Sonntag, 11. November 2012

Ferencvárosi Budapest (Ungarn)

Morgens ging es nach einem guten Frühstück im Hotel direkt wieder zum Sightseeing in die Stadt und das Wetter war für diese Jahreszeit einfach traumhaft, obwohl es eigentlich den ganzen Tag regnen sollte. Mit der Straßenbahnlinie 2 ging es die Donau entlang und somit auch an vielen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten vorbei, diese Linie ist also durchaus zu empfehlen. Generell lohnt es sich bereits am Flughafen ein z.B. 72h Ticket zu lösen, da man damit die Metro, Straßenbahnen und Busse nutzen kann und somit die freie Auswahl im gut funktionierenden Nahverkehrssystem hat. Über die Kettenbrücke ging es auf den Burgberg zum beeindruckenden Burgpalast und bei strahlendem Sonnenschein war die Aussicht heute doch wesentlich besser. Danach ging es zur ebenfalls wirklich sehenswerten Matthiaskirche und der Fischerbastei. Normalerweise wollte ich jetzt das Zweitligaspiel von BKV Előre im Sport utcai Stadion sehen, aber obwohl ich die Tribüne dort eigentlich sehr reizvoll fand, war mir das ganze nach dem Spiel gestern doch zu sinnlos. So ging es mit der Besichtigungstour weiter und vor allem das riesige und echt nett anzusehende Parlament, aber auch die anderen Sehenswürdigkeiten waren die wohl bessere Alternative zum Spiel.Außerdem war ich ja nun mal mit meiner Freundin hier und da kann man sich auch mal einen schönen Tag machen. Dann war es aber doch an der Zeit zum geplanten Nachmittags Spiel aufzubrechen.





11.11.12. 16:30 Ferencvárosi TC - Debreceni VSC 2:1, Albert Flórián Stadion, NB I, 7.943 Zuschauer 

Zum Stadion kamen wir problemlos, da man von der Metrostation aus direkt davor steht, mit den Tickets war das dann allerdings so ne Sache... Es zeigte sich auf jeden Fall, dass ne vernünftige Planung manchmal vor Problemen schützt. Da wir eine halbe Stunde vor Anpfiff da waren hab ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht, aber als ich nach zehn Minuten anstehn unsere Karten kaufen wollte bekam ich zu hören, dass das nur mit Fancard möglich sei, also auf zum Fanshop. Dort erwartete uns dann eine lange Schlange. Unglaublich wie viele Einheimische dort kurz vor Anpfiff anstanden und scheinbar ebenfalls keine Ahnung davon hatten, das ganze mit einer Seelenruhe. Wenn man nicht gerade nen Presseausweis oä. hat, gibt es auch keine Möglichkeit das zu umgehen, selbst als Ausländer. Als dann Rauchwolken aus dem Stadion über uns hinwegzogen war klar, dass wir was verpasst haben und wie ich später feststellen musste war dies eine nette, kleine Choreo mit anschließender Monster-Pyroshow die sich echt sehen lassen konnte! Scheiße gelaufen, total ärgerlich! Als wir dann unsere Fancard und die Tickets hatten konnten wir auch endlich rein und ich war echt froh am Ende "nur" gut 10 Minuten verpasst zu haben. Die offizielle Zuschauerzahl von knapp 8.000 ist hier auf jeden Fall zu gering angegeben, bei einer Kapazität von 18.000 war es sicher fünfstellig. Das Stadion ist hier etwas neuer als das gestern, aber trotzdem ne nette Kiste mit schönen Flutlichtern. Die Haupttribüne hat im oberen Bereich einen kleinen, überdachten Bereich, ansonsten sind die grün-weißen Sitzschalen rundum nicht überdacht. Hinter einem der Tore ist das Vereinsheim und dort gibt es, wie ich schätze, ein paar Logen oder VIP Plätze. Hier war der Tabellenzweite zu Gast beim Siebten, aber das Spiel war wesentlich besser und unterhaltsamer als das gestern. Auch wenn das Spiel durch einen Elfmeter in der 90. Minute entschieden wurde geht der Sieg über das gesamte Spiel gesehen in Ordnung, da Fradi die besseren Torchancen und Spielanteile hatte. Debrecen fiel vor allem durch viele und teils heftige Fouls auf, bei denen der Schiedsrichter aber sehr sparsam mit den Karten und Pfiffen umging, das würde ich mir so zumindest im Ansatz in Deutschland wünschen. Die Gäste waren mit rund 300 Mann angereist die auch ziemlich durchgängig am klatschen und singen waren, das allerdings ohne optische Hilfsmittel und gehört hat man sie bis auf die andere Seite auch nicht wirklich. In der Heimkurve legten die Green Monsters, auch nach dem tollen Intro das wir nicht gesehen haben, einen sehr ordentlichen Auftritt hin. Bei den vielen Schalparaden, Hüpf- und Klatscheinlagen zog die gesamte Kurve zum Großteil mit und war dabei zum Teil auch so richtig am durchdrehen. Genauso auch bei den Liedern und Anfeuerungsrufen, die teilweise echt brutal laut und einfach gut waren. In der zweiten Hälfte gab es dann noch zwei Spruchbänder und auch immer wieder Anti-Gesänge in Richtung Újpest. Beim Derby muss hier ordentlich was los sein, denn bei hitzigen und strittigen Situation ist stets das ganze Stadion am pöbeln und ausrasten.






Am Abend nach dem Spiel sollte es nochmal zum Sightseeing bei Nacht an die Donau gehen und beleuchtet wirken die Gebäude auch einfach noch mal imposanter. Am nächsten Tag ging es dann nach dem Frühstück ins Stadtzentrum, aber außer der St. Stephans Basilika gab es hier nichts allzu besonderes mehr zu sehen. Nachdem dann noch der Heldenplatz mit dem angrenzenden Park besichtigt war ging es ins "Trofea" Restaurant in der Nähe und dort gab es ein 1A Buffet für umgerechnet 15€ incl. Trinkgeld, im Preis waren sogar die Getränke, incl. Bier inbegriffen. Hier habe ich so viel gegessen wie nie zuvor im Leben und es hat einfach geschmeckt und Spaß gemacht. Das "Trofea" kann ich nur jedem ans Herz legen, danke Eric für diesen Tipp! Abschließend kann ich nur sagen, dass es ein sehr netter Ausflug in einer wirklich tollen Stadt war und wir mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Budapest waren, zum Derby werde ich hier sicher nochmal vorbei schauen!






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