Samstag, 12. Januar 2019

West Ham - Arsenal / Millwall - Rovers

Ursprünglich war dieser Ausflug als reine Sufftour mit nem Revisit bei Hemel Hempstead geplant. Allerdings war auch ein Doppler in London machbar und die legendäre Bustour mit den top lads aus dem letzten Jahr wird sowieso unerreicht bleiben. Schande über mich. Nach dem Lommel-Trip bin ich heute Nacht zwar nur leicht angetüdelt ins Bett gefallen, aber nach knapp zwei Stunden Schlaf mit nem Schädel aufgewacht, als hätte ich den Suff meines Lebens hinter mir. Ich war nicht nur kaputt, sondern richtig fies am Arsch. Schidlowski, Geier und Fischer waren zwar angepisst, dass ich mich gegen Hemel entschieden hatte, schleppten mich aber auf ihren Tickets mit nach Holzwickede durch. Ich finde übrigens, dass es gegen die Würde des Menschen verstößt, dass man am Wuppertaler Hauptbahnhof früh morgens nicht kacken kann. Scheiß Wuppertal! Den Fußweg zum Dortmunder Airport überstand ich auch und mehr schlecht als recht kippte ich mein Mixery ab - harte Nummer. Der Flug wurde verpennt, weder Start noch Landung hab ich mitbekommen. Besser ging es mit aber nicht. Nach ewiger Warterei bei der Passkontrolle war der geplante Bus weg, aber auch die enge Kiste klappte.

12.01.19 12:30 West Ham United FC - Arsenal FC 1:0, London Stadium, Premier League, 59.946 Zuschauer

Mit ner Punktlandung war ich beim „I'm forever blowing bubbles" auf meinem Platz und das war schon gut. Laut sein können sie ja diese Tommys, zumindest wenn sie wollen. Außer beim „come on you Irons" und dem „we love you Arsenal, we do" war es aber abgesehen von Szenenapplaus und dem ständigen Raunen weitestgehend ruhig. Nur bei den „blowing bubbles" in der 75. wurde es mal richtig laut. Zumindest standen die Zuschauer im Gästeblock und im Unterrang der Heimkurve, sowie in den unteren Eck-Blöcken, was in England ja auch nicht selbstverständlich ist. Seit 2016 ist der Boleyn Ground (Upton Park) Geschichte und die Irons sind ins Olympiastadion der Spiele von 2012 gezogen. Gegründet wurde der Club als "Thames Ironworks FC", benannt nach einer Werft in West Ham, woher der Spitzname "the Irons" kommt. 1965 gewann West Ham den Europapokal der Pokalsieger und 1976 standen sie nach einem Halbfinal-Sieg gegen die Eintracht im Finale. Mit Marko Arnautovic stand heute ein bekannter aus der Bundesliga für die Hammers auf dem Feld. Bei Arsenal waren es mit Leno, Mustafi, Xhaka, Aubameyang und Sokratis ein paar mehr. Mesut Özil spielt aktuell keine Rolle mehr. Das Spiel war ziemlich ausgeglichenen. Die Gunners hatten den besseren Start und insgesamt auch mehr vom Spiel. Die Hammers kamen aber immer besser in die Partie und hatten in der Summe die besseren Torchancen, weshalb der Sieg in Ordnung geht. Der Kick war nicht schlecht, aber es fehlte einfach an Highlights, weshalb das Spiel doch langweilig wirkte. Die 70 Pfund Eintritt haben sich hierfür definitiv nicht gelohnt, aber es muss ja alles gemacht werden.





In der Halbzeitpause gönnte ich mir nen Burger und ne Cola und würde mich von dort an wieder als lebendig bezeichnen. Durch die Menschenmassen ging es nervig langsam zur Tube und mit dieser zur Tower Bridge, die ich einfach mag und deshalb nach Möglichkeit mit einplane. Zu Fuß ging es dann über die Druid Street in Bermondsey und die dortigen Railway Arches zu Millwall. In den Bögen unter den Schienen sind die verschiedensten Läden integriert, unter anderem auch einige junge Brauereien. Diese Hippster können mir mit ihrem Craft Beer Gedöns in der Regel gestohlen bleiben, aber die Locations sind schon cool und ich hatte mittlerweile wieder Brand wie ne russische Bergziege, also rinn da. "The London Beer Factory" durfte sich nun meiner Anwesenheit erfreuen und drei der vier Säfte schmeckten auch überraschend gut. Die bunte Palette meiner Wahl bestand aus dem eher klassischen "London Bohemia Lager", dem typisch britischen "Sayers Stout", einem sehr schokoladigen "Raison D'etre" und einem fragwürdigen "Berliner Heist". Danach drängte die Zeit und ich musste mich sputen.




12.01.19 17:30 Millwall FC - Blackburn Rovers FC 0:2, The Den, Championship, 13.862 Zuschauer

Nach West Ham nun Millwall. Den Machern von "Green Street" mit dem Hobbit Frodo Beutlin als Hooligan wird das gefallen. Es waren einige Kassenhäuschen geöffnet und die Schlangen hielten sich sehr in Grenzen. Dummerweise hatte ich mir meine Eintrittsberechtigung aber schon online gebucht und die Schlange an der einzigen Kasse für diese Tickets ging bis zum Mond und das mit Umwegen. Mit der Geschwindigkeit, in der das voran ging wäre ich vermutlich erst irgendwann zur zweiten Halbzeit im Stadion gewesen, in jedem Fall aber weit nach Anpfiff. 25 Pfund sind aber ein Klacks in meiner Gewichtsklasse, also GskR Modus an und innerhalb von zwei Minuten ein neues Ticket geordert. Im Ground dann mit Graf Hass getroffen und so zum Glück jemanden gehabt, mit dem ich diesen mega spannenden Kick verquatschen konnte. Ein 0:0 wäre nicht nur das gerechte Ergebnis gewesen, sondern es konnte auch einfach nicht anders ausgehen, das war technisch gar nicht möglich. Aus unerklärlichen Gründen konnten die Gäste in den letzten zwei Minuten aber doch noch irgendwie zwei Bälle über die Linie stolpern. Aus dem rund 400km entfernten Blackburn war eine ordentliche Anzahl an Zuschauern mitgereist. Support mäßig kam so gut wie nichts, aber sie standen zumindest komplett. The Lions haben einen gewissen Ruf, der seit den 80ern an ihnen haftet. Viel mehr als der Mythos ist davon aber nicht mehr übrig. Sie pöbeln gern, sie pöbeln ständig und sie pöbeln gegen alles, das hat natürlich was, keine Frage. Man sitzt aber ansonsten fast komplett und geschlossen auf seinem Hintern und abgesehen vom "no one likes us, we don’t care - We are Millwall" hört man hier nur die "fucking cunt" und "wanker" Rufe. Egal, es gab Steak Pie, Cider und Bier. Das Bier hab ich aber vergessen bei "Untappd" einzuchecken und wer mir verraten kann was die da ausschenken, der bekommt nen Säft ausgegeben.





Nachdem der Spuk endlich vorbei war, latschten wir in nen Wetherspoon Pub und genehmigten uns ein paar Cider, bevor es gemeinsam nach Eusten ging. Von dort brachte mich die Bahn nach Hemel Hempstead Town, denn ein paar Kaltschalen wollte ich mit den Nasen schon noch nehmen. Fischer war nüchtern genug um mir den Standort mitzuteilen und verdiente sich so ein Getränk. Nachdem ich die zwei Kilometer zum Pub abgelaufen bin, war Schidlowski auch wieder aktiv. Erschreckend war, dass Geier sich nicht komplett abgeschossen hatte, das ist man ja mal gar nicht gewohnt. Ich will keinen Namen nennen, aber der Kollege mit dem Partner Tattoo von MS hatte es sich in ner Ecke auf dem Boden gemütlich gemacht. Die Kollegen von Jonas waren da besser drauf. Es lief sehr gut und die Apfelsäfte schmeckten einfach so gut, dass ich irgendwann auch kurz mit nem Vitaminschock wegnickte. Als der Laden zu machte gab es noch nen teuren und schlechten Döner und wir wurden zum Bus gebracht. Leider gab es hier nirgends mehr Flüssignahrung. Thank you guys! Die Busfahrt wurde komplett verpennt und das taten die meisten von uns auch am Flughafen. Abgesehen von Schidlowski und mir, denn ein Pub mit leckerem Cider schrie ganz laut und unüberhörbar unsere Namen. Jonas und Geier kamen nach dem zweiten, dritten oder vierten Glas auch noch dazu. Beim Letzten fing ich aber an zu schwächeln und mit dem last call stiegen wir zu Rainer in den Flieger. Goodbye Lady Di. Ich saß kaum auf meinem Platz, da wachte ich auch schon wieder durch ne ruppige Landung in Dortmund auf. Passkontrolle, kacken, laufen, de Zoch kütt, 2€ Qualitäts-Döner in Hagen, zu Hause, pennen, pennen, pennen. kurz aufwachen, pennen, pennen, pennen, arbeiten. Ich bin zu alt für diesen Mist, aber es war doch wieder geil!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen