durfte sich nun meiner Anwesenheit erfreuen und drei der vier Säfte schmeckten auch überraschend gut. Die bunte Palette meiner Wahl bestand aus dem eher klassischen "London Bohemia Lager", dem typisch britischen "Sayers Stout", einem sehr schokoladigen "Raison D'etre" und einem fragwürdigen "Berliner Heist". Danach drängte die Zeit und ich musste mich sputen.




12.01.19 17:30 Millwall FC - Blackburn Rovers FC 0:2, The Den, Championship, 13.862 Zuschauer

Nach West Ham nun Millwall. Den Machern von "Green Street" mit dem Hobbit Frodo Beutlin als Hooligan wird das gefallen. Es waren einige Kassenhäuschen geöffnet und die Schlangen hielten sich sehr in Grenzen. Dummerweise hatte ich mir meine Eintrittsberechtigung aber schon online gebucht und die Schlange an der einzigen Kasse für diese Tickets ging bis zum Mond und das mit Umwegen. Mit der Geschwindigkeit, in der das voran ging wäre ich vermutlich erst irgendwann zur zweiten Halbzeit im Stadion gewesen, in jedem Fall aber weit nach Anpfiff. 25 Pfund sind aber ein Klacks in meiner Gewichtsklasse, also GskR Modus an und innerhalb von zwei Minuten ein neues Ticket geordert. Im Ground dann mit Graf Hass getroffen und so zum Glück jemanden gehabt, mit dem ich diesen mega spannenden Kick verquatschen konnte. Ein 0:0 wäre nicht nur das gerechte Ergebnis gewesen, sondern es konnte auch einfach nicht anders ausgehen, das war technisch gar nicht möglich. Aus unerklärlichen Gründen konnten die Gäste in den letzten zwei Minuten aber doch noch irgendwie zwei Bälle über die Linie stolpern. Aus dem rund 400km entfernten Blackburn war eine ordentliche Anzahl an Zuschauern mitgereist. Support mäßig kam so gut wie nichts, aber sie standen zumindest komplett. The Lions haben einen gewissen Ruf, der seit den 80ern an ihnen haftet. Viel mehr als der Mythos ist davon aber nicht mehr übrig. Sie pöbeln gern, sie pöbeln ständig und sie pöbeln gegen alles, das hat natürlich was, keine Frage. Man sitzt aber ansonsten fast komplett und geschlossen auf seinem Hintern und abgesehen vom "no one likes us, we don’t care - We are Millwall" hört man hier nur die "fucking cunt" und "wanker" Rufe. Egal, es gab Steak Pie, Cider und Bier. Das Bier hab ich aber vergessen bei "Untappd" einzuchecken und wer mir verraten kann was die da ausschenken, der bekommt nen Säft ausgegeben.





Nachdem der Spuk endlich vorbei war, latschten wir in nen Wetherspoon Pub und genehmigten uns ein paar Cider, bevor es gemeinsam nach Eusten ging. Von dort brachte mich die Bahn nach Hemel Hempstead Town, denn ein paar Kaltschalen wollte ich mit den Nasen schon noch nehmen. Fischer war nüchtern genug um mir den Standort mitzuteilen und verdiente sich so ein Getränk. Nachdem ich die zwei Kilometer zum Pub abgelaufen bin, war Schidlowski auch wieder aktiv. Erschreckend war, dass Geier sich nicht komplett abgeschossen hatte, das ist man ja mal gar nicht gewohnt. Ich will keinen Namen nennen, aber der Kollege mit dem Partner Tattoo von MS hatte es sich in ner Ecke auf dem Boden gemütlich gemacht. Die Kollegen von Jonas waren da besser drauf. Es lief sehr gut und die Apfelsäfte schmeckten einfach so gut, dass ich irgendwann auch kurz mit nem Vitaminschock wegnickte. Als der Laden zu machte gab es noch nen teuren und schlechten Döner und wir wurden zum Bus gebracht. Leider gab es hier nirgends mehr Flüssignahrung. Thank you guys! Die Busfahrt wurde komplett verpennt und das taten die meisten von uns auch am Flughafen. Abgesehen von Schidlowski und mir, denn ein Pub mit leckerem Cider schrie ganz laut und unüberhörbar unsere Namen. Jonas und Geier kamen nach dem zweiten, dritten oder vierten Glas auch noch dazu. Beim Letzten fing ich aber an zu schwächeln und mit dem last call stiegen wir zu Rainer in den Flieger. Goodbye Lady Di. Ich saß kaum auf meinem Platz, da wachte ich auch schon wieder durch ne ruppige Landung in Dortmund auf. Passkontrolle, kacken, laufen, de Zoch kütt, 2€ Qualitäts-Döner in Hagen, zu Hause, pennen, pennen, pennen. kurz aufwachen, pennen, pennen, pennen, arbeiten. Ich bin zu alt für diesen Mist, aber es war doch wieder geil!


Freitag, 11. Januar 2019

Lommel SK - KVC Westerlo

11.01.19 20:30 Lommel SK - KVC Westerlo 2:1, Soevereinstadion, Eerste Klasse B, 4.400 Zuschauer

Lommel - ein geiler Ground, grenznah und höherklassig. Daher x-mal angepeilt, aber irgendwat is ja immer. Mit Fahrer Thorsten, Daniel und Dion gab es heute erneut die Möglichkeit, also auf. Nach Bier, Gebabbel, leckerem Essen und weiterem Bier in der Frituur konnte es gestärkt zum Stadion gehen. Werder Bremen durfte 1998 in dieser geilen Bude im UI-Cup antreten. 2003 musste Lommel allerdings Insolvenz anmelden und nach Eingliederung, Fusion und Namensänderung spielt man jetzt als neuer Verein wieder unter dem alten Namen in der zweiten Liga. Die erste Runde der achter Liga schlossen beide Clubs im Mittelfeld auf den Plätzen Vier und Fünf ab. Im zweiten Durchgang läuft es bisher aber nicht und Lommel stand vor der Partie zwei Plätze hinter den Gästen auf dem letzten Platz. Obwohl Lommel in den beiden bisherigen Vergleichen in dieser Saison den Kürzeren gegen die Gäste zog, konnten sie mit dem heutigen Sieg die rote Laterne abgeben. Im Ground gibt es übrigens viele Bäume, was zum einen nett aussieht und zum anderen sehr praktisch bei erhöhtem Bierkonsum ist. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei und nach einem Stopp zwecks Bierkauf in nem Night-Shop ging es zurück nach Duitsland. Ab da lief es etwas suboptimal. Die Bahn verpassten wir natürlich ganz knapp, was ne halbe Stunde im nasskalten LEV-Mitte bedeutete. Dann verpeilte ich dank fehlender Durchsagen meine Haltestelle und durfte noch ne halbe Stunde zusätzlich laufen. Naja, knapp zwei Stunden Schlaf lagen ja noch vor mir.






Sonntag, 6. Januar 2019

Heidebloem Dilsen - Lanklaar

06.01.19 14:30 Heidebloem Dilsen VV - Lanklaar VV 3:0, Heidebloem Stadion, 4. Provinciale C Limburg, 95 Zuschauer

Die neunte und letzte Liga im belgischen Ligasystem verspricht eigentlich keinen Feinschmecker Fußball und auf die Gastmannschaft trifft das auch voll zu - grauenhaft. Das Heimteam ist aber für höhere Aufgaben bestimmt. Mit Dribblings wie man sie sonst nur von Messi kennt und Tiki Taka, von dem der FC Barcelona nur träumen kann, wurden die Augen verwöhnt. Die Spieler sind taktisch so gut ausgebildet, dass sie bei Bedarf von der einen auf die andere Sekunde auf Kick and Rush umschalten, bei dem Nostalgiker vom guten alten Fußball auf der Insel träumen. In der Defensive wird ebenfalls je nach Spielsituation im Handumdrehen von Manndeckung auf Raumdeckung umgestellt. Die perfekt einstudierte Abseitsfalle musste heute kaum zur Anwendung kommen, würde aber selbst dem besten Angreifer das Fürchten lehren. Heidebloem Dilsen, das ist Fußball sehr nah an der Perfektion und das Stadion ist sowieso ein Träumchen. Auch menschlich stimmt es, denn man verzichtet ganz bewusst darauf den Gegner zu deklassieren. Die Irgendwas Crew Dilsen hatte ein Fahrrad mit auf die Ränge genommen und unweigerlich hielten alle Zuschauer den Atem an und dachten an die Vorkommnisse bei Inter gegen Atalanta vor einigen Jahren. Das Rad gehörte aber scheinbar einem Ultra aus den eigenen Reihen und nicht dem Lanklaarer Capo. Ausrasten gehört für eine echte Crew aber dazu und so wurden zu Spielbeginn Silvester Überbleibsel gezündet. Dem Hausmeister gefiel das scheinbar nicht und so mussten die Jungs in der Pause die Tribüne fegen. Dabei hatte er großes Glück, dass heute nur acht Hools anwesend waren und die Anderen sich wohl auf die Montag startende Schule vorbereiten mussten, sonst wäre es vielleicht eskaliert. Der Großteil der gemäßigten Zuschauer hatte kein allzu großes Interesse an den Ballstafetten und kippte sich im Vereinsheim lieber ein paar Getränke in den Rachen. Diese Desinteresse haben die Spieler zwar nicht verdient, aber Biertrinken ist wichtig. Sportkamerad Fischer gab indes eine erbärmliche Vorstellung am Glas ab, wie man sie ansonsten nur von seinem Glubb gewohnt ist. Der deutschen Umwelthilfe würde ich übrigens einen Besuch im Raucherraum des Heidebloem Stadions wärmsten empfehlen, da geht den Spinnern garantiert einer ab. Nach dem Spiel wurde die Frituur Ron angesteuert und glücklicherweise war die Nummer 7 der Gäste nicht vor uns dort, sonst wären wir vermutlich leer ausgegangen. Weihnachten ist jetzt schon wieder zwei Wochen her, Zeit also sich langsam um die Geschenke für das diesjährige Fest zu kümmern. Herr Schidlowski würde sich wie Bolle über einen Ocean Lufterfrischer von Satino freuen.





Sonntag, 23. Dezember 2018

EC Bad Nauheim - Dresdner Eislöwen

23.12.18 18:30 EC Bad Nauheim - Dresdner Eislöwen 6:2, Colonel-Knight-Stadion, DEL 2, 3.027 Zuschauer

Zur Eintracht hab ich es gestern leider nicht geschafft, aber trotzdem findet der Jahresabschluss in der Heimat statt und zwar zur Jahreszeit passend auf dem Eis. Zwar war es nicht wirklich kalt, aber da das schöne Eisstadion in der Kurstadt an den Seiten offen ist, zog es doch ein wenig und das ist auch gut so! Eishockey ist nämlich zum einen ein Männersport und zum anderen eine Wintersportart. Auch wenn man es in Düsseldorf toll findet Eishockey in einer völlig überheizten Turnhalle zu spielen. Wie erhofft waren am Tag vor Heiligabend auch einige Gäste mit von der Partie, die mit einer Schneemann Choreo für ein tolles Bild sorgten. Der dazugehörige Konfetti Schnee auf dem Eis führte allerdings zu einer kleinen Spielverzögerung. Auch die Bad Nauheimer Anhänger um die Fanatics zeigten eine Choreo. Neben drei Stoff-Bahnen wurden rote und weiße Papptafeln hochgehalten. Ein sehr vielversprechender Start. Nach zuletzt 1:0 und 2:0 Siegen gab es heute mal wieder ein richtiges Eishockey Ergebnis von Hessens wahrer (Eishockey) Liebe. Bereits in der zweiten Minute stand es 1:0 für den ECN, in die erste Drittel Pause ging es aber nur mit einem knappen 2:1. Zu Beginn des zweiten Drittels war Nauheim in Unterzahl und die Südkurve sollte mit dem "wir spielen in Unterzahl besser als in Überzahl" recht behalten, denn in dieser Phase fiel das 3:1. Die Kurstädter warfen alles nach Vorne und keine Minute später stand es 4:1! Das zwischenzeitliche 4:2 änderte nichts an der Überlegenheit der roten Teufel und Dustin Sylvester, der bereits drei Treffer vorbereitete, sorgte mit einem Doppelpack zum Endstand. Im letzten Drittel fielen keine Tore mehr, was auch Felix Bick im Tor zu verdanken ist. Gerade in der Weihnachtszeit geht es natürlich auch um Essen und Trinken und da kommt hier jeder auf seine Kosten. Steaks, Fritten, Bratwurst, Rindswurst, Teufelswurst und Laugenbrezeln - mehr geht nicht. Mit Licher Pils und Weizen, Äppler und heißem Äppler ist auch für jeden was dabei. Cola und Limo sind von bizzl und somit ebenfalls aus der Region - Daumen hoch. Allez, allez - nur unser EC!





Samstag, 15. Dezember 2018

Lazio - Eintracht

So ne lange Busfahrt mach ich net mehr mit. Das hab ich mir nach Bordeux geschworen. Dummes Geschwätz! Ob mit Bus oder Bus oder Bus scheißegal, Eintracht Frankfurt International! 17.000 verbindliche Bestellungen gingen innerhalb von 24h bei der Eintracht ein. 20.000 Adler in Rom schienen locker möglich, aber die italienischen Behörden schoben dem einen Riegel vor und es durften "nur" 8.500 ins Stadion. Viel wurde vorher geschrieben und geredet. Teilweise konnte man denken, dass keiner zurück kommt ohne mindestens zweimal abgestochen worden zu sein. Mal abwarten, wir sind ja nicht zum ersten Mal beim Fußball. Die Fahrt lief auch dank diverser Gerstensäfte, Apfelschorlen und Hustensäfte gut, überraschend schnell und niveauvoll. Mit klassischen deutschen Volksliedern, wie „Im Eros-Center in Frankfurt am Main, im 6. Stock, da ham die Frauen Pimmel" oder „Siamesen kann niemand trennen. Schizophrene sind nie allein. Pädophile ham immer Bonbons. Eintracht Frankfurt mein Verein!" wurde das nochmals untermauert. Stefan wurde im Eintracht Kniffel vorgeführt und sogar etwas Schlaf war drin. Morgens am Autogrill durfte ich bereits zum zweiten Mal die aufgewärmte Schüssel von Benny übernehmen. Nach nem richtig guten Kaffee und nem Baguette mit mega geilem Schinken konnte die Getränke Aufnahme fortgesetzt werden. Es bleibt aber die Frage, warum die Italiener Schinken so viel besser hinbekommen, als unsere einheimischen Fleisch und Wurst Spezialisten. Die restliche Fahrt durch den Stiefel zog sich sehr, ging aber auch rum und wir kamen rechtzeitig im Hotel an, um nach nem Besuch in der Keramik Abteilung geschlossen zum Treffpunkt in der Stadt aufzubrechen.



Am Piazza Popolo wurde noch ein gutes Schinken Panini inhaliert und dann setzte sich der Mob auch schon in Bewegung. Eigentlich war der Marsch verboten, aber nach etwas Rennerei konnte man doch die frische Luft genießen. Frankfurter Fitness-Junkies lassen sich ihren geliebten Sport eben nicht verbieten. Unterwegs wurden noch ein paar ebenfalls verbotene hopfenhaltige Protein Shakes besorgt und bis zur Brücke vorm Stadion war es entspannt. Dort zeigten die planlosen und überforderten Cops kurz etwas Stärke und Präsenz, da man sich den Laziali zu sehr näherte, aber kurz darauf ging es weiter. Zu diesem Zeitpunkt war am Einlass noch nicht viel los, aber Italien ist nicht umsonst bankrott. Mit Arbeiten und Tempo hat man es im Süden eben nicht so. Es machte schon die Runde, dass die Motto-Schals eingezogen würden, also rüstete man sich dafür. Als das Warten ein Ende hatte begannen die Kontrollen. Abgleich Perso/Ticket, Abtasten, weiter, Abgleich, Abtasten, weiter, Abgleich, Abtasten, unsanftes  Abtasten / Ausziehen durch die Cops und Ende. Was ein Unfug. Den Schal hatte ich noch und wenn man gewollt hätte, hätte man auch ein russisches Atom U-Boot mit rein bekommen. Der Dumme ist eben nie so dumm wie der Dümmere. Weil die Welt so klein ist, traf ich Prahsti vor'm Block und nach nem Selfie vor der Pissrinne (warum eigentlich?) und Shopping am Buffet ging es in den Frankfurter Hopper Block. Der süße Stefan reizte aber mehr, also rein ins Gewühl.



13.12.18 18:55 Societa Sportiva Lazio - Eintracht Frankfurt 1:2, Stadio Olimpico di Roma, Europa League, 18.252 Zuschauer

Das einheitliche Bild war durch die vielen „gezogenen" Schals leider nicht so geil wie geplant, aber die weihnachtlichen Leuchtstäbchen gaben ein gutes Bild ab. Ein ziemlich erbärmliches Bild gab hingegen die Curva Nord ab. Die Fahnen waren zwar konstant im Einsatz, aber es kam nix rüber und von der Masse her glich das einer drittklassigen Szene wie Leverkusen. Der Support bei uns war teilweise verdammt geil, abgesehen von den teils kurzen Pausen zwischen den Liedern aber immer sehr annehmbar. Dann kam die zweite Hälfte. Um die 40 Laziali kamen an den Rand des Pufferblocks und provozierten. Diese Einladung nahmen einige unserer Leute an und machten ein Gastgeschenk in Form von Pyrotechnik, was natürlich nicht sein musste. Es fand aber auch ein Böller den Weg in unseren Block. Vermutlich hätte man die Situation beruhigen können, indem man die Laziali zurück verwiesen hätte, aber daran bestand kein Interesse. Vollkommen unnötig war, dass zwei Leute in den Innenraum hüpften, die dort von Cops in Zivil einkassiert wurden. Einer konnte sich mit heftigem Einsatz befreien und schaffte es zurück in den Block - Respekt. Der Andere hatte weniger Glück. Wenn der Mob gewollt hätte, wäre es möglich gewesen ihn aus den Händen der bis dahin wenigen Ordnungshüter zu befreien, nur wäre es dann wohl ausgeartet. Als Reaktion rückte eine Spezialeinheit in Zivil an, die etwas zu viel geschnupft hatte und mit wildem Knüppel Geschwinge mit aller Macht versuchte die Situation völlig zum Eskalieren zu bringen. Diese Minusmenchen schlafen vermutlich mit ihren Knüppeln, zu denen sie ein inniges Verhältnis zu haben scheinen, seit sie damit von ihren Vätern in der Kindheit anal verwöhnt wurden. Beide Seiten schaukelten sich gegenseitig hoch, es flog Pyrotechnik in Richtung der Cops und ein Zaun zum Spielfeld verabschiedete sich. Mittlerweile waren auch behelmte Cops mit Schutzschilden im Innenraum, die sich aber dezent zurück hielten. Ich will hier nichts schön reden oder verharmlosen. Pyrotechnik hat die Hand nicht zu verlassen und im Innenraum haben Fans so wenig zu suchen wie Cops in der Kurve. Die gesamte Situation ging aber erst von den Lazio Anhängern aus und wenn die Ordner und Staatsknechte anders reagiert hätten, wäre es nicht so weit gekommen. Die Stimmung war dadurch natürlich am Arsch und erholte sich zum Ende hin nur leicht. Auch wenn es irgendwie in den Hintergrund rückte, wurde auch Fußball gespielt. In nem ausgeglichenen Spiel ging es torlos in die Pause. Im zweiten Durchgang machte Lazio etwas mehr und konnte in Führung gehen. Aber dann drehte Gacionivic auf und versenkte einen klasse Fernschuss trocken im Winkel. Wenige Minuten später schickte er Haller einen guten Pass in die Spitze und das Ding war gedreht. Danach waren wir dem dritten Treffer näher, als Lazio dem zweiten. Als erste deutsche Mannschaft haben wir es geschafft alle sechs Gruppenspiele zu gewinnen! Aber wen wundert das bei Europas bester Mannschaft? Sehr geil fand ich übrigens, dass die Jungs nach den Treffern trotz Polizeikette zum Jubeln vor die Kurve kamen. Eintracht!



Nach über zwei Stunden Blocksperre kamen wir irgendwann am Termini an und konnten als Gruppe geschlossen zum Hotel laufen. Alles safe. Der Eine nahm noch ein Getränk, der Andere eins mehr und dann ging es nach rund 40 Stunden auf den Beinen ins Bett. Nach dem Frühstück ging es von Roma über Florenz, Bologna, Modena, Parma, Piacenza, Milano, Como, Lugano, Luzern und Basel zurück nach Gernanien und in die europäische Fußball Hauptstadt. Danke an alle für die Organisation, Durchführung und überhaupt die gesamte Tour! Grüße an den Flamingo. Eintracht Frankfurt International!