Wie im letzten Jahr sollte der Urlaub zwischen den Jahren nochmal für la dolce vita genutzt werden und zufälligerweise sollte dort auch Fußball gespielt werden. Die Flüge nach Mailand konnten auch einen Tag vorher noch günstig geschossen werden. Für viele ist es undenkbar, den Abend vorm frühen Abflug noch keinen Plan zu haben. Für mich ist das Freiheit. Haltet mich für verrückt, denn noch ist es für uns alle Neuland, aber dieses Internet wird unser Leben verändern. Man kann damit alles auch problemlos und kurzfristig von unterwegs planen und buchen. Schlussendlich wurde sich für die Anreise mit der Bahn entschieden und somit gegen mehrere Spiele. Ganz entspannt ging es in die mit knapp 600.000 Einwohnern sechstgrößte Stadt des Stiefels. Nach Genova oder auf deutsch Genua, in die ligurische Hauptstadt. Viel Zeit war nicht und nach dem einchecken im Hotel ging es auch direkt die 3 km zum Stadion. Das Derby della Lanterna ist eines der größten Derbys in Italien, aber Genoa CFC spielt in der Serie A und die heutige Heimmannschaft Unione Calcio Sampdoria spielt aktuell eine Liga tiefer. Das Marassi, WM Stadion von 1990, ist aber auch mit einem herkömmlichen Serie B Spiel einen Besuch wert. Sampdoria war einmal italienischer Meister und viermal Pokalsieger. Da sie eher eine Pokalmannschaft sind, gewannen sie auch den Europapokal der Pokalsieger. Das alles zwischen 1984 und 1994 mit einem gewissen Roberto Mancini. Neben der vierzehnten Spielzeit in der Serie B kickte man ansonsten seit der Gründung 1946 immer erstklassig. Reggiana aus dem 200 km entfernten Reggio Emilia spielte drei Jahre in der Serie A, ist aber eigentlich in den Ligen zwei und drei zu Hause. Mit Gästefans ist es in Italien ja immer so eine Sache. Heute waren keine da. 65 Jahre erste Liga und aktuell auf Platz 17 und somit dem Relegationsplatz zu Liga 3. Sampdoria hatte wahrlich schon bessere Zeiten und musste heute gegen den 12. ran. Die treuen Tifosi hinter den Toren halten ihrem Verein dennoch die Treue. Das sehenswerte Stadion mit seinen markanten Ecktürmen war bis auf die Haupttribüne und den dritten Rang sehr gut gefüllt und der Support war teilweise ziemlich gut. Es gab aber auch ruhige Momente und das typisch italienische Augen zu und genießen hat mir etwas gefehlt. Das Spiel war weder ein Leckerbissen, noch zum Abgewöhnen. Anhand der Torschüsse sollte der Sieg klar gehen. Der Spielverlauf mit der Gästeführung und dem Siegtreffer in der 88. Minute war aber gut. Die Hafenstadt mit dem ligurischen Meer vor der Brust und dem Bergmassiv Apennin im Rücken macht schon was her und hier kann man auch mal einen Tag ganz ohne Fußball gut rumkriegen. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Torre della Lanterna di Genova. Neben dem Leuchtturm sind auch der Porto Antico, die Piazza de Ferrari, die Kathedrale Sankt Laurentius und der Blick vom Spianata Castelletto Pflicht. Jeweils knapp 20 km hatte ich an beiden Tagen in den Beinen und bereue es nicht. Anstiege und Stufen sollten bei der Lage der Stadt aber durchaus eingeplant werden. Ein steiler Anstieg und insgesamt über 200 Stufen sind es beispielsweise auf den Leuchtturm. Man merkt Genua auch an den herumlungernden Leuten an, dass es eine Hafenstadt ist. Italien ist für mich allgemein ein Mix aus Spanien und Frankreich. Gutes Wetter, gutes Essen, schöne Landschaft und schöne Städte wie in Spanien und viele nicht Einheimische wie in Frankreich. Zudem bietet Italien noch etwas Kultur innerhalb und außerhalb der Stadien. In Italien kann man übrigens auch problemlos Bahn fahren. Man steigt ein, man fährt, man kommt an. Pünktlich, zuverlässig, mit Sitzplatz Garantie und das zum fairen Preis. Ne vergleichbare Fahrt mit den Minusmenschen der DB hat mich anstatt der 21,50 in Italien auch schon 95€ gekostet. Bella Italia tornero (oder so).
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen